Nepal 2.Teil (22.3. – 20.4.2011)

Nach 30 ermüdenden Reisestunden landen wir bei schönstem Wetter in Zürich und werden von Conny und Thömy Kappeler mit Klein-Tom wunderbar empfangen…- sie haben sogar eine Kiste Klosterbier für Kölbi (zusammen mit einem Auto für uns!!!) mit an den Flughafen gebracht! Es geht eben nichts über gute Freunde; DANKE!!!

Leider müssen wir uns gleich schon von ihnen verabschieden und nach Hause ins Spital fahren; kurz vor unserem Abflug erreichte uns noch die Mail von meiner Schwester, dass mein Vater einen Zusammenbruch hatte und mit der Ambulanz ins Spital gebracht wurde. Wir sind natürlich sehr besorgt, wenn auch zwischenzeitlich die Nachricht kam, dass es ihm schon wieder besser gehe… Davon überzeugen wir uns gleich selber vor Ort, er muss allerdings zur Abklärung noch ein paar Tage bleiben.

Zuhause im Rössli gibt‘s dann viel zu erzählen, wir treffen uns mit vielen guten Freunden; aber leider reicht die kurze Zeit nicht aus um alle, die uns am Herzen liegen zu sehen, SORRY!

Weil, eigentlich sind wir ja hier um unsere Wohnung zu räumen und auf Vordermann zu bringen und daneben stehen auch noch Arzt- und Buchhalterbesuche und ein Treffen mit Kölbis Familie in St.Gallen an. Die Zeit vergeht wie im Fluge und mit einem riesigen Schlafmanko, aber dankbar für die intensiven Stunden in der Schweiz, treten wir die Rückreise nach Kathmandu, „heim“ zu unserem Cruisie, wieder an. Mit im Gepäck ist mein Vorsatz, mich wieder häufiger hier im Blog zu melden. Ich war überrascht über das grosse Echo, das unsere Berichte ausgelöst haben und wieviele „Safnerer“ unsere Reise mitverfolgen… das verpflichtet natürlich und spornt uns auch an weiterzuschreiben!

Der Cruisie hat die Zeit ohne uns in Kathmandu gut überstanden und wir fühlen uns gleich wieder „heimisch“. Am nächsten Tag schon fahren wir zurück nach Pokhara, von wo wir ein Trekking zum Annapurna Basecamp

geplant haben. Die Freude und Überraschung ist gross, als wir auf viele Overlanders aus Agonda, Goa, stossen. Und sie das gleiche Trekking wie wir geplant haben! Nur wollen sie gleich schon am nächsten Tag losmarschieren; also müssen wir uns sputen um die Permits zu besorgen und etwas Proviant einzukaufen. Mit Subas und seinen Freunden aus der Schweiz treffen wir uns auch noch, er gibt uns Min wieder als Träger für Kölbis Rucksack mit, was uns sehr freut. Am nächsten Morgen früh fahren wir dann mit drei Autos (CH-Toyota Hiace, D- Feuerwehrlaster und unser CH-Cruisie) nach Nayapul, zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, wo wir alle drei in einem etwas engen, dafür aber sicher eingezäunten Parking abstellen. Zuvor müssen unsere Jungs allerdings noch einen Microbus zwecks Umparkieren in die andere Ecke des Geländes tragen…;-)

Frohgemut wandern wir ab; erst als nach etwa 2 Stunden der Aufstieg (meist über steile Steintreppenstufen) beginnt, geht das Keuchen los. Gegen abend erreichen wir die erste Übernachtungsstation und sind froh um die (na ja, halbwegs) warmen Duschen. Der nächste Tag hat‘s dann in sich: erst geht es weiter den Berg rauf, aber kaum oben steil wieder runter ins nächste Tal um dann auf der gegenüberliegenden Hangseite auf die gleiche Höhe wieder anzusteigen. Der halbe Tag ist rum, wir total geschafft, immer noch kaum Höhe gewonnen und auch distanzmässig nicht viel erreicht… das Emmental ist eine flache Wiese dagegen! – Und nach der nächsten Biegung erwartet uns das nächste Seitental und das Spiel beginnt wieder von vorne… am Abend haben wir dann die ersten „Opfer“ zu beklagen! Kölbi beschliesst am nächsten Tag umzukehren und langsam zurückzugehen um seine Knie nicht noch mehr zu ruinieren, ich darf dafür Min bei mir behalten. Auch Raphi spürt seine Knies und ist fortan froh um die im Wald gefundenen Bambusstöcke zum Wandern, genau gleich wie ich!

Und der Weg ist ab dem dritten Tag auch nicht mehr ganz so steil rauf und runter wie die ersten zwei Tage, auch spüren und schätzen wir die sich aufbauende Kondition. Nur dass wir mit zunehmender Höhe auch immer weniger Sauerstoff einatmen können… Am vierten Tag erreichen wir durch eine Talenge die wunderschöne Gebirgslandschaft des Machapuchere- und Annapurna Basecamps. Seit dem Morgen schon stapfen wir durch Schnee (teilweise allerdings auch Matsch…), aber die Sonne wärmt uns bis am Mittag und lässt die Berge und Gletscher glitzern und glänzen! Nach kurzer Mittagsrast nehmen wir die letzte Wegstrecke zum Annapurna Basecamp (4150müM) unter die Füsse, die Wolken bauen sich schon wieder auf und kaum sind wir in der Berghütte angelangt, fängt‘s auch schon wieder an zu schneien! Ich fühle mich trotz der Höhe gut, nach einem feinen Nachtessen legen wir uns früh schlafen (mit Wärmeflasche und 2 Bettdecken…trotz Schlafsack!). Ich schlafe nicht sehr gut, bin wohl etwas aufgeregt und erwache am Morgen mit leichtem Kopfweh und einem Unbehagen im Magen. Wir stehen früh auf zum Sonnenaufgang, gehen ein kurzes Stück zur Gletschermoräne hoch und schiessen tolle Bergfotos. Beim Zurückgehen wird mir immer unwohler, mir ist gar nicht nach Frühstück und nach kurzer Absprache mit der Gruppe gehe ich mit Min schon mal vor, runter ins tiefere Machapuchere Basecamp. Dort geht es mir sehr schnell besser und beim Mittagessen weiter unten habe ich bereits wieder einen Bärenhunger! Das Highlight des nächsten Tages sind heisse Quellen nach über 1000 Höhenmetern Treppensteigen runter… wie wohl sich die Muskeln nach dem über 40°C heissen Bad anfühlen ;-)!!! Der letzte Wandertag vergeht dann wie im Fluge, je weiter runter wir kommen, desto düppiger wird es und pünktlich als wir zurück bei den Autos sind, fängt das nachmittägliche Gewitter an… Müde, aber happy treffen wir uns dann alle am Abend zum langersehnten Steak-Essen in Pokhara.

Die nächsten Tage verbringen wir mit relaxen und rumhängen in Pokhara und Pame, treffen uns mit Freunden und lernen auch wieder viele neue Travellers kennen… einfach eine gute Zeit hier in Pokhara! Und das Schönste ist die langersehnte Nachricht von unserer chinesischen Reiseagentur: das OK fürs Tibetvisum ist endlich gekommen; nachdem wir die letzten Tage wirklich langsam ins Zweifeln kamen, ob aus unserer China-Reise noch was werden wird?! Es sind gerade noch 10 Tage bis zur geplanten Abfahrt und die Visas müssen erst noch ausgestellt werden in Kathmandu. Und auch jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe und 7 Tage vor Abfahrt, sind unsere Pässe immer noch nicht auf der Botschaft… aber Geduld bringt bekanntlich Rosen und bei solchen Reisen ist es auch in Ordnung, wenn man ein paar Tage später losfährt wie geplant. Soviel Flexibilität muss man aufbringen können! Wir sind ja an keinen Zeitplan gebunden und in diesen Weltgegenden können Grenzen aus allen möglichen Gründen und absolut unvorhergesehen auf- und zugehen, das macht sie ja auch so abenteuerlich und spannend! Wir verbringen noch ein paar beschauliche Tage in den Bergen bevor wir uns auf den Weg nach Kathmandu und am 23. April dann hoffentlich auf den Weg zur chinesischen Grenze machen… ich freue mich riesig auf das mir noch völlig unbekannte China, durch das wir organisiert in einer buntgemischten Gruppe von 5 Fahrzeugen, 12 Personen und einem chinesischen Führer in 25 Tagen durch unterschiedlichste Landschaften bis zur kyrgisischen Grenze reisen werden!!!

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