Indien, Amritsar-Jaisalmer (Rajastan) 25.11. – 5.12.2010

Wir sind schon seit über einer Woche in Indien -und es fasziniert uns immer mehr ! Aber wir sind auch froh um unseren Cruisie, in den wir uns immer wieder zurückziehen können, wo wir ungestört -und sauber- duschen können und‘s für den Notfall auch eine Toilette hat…

Wobei wir das indische Essen bisher sehr gut verdaut haben -und dabei erst noch von allen möglichen Strassenständen und Gassenküchen probiert haben ! Die verschiedenen Gerichte kommen in allen Farben und Geschmacksvariationen daher, das meiste ist recht scharf, aber dagegen hilft auch der feine Joghurt, den es meist als „Raita“ dazu gibt, oder ein salziges „Lassie“ (Joghurtdrink).

Strassenküche

Auf dem Markt staune ich immer wieder über all die Früchte-, Gemüse- und Gewürzsorten, die ich nicht kenne und kriege sie beim Nachfragen auch immer wieder mal zu versuchen… die Inder sind stolz auf ihr Land und freuen sich, wenn man sich für seine Eigenheiten interessiert, das merke ich immer wieder, -auch wenn Kölbi ab und zu seinen Kopf schüttelt ob meiner „Gwundernase“…

Aber nun von Anfang an : zwischen Pakistan und Indien gibt es nur eine einzige offene Grenze, da sich die beiden Länder immer noch so quasi im Krieg befinden. Jeden Abend wird die Grenze bei Sonnenuntergang mit riesigem Pomp und Fahnen einholen geschlossen (man weiss ja nie, ob sie am nächsten Morgen wieder aufgeht….). Die Grenzwache trägt schöne Uniformen mit extravaganten Helmen und stellt wirklich etwas dar! Aber unser Grenzübertritt geht eigentlich ganz lässig und zügig vonstatten, wir bleiben im (Reise-) Durchschnitt von 3 Stunden. Dafür treffen wir auf einen Schweizer Camper mit SG Kennzeichen! Romy und Ruedi kommen aus dem Rheintal und Kölbi freut sich riesig über diesen „Sprachaufenthalt“…. wir fahren zusammen ins nahe Amritsar und campieren in Miss Bandahris Gästehaus -nicht ohne vorher im Dutyfree Shop je einen Karton Tigerbier gekauft zu haben ! Das erste Bier seit 6 Wochen – und erst noch mit Schweizern zum Anstossen !!!

goldener Tempel in Amritsar

Den nächsten Tag verbringen wir mit dem Abschluss einer Haftpflichtversicherung (indische Bürokratie – ohne Kommentar) und einem ersten Augenschein vom goldenen Tempel der Sikhs (sehr spiritueller Ort). Viel Zeit verbringe ich hier auch hinter meinem Computer und versuche Internet und ein Navigationssystem zum Laufen zu bringen… Herzlichen Dank an Stefan in der Schweiz für seine Geduld beim Helfen !!! Dafür bin ich auch die ersten Male am Skypen (Internettelefonieren mit Bild), auch eine neue Erfahrung… schön, aber auch verwirrend, plötzlich der Schweiz so nahe zu sein…!

Wir statten dem goldenen Tempel am nächsten Tag nochmals einen Besuch ab und geniessen die heilige Atmosphäre dort, bevor wir uns dem indischen Verkehr stellen und uns auf den Weg nach Delhi machen. Romy und Ruedi fahren mit ihrem Camper vorneweg und wir hintendrein…die Einheimischen kommen aus dem Staunen nicht mehr raus und winken uns immer wieder zu.

Hinter einem Restaurant können wir die Nacht verbringen um uns am nächsten Tag frisch und ausgeruht in Delhis Verkehr stürzen zu können… gut, dass Ruedi ein Navigationssystem dabei hat! Schlussendlich landen wir auf einem bewachten Parkplatz beim Nehru Park im Botschaftsviertel, wo sich auch der Verkehrslärm etwas in Grenzen hält. Die zweite Nacht dürfen wir dann sogar vor der Schweizer Botschaft verbringen, wo es richtig ruhig ist (-wenn nicht gerade in der Nähe eine Hochzeit stattfinden würde…;-)

Nachdem wir uns in Delhi einen USB-Stick für Internetzugang und Informationen über unsere Visas besorgt haben, hält uns nichts mehr in dieser Riesenstadt und wir fahren frühmorgens raus. Eigentlich eine gute Idee, am Morgen sind die Strassen noch fast leer. Nur heute bildet sich plötzlich ein Riesenstau und nach 2 Stunden für ca 20 Kilometer sind wir froh, auf eine kleinere Landstrasse abbiegen zu können!

Die Fahrt überland ist abwechslungsreich, wir übernachten bei einem kleinen Restaurant auf dem Lande und werden sehr freundlich aufgenommen und bewirtet! Am nächsten Tag fahren wir in Bikaner ein, das eines der reich verziertesten Forts hier in Rajastan hat. Wow! Wirklich beeindruckend, was die alten Herrscher hier an Handwerkskunst aufgebaut haben. Und alles ist noch sehr gut erhalten. Hier ist eine Filmcrew gerade daran einen Film zu drehen und so sehen wir auch noch etwas von den alten Uniformen und Kostümen aus der Maharadscha-Zeit !

Fort in Bikaner

Wir fahren noch weiter westlich bis nach Jaisalmer fast an der pakistanischen Grenze. Eigentlich eine Wüstengegend, aber wir sind erstaunt, wieviel dass bewässert wird und wie grün die Gegend erscheint. Jaisalmeer erhebt sich als Festungsstadt auf einem Sandsteinfelsen über der flachen Landschaft. Wegen ihrem gelben Schimmern in der Sonne wird sie auch die goldene Stadt genannt.

Schön ist, dass das Fort immer noch bewohnt wird, im Gegensatz zu den meisten Forts und Palästen hier in Rajastan, die nur noch als Museum dienen.

Jaisalmer

Am zweiten Tag fahren wir zu den Sanddünen raus und noch ein bisschen in den Nationalpark hinein… – wo wir beim Rumlaufen prompt eine 1m lange Schlange entdecken! An den Sanddünen angekommen sehen wir viele Touristen, die meisten auf Kamelen und auf den Sonnenuntergang wartend. Kölbi lässt es sich nicht nehmen durch den Sand auf die Düne raufzufahren, was natürlich prompt einen Menschenrummel verursacht… Alle wollen wissen woher, wohin und wie wir nach Indien gekommen sind und am liebsten noch einen Blick ins Innere unseres Campers werfen.

in den Dünen…

Aber als die Sonne weg ist und es kühler wird fahren auch die Touris, darunter viele Inder, wieder in ihre Hotels zurück und wir haben die grossartige Dünenlandschaft und den Sternenhimmel für uns alleine.

Dünenlandschaft

Cruisie

Dünenfrühstück

Rajastani-Frauen

Am nächsten Morgen machen wir noch einen Spaziergang durch den Sand und entdecken nebst Kamelen, Ziegen und Kühen auch einige Gazellen. Wir sehen auch die nächsten Tage immer wieder Wildtiere, was uns erst erstaunt, aber wir erklären es uns damit, dass die Inder Vegetarier sind und die Jagd verboten ist…

Gazellen

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