Brasilien III: Chapada Diamantina-Recife-zurück in den Süden (9.4. – 18.5.14)

1 Chapada DiamantinaVon der Küste bis zu den imposanten Tafelbergen der Chapada Diamantina schaffen wir es in einem Tag, obwohl wir wieder einmal eine „Abkürzung“ nehmen, die über ein kleines Schottersträsschen querfeldein führt, Bachquerungen inklusive. Für uns sind solche kleine Abenteuerwege immer viel interessanter und bieten Abwechslung von den – speziell hier im riesig grossen Brasilien – eintönigen und anstrengenden Überlandstrassen,  Colabraune Flüssedie oft vollgepackt sind mit Lastwagen.
Die Chapada Diamantina ist nicht nur für ihre Tafelberge, sondern auch für ihre (durch organische Substanzen wie Coca-Cola braungefärbten) Flüsse, unzählige Wasserfälle, Tropfsteinhöhlen  Orchideenund mit glasklarem Wasser gefüllten Grotten bekannt. Ein Grossteil dieser ursprünglichen Wildnis wird durch einen Nationalpark geschützt, nachdem Mitte 18. Jahrhundert die Gegend durch Diamanten- und Goldfunde überrannt wurde, danach aber in Vergessenheit geraten ist.
KakteenIn Ibicoara heuern wir einen der für den Nationalpark vorgeschriebenen Führer an um mit ihm den Buracao-Wasserfall zu besuchen. Nach einer Stunde Hinfahrt wandern wir noch eine halbe Stunde dem Fluss entlang, bis wir mit dem Abstieg zum imposanten Wasserfall beginnen.  Abstieg zum WasserfallDer Führer erzählt, dass es die letzten fünf Tage viel geregnet habe und so sei er umso spektakulärer. Dies ist er schon allein deswegen, da wir hier durch einen engen Canyon gegen die Strömung bis in den tobenden Fels-Kessel des Falles schwimmen können! Canyon Wegen der starken Gischt nehmen wir auch unsere Kamera nicht mit, können deshalb „nur“ Fotos von oben her machen. da unten waren wir...Aber dies ist definitiv der spektakulärste Weg, den wir auf unserer Reise je zu einem Wasserfall genommen haben! Später sehen wir dann Bilder, die den Fall bei normalem Wasserstand zeigen… – schaut recht harmlos aus gegen das Wasserinferno, das wir im Kessel unten miterleben durften 😉

8 Strasse nach IgatuDa es bei unserer Rückkehr noch früher Nachmittag ist, fahren wir weiter nordwärts bis in die kleine Ortschaft Igatu. Igatu war einst das Zentrum des Diamantenbooms und hatte bis zu fünftausend Einwohner, heute nur noch knapp einen Zehntel. 9 Bar IgatuDie vielen Steinhaus-Ruinen seiner früheren Bewohner haben ihm denn auch den Beinamen „Macchu Picchu Brasiliens“ eingetragen. Viel interessanter finde ich aber die Geschichte, dass sich  IgatuSteven Spielberg die Inspiration zum Film „Indiana Jones“ hier geholt habe! Bereits die 7 km lange kurvige Zufahrtstrasse über vor langer Zeit von Sklaven gelegte Steinplatten erinnert mich an gewisse Filmszenen… Hausruine Igatu

Oben angekommen werden wir herzlich willkommen geheissen  unser Campingplatzund können unseren Camper gleich bei der Plaza parkieren. Nach den ersten paar Bierchen in der Dorfbar fühlen wir uns schnell heimisch hier und bleiben gleich zwei Tage.  BarbesitzerVor allem das abendliche Zusammensitzen von Jung und Alt auf dem Dorfplatz hat es uns angetan, auch die freundliche Aufnahme durch die Dorfbewohner hier und dass wir gleich auf Anhieb das netteste Restaurant im Ort ausfindig gemacht haben 😉 Diamanten

In der näheren Umgebung gibt es einiges zu entdecken. Wir besuchen eine stillgelegte

15 DiamantenmineDiamantenmine, die zu einem Künstlerprojekt wurde, klettern auf den Aussichtspunkt mit einem weiten Blick auf die versteckte CanyonsSand-Dünen von Andarai weit unten im Tal und entdecken zwischen den alten Häuser-Ruinen einen 16 Künstlerprojektversteckten kleinen Wasser-canyon mit Badeplatz.

 mystischer BrauchDank unserem Kontakt mit einem Film-Künstler dürfen wir Freitag-Nacht einem alten Brauch beiwohnen, wo die Frauen des Dorfes in weisse Tücher gehüllt an unterschiedlichen Orten Kirchenlieder singen und Kerzen entzünden…

Neugierig auf weitere  MarimbusAbenteuer verlassen wir diesen speziellen Ort in den Bergen und fahren runter in die Marimbus-Sumpfgegend. Von der Kanutour sind wir eher enttäuscht – es zeigen sich keine Tiere hier, obwohl das weitverzweigte Flussgebiet als Mini-Pantanal gepriesen wird…

 LencoisDafür überzeugt uns das hübsche Städtchen Lençois und der dortige Campingplatz Lumiar  Lencois am Abendumso mehr. Jeden Abend werden im Ort die Restauranttische auf die Kopfstein-gepflasterten Gassen gestellt und es herrscht eine relaxte Stimmung unter den Touristen.

Auf dem Campingplatz haben wir  unsere FreundeBekanntschaft mit einem gehörlosen Brasilianer-Paar gemacht und wir verbringen den Abend zusammen. Dies ist ein ziemlicher Härte-Test für unsere rudimentären  Gebärdensprache für grosses BierPortugiesisch-Kenntnis-se… doch wenigstens lernt Kölbi ein wichtiges Gebärdenzeichen auf Brasilianisch kennen: das für ein grosses Bier… 😉 Als sich schliesslich noch ein Freund zu ihnen gesellt, können wir staunend zusehen wie intensiv – und doch lautlos – ein Gebärden-Gespräch sein kann!

 ChapadaNach einem gemütlichen Putz- und Waschtag fühlen wir uns fit  Pai de Ignaciogenug für weitere Abenteuer in der Chapada.  blaue GrotteWir buchen eine Tagestour und werden nicht enttäuscht. Erst führt uns eine kurze Wanderung zum Wasserfall des Teufelsbrunnens, danach erklimmen wir den Aussichtsberg „Pai do Ignacio“, fahren zur blauen Höhle mit kristallklarem  Pozo azulWasser und besuchen zum Abschluss noch eine faszinierendeTropfsteinhöhle Tropfsteinhöhle. Dazwischen können wir zweimal schwimmen gehen und kriegen noch ein feines Mittagessen serviert. Fast ein bisschen viel  Formationfür nur einen Tag…!

 Pools von Lencois

Da ist die die kurze Wanderung tags darauf zu den wunderschönen Wasserfällen von Lençois und das erfrischende Bad in seinen Steinmühle-Wasserbecken geradezu erholsam 😉 sooo schööön!

 Stadtstrand MaceioNur mit Mühe können wir uns von der schönen Chapada Diamantina losreissen, doch wir möchten noch der Küste entlang bis nach Sao Luis, nahe der Amazonasmündung – und unser Visa ist auf nur 3 Monate begrenzt…

 SträndeNach zwei Tagen erreichen wir den tollen Stadtstrand von Maceio, darauf folgen weitere schöne Strände die Küste rauf weiter nordwärts. Camping...

Wir befinden uns nun im Zuckerrohr – Hauptanbaugebiet Zuckerrohrladung Brasiliens. Wohin man schaut wogen grüne Felder dieser Zuckerstengel, noch der steilste Hügel wird bearbeitet. Die entgegenkommenden Camions sind gefährlich hoch beladen mit der süssen Stengel-Fracht. Dörfer

 Olinda PanoramaSicht auf Recife

 Kirchen auf jedem Hügel Olindas GassenNördlich der Hochhaus-Kulisse von Recife be-suchen wir Olinda, berühmt für seine antiken Kirchen und Klöster verteilt auf die vielen Hügel dieser alten Kolonialstadt. Schwindelerregend steile Kopfsteingassen führen rauf und runter, gesäumt von hübsch bemalten Häuserreihen.

Wir  Innenansichtnähern uns langsam dem Osterwochenende, für das wir mit Gilvania (eine meiner ehemaligen Rössli-Mitarbeiterinnen) ein Treffen mit der Familie ihrer Schwester Wanda verabredet haben.

 östlichster Punkt BrasiliensDoch zuerst statten wir bei der Stadt Joao Pessoa dem östlichsten Festlandpunkt Brasiliens einen Besuch ab. Zu unserer Enttäuschung ist er überhaupt nicht speziell gekennzeichnet – ausser einem Restaurantschild deutet nichts auf diesen für uns geographisch bedeutsamen Ort hin…

Wir haben nämlich nach den letzten drei Fahrtagen beschlossen, dass wir nicht mehr weiter nordwärts ziehen mögen und dies also der nördliche Wendepunkt unserer Brasilienreise sein würde.  Besuch bei WandaDie Distanzen sind in diesem Land einfach zu riesig und die „Quebra Molas“ (Federbrecher) zu nervig als dass wir nochmals über tausend Kilometer anhängen wollen!
 ParillaUnd so freuen wir uns umso mehr auf den Besuch bei Wanda und ihren Töchtern Joelma und Rita samt Familien.  mmmh fein!

Wir finden die Strasse (fast) auf Anhieb und werden herzlichst willkommen geheissen. Die Frauen haben für den heutigen Ostertag ein Churrasco (Grillade) für die ganze Familie vorbereitet und auch Dominospielan Beilagen und Desserts nicht gespart…

Als dann noch der Nachbar und Freund von Gilvanias Mann Kurt vorbeikommt und mit Kölbi gleich einen kleinen Sambakurs absolviert sind der Tag und die Stimmung perfekt!  SambakursDen Abend lassen wir mit einem Besuch der gut besuchten Plaza und einer feinen Pizza ausklingen.
Kein Wunder fällt uns der Abschied schwer am nächsten Morgen… innert kürzester Zeit sind uns diese herzlichen Menschen ans Herz gewachsen und zu Freunden geworden! Aber die Strasse ruft – wir haben noch knapp einen Monat Zeit um wieder ganz in den Süden Brasiliens zu gelangen… zurück in der Chapada

Unser erster mehrtägiger Zwischenhalt auf dem langen Weg nach Süden ist dann nochmals die Chapada Diamantina – diese Gegend ist für uns eine der schönsten Brasiliens! Und erstmals seit Rio treffen wir auf andere Overlander:  Abstieg zum Pozo Azulein spanisches Journalistenpaar mit ihrem VW-Bus. Wir geniessen nochmals die tollen Aussichten auf die charakteristischen Tafelberge, schwimmen im Cola-braunen Wasser bei tollen Wasserfällen, besuchen die blaue  blaues WasserGrotte mit ihrem glasklaren Wasser und statten auch Igatu nochmals einen Besuch ab. Dieses Mal sind die Dorfbewohner jedoch sichtlich bedrückt und aufgewühlt: vor wenigen Tagen sei ein französischer Tourist betrunken gestürzt und kurz darauf verstorben, wie uns von mehreren Leuten schockiert erzählt wird. – Uns zeigt diese Geschichte wieder einmal deutlich wo die wirklichen Gefahren für einen Touristen im als extrem kriminell verschrieenen Brasilien liegen…!

 Stadt in den HügelnOuro PretoNach zwei weiteren Fahrtagen erreichen wir das hügelige Minas Gerais, wo die wichtigsten Gold- und Bodenschätze des Landes gemacht wurden. Noch heute ist die Landschaft von Minen geprägt, ganze Berge scheinen umgeschichtet zu werden. Wir besuchen Ouro Preto, die „Goldkammer“ der Portugiesen, die hier auf mehrere steile Hügel verteilt die einstige Hauptstadt  Kirchenkunsterrichtet haben. Es ist Sonntag und in der Stadt wimmelt es nur so von Besuchern. Wir schlendern durch die steilen Gassen und besuchen einige der wirklich sehenswerten Kirchen und Museen.
Für die Nacht hat Kölbi einen zentral gelegenen Parkplatz im Hof der Jugendherberge erkundschaftet. Doch erst nach einigem Hin-und Her dürfen wir – gegen Bezahlung – unser Auto dort hinparken. Kaum haben wir geduscht und uns ausgehfertig gemacht, klopft die Leiterin an der Tür, gibt unser Geld zurück und meint, sie brauche den Platz nun doch selber… also stellen wir den Cruisie einfach in eine der inzwischen ruhiger gewordenen Seitengassen und gehen was Feines essen. Unsere „ruhige Seitengasse“ entpuppt sich in der Nacht dann allerdings eher als „Hauptumgehungsstrasse“ – aber was solls, das gehört zum freien Camperleben dazu 😉

 Tiradentes
Nicht ganz ausgeschlafen fahren wir also am nächsten Morgen weiter durch die wunderschöne hügelige Landschaft des Minas Gerais, bis wir am Nachmittag Tiradentes, eine weitere alte Goldgräberstadt, erreichen. Montags geht es hier  steile Gassenangenehm ruhig zu und so habe ich ausgiebig Zeit mir das hübsche Städtchen und seine Kirchen anzusehen, währenddessen Kölbi den verpassten Schlaf nachholen kann.

Für den nächsten Nachmittag haben bei Marcia&Klauswir uns für einen Besuch bei Marcia&Klaus in der Nähe von Sao Paulo verabredet. Wir haben die zwei freundlichen Brasilianer letztes Jahr im Pantanal kennengelernt, wo sie mit ihrem ausgebauten Mercedes-Bus unter-wegs waren. Nun wollen sie auch grad wieder verreisen, so dass wir uns beeilen müssen falls wir sie noch zuhause antreffen wollen. Extra wegen uns verschieben sie ihre Abreise um einen Tag!
Die zwei haben eine schöne Villa mitten im Kakifrucht-Anbaugebiet und sie sind sehr grosszügige Gastgeber… und Marcia eine gute Köchin! Am ersten Abend gibts feine PizzaabendChorizos und ein butterzartes Picanha vom Grill, dazu bereitet Klaus uns Frauen je einen Bierhumpen voll köstlicher Caipirinha zu… (nun ja, den nächsten Tag verbringe ich dann eher liegend 😉 Für den nächsten Abend hat Marcia Freunde zu einem Pizzaabend eingeladen, die sie ganz professionell im Holzofen zubereitet – mmhh, man merkt ihr ihre italienischen Wurzeln gut an…
Wir umfahren die Grossstädte Sao Paulo und Curitiba in tolle Aussichtgrossem Bogen und übernachten irgendwo unterwegs auf einem Feld. Tags darauf erreichen wir die Gegend von Blumenau, ein ehemals deutsches Einwanderungsgebiet, hier in Süd-Brasilien auch unter der Bezeichnung „Vale Europeu“ (europäisches Tal) bekannt. Der Unterschied zum ärmeren, einfacheren Norden von Brasilien ist frappant. Hier brummt der Wirtschaftsmotor des Landes, hier wirkt alles aufgeräumter, sauberer, hektischer.
 Einfahrt PomerodeWir entdecken einen markanten Hügel voller Antennen und suchen, bis wir die Strasse hinauf finden – von dort oben bietet sich uns eine grandiose Aussicht bis ans Meer hinunter. Darauf fahren wir die Umgebung von Pomerode ab, das bekannt ist für seine vielen Fachwerkhäuser aus der Zeit der deutschen Einwanderungen. Fachwerkhäuser
Jemand hat uns von einem weiteren Aussichtsberg, dem „Morro Azul“ erzählt und den steuern wir nun für unser Nachtlager an. Die Schotterstrasse führt durch ein weltentrücktes Tal vorbei an unzähligen Bauernheimetli fast wie aus einem Gotthelf-Film…  BauernhöfeOben auf dem Berg werden wir auf Deutsch(!) vom Parkaufseher begrüsst und willkommen geheissen. Wir fahren noch das letzte Stück bis zum Aussichtspunkt, wo wir gerade noch dem letzten Gleitschirmschüler beim Start zusehen können – der ihm aber schrecklich missglückt und er stürzt vor unseren Augen den steilen Bambushang runter! Glücklicherweise bleibt er unverletzt, nur die Bergung seines Schirms wird in diesem steilen Gelände zu einem schwierigen Unterfangen… Kölbi holt sein Feuerwehrseil und gemeinsam können die beiden den Schirm schliesslich kurz vor dem Eindunkeln bergen. Eine ziemlich schweisstreibende Arbeit, für die der „Bruchpilot“ auch sehr dankbar ist! Nur gut, dass nichts passiert ist!!!Blumenau

Nach einer ruhigen Nacht besuchen wir Blumenau, die „deutscheste“ Stadt Brasiliens, wo in der Einkaufsstrasse die Musikband in Lederhosen spielt und „Herzilein“ singt… nun ja, eigentlich nicht wirklich das, wonach wir hier in Brasilien gesucht haben – mehr Freude würde uns ein knuspriges Schwarzbrot bereiten, aber so was finden wir hier nirgends 🙁
 schöne BuchtenUnd so fahren wir halt weiter, kommen durch ein Dorf mit lauter Lingerie-Geschäften, so dass uns fast die Augen kaputtgehen 😉 fahren am mondänen, mit Hochhäusern zugebauten  Sicht auf Sta CatarinaCamboriu vorbei und bleiben im kleineren Bombinhas stehen – direkt am Strand und vor dem Campingplatz, der jedoch geschlossen ist. Die Halbinsel gefällt uns gut und wir bummeln von einem Strand zum nächsten und übernachten schliesslich nur drei Buchten weiter südlich in einem netten Fischerdorf – direkt gegenüber der Insel Santa Catarina.

 SträndeDiese Insel ist über eine Brücke mit dem Festland verbunden, ihr Hauptort ist Florianopolis und eine bekannte Feriendestination im Sommer. Nun aber ist Nachsaison, viele der wirklich traumhaft schönen Strände sind verwaist und gehören wieder den Fischern und Anwohnern. – Nur sind leider auch viele der hübschen Restaurants und Bars nun geschlossen. Wir  Dünen von Sta Catarinaquartieren uns für vier Tage auf einem zentralen Campingplatz ein und unternehmen von hier aus Ausflüge mit dem Auto, zu Fuss und mit unseren Klapprädern. Gleich hinter dem Camping beginnen die Dünen, die sich bis zum Strand hinziehen. Und vor dem Camp liegt eine grosse Lagune mit einer netten Promenade und kleinen Restaurants. Auch  Fischerbootemit unserem Wanderausflug haben wir Glück: zwei Stunden wandern wir der Lagune entlang bis zu einem kleinen Fischerdorf, das ansonsten nur auf dem Wasserweg erreichbar ist. Kaum haben wir das Fährboot für die Rückkehr bestiegen, zieht ein heftiges Gewitter über die Lagune… vom trockenen Innern des Bootes aus schön anzusehen 😉 … bei der Arbeit
AusternschmausNach einer Tour mit unserem Cruisie in den Süden der Insel und dem obligaten Austernschmaus (sie werden direkt vor unseren Augen aus dem Meer gezogen!) fahren wir zurück aufs Festland und besuchen weitere schöne Badebuchten und Surferstrände – nur, dass es zum Baden leider zu kühl ist… nur die Surfer sind unermüdlich, aber sie tragen ja auch Spezialanzüge!

Südlich von Imbituba mit Sergio am Strandbesuchen wir Sergio, einen brasilianischen Oelplattform-Kommandanten, der uns in Itacare weit im Norden oben mal angesprochen und uns hier zu sich nach Hause eingeladen hatte. Wir werden herzlich empfangen und mit einer reichhaltigen Parrilla verwöhnt. Danach zeigt uns Sergio in seinem Pickup seine bevorzugten Surferstrände und  der Beach entlangbegleitet uns am nächsten Tag damit gleich bis nach Farol Santa Marta. Er kennt viele versteckte Buchten und Strände und weiss auch, wo wir der Beach entlang fahren dürfen mit den Autos und wo wir zurück zur Strasse müssen. Wir verbringen eine sehr schöne Zeit zusammen und sind ein bisschen wehmütig, als er nach dem Mittagessen wieder nach Hause zurückfährt. Farol Sta Marta

Dafür gefällt es uns in Santa Marta so gut, dass wir gleich zwei Tage hier verbringen. Muscheln in den DünenWir machen lange Spaziergänge dem Strand entlang und in die umliegenden Hügel und Dünen. Ich überwinde mich sogar und gehe noch ein letztes Mal im Meer schwimmen.

 traumhafte Strände
Die Gegend hier ist traumhaft, auch wenn die Temperaturen etliche Grade kühler sind, als wir es eigentlich erwartet haben. Aber nun beginnt die Winterzeit und mit jedem Kilometer Richtung Süden macht sich das bemerkbar. Deshalb „verbummeln“ wir hier etliche Tage – unser Flug in die Schweiz ist erst in knapp drei Wochen ab Uruguay, welches nochmals gut 1000 km südlicher (=kälter) liegt!
Ausgerechnet jetzt steht auch noch der Besuch einer speziellen Bergregion auf unserem Programm, die hier in Brasilien bekannt ist als der einzige Ort, wo im Winter Schnee fallen kann… Küstengebirge
Fast senkrecht ragt das Bergplateau ins flache Küstenland hinein, einzig die Bergbäche und -Flüsse haben tiefe Canyons in die Kalkfelsen gegraben. Die Strasse windet sich in steilen Kehren den Berg hinauf und ist bald nur noch eine holprige Schotterstrasse. Canyon de Itambezinho Oben angekommen steuern wir den Nationalpark der „Serra dos Aparados“ an, wo wir eine schöne Wanderung zur Kante des Itambezinho-Canyons machen können. Hier spielt das Wetter noch mit, doch schon beim nächsten Canyon wird uns die Sicht durch aufsteigenden Nebel verwehrt und kühler Wind pfeift uns um die Ohren. Kein Wunder, befinden wir uns hier auf dem Plateau doch auf knapp 1000m über Meer…! Schakal

Dafür besuchen uns hungrige, offensichtlich an den Menschen gewohnte Schakale auf dem Parkplatz. Erst ist es nur einer, dann kommt noch einer – am Schluss stehen fünf um uns rum und betteln für Futter (das sie von den allermeisten Touristen Schakalrudel wohl auch bekommen – nur leider ist dies nicht zum Wohle des Tieres und der Natur). Da freut uns die Vogelspinne, die wir kurz darauf auf der Strasse entdecken, doch mehr und wir Vogelspinnebugsieren sie vorsichtig von der Fahrbahn.

Nun ist es aber höchste Zeit um vom Berg runter zu kommen, wenn wir nicht eine bitterkalte Nacht hier oben verbringen wollen. Unser Weg führt durch eine wunderschöne Landschaft im Abendlicht, die uns sehr an unseren geliebten Jura zuhause erinnert… mit Steinmauern entlang der Weiden, Kühen und Tannen, kleinen Bauernhöfen. Unten im Tal dürfen wir dann sogar bei so einem Hof mitten in der Kuhweide campieren und werden die ganze Nacht über vom Hofhund treu bewacht und gegen die grasenden Kühe „verteidigt“ 😉 durchs südliche Gaucholand

Nun folgen noch zwei Fahrtage ganz bis zum südlichsten Punkt Brasiliens, über flaches landwirtschaftlich intensiv genutztes Land entlang der Landzunge zwischen Atlantik und der Lagune „dos Patos“ – der riesengrossen Entenlagune. Als uns mittags um zwei Uhr die Fähre nach Rio Grande mangels Platz nicht mehr mitnehmen kann, sind wir noch unbesorgt – bis wir rausfinden, dass die nächste erst zwei Stunden später ablegen wird! So ein Pech, denn die Überfahrt dauert dann nochmals eine Stunde und so erreichen wir die Stadt erst beim Eindunkeln. Eigentlich wollten wir in unserer letzte Nacht in Brasilien ja am Strand campieren, aber so wird das nichts und wir stellen uns schlussendlich auf einen Campingplatz gleich neben einer vielbefahrenen Hauptstrasse 🙁

 Reiche TierweltDafür führt die Fahrt zum Grenzort Chuy durch ein herrlich tierreiches Naturreservat, das uns nochmals ans Pantanal erinnert mit seinen Wasserschweinen, Kaimanen und all den Wasservögeln und Störchen. So verabschiedet sich Brasilien von uns mit einer seiner vielen Facetten an grossartigen Naturschönheiten… Wir lieben dieses Land aber auch wegen seinen warmherzigen und spontanen Menschen, die uns ihre Begeisterung für unser Gefährt und unsere Reise immer wieder offen zeigten. Wir haben uns immer und überall sehr willkommen und sicher gefühlt in diesem riesigen Land, für dessen Besuch unser 3-Monatevisum eindeutig zu kurz ist!Farol Sta Marta

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