Patagonien&Feuerland, Argentinien&Chile (20.12.13 – 20.1.2014)

1Richtung El BolsonBei strahlendem Sonnenschein fahren wir nach El Bolson, Grenze zu Patagonien und berühmter Hippieort, wo dreimal die Woche ein Handwerksmarkt stattfindet, so wie auch heute. Wir decken uns allerdings „nur“ gerade mit Empenadas, gefüllten Fleischtaschen, ein für den Zmittag und installieren uns dann auf einem der vielen Campingplätze im Ort.

Ins Auge gestochen sind uns die vielen Bier-Kleinbrauereien im Dorf und seiner Umgebung – kein Wunder, sind wir hier doch in Argentiniens Hopfen-Hauptanbaugebiet! Nach einer kleineren Degustation durch die diversen Biersorten greifen wir 1 Bolson-Bierjedoch sowohl aus Preis- wie auch Geschmacksgründen recht schnell wieder aufs bewährte „Quilmes“-Bier zurück, Argentiniens bekannteste Marke. Und – eine weitere Besonderheit in dieser Ecke Südamerikas (zusammen mit Brasilien, Uruguay und Paraguay) – verkauft wird es vornehmlich in Literflaschen… das muss ja Durst geben 😉

2 am Puelo-SeeDen nächsten Tag verbringen wir sportlich. Mit unseren bisher in Südamerika noch kaum benutzten Klappfahrrädern radeln wir bis an den Puelo-See, wo ein kühlendes Bad erfrischt. Den Rückweg verkürzen sowohl ein Glace-Stopp sowie der – gnädigerweise einmal aus der „richtigen“ Richtung wehende – Patagonien-Wind.

Wir ziehen am nächsten Tag weiter (jetzt mit Gegenwind) und besuchen den Alerces-Nationalpark. Alerces sind sehr langsam wachsende Tannen-ähnliche Riesenbäume, die wegen ihres Hartholzes sehr gesucht sind. Zu ihrem Schutz wurde dieser Park errichtet – leider wohl etwas spät, denn wir bekommen nur noch einen „Jungbaum“ von ca 3003 Alerces NP Jahren zu sehen… Mehr von diesen Alercen stehen auf der gegenüberliegenden Seeseite und sind nur per Boot erreichbar, welches aber ausserhalb der Saison (jetzt also) wochentags nicht fährt, wie wir nach einer halbstündigen Wanderung zum Hafen erst da herausfinden. Pech gehabt! Dafür geniessen wir einen schönen Nachmittag und Abend ganz alleine auf einem kleinen Campingplatz direkt am See in einer lauschigen Bucht. Überall blühen die wilden 4 Alerces NPBuschrosen, sie überwuchern das Land richtiggehend und erschweren oder verunmöglichen jegliche Wanderversuche ohne ausgehauene Pfade – wie ich schmerzlich an meinen Dornen-zerkratzten Armen und Beinen feststellen muss 😉5 Camp mit Susann&Claudio

Für die folgenden Tage haben wir mit Susann&Claudio abgemacht, die von Süden her kommen. Wir treffen sie zufällig bereits einen Tag früher als ausgemacht und die Wiedersehensfreude ist umso riesiger! So können wir zwei Tage in dieser schönen 6 EssenUmgebung zusam-men verbringen…

Danach starten wir zu unserer „grossen, langen Fahrt 7 Fahrt nach Südennach Süden“, nach Ushu-aia runter, um wie abgemacht Over-lander-Freunde an Sylvester dort unten zu treffen. Schnell runter und dann gemütlich wieder hochfahren und die Sehens-würdigkeiten und Parks unterwegs geniessen, das ist eigentlich der Plan.

8 Magellan-Fähre-Schild

Der erste Teil klappt wunderbar, nach dreieinhalb intensiven Fahrtagen haben wir die Magellanstrasse bei stürmischem Wellengang per Fähre überquert und sind auf Feuerland angekommen.

 

9 Feuerland

10 Flüsse auf Feuerland11 Feuerland11 UshuaiaAm 25. Dezember fahren wir bei dichtem Schneetreiben(!) über den letzten Pass nach Ushuaia runter… womit wir noch leben können, denn kurz darauf lacht uns schon wieder die Sonne entgegen.

Wir fahren direkt auf den Municipal-Camping 6 Kilometer ausserhalb der Ortschaft, wo wir wie abgemacht auf Petra&Stefan und Ruedi&Maagi treffen. Wir verbringen den Abend in Ruedis Camper, da es fürs Draussensitzen zu kalt und windig ist.12 Ushuaia-Camp Municipal

– Und da liegt genau unser Problem: wir haben uns soo auf Ushuaia gefreut, um mit gleichgesinnten Reisenden zusammensitzen und Erfahrungen austauschen zu können… andere Reisende hat es viele da, aber meist sitzt wegen dem kalten Wetter abends jeder alleine in seinem Auto drinnen…!

Dann möchten wir doch zumindest etwas von den Kneipen in Ushuaia profitieren können, also zügeln wir am nächsten Tag auf den Club-Andino-Campingplatz, der etwas oberhalb der Stadt liegt und wenigstens einen geheizten Aufenthaltsraum hat.17 Ushuaia-Kneipe

Ich wandere am Nachmittag in die Stadt runter und schaue mir das interessante Museum über die Geschichte und Lebensweise der inzwischen praktisch ausgerotteten UrbevölkerungUshuaia von Feuer-land an.

Nachdenklich und in Gedanken ver-sunken hinke ich zurück zum Camping. Meinem Arthrose-Gelenk tut dieses nass-kalte wechselhafte Wetter definitiv nicht gut und ich wünschte Schnee...mir, die Goldbehandlung würde bereits Wirkung zeigen… so schlimme Schmerzen wie hier im Süden hatte ich bisher noch nie und mir wird endgültig klar, dass wir unsere Reise wohl für eine Zeitlang werden unterbrechen müssen 13 verschneites Ushuaiafür eine Behandlung in der Schweiz im kommenden Jahr.

Nun, meine wetterfühliger Fuss hat sich nicht geirrt: am nächsten Morgen erwachen wir unter einer weissen Schneedecke!!! Glücklicherweise schmilzt die (Hoch-sommer?!-)Sonne ihn schnell weg, aber natürlich versinkt der Campingplatz nun im 14 SchneemannMatsch und Morast…

Kölbis Laune ist endgültig an einem Tiefpunkt 15 Kneipeangelangt, der einzige Lichtblick sind die Ankunft von Iris&Wolfram und Tina&Marco. Wir gehen alle zusammen zu Fuss nach Ushuaia runter zum Apero in eine gemütliche Kneipe und einem feinen Nachtessen in einem schicken Restaurant. „Seelenfutter“!16 Bier-Apero

Aber wir mögen nicht mehr bis Sylvester hier ausharren…18 frisch verschneite Berge

Wir fahren über den Pass zurück bis Tolhuin, wo wir beim genialen Roberto auf seinem clever eingerichteten Campingplatz herzlich aufgenommen werden. Im 19 Bucht von Tolhuinkleinen Gemein-schafts-Häuschen bringt Kölbi den Eisenofen zum Glühen und als zufällig auch noch alte Bekannte von Roberto auftauchen und ihre Instrumente auspacken, wird dies einer unserer schönsten Abende hier in Argentinien…!

Doch das miese Wetter 20 Punta Arenastreibt uns weiter, zurück über die Magellanstrasse und bis nach Punta Arenas, wo wir am nächsten Tag in der Zollfrei-Zone Motorenöl für den Ölwechsel kaufen und, nach einer kurzen Stadtrundfahrt, noch bis Puerto Natales weiterfahren, wo uns das erste Mal seit drei Tagen Regen die Sonne wieder entgegen lacht.

21 Puerto NatalesZu unserer Freude sehen wir Regine&Walther im kleinen Campingplatz stehen und gehen zusammen essen. Zu unserer Überraschung fährt am Mittag auch noch die Bieler Familie, neben denen wir in Cusco auf dem Camping gestanden sind, hier auf den Camping.

Wir mailen unseren Reisefreunden, dass wir Sylvester hier verbringen werden und – obwohl der Platz eigentlich winzig klein ist für viele Fahrzeuge – kommen sie schlussendlich alle von Ushuaia hierher.22 Campin Puerto Natales

Als am späten Abend sogar noch Ruedi&Maagi mit ihrem Carthago reinfahren, bleibt kein Zentimeter Parkfläche mehr frei… 😉

23 SylvesterzeltDie Jungs ziehen eine Regenplane über den Feuerplatz, denn – obwohl die Sonne laut Wetterbericht spätestens abends um acht wieder scheinen sollte – hält sie sich ganz nach südamerikanischer Lebensweise nicht an die abgemachten Zeiten. Wir feiern trotzdem draussen und können um Mitternacht am Lagerfeuer mit vielen Freunden auf‘s Neue Jahr anstossen.25 Lagerfeuer24 Lagerfeuer26 Ruedi

 

Da wir uns am nächsten Tag doch noch etwas verkatert fühlen, gönnen wir uns einen weiteren Tag im angenehm unspektakulären Puerto Natales, einer typisch süd-chilenischen Ortschaft mit kleinen Holzhäusern und hohen Umgebungszäunen.

27 Laguna azul

Dann aber fahren wir bei aufklarendem Himmel raus Richtung Torres-del-Paine-Nationalpark. Von Susann&Claudio haben wir den Tipp mit der Laguna Azul bekommen, direkt an den Park angrenzend und mit tollem Blick auf die Torres.

28 Camp Laguna Azul

Und wir können dank Sonnenschein sogar mittags und abends draussen sitzen zum Essen! Kölbi und ich klettern etwas in der Gegend herum und lernen auch den netten Campingbetreiber Victor kennen, der uns von seinem mit Calafate-Beeren verfeinerten Pisco Sour und selbst gemachten Meeresfrüchte-Empenadas zu probieren gibt.

29 Sonnenaufgang TorresDie Krönung aber ist der tolle Sonnenaufgang am nächsten Morgen früh, welcher die Torres-Gipfel in den schönsten Farben leuchten lässt. Die Fotos davon können wir – ganz faul – im Bett liegend von unserem Schlafzimmerfenster aus schiessen 😉

Zu unserer Überraschung und Enttäuschung ist der Himmel nur eine halbe Stunde später bereits wieder wolkenverhangen. Wir zwei machen uns nach dem Frühstück dann doch noch auf eine Wanderung dem See entlang, drehen nach einer Stunde aber um weil das Wetter sich nicht bessern will.30 Guanakos

31 kämpfende GuanakosAuf der Weiterfahrt können wir wie schon tags zuvor einer wildlebender Herde Guanakos (die Urform der Lamas) zuschauen, deren Männchen sich die typischen Rangkämpfe liefern, wobei sie mit ihren Hälsen gegen einander schlagen. Sieht sehr speziell aus!

21 Bäume im WindKurze Zeit darauf sind wir bereits über der Grenze und wieder in Argentinien. Durch öde, verregnete und windgepeitschte Pampa-Landschaft fahren wir durch bis nach El Calafate.

32 Ovejero-GrillDort stellen wir uns in den ebenso trostlosen Ovejero-Camping, dessen einziger Lichtblick das Asado-Restaurant ist, wo wir uns die Bäuche mit (zu) viel fein gegrilltem Fleisch voll schlagen.33 Fleisch!

34 Perito MorenoAm nächsten Morgen fahren wir ganz früh los um die Morgensonne auf dem berühmten Perito Moreno Gletscher zu sehen. Dieser riesige Gletscher wächst täglich um 2 Meter(!) und stösst auf einer Länge von 6 Kilometern in den angrenzenden See, wo er kalbt (abbricht).35 Perito Moreno

Und wirklich: kaum sind wir da, bricht bereits ein haushoher Eckpfeiler mit lautem Getöse in sich zusammen und taucht als Eisschollen kurz darauf aus dem See wieder 37 Eisschollenauf. Natürlich haben wir die Fotokamera noch nicht parat…

Am Eindrücklichs- ten ist der Knall, den die Abbrüche jeweils verursachen.36 Gletscher

Fasziniert schauen wir dem Gletscher zu, können uns an seinem kristallklaren Blau kaum sattsehen. Wir verbringen mehrere 36 EisStunden da, spazieren die aufwendig angelegten Gehwege auf und ab und picknicken zwischendurch. Dabei lernen wir auch viele nette Leute kennen; Touristen hat es schliesslich ganz viele hier jetzt in der Hochsaison.

Am Nachmittag fahren wir aus dem Lago RocaPark raus und suchen uns einen Über-nachtungsplatz in der Umgebung. Leider kalkulieren wir den Wind zuwenig mit ein, sodass wir die ganze Nacht das Gefühl haben auf einem schaukelnden Boot zu sein und nur sehr wenig schlafen. Aber auch da wird es mal Morgen und für kurze Zeit profitieren wir dann sogar vom Rückenwind auf der Weiterfahrt.

38 Fahrt nach ChaltenErst als wir wieder gegen Westen nach El Chalten zum Mt.Fitzroy abbiegen, muss der Chruisie wieder voll gegen den unglaublich starken Wind ankämpfen. Dort besuchen wir als erstes die Touristeninformation, da uns Tina&Marco vom hiesigen Wandergebiet vorgeschwärmt haben. Leider dämpfen sie da unsere Wanderlust grad wieder aufgrund der Wetterprognosen. Morgen sei es kalt mit Regen und übermorgen gebe es Starkwind… auf meine Frage was denn zum Wandern besser sei, empfiehlt uns die nette Rangerfrau den Regentag, denn beim hiesigen Starkwind könne es schnell mal gefährlich werden (sie sprach von Windstärken bis 120kmh)! Und da – kaum dass wir uns auf dem Campingplatz eingenistet haben – auch schon die ersten Schneeflocken durch die Luft tanzen, ist das Wanderprogramm schnell mal begraben. Dafür gönnen wir uns nun den nächtlichen Ausgang in eine Tangobar… Wahnsinn, wie die Tänzer mit ihren Beinen herumjonglieren!!!

Der nächste Morgen ist so grau wie vorausgesagt, so dass uns der Abschied von hier ganz leicht fällt. An der Ortsausfahrt steht Sascha, ein holländischer Abenteurer, den wir bereits von Puerto Natales her kennen und macht Autostopp. Den nehmen wir doch 41 mit Saschagerne mit bis zur nächsten Kreuzung, denken wir und laden ihn ein. Das war ein bisschen kurzsichtig gedacht, denn die nächste Kreuzung (nach 89km!) ist im absoluten Nichts draussen, da steht noch nicht mal ein Haus… da können wir ihn wohl schlecht stehen lassen! Also weiter bis zur nächsten Tankstelle (nochmals 135km): da stehen bereits sechs Leute, die verzweifelt eine Mitfahrgelegenheit suchen! Da realisieren wir wieder einmal, wie leer und unbewohnt dieses Patagonien ja eigentlich ist.39 Estancia La Angosturs

Sascha fährt dann die nächsten zweieinhalb Tage bei uns im Auto mit… gut, dass er wenigstens ein Zelt dabei hat! Die erste Nacht verbringen wir auf einer Estancia, einem Bauerngut, das an einem Fluss liegt. Der Kontrast zur trostlosen Pampa rundherum ist extrem: das Blau des Wassers wetteifert mit dem Grün der Gräser, dazwischen tummeln sich Schafe, Rinder, Pferde, Enten, Gänse und sogar Flamingos40 Estancia. Glücklicherweise legt sich abends dann der konstant blasende Wind etwas, so dass wir im Schutz des Hofes und des Gartens doch noch ein Lagerfeuer starten können. Wie hat es uns die nette Besitzerin doch erklärt: ein Tag ohne Wind ist kein patagonischer Tag…

42 Passo Roballos44 Grenze RoballosKurz nach der Estancia biegen wir schon bald mal von der Ruta 40 westwärts ab und fahren durch schöne Bergwelt über den Passo Roballo nach Chile rüber. Wir campieren am Fluss zwischen Büschen, wo der Wind erträglicher ist.

45 Roballos-ChileDer gibt am nächsten Morgen ab, dafür ist es wie meistens auf chilenischer Seite: der Regen setzt ein!

Also fahren wir bis nach Cochrane, der nächsten Ortschaft und verabschieden uns da von Sascha, kaufen ein und suchen uns ein ruhiges Plätzchen am nächsten See, wo wir den Regentag aussitzen können. Weiterfahren wäre schade für die tolle Landschaft hier…

46 Carretera AustralUnd wirklich werden wir am nächsten Morgen mit Sonnenschein belohnt! Dann ist die 48 alter FriedhofCarretera Austral ein Genuss zu fahren!47 Lago Gral Carrera

49 CarreteraLeider ziehen schon allzu bald wieder Wolken auf, es ist kühl und windig, und da wir zufälligerweise grad über Mittag einen kleinen Ort passieren, suchen wir – nach schlechten Erfahrungen wieder einmal nach langem – ein Restaurant zum Essen auf. Es ist klein und heimelig, im Ofen knistert ein wärmendes Feuer und ausser uns sitzt nur eine ältere Dame da vor ihrem Mittagessen. Wir bestellen zwei Kaffee und eine Portion Pommes; die Dame erklärt uns, sie hätten jetzt grad eine lange trockene Wärmeperiode gehabt, gut, dass es nun regne und etwas kühler sei… nun ja, dem können wir uns nicht unbedingt anschliessen, aber was solls?!49 Strassenbild

Der jugendliche Kellner bringt uns zwei Tassen, eine Kanne heisses Wasser und eine Dose Nescafe (!), als nochmals zwei Gäste das Lokal betreten und was zu Essen bestellen. Da geht der Kellner schnurstracks zur Tür, zieht den Vorhang zu und kehrt das „cerrado“-Schild nach aussen: geschlossen! Vier Gäste aufs Mal sind wohl zuviel… Nervös tippt er auf seinem Handy herum und wirklich taucht nach etwa 10 Minuten ein weiterer Jugendlicher auf, der sich in der Küche zu schaffen macht. 50 PassstrasseUnsere chilenischen Gastronomie-Erfahrungen sind inzwischen schon so ausgereift, dass wir sofort zum Kellner gehen und unsere Portion Pommes abbestellen, was dieser prompt erleichtert (!) zur Kenntnis nimmt… 😉

Also verpflegen wir uns wieder selber oder kaufen Empenadas am Strassenrand, was wir dann auch in diesem Fall in Coyhaique, unserem nächsten Übernachtungs-Stopp machen.51 Strassenrand

Weiter nordwärts schlängelt sich die Strasse durch urtümliche Buchenurwälder, riesige Farne und Rhabarberstauden säumen die Strasse. Wieder einmal haben wir Erbarmen mit zwei der unzähligen Autostöppler am Wegesrand; es sind junge Frauen aus Israel, wie die meisten Tramper, die wir hier treffen. Bei 52 hängender Gletscherregnerischem Wetter fahren wir über die enge, kurvenreiche Schotterstrasse über den nur knapp 600m hohen Pass und folgen danach den Schildern zum hängenden Gletscher. Die zwei Mädels sind wohl froh, mit uns die zweistündige Wanderung dahin machen zu können, denn hinten in unserem Auto zu sitzen ist nur etwas für einen starken Magen…54 Märchenwald

Der Weg führt durch einen richtigen Märchenwald hinauf zum Aussichtspunkt, von wo wir den Gletscher und seine tosenden Abbrüche gut sehen und hören können.53 Märchenwald

55 Aussichtspunkt

Kurz darauf trifft die Strasse bereits wieder auf einen Meeresarm, einen der weit verzweigten Fijorde hier…

In Puyuguapi, einem hübschen Fischerort mit deutschen Wurzeln, wollen wir eigentlich nur unsere Autostöppler rauslassen, entdecken dann einen Toyota mit CH-Kennzeichen und bleiben schlussendlich 56 Puyuhuapiauch gleich hier im Ort stehen über Nacht.

Dann aber fahren wir zu den Thermen von La Junta und gönnen uns da das langersehnte warme Bad in den schön angelegten Naturbassins.57 Thermalbad

Auf der Weiterfahrt nach Raul Marin Balmaceda, einem Abstecher ans Meer, haben wir ein junges deutsches Studenten-Paar im Auto mit dabei, die hier ihren Urlaub von der chilenischen Gast-Universität verbringen.

58 Fähre

Bei strahlendem Sonnenschein bringt uns die Gratis-Fähre auf die Halbinsel und die nette Dame von der Touristeninformation verrät uns sogar noch einen wunderschön gelegenen Stellplatz in den nahen Dünen.59 Raul Marin Balmaceda

61 FaulenzenSo schön ist es hier, inklusive Wetter, dass wir gleich zwei Nächte bleiben! 60 Erdbeeren…und es wachsen erst noch wilde Erdbeeren hier…

62 MeerDa macht es nichts, dass der Himmel tags darauf wieder bewölkt ist, die folgende Carretera-Strecke ist eh voller Baustellen. Wieder stehen viele Autostöppler am Wegrand, doch heute wollen wir mal alleine fahren… kaum beschlossen, sehen wir „unseren“ Sascha den Daumen raushalten – da können wir dann doch nicht durchfahren! Doch oh je: kaum im Auto drin, merken wir, dass er wohl ein paar Tage nicht geduscht hat… Wir kurbeln die Fenster runter, doch es nützt nichts! Wir beschliessen ihn an der nächsten Kreuzung abzusetzen. Doch wie immer in solchen Fällen zieht sich die Strecke wegen der Baustellen scheinbar endlos dahin… Nun ja, damit hat sich für uns das Thema Autostöppler für die nächste Zeit wohl erledigt 😉

Kurz vor der argentinischen Grenze entdecken wir einen schönen Platz an einem Fluss und verbringen da einen schönen Nachmittag mit Baden und Autolüften und -putzen. Unser letzter Grenzübertritt Chile-Argentinien verläuft reibungslos, auf argentinischer Seite werden wir vom Zöllner sogar auf Deutsch begrüsst! Seine Grosseltern sind aus Deutschland eingewandert und er selbst ging auf die deutsche Schule… Zügig geht‘s nun über die Ruta 40 weiter, bis wir am Nachmittag zurück in El Bolson sind, von wo wir vor exakt einem Monat zu unserer Patagonien-Reise aufgebrochen sind.63 nach Bolson

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