Bolivien II – Nordchile (20.9. – 9.10.2013)

3LandschaftenNach dem problemlosen Grenzübertritt und einer ruhigen Nacht direkt am Grenzposten verläuft die zweitägige Fahrt nach Sucre relativ ereignislos, führt uns aber durch tolle Landschaften. Erst fahren wir entlang der Andenkette unten in der Ebene und nehmen dann einen nicht asphaltierten Abzweiger rauf in die Berge direkt Richtung Sucre. Wir passieren kleine, einsame2durch die Berge Dörfer, erklimmen steile Pässe und campieren in der freien Natur draussen.

Am Sonntag wollen wir den berühmten Markt in Tarabuco besuchen, da sich die Strasse aber in vielen Kehren über die Berge hinzieht, erreichen wir das Städtchen erst am Nachmittag, 5unsere Anhalterinnenals das Markttreiben bereits vorüber ist. Dafür werden wir von zwei Bolivianerinnen angehalten und um eine Mitfahrgelegenheit nach Sucre gebeten. Die zwei Frauen machen einen aufgestellten Eindruck und 4aufs Altiplanowir haben eine kurzweilige Fahrt mit ihnen. Sie haben beide mal eine Zeit lang in Spanien gearbeitet und kennen unsere Lebensgewohnheiten ein bisschen. Wir tauschen noch die Telefonnummern aus, leider haben wir dann aber zuwenig Zeit um die beiden nochmals zu treffen…

6Sucre Klosterplatz

8StrumpfverkäuferinIn Sucre müssen wir uns erst mal einen Übernachtungsplatz suchen, da der von vielen Reisenden gerühmte Garten von Alberto leider zur Zeit geschlossen ist. Schliesslich dürfen wir im Hof des noblen Kolping-Hotels stehen, von wo wir eine tolle Aussicht über die ganze Stadt haben – und erst noch ein feines Restaurant zum Schlemmen!7Marktfrauen Zu Fuss erkunden wir die schöne alte Kolonialstadt mit ihren weissgetünchten Häusern und Kirchen – für mich eine der schönsten Städte Boliviens, und das nicht nur wegen der feinen Schokolade, die hier produziert wird 😉 Aber natürlich decke ich mich gleich mit einem Vorrat für die kommenden kalten Tage ein… auch der Markt gefällt uns sehr und Kölbi entdeckt viele tolle Fotomotive hier.10Kartoffelfrauen7auf dem Markt

9Sitzbank

Zwei Tage später sind dann auch Tina&Marco da und gemeinsam fahren wir Richtung Potosi, das über eine gute Asphaltstrasse eigentlich locker in einem Tag zu erreichen wäre… – wenn nicht Boliviens „Spezialität“, die Strassensperren, unsere Pläne durchkreuzen würden! Wir haben uns bereits über den wenigen Verkehr auf dieser Strasse gewundert, da werden wir an einer Maut-Zahlstelle darauf aufmerksam gemacht, dass nach dem Pass die Strasse von den Dorfbewohnern aus Protest gegen Evo Morales‘ Politik gesperrt werde und wohl erst am Wochenende wieder offen sei. Wir beratschlagen gerade eine Alternativroute (mit geschätzten 300 km Umweg!), als uns ein Einheimischer offeriert ihm nachzufahren. Er müsse auch nach Potosi und kenne einen Schleichweg um die Sperren herum… das tönt ja sehr verlockend und nach kurzem Überlegen folgen wir ihm. Kurz nach Erreichen der Passhöhe erblicken wir auch schon eine Kolonne wartender Lastwagen entlang der Strasse – und rechts davon, über kleinste Feldwege zwischen den Bauernhäusern hindurch kurvend – eine Menge Personenwagen. Wir tun es ihnen gleich und folgen unserem „Führerauto“ kreuz und quer durch die Pampa. Immer wieder mal müssen wir umdrehen, weil sich der eingeschlagene Weg als Sackgasse erweist und mitten auf einem Hof endet. Aber nach fast einer Stunde haben wir die erste Umfahrung geschafft und die Teerstrasse wieder vor uns. Da funkt uns Marco zu, er habe Probleme mit seiner Kupplung, die funktioniere nicht mehr – und bleibt kurz darauf prompt stehen! Mist! Denn weiter vorne soll es noch eine zweite Sperre geben und nun haben wir unser „Führerauto“ aus den Augen verloren… Wir nehmen den Toyota an den Abschlepphaken (eine Prozedur die wir ja inzwischen kennen) und fragen uns zum Mechaniker in der nächsten Ortschaft durch. Der macht gerade Mittagspause und wir deshalb auch. Danach stellt sich heraus, dass eine Gummidichtung gerissen ist und Ersatz im nächsten Laden an Lager! Während sie ausgewechselt wird, fahren Kölbi und ich schon11Bachcamp mal zur Tankstelle, um mit Hilfe unserer Kanister billigen Diesel zu tanken. Dies ist eine weiter „Spezialität“ Boliviens… offiziell kostet ein Liter Diesel 4.7 Bolivianos, für Autos mit ausländischem Nummernschild jedoch 9.5 Bolivianos. Also parkieren wir ausser Sichtweite der Überwachungs-kameras und können so – gegen ein kleines Trinkgeld für den Tankwart -billigen Diesel via Kanister in unser Auto tanken 😉 Er erklärt uns auch gleich noch die Umfahrung der nächsten Strassensperre auf unserem Navi. So sind wir schon kurz darauf wieder unterwegs und fahren über teils abenteuerliche Strassen bis kurz vor Potosi, wo wir einen schönen Übernachtungsplatz unten an einem Bach finden.

12PotosiPotosi ist bekannt und reich geworden durch seinen “Silberberg“, dem Cerro Rico, an dem es liegt. Bereits im 16. Jahrhundert begannen die Spanier den erzreichen Berg mit ihren Minen zu durchlöchern, um Silber und Zinn abzubauen. In weniger als hundert Jahren wuchs Potosi zur grössten Stadt Amerikas, grösser noch als Rom oder Paris zu jener Zeit. Unter grausamsten, unvorstellbaren Bedingungen mussten die Indigenas unter den Kolonialherren im Berg untertags schuften und durften ihn manchmal erst nach 6 Monaten unterirdischen Frondiensts 15Minenschachtwieder verlassen – mehr tot als lebendig. Nur mit Hilfe des Koka-Kauens13in den Minen ertrugen sie die Kälte, den Hunger und die harte Arbeit.

Marco und ich besuchen eine der vielen Minen zusammen mit einem lokalen Führer und Minenarbeiter, der uns aus diesen Zeiten 16Minenarbeitererzählt, uns aber auch in das Opferritual des „Tio“, des Minengottes, einführt. Eine Statue in einem stillgelegten Minengang soll ihn darstellen, deren Äusseres uns sowohl an einen Spanier wie auch an den Teufel erinnnert. 14OpfergabeIhm werden mindestens einmal die Woche Kokablätter, Schnaps und Zigaretten geopfert um ihn gütig zu stimmen und den Minenarbeitern bei der Suche nach den wertvollen Mineralien zu helfen und ihnen 17Tiostatueihre Gesundheit zu bewahren. Seine Frau ist die „Pachamama“, die Mutter Erde, und diese wache sehr eifersüchtig über ihren Mann und dulde keine Frauen in den Minen, so dass diese alle Arbeiten ausserhalb erledigen müssen. Nach der kurzen Führung und einem Marktbesuch in Potosi fahren wir gleichentags weiter Richtung Uyuni.19Arbeiterhäuser in Potosi

18in Potosi

20Richtung Uyuni22Marco&KölbiDie Strasse führt uns durch schöne Canyons und weite Hochtäler mit vielen imposanten Kakteen.23durch die Wüste Auch Sanddünen durchfahren wir und Ortschaften, die uns an den Karakorum in Pakistan erinnern…24Minenmuseum26Kölbi&me25Überfallzug

Kurz vor Uyuni besuchen wir noch eine aufgegebene Minenstadt, die in ein Freilicht-museum umfunk-tioniert wurde und wo der Zug, den Butch Cassidy und Sundance Kid im Film überfallen haben, neben anderen alten Loks vor sich hin rostet.

Danach macht die Strasse noch einen weiten Bogen um den Berg – und endlich sehen wir runter auf das Ziel unserer Route: der Salar de Uyuni, der riesige Salzsee liegt vor uns.27erster Blick Richtung Salar

Da Uyuni eine öde, windgepeitschte Wüstenstadt ist, verbringen wir die Nacht etwas ausserhalb beim „Eisenbahn-Friedhof“. Hier sind all die alten, nicht mehr gebrauchten Loks und Bahnwagen der Kolonialzeit abgestellt worden und geben nun ein schönes, surreales Fotomotiv in der untergehenden Sonne.28Lokifriedhof

30MarcosKücheWir stellen unsere Autos in ihren Windschutz, Marco kocht sogar in einem der aus-rangierten Wag-gons und dem eisig-kalten Wetter entsprechend gibt‘s an diesem Abend eine richtige „Bärnerplatte“ 31Bärnerplattemit Speck, Wurst, Bohnen, Sauerkraut und Kartoffeln zum Znacht… fein! Überhaupt macht es Spass mit den zweien zu reisen und jeden Abend 29SchaukelGesprächspartner zu haben! Auch wenn wir dabei öfters länger draussen sitzen bleiben, als die Aussentemperaturen es eigentlich zulassen würden 😉

32auf dem SalarWir tanken noch Wasser und Diesel und fahren dann auf den Salar. Die blendend33Salzabbau weissen Salzkristalle haben ein ebenmässiges Wabenmuster ausgebildet, die Weite ist unglaublich, die umgebenden Berge weichen zurück, 34Dakarveranstaltungverlieren sich in der Distanz, die weisse Ebene scheint grenzenlos zu sein…

Doch halt, hier linkerhand scheint sich was zu tun, immer mehr Autos sammeln sich da um eine Tribüne, viele Menschen,36…und hübsche Girls Fahnen… beim Näherkommen entpuppt sich das Ganze als Werbeveranstaltung für die nächstjährig hier stattfindende Dakar-Rallye. Unsere Jungs sind natürlich Feuer und Flamme – auch von den hübschen, langbeinigen und (trotz eisigem Wind!) leichtbekleideten Präsentationsdamen 😉 35Staatspräsident EvoMoralesund nach genauerem Hinsehen erkennen wir sogar Boliviens Staatspräsidenten, Evo Morales, auf der Tribüne! Und zurück bei unseren Autos37beim Interview werden sogar wir noch fürs Fernsehen interviewt…

Ein paar Kilometer weiter auf dem Salar halten wir an und machen ein paar Schnappschüsse von uns und unseren Autos in der Distanzlosigkeit.

41auf der SalarinselMitten drin im Salar, nach etwa 70 Kilometern, erheben sich mehrere Kakteenbewachsene Koralleninseln. Es fällt recht schwer sich vorzustellen, dass all dies, was heute auf 3750 müM liegt, einst der Grund eines Meeres gewesen sein soll… aber wir können die Korallenstrukturen deutlich erkennen! Von oben hinunter bietet sich eine tolle Aussicht.42Salarcamp

Wir stellen unsere Autos in eine windgeschützte Ecke der Insel und gönnen uns zum Znacht ein Käsefondue (aus Tinas Vorrat – herzlichen Dank!), zubereitet mit Kartoffeln auf dem Holzfeuer. Richtig romantisch!43Fondue

Weiter geht‘s am nächsten Tag Richtung Süden, weg vom Salar auf die sogenannte Lagunenroute. Sie führt durch die hochandine Gebirgslandschaft an mehreren Seen („Lagunen“) vorbei bis an die chilenische Grenze.49Lagunenroute44Lagunenroute

Wir erleben faszinierende Farbenspiele und sehen die verschiedensten Gesteins-formationen. Ausser frühmorgens weht fast unablässig ein kalter Wind über die unwirtlichen Steppen und Gesteinswüsten, so dass wir unsere Lagerplätze immer an windgeschützten Hängen suchen müssen. Abends stellen wir den Tisch sogar übers Lagerfeuer, um wenigstens beim Essen 45Lagunewarme Füsse zu haben… und Kölbis altbewährte, in Afrika erlernte Methode von einer Schaufel voll heisser Glut unter dem Campingstuhl löst wieder mal Begeisterung und Wohlbehagen aus;-)

48LagunenrouteDie angesteuerten Lagunen schillern jeweils in den unterschiedlichsten Farben, ausgelöst einerseits50unterwegs durch Algenver-mehrung und andernorts durch Mineralien, die sich mit aufkommen-dem Wind51roteLagune im Wasser mischen. So gibt es die rote und die grüne Lagune und dazwischen liegt eine heisse Quelle, die in einem Natursteinbecken gefasst wurde und einen herrlichen Swimmingpool bietet.

53ThermalquelleUns geht es wie allen ankommen-den Besuchern: was, in dieser Kälte sollen wir in den Badeanzug steigen?? Aber sind wir erst mal drin im warmen Wasser, umringt von Flamingos auf Nahrungssuche und mit Blick auf die Lagune, wollen wir gar nicht mehr raus – und schlafen herrlich in dieser Nacht!52rotLagune

Am nächsten Morgen früh springen wir als erstes gleich wieder ins warme, klare Wasser. Während unserem Frühstück kommen immer mehr Touristengruppen hier an und der Pool füllt sich zunehmend…

54grüneLaguneAls nächstes müssen wir zur auf 5200 müM bei einer Mine gelegenen Aduana (Zollstation) fahren um unsere Auto-Papiere auszustempeln, bevor wir uns die Geysire und brodelnden Schlammlöcher des „Sol de Mañana“ ansehen. Kurz nach der Laguna verde passieren wir auch schon die bolivianisch-chilenische Grenze.

Nach über 700 Kilometern Pistenfahrt seit Uyuni erreichen wir nun die Teerstrasse, die uns in steiler, direkter Abfahrt von über 4700 müM auf 2200 müM nach San Pedro de Atacama runterführt. Unterwegs stoppen wir jedoch noch kurz, um all die Lebensmittel zu verstecken, die bei der Einfuhr nach Chile üblicherweise konfisziert werden, wie Früchte, Gemüse, Fleisch, Milchprodukte, Honig, und, und… viel ist nach dieser langen Fahrt ja nicht mehr übrig und ein paar Sachen wie Honig und Joghurt lasse ich zum Test extra offen da liegen. Und siehe da: unten in San Pedro treffen wir auf zwei sehr nette 55Kirche SanpedrodeAtacamaZollinspektoren, die uns all diese „verbotenen“ Dinge durchgehen lassen mit der Bemerkung „ist ja eh nicht mehr viel…“ – da soll noch einer drauskommen! Andere Reisende haben von extrem scharfen und strengen Kontrollen geschrieben, bei denen ihnen viele Dinge weggenommen wurden.61aufdemWeg

San Pedro entpuppt sich als netter Touristenort mit hohen Lehmwänden um die Häuser und engen Gassen mit einer netten Fussgängerzone. Wir quartieren uns im einzig geöffneten Campingplatz ein und nach kurzer Mittagspause, wo wir uns dank gutem Wifinetz im Restaurant wieder mal auf den neuesten Infostand bringen konnten und nach Hause telefoniert haben, beginnt der anstrengende Teil des Travellerlebens: Auto reinigen, alles durchchecken und Wäsche waschen – von Hand, versteht sich! Aber es ist herrlich, wie schnell sie in diesem Wüstenklima trocknet und kaum aufgehängt, kann ich sie bereits wieder wegräumen…56SanPedro

Dafür gönnen wir uns an diesem Abend ein feines Steak in einem Restaurant, wo wir uns mit Martin Rihs verabredet haben. Martins Vater ist ein gebürtiger Safnerer und er, Martin und sein Sohn Diego haben in meinem Restaurant Rössli ein halbes Jahr vor unserem Reisebeginn zufällig zu Mittag gegessen. Bei einem Gespräch hat er mir da erzählt, dass er seit über zwanzig Jahren in San Pedro lebe und die touristische Entwicklung dieses kleinen Ortes voll miterlebt habe. Er hat mir seine Mail-Adresse gegeben und ich habe ihm versprochen, ihn auf unserer Reise dann mal zu besuchen… et MartinsHausvoilà, da sind wir nun! Hat zwar über drei Jahre gedauert, aber wir sind da 😉

Er kommt nach dem Essen zu uns ins Restaurant und wir reden den ganzen Abend bis spät in die Nacht. Martin weiss soviel und so spannend zu erzählen! Beim Verabschieden lädt er uns alle für den nächsten Vormittag zum Kaffee zu 57beiMartin zuhausesich nach Hause ein. Er wohnt sehr schön ausserhalb des Ortes und hat sich ein tolles Haus alles mit regional vorhandenen Baumaterialien erbaut. Tina&Marco sind auch mit dabei und da sie noch am gleichen Tag Richtung Santiago fahren wollen, um Besuch abzuholen, versorgt Martin erst mal sie mit vielen Tipps.

59ValledeLunaWir verabreden uns danach für den nächsten Tag mit ihm und besuchen – nach dem Abschied von den Tina&Marco – das nahe bei San Pedro gelegene „Valle de la Luna“. Es ist ein Gebiet mit tollen windgeschleiften Erosionstälern und wir übernachten gleich oben auf einem der Aussichtspunkte. Zum Sonnenuntergang finden sich viele Touristen hier ein, ein Spektakel für sich 😉 aber danach hören wir ausser dem Pfeifen des Windes nichts mehr…60ValledeLuna

Zurück bei Martin verbringen wir zwei schöne, gesprächsintensive Tage miteinander. Martin arbeitet als Trekkingführer und kennt die Gegend wie seine Hosentasche – er 58Pizzaofengibt uns viele einmalige Tipps und Ratschläge für unsere Reiseplanung. Aber wir unterhalten uns auch intensiv über die Schweiz und Chile, diskutieren die Gemeinsamkeiten und Gegensätze dieser zweier Länder, kommen von einem Thema ins andere, kochen zusammen… kurz: wir fühlen uns einfach wohl bei ihm und sind sehr dankbar für die interessante Zeit, die wir bei ihm verbringen dürfen.

62Tatio-Geysirtal

Bevor wir endgültig losfahren besuchen wir auch die Geysire von Tatio und verbringen dort auch unsere wohl kälteste Nacht in dieser Gegend. Eisblumen zieren frühmorgens unsere Fenster! Das Tal aber ist durchzogen von kleineren und grösseren Geysiren, 63Geysiraus denen Dampf und heisses Wasser quillt. Es ist die Fortsetzung des Geysir-Tales auf der bolivianischen Seite, das wir ein paar Tage zuvor auf der Lagunenroute besucht haben. 64GeysirDen ganzen Nachmittag und Abend haben wir hier alleine verbracht, aber jetzt zum Sonnenaufgang stehen unzählige Tourbusse hier um den vielen Touristen dieses Naturschauspiel zu zeigen. Da sind wir schnell wieder weg und runter ins wärmere San Pedro zu Martin zurückgefahren.

64MartinsLagunenrouteNach einem weiteren gemütlichen Abend mit selbstgemachter Pizza aus dem Holzofen nehmen wir dann definitiv Abschied von ihm und fahren eine seiner Lieblingsrouten, sozusagen eine 65aufMartinsRoutekonzentrierte Lagunenroute auf chilenischer Seite. Sie führt über alte Viehtrekrouten, auf denen früher die Rinder aus Argentinien über die Anden nach Chile zum Schlachten getrieben wurden. Die ausgebleichten Knochen derjenigen, die diese Strapazen nicht überlebt haben liegen immer noch am Wegesrand. Aber die Landschaft ist wirklich atemberaubend – nicht nur wegen der Höhe! Seen in allen Farben, bizarre Gesteinsformationen, dazwischen immer wieder goldgelb leuchtende Felder des dürren Andengrases 66LagunenrouteChile(das für die Strohdächer verwendet wird)… ein paar Mal müssen wir auch Umfahrungen für vereiste Schneefelder suchen, die die Piste immer67Eisfelder noch bedecken. Ohne gutes Allradfahrzeug mit Bodenfreiheit wären wir hier nicht durchgekommen! Zurück auf der Hauptpiste passieren wir einen Militär-Kontrollpunkt, wo uns der Offizier ganz verwundert klar macht, dass wir seit langem die ersten seien, die auf dieser Strecke durchkommen… 😉68Vulkane&Lagunen

Spät am Abend erreichen wir schliesslich auf einer (temperaturmässig) annehmbaren Höhe einen windgeschützten Platz hinter einem Hügel, den wir zwei zum Sonnenuntergang gleich noch besteigen. Was für ein toller Tag!

69durch Chiles NordenDie nächsten Fahrtage bringen uns quer durch den Salar von Atacama an die chilenische Küste runter, wo zu unserer Enttäuschung wieder dickster Nebel herrscht. Der kalte Humboldtstrom kommt direkt aus der Antarktis und bewirkt dieses Phänomen, dass es hier an der Küste fast 70nebligeKüstenoch kühler ist als im Inland. Dazu die im Nebelgrau liegende Küstenwüste… unsere Stimmung ist gedrückt und bessert sich erst wieder, als wir inland nach Copiapo abbiegen und uns die Sonne wieder ins Gesicht lacht.

Bevor die Strasse allzu viel Höhe gewinnt, biegen wir in ein windgeschütztes Seitental und verbringen eine ruhige, 72Passstrassesternenklare Nacht bei einer still-gelegten Mine. 71auf dem Weg über die AndenUnd wieder folgt eine atemberaubende Passstrasse quer über die Andenkette, vorbei an Lagunen und Vulkanen. Fast zuoberst auf dem Paso San Francisco wissen wir von einer heissen 73LagunaVerdeQuelle bei einer von Flamingos bevölkerten Lagune – aber der Wind bläst so heftig, dass an ein Ausziehen der Kleider nicht zu denken ist. Wir wollen schon weiter fahren, als Kölbi aus Gwunder doch noch die Tür zur nahebeistehenden Schutzhütte öffnet – und siehe da: neben einer Küche und zwei Schlafräumen befindet74Grenze sich auch ein heisser Pool windgeschützt in der Hütte drin! Da müssen wir natürlich doch noch schnell baden, bevor wir uns zum argentinischen Zoll aufmachen 😉71LagunaRosa

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