Bolivien I (15.8. – 4.9.2013)

1 BergeKurz bevor wir LaPaz erreichen, campieren wir gemeinsam mit Tina&Marco und geniessen die tolle Aussicht auf die Bergkette der Cordillera, die sich hinter dem Titicacasee erstreckt. Wir befinden uns auf über 4000 Metern Höhe, mit dem frühen Sonnenuntergang um sechs Uhr kommt auch immer gleich die Kälte, so sind wir schon früh im (dank Bettflasche!) warmen Bett…

Dafür fahren wir am nächsten Morgen frisch ausgeruht nach El Alto, bzw LaPaz rein. El1 LaPaz Alto ist quasi die „Oberstadt“ (oben auf der Ebene gelegen) von LaPaz, das sich in ein breites, wunderschön erodiertes Flusstal zwängt. Sehr spektakulär zum Anschauen, nur leider verkehrstechnisch nicht sehr glücklich gelöst… 2 UmzügeAusserdem ist Freitag, scheinbar ein Festtag und so können wir gerade noch so durch die erste Strassen-3TrachtenSperre durchschlüpfen, bevor sich hinter uns die Barriere schliesst und die Strasse für Fest-Umzüge genutzt wird (natürlich ohne Umfahrung…). Wie wir bereits von anderen Reisenden erfahren haben, ist Bolivien berühmt-berüchtigt für diese Strassensperren, welche auch ein beliebtes Druckmittel der Bevölkerung sind um ihre politischen Forderungen durchzusetzen, wobei diese dann jeweils tage- und wochenlang dauern können. Wie wir an den vielen festlich gekleideten Menschen und den Musikern unschwer feststellen können, handelt es sich heute „nur“ um einen Festakt, der uns aber trotzdem den Weg runter nach LaPaz versperrt…

Wir stecken etwa zwei Stunden im Verkehr fest, versuchen alle möglichen Umfahrungen1 La Paz und müssen x-mal umdrehen in den engen Gassen. Nur gut, dass der Toyota von Tina&Marco trotz seines Motorenproblems soweit läuft, dass wir sie nicht abschleppen müssen, wie wir ihnen offeriert haben – das wäre wohl das totale Fiasko…! Witzig anzuschauen ist jeweils, wie schnell die zierliche Tina aus dem Auto hüpft, die Motorhaube öffnet und mit dem Starterspray „Direkteinspritzer“ spielt um den Motor wieder zu starten, der bei fast jedem Halt abstirbt…!

4 Camp im hotel OberlandKurz vor Mittag erreichen wir schliesslich die Garage des unter Reisenden legendären Schweizers Ernesto Hug, der sich um den angeschlagenen Motor kümmern will. In unserem Cruisie fahren wir dann gemeinsam zum ebenso legendären Hotel Oberland, das zu unserem Erstaunen nicht ober- sondern unterhalb von LaPaz im Mallasa-Viertel liegt. In dessen Parkhof dürfen wir die nächsten paar Tage campieren und dabei die feine Schweizer Küche des Hotels austesten. Natürlich staunen wir bei unserer Ankunft nicht schlecht, als noch zwei andere Autos mit Bernern Nummernschildern da stehen… eines gehört Stefan aus Frutigen und das andere dem Seeländer Hans, mit dem wir schnell mal gemeinsame Bekannte ausfindig machen 😉

1am TiticacaseeWir verbringen die nächsten paar Tage in LaPaz, kaufen ein, gehen wieder einmal zum Zahnarzt, unser Auto bekommt bei Hug den Service verpasst und ich lasse uns neue Sitzkissenbezüge nähen. Zwischendurch machen wir noch einen kurzen Ausflug zum Titicacasee, um ihn auch von der östlichen Seite zu bewundern und geniessen immer wieder das Zusammensitzen und Plaudern mit anderen Reisenden.

Irgendwann haben wir dann aber endgültig genug von der ewigen Kälte… 5 LaCumbre Passund als die Wettervorhersage auch noch einen Kälteeinbruch prophezeit, machen wir uns auf die Socken. Leider zu spät: auf dem LaCumbre-Pass wenig ausserhalb der Stadt auf 4725müM schneit es in immer dickeren Flocken! Wir sind froh um unsere neuen Pneus und kommen noch ohne Probleme drüber. Wie uns Mitreisende später erzählen entsteht kurz danach auch in LaPaz ein riesiges Verkehrschaos und abends wird der Pass ganz geschlossen.

6 runter ins Amazonas-TieflandWir aber sind unterwegs runter ins Amazonas-Tiefland, bei trübem, regnerischem Wetter zwar, aber mit der Hoffnung auf ein wärmeres Klima… was dann allerdings noch über eine Woche auf sich warten liess, aber das wissen wir in dem Moment ja noch nicht 😉7 Camino del muerte

Wir fahren den alten, nicht asphaltierten Strassenabschnitt „camino del muerte“ genannt, der heutzutage vor allem von Mountainbikern und Touristen wie uns befahren wird, was ihm natürlich viel von seiner Gefährlichkeit 8 camino del muertegenommen hat, wenn keine überladenen Lastwagen mehr kreuzen müssen. Ist uns aber auch lieber so, denn am Abend erleben wir dann den wirklich gefährlichen Teil dieser Strasse ins Tiefland runter…

Nach einem einfachen Mittagessen in einem lokalen Beizli gelangen wir nämlich zum wegen Bauarbeiten gesperrten Abschnitt, der nur abends und am Wochenende für den Verkehr geöffnet wird. Es ist Freitagnachmittag, also suchen wir uns ein Plätzchen um Siesta zu halten während der paar Stunden bis zur Öffnung um fünf. Da es immer noch giesst wie aus Kübeln reicht uns ein Tankstellenparkplatz. Um fünf lassen wir dann erst mal den wartenden Pulk aus Lastwagen ziehen und machen uns dann gemütlich auf den Weg, immer ein Auge offen haltend für einen Übernachtungsplatz. 9 richtige TodesstrasseDoch die Strasse windet sich eng am steilen Talhang entlang, so dass kaum Platz fürs Kreuzen bleibt, geschweige denn ein ruhiges Plätzchen. Wir fahren weiter und weiter durch die schlammige Piste, der Regen ist auch nicht wirklich beruhigend, wenn man bedenkt wie leicht diese teilen, losen Hänge ins Rutschen kommen! An einer besonders steilen Stelle lassen sie die Autos sogar nur einzeln durch – wohl, damit bei einem allfälligen Rutsch der Verlust nicht allzu gross wird….?! Dazu wird es immer dunkler und als uns dann auch noch Camions mit Volllicht entgegen kommen, wird es definitiv zu gefährlich. Wir stellen uns direkt am Pistenrand neben ein Gebüsch, nicht ohne vorher noch den Hang über uns abzuchecken…11 Schlammspuren

Da alles schlammig ist, klettern wir direkt von der Fahrerkabine nach hinten und steigen 10 Schlammpistenicht ein einziges Mal aus in dieser Nacht – noch nicht mal am nächsten Morgen, da es immer noch weiter regnet! Oh, sind wir froh um unsere neuen „Mud“-Reifen (Mud=Schlamm), die ihrem Namen alle Ehre machen! Uns kreuzende Lastwagen weichen nämlich inzwischen keinen Zentimeter mehr von der Mittelspur ab, um nicht im Schlamm zu versinken, also müssen wir ihnen ausweichen, was ohne Allrad, Bodenfreiheit und eben guten Reifen wohl unweigerlich im Fiasko enden würde.12 Laster im Schlamm

Erdrutsch

13 RurrenabaqueGegen Abend erreichen wir dann endlich – zusammen mit den ersten Sonnenstrahlen – unser Ziel Rurrenabaque. Der Ort liegt malerisch am Madidifluss, einem Zufluss des Amazonas und in der Nähe des gleichnamigen Dschungel-Nationalparks Boliviens,13 Mirador unserem eigentlichen Ziel. Aber erst mal suchen wir den Exil-Schweizer Jürg und seinen Mirador-Campingplatz, der von seinem Hügel den ganzen Ort überblickt und traumhafte Sonnenuntergänge hat.

14 Frühstück mit JürgWir lernen Jürg erst am nächsten Morgen kennen, der uns dann aber gleich frische Brötli zum Zmorge mitbringt, – ein Service, mit dem er uns fortan jeden Morgen verwöhnt! Dazu steht ein grosser Swimmingpool zur Verfügung… ein richtiger Wohlfühlplatz. Jürg hat als Brückenbauer schon fast auf der ganzen Welt gearbeitet, weiss viel zu erzählen und will sich nun hier in Rurrenabaque „zur Ruhe setzen“, wobei das bei so einem aktiven, ruhelosen Menschen definitiv der falsche Ausdruck sein dürfte… 😉

15 BootsfahrtWir erkunden den Ort und buchen bereits für den nächsten Tag eine viertägige Tour in die Chalalan-Lodge im Madidi-Nationalpark. Die Hinfahrt besteht aus einer fünfstündigen16 Capibarra Bootstour, auf der wir unsere ersten „Capibarras“ (Wasserschweine) entdecken, das grösste Nagetier der Welt, ein guter Schwimmer und bevorzugte Beute der hier heimischen Jaguare. Daneben sehen wir viele verschiedene Wasser- und Greifvögel, Schildkröten und 17 KaimanKaimane, kleine Alligatoren. Eine faszinierende, neue Welt tut sich uns hier im Dschungel auf, – trotzdem sind wir froh, uns nach den fünf Stunden endlich bewegen zu können und die halbe Stunde bis zur Lodge zu wandern. Dort werden wir mit einem feinen Mittagessen empfangen und nach einer kurzen Siesta gehen wir mit unserem lokalen Führer auf die erste von vielen folgenden Dschungeltouren. 18 DschungelwanderungWir entdecken verschiedene Affen und Wildschweine, die sich hier zu grossen 20 AffenRotten formieren und fast schon eine Plage sind. Nur zu hören kriegen wir allerdings die „Howlermonkeys“, deren eigenartiges Heulen an einen aufkommenden Windsturm erinnert. Dafür sehen wir auf einer Nachttour viele Spinnen, auch eine Tarantel und einige Kröten.

Die Lodge liegt malerisch an einem See, in dem wir baden und schwimmen dürfen – trotz 21 Chalalanseeder Kaimane und Piranhas darin, die die Menschen üblicherweise nicht angreifen… wir haben‘s auf jeden Fall überlebt, trotz einem anfänglich etwas mulmigen Gefühl! Da uns aber die Duschen zu kalt waren, zogen wir das wärmere Bad im See vor…24 Sonnenaufgang

Schnell sind die vier Tage vorbei und schon fährt uns das Boot zurück. Unterwegs haben wir aber noch das Riesenglück am Ufer einen sich sonnenden Jaguar zu entdecken! Wir flippen fast aus vor Freude!

25 Jaguar

Mit auf dem Boot ist einer der Gründer der Chalalan-Lodge, die aus einem Indianerdorf-Projekt entstanden ist. Er erzählt mir viel aus den Anfängen und wie schwierig es heute geworden sei mit dem Gemeinschaftsgedanken und dem Mitspracherecht aller – viele sähen nur noch den Profit und weniger den Enthusiasmus und das Engagement, das es brauche um gegen die stärker werdende Konkurrenz anzukämpfen. Er selber hat sich vom Projekt gelöst und sein eigenes Unternehmen gegründet, wo nur noch er und sein Partner das Sagen hätten. Für uns ist das alles sehr interessant, vor allem auch, weil wir – zufällig – lange vorher bereits ein Buch gelesen haben, das mit der Gründung dieser Lodge zu tun hatte…

27 durch SumpfebenenZurück in Rurre geniessen wir noch einen Tag das Nichtstun, bevor wir uns wieder an eine grössere Fahretappe wagen. Weil zu dieser Jahreszeit im Pantanal, im Matto Grosso – Gebiet im westlichen Brasilien gerade Trockenzeit ist, bietet sich uns die einmalige Gelegenheit auch dieses ansonsten unbefahrbare,29 am Fluss da sumpfige Gebiet besuchen zu können, das sehr tierreich sein soll. Das wollen wir nicht 26 im Gaucholandversäumen, bedeu-tet aber einen „Umweg“ von ein paar tausend Kilometern…29 Fähre

In einem grossen Bogen fahren wir durch das bolivianische Rinderzuchtgebiet nach Trinidad. Auch hier queren wir grosse Sumpfebenen und bekommen viele Wasservögel und Kaimane zu sehen. Darunter auch unseren ersten „Jabiru“, den grössten Storch der Welt.28 Jabiru-Storch

31 ReduccionesNach einem weiteren vollen Fahrtag erreichen wir San Javier, den ersten grösseren Ort auf der „Reducciones“ – Route, die einen grossen Bogen durch die Chiquitania schlägt. Die Reducciones sind ehemalige Jesuitenmissionen, wo die Guarani-Indianer im Gegenzug ihrer Bekehrung zum Christentum Schutz vor32 Kirche Verfolgung und handwerkliche Ausbildung erhielten. Sie wurden alle nach dem gleichen Schema um 1750 erbaut und geleitet, erlangten grosse Unabhängigkeit und Souveränität von den herrschenden Spaniern, bis diese sie kurz darauf verboten. Die Dorfgemeinschaften aber haben sich grösstenteils erhalten und 31 Kirche San Ignaciovor ein paar Jahren sind auch die grossartigen Holzkirchen restauriert und dem Unesco-Weltkulturerbe unterstellt worden. Uns beeindrucken vor allem die schönen, baumbestandenen Plazas vor den 32 KircheninneresKirchen, wo sich der Hauptteil des gesellschaftlichen Lebens – aber auch der alltäglichen Siesta – abspielt.

Am nächsten Mittag erreichen wir den Hauptort San Ignacio, 33 Holzschnitzkunstwerden allerdings gleich nach unserer Ankunft dort erst von einem lokalen Fernsehteam zwecks Interview und danach von einem alteingesessenen Italiener, der uns in aller Ausführlichkeit jedesSiesta Detail dieses Ortes erklären möchte, derart in Beschlag genom-men, dass wir nach dem (feinen) Mittagessen im örtlichen Club-Social-Lokal leider die Flucht ergreifen müssen… Zuviel der Aufmerksamkeit!

38 Baumblüten36 Gewitterstimmung37 GewitterlichtAm Himmel haben sich derweil dicke Gewitterwolken zusammengebraut, was ein derart tolles Licht über die Landschaft wirft, dass wir schon bald einmal draussen im „Nichts“ neben der Strasse unser Camp aufschlagen und das Spektakel geniessen. Doch die Wolken ziehen um uns herum, wir kriegen nur ein paar wenige Tropfen ab. Glück gehabt, denn am nächsten Tag fahren wir an mancher tiefen Pfütze vorbei…

      und auch die Brücken werden immer abenteuerlicher!43 Brückendetail42 Brücken

34 Schlangenfänger

Einmal als wir einen stehenden Laster kreuzen, geht Kölbi abrupt auf die Bremse, fährt die paar Meter zurück: 35 Gruppenbild mit dicken Backentatsächlich, die häuten da gerade eine Schlange! Natürlich posieren die wagemutigen Kerle gerne für ein Foto…                    am schönsten anzusehen sind allerdings ihre mit Kokablättern vollgestopften Backen 😉

39 ArasKurz darauf halten wir schon wieder, wie noch öfters an diesem Tag: Aras sitzen auf einem nahen Baum, 40 Arasdanach kreuzt eine weitere Schlange die Strasse (die lassen wir natürlich am Leben und scheuchen sie vor einem heran-nahenden Camion in ihr Versteck!), dann wieder passieren wir einen Tümpel voller Kaimane, Capibarras springen ins Gebüsch… spannend hier!

44 lebende SchlangeNur zu bald ist San Matias, die letzte Ortschaft in Bolivien erreicht. Kurz vor der Siestazeit kriegen wir noch den Ausreisestempel in den Pass gedrückt, passieren auf dem Weg zur Grenze eine äusserst freundliche Drogenkontrolle (!) und stehen kurz darauf am letzten Militärcheckpunkt, wo uns die jungen Soldaten auf unsere Frage hin erklären, wir müssten für den Fahrzeugzoll die knapp 15 km nach San Matias zurückfahren… 🙁 nur, um dieses Stück Papier abzugeben?? Während der Siestazeit? Wo sie uns in San Matias doch erklärt hatten, das werde an der Grenze geschehen… 41 AdlerNein, entscheiden wir, wir gehen das Risiko ein und schauen was bei unserer erneuten Einreise passieren wird… die Bolivianer sind schliesslich nette Leute, mit denen kann man sicher reden (notfalls unter Zuhilfenahme von ein paar Dollars…)

Also fahren wir die nur fünfhundert Meter weiter auf die brasilianische Seite, wo uns Asphalt und ein grosses neuerbautes Zollgebäude willkommen heissen – gemeinsam genutzt von sowohl der brasilianischen wie der bolivianischen Zollbehörde!! Aber darüber sind die einfachen Soldaten vom Militär offensichtlich nie informiert worden 😉30 Sonnenuntergang

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Peru (9.7. – 16.8.2013)

1 FlusslandschaftÜber eine kurze Passstrasse fahren wir in ein weites Flusstal nach Peru hinein. Die Strasse folgt einem kleinen Nebenfluss aufwärts, die Sonne scheint, im gegenüberliegenden Hang erkennen wir bizarre Erosionsformen aus rotem Lehm… hier ist es einfach zu schön um weiterzufahren! 2 ErosionenAlso nehmen wir den nächsten Schotterweg zum Fluss runter und geniessen den einsamen Platz für uns allein. Die Wärme tut uns gut nach all den kühlen und regnerischen Tagen in Ecuador.

Am nächsten Morgen fahren wir frohgemut in die nächste Stadt, um endlich unsere Autoversicherung zu kaufen. Doch wir werden von einem Ort zum nächsten geschickt: unser Landcruisermodell ist nicht im Computer drin, also können sie uns auch keine Police ausstellen 🙁 Nach dem vierten Laden geben wir auf und fahren weiter, immerhin konnten wir Geld aus dem Automaten beziehen, wenn auch nur ca 120 Franken. Aber damit werden wir hier in Peru ständig zu kämpfen haben… entweder gibt es nur wenig – oder (noch schlimmer): gar kein Geld! Aber wir brauchen ja auch nicht viel, ein rustikales Mittagessen kostet so um die 5 Franken – für uns beide zusammen. Und Campieren können wir auch häufig umsonst draussen in der wunderschönen Natur.

3 Gocta-WasserfallAls erstes steuern wir jetzt die archäologischen Stätten im Norden Perus an. Die Gegend um Chachapoya beherbergt noch viele vom Massentourismus unentdeckte Schätze aus Vor-Inka-Zeiten, eingebettet in faszinierende Berglandschaften mit tiefen Canyons und hohen Wasserfällen. Auf dem Weg zum dritthöchsten überholen wir zwei 5 CH-Radler Moni&RobySchweizer Radfahrer; beim obligaten Schwatz stellt sich heraus, dass Moni und Roby bereits seit neun Jahren mit ihren Velos unterwegs sind! Also können auch wir gut noch etwas länger auf Weltreise bleiben… 😉4 Gocta-Wasserfall

Nach dem interessanten Besuch des Wasserfalls mit einer lokalen Führerin treffen wir die zwei am nächsten Vormittag unten auf der Hauptstrasse wieder und beschliessen spontan gemeinsam die auf dem gegenüberliegenden Berg versteckten Grabfiguren von Karajia zu besuchen. Dazu laden wir ihr Gepäck und die Velos hinten ins Auto rein und irgendwie finden wir auch noch genug Platz für alle Personen!6 im Dorf

Über eine schlechte Schotterstrasse rumpeln wir den Berg hoch und nach schier endlosen Kilometern erreichen wir schliesslich das Dorf, wo wir erst mal auf der Dorfwiese unser Camp installieren. 7 KinderSofort sind wir umringt von einer Schar Dorfkinder und auch die Erwachsenen statten uns nach und nach einen neugierigen Besuch ab. Alle sind sehr freundlich und heissen uns willkommen. Und zum Znacht kochen wir unser aus der Schweiz mitgebrachtes „Appenzöller-Fondue“ mit feinen Anden-Kartoffeln… ein Schmaus bei dieser Kälte! Immerhin befinden wir uns auf fast 4‘000 Metern Höhe und sobald die Sonne um sechs Uhr abends hinter dem Horizont versinkt9 Karajia wird es bitterkalte Nacht.8 Karajia

Doch glücklicherweise wärmt sie am nächsten Morgen auch wieder mit voller Kraft und nach dem Zmorge machen wir uns auf die Wanderung zu den Grabstätten, die gut geschützt hoch oben in Felsnischen das Tal überblicken.10 Karajia

Zurück auf der Hauptstrasse im Tal unten laden wir die zwei Velos wieder aus und verabschieden uns von den zwei sportlichen Radlern, mit denen wir so schnell und spontan Freundschaft schliessen durften.

11 KueLapDer nächste Höhepunkt unserer Perureise ist KueLap, eine Festungsstadt des sagenumwobenen Chachapoya-Volks, das sehr hellhäutig, blond und die schönsten 12 KueLapFrauen Südamerikas gehabt haben soll. Die Festungsstadt liegt windumtost auf einem hervorstehendem Hügelzug, von dem aus man die ganze Gegend überblicken kann. Beeindruckend, wie diese ganze Stadtanlage mit hohen Mauern gesichert ist und man sie vom Tal aus wohl schon von weitem sehen 13 KueLapkonnte.

14 KueLap

Wir verbringen eine weitere Nacht unten im Tal am Fluss, wo es wärmer ist. Leider weckt uns am nächsten Morgen das Prasseln von Regen auf dem Camperdach. Bei strömendem Regen besuchen wir das interessante Museum in Leymebamba, wo viele der in der Umgebung gefundenen Artefakte und auch ganze Mumienbündel ausgestellt sind. Beeindruckend finde ich, wie die Toten quasi in Embryonalstellung, also sitzend, 15 Regenpasseingebunden und mumifiziert wurden.

In Leymebamba ist das Ende, bzw der Anfang dieses Tales erreicht und nun schraubt sich die Strasse hoch über Pässe und Berge, leider unsichtbar für uns im Nebel und Regen… erst als wir die andere Bergseite erreichen, klart sich der Himmel langsam auf.15 zum Marañon runter

Gerade rechtzeitig, um die spektakuläre Abfahrt von 3500m Höhe ins Tal des Rio Marañon (einem Amazonaszufluss) runter bis auf unter 1000m voll geniessen zu können. Unten in Balsa, wo die Strasse den Fluss überquert, ist es trocken und heiss, es wachsen Mangobäume und Ananas auf bewässerten Feldern wie in einer Oase. Kaum vorstellbar, dass es hier unten, keine 20 Kilometer vom nasskalten Pass entfernt, eigentlich nie regnet…!16 kurze Hosen

Dafür stehen hier mannshohe Kaktusse und wir suchen uns17 Rio Marañon schleunigst ein Plätzchen zum Campieren, um diese herrliche Wärme zu geniessen und endlich wieder mal kurze Hosen zu montieren 😉

18 …und wieder raufAm nächsten Morgen geht‘s zuallererst wieder den Berg hoch auf den nächsten Pass und nach einer ewig langen Baustellenstrecke erreichen wir gegen Mittag schliesslich das geschichtsträchtige Cajamarca. Hier wurde der letzte Inka-König vom Spanier Pizarro gefangen gehalten, der sich gegen zwei Kammern voller Gold freizukaufen versuchte. Obwohl er seinen Verpflichtungen nachkam und die Spanier Gold-Kunstwerke von unschätzbarem Wert während über 30 Tagen zu profanen Gold-Barren einschmolzen, wurde er schlussendlich doch des Hochverrats angeklagt und hingerichtet. Was den Anfang vom Ende des riesigen Inka-Reiches einläutete…

Wir bleiben drei Nächte, können endlich unsere Autoversicherung abschliessen und bewundern die alten Kolonialbauten der Stadt. 19 am StauseeDanach haben wir mal wieder genug von den kalten Abenden und Nächten auf dieser Höhe und machen uns auf den Weg Richtung Küste. Je weiter runter wir kommen, desto trockener wird die Landschaft. Überall ziehen sich Bewässerungskanäle den Berghängen entlang und grün leuchten nur noch die Felder an den steilen Bergflanken. An einem Stausee übernachten wir, geniessen die Wärme – denn wir wissen ja inzwischen, dass an der Küste wieder der Nebel vorherrschen wird… und prompt fahren wir am nächsten Morgen am Ende des Stausees in eine Nebelwand rein!20 El Brujo

An der Küste besuchen wir die Ausgrabungsstätten von El Brujo und ChanChan, erstere ist eine Tempelanlage, wo auf den 21 El BrujoWandzeichnungen auch Menschen-opferungen dargestellt sind – und wohl auch da stattgefunden haben, wie die Ausgrabungen von vielen Skeletten belegen.

22 ChanChanChanChan heisst der Ruinenkomplex, der einst ein riesiges Stadtareal umfasste und mit geschätzten 50-80‘000 Einwohnern um 1400 unserer Zeitrechnung wohl die grösste23 ChanChan Stadtanlage der Welt war…24 ChanChan Vogel

Eindrucksvoll, aber im kalten Nebel und ohne Sonnen-licht nicht sehr fotogen, so dass wir uns schon bald wieder Richtung Inland aufmachen.

25 Rio SantaKilometerlang fahren wir an bewässerten Spargelplantagen vorbei, die ein frisches Grün in die ansonsten wüstenähnliche Küstenlandschaft bringen. Kurz vor der Hafenstadt Chimbote biegen wir von der Panamericana ab und folgen dem Rio Santa in sein tiefeingeschnittenes Tal.26 beim Einkaufen

Was folgt, ist eine der faszinierendsten Strecken unserer Reise, die uns ein wenig an den Karakorum Highway in Pakistan erinnert: durch tiefe, enge Schluchten windet sich die Strasse und bedient sich im oberen Teil, dem „Cañon del Pato“, sogar des alten Bahntrassees und seiner engen hohen Tunnels!27 Eingangs Schlucht

Es ist so trocken, dass nur auf bewässerten Feldern etwas28 Strasse wachsen kann, – und für Felder ist in der engen Schlucht kaum Platz…

30 Kohle-Mine

Aber immer wieder entdecken wir abenteuerliche Leiterkonstruktionen, die zu Kohleminen-Schächten führen. Was für ein gefährliches, entbehrungsreiches Leben muss das hier sein!!!

29 CampingplatzWir übernachten auf einer vom Fluss angeschwemmten Kiesbank. Der nächste Tag bringt weitere tolle Landschaften, nach und nach zeigen sich die ersten Schneeberge der Cordillera Blanca.

33 FelderWir staunen ob den steil angelegten Hang- und Terrassenfelder der Bauern hier, wohl die einzige Möglichkeit sie zu bewässern…

Schliesslich weitet sich das Tal und wir erreichen das Städtchen Caraz, das auf (temperaturmässig) angenehmen 2200 m Höhe liegt. Wir dürfen im Hinterhof des schön gestalteten „Los Pinos“-Hotel campieren und fühlen uns bald wie zuhause hier, vor allem weil uns die hier wohnenden Mitarbeiter eines Elektrizitätsprojektes aus allen möglichen Ländern (darunter auch der Bieler Rolf Kalt..!) gleich zu einem Glas Wein einladen.

35 Cordillera BlancaUnd da in diese Woche auch der peruanische Nationalfeiertag fällt, kommen wir auf der Plaza von Caraz erst noch in den Genuss eines Feuerwerk-Spektakels, wie ich es noch nie 40 Feuerwerksturmzuvor gesehen habe! Den ganzen Abend über können wir den Feuer-Technikern zuschauen, wie sie Zündschnüre mit abenteuerlich aussehenden Feuerwerks-konstruktionen verbinden und diese an einem Gerüst festmachen, das Stock um Stock von unten her immer weiter bis zu einem 10 Meter hohen Turm aufgebaut41 am Aufbauen wird. Insgesamt werden drei dieser ziemlich wackeligen Türme aufgebaut. Und all dies inmitten der flanierenden Passanten und keine fünf Meter von den um-liegenden Häusern entfernt… ich glaube, mein Onkel Fred als ehemaliger Feuerwehrkommandant wäre hier mal ordnend eingeschritten 😉

Nachts um elf Uhr geht die Show dann endlich los und ein Turm nach dem andern zeigt seine eingebauten Spezialeffekte, ein Stock nach dem andern entzündet sich über die gelegten Zündschnüre…

Brennende Bambusräder fliegen durch die Luft ( – und beim runterkommen auf Dächer und in die Menschenmenge), ab und zu explodiert eine Rakete am Boden zwischen den Zuschauern (Absperrungen gibt es keine…) und einmal zündet ein feuerspeiendes Bambusflugzeug sogar eine der Palmen im Park an… Keiner regt sich darüber auf, alle erfreuen sich des wirklich sehenswerten Spektakels. Morgens um zwei Uhr sind alle Feuerwerke gezündet, die ersten beiden Türme bereits wieder abgebaut und wir machen uns inspiriert auf den Heimweg.

36 Camp Cordillera NegraVon Caraz aus unternehmen wir mehrere mehrtägige Ausflüge. Einer davon führt uns auf die Cordillera Negra, wo wir auf 4300müM campieren und die tolle Aussicht auf die Schneeberge der gegenüber37 Abendlichtliegenden Talseite geniessen. Ein wunderbarer Sonnenuntergang und der aufgehende Vollmond entschädigen für die bitterkalte Nacht und den schlechten Schlaf in dieser für uns noch ungewohnten Höhe.

39 Bergdorf

38 Alpenblumen

 

 

 

 

 

Eine weitere Tour führt uns zum Orconcocha-See mitten in der Cordillera Blanca, von wo46 Orconcocha-See aus wir nach einer weiteren kalten Nacht die Wanderung zur „Laguna 69“ starten.47 auf der Wanderung

Es ist ein herrlicher Tag, der Weg führt über Alpweiden immer höher hinauf bis wir schliesslich nach anstrengenden zweieinhalb Stunden auf 4500m Höhe am intensiv türkisblau schimmernden Bergsee am Fusse eines Gletschers stehen.

48 Laguna 69Wir sind die ersten hier und geniessen die Ruhe und Erhabenheit der Berge. Glücklich und zufrieden machen wir uns nach einem kurzen Picknick wieder auf den Rückweg, 49 Laguna 69wo uns ganze Gruppen von Touristen entgegen kommen. Nicht alle haben sich gleich seriös an die Höhe angepasst; einigen müssen wir sogar raten wieder umzukehren, da sie es wohl kaum schaffen würden – kein Wunder: sind sie doch mit dem Nachtbus von Lima (auf Meereshöhe) direkt hierher gefahren… In jedem Reiseführer steht beschrieben wie gefährlich die Höhenkrankheit sein kann, aber viele wollen es einfach nicht glauben!

49 Portachuelo-PassZum Abschluss dieses schönen Tages fahren wir noch über den 4730m hohen Portachuelo-Pass. Die Strasse windet sich in unzähligen Kehren die fast senkrechte Wand hinauf, immer wieder haben wir tolle Ausblicke auf Perus höchsten Berg, den 6768m hohen Huascaran und auf den tief unten im Tal liegenden Orconcocha-See.

51 Orconcocha-Aussicht

50 Gegenverkehr

 

52 Portachuelo-Durchfahrt

 

 

Hinten runter fahren wir noch so lange als möglich 53 Vorratskammernund übernachten dann auf einer Wiese am Bach.

 

54 ChacasDurch das hübsche Bergdorf Chacas mit seinen berühmten Holzschnitzereien und über den inzwischen geteerten Punta Olimpica-Pass geht‘s zurück nach Caraz.55 Holzschnitzkunst

 

56 Dorfschwatz

57 Puya RaymondiEine weitere grandiose Strecke fahren wir vom Bergsteigerort Huaraz aus in den Puya Raymondi Park und weiter über den Abra Yanashalla bis nach Huanuco. 58 Puya RaymondiPuya Raimondi sind nur in hoher Höhe vorkommende und sehr langsam wachsende Ananasgewächse, die 80-100 Jahre alt werden bevor sie 59 Blüteneinmal blühen und danach absterben.

 

 

 

Wir haben das Glück, gleich mehrere blühende Exemplare zu sehen. 60 BlütenUnd auch eine kohlensäurehaltige Quelle unterwegs fasziniert uns, wo wir 61 Kohlensäure-Quellegleich ein paar Flaschen dieses hier seltenen Wassers abfüllen.

 

 

62 auf dem Abra YanshallaEigentlich wollten wir noch vor dem 4720m hohen Pass campieren, aber irgendwie verpassen wir den richtigen Zeitpunkt und dann schraubt sich die Strasse immer höher, immer weiter über die Anden… hier oben ist es uns definitiv zu hoch, kalt und windig für die Nacht!

63 BergstimmungAlso fahren wir weiter und weiter. Wir erleben eine einmalig schöne Berglandschaft in der untergehenden Sonne und gerade beim Eindunkeln erreichen wir doch noch die 4000er Grenze und finden einen Platz zum Campieren.64 Passstrasse

 

 

65 JuninhöheDie nächsten fünf Tage verbringen wir mit Fahren bergauf und bergab, durch wunderschöne Berg- und Tallandschaften, über die Junin-Hochebene, die uns schon wie‘s Altiplano vorkommt, dann über Huancayo ins offene Huancavelica-Tal und wieder hoch zu den 66 Chonta-PassOrococha-Bergseen auf über 4500m Höhe, wo wir unsere ersten Lamas und Alpakas, ja sogar deren Wildform, die Vikuñas weiden sehen.

Kölbi dreht unermüdlich am Steuerrad, so viele Kurven und Kehren!!!

 

Wir sind fasziniert, an wie steilen Berghängen die Peruaner ihre Felder anlegen, alle werden von Hand gehackt, überallhin mussten Kanäle zur Bewässerung angelegt werden, kein Stück geht‘s geradeaus… was für ein hartes, entbehrungsreiches Leben hier!69 Hangfelder

Wir werden überall freundlich empfangen und dürfen auch in Ruhe campieren. Das Mittagessen nehmen wir meist in einem Beizli entlang der Strasse ein, häufig gibt es frische Forellen und immer Kartoffeln, Mais und Reis dazu… für Kohlenhydrate zum Energienachschub wird also gesorgt 😉

Schliesslich erreichen wir die Küste wieder, in einem grossen Bogen haben wir mit dieser Strecke Lima umfahren. Hier fahren wir durch wahre Wüstenlandschaft mit hohen 70 Huacachino-OaseSanddünen. Dazwischen wachsen die Trauben für den weltbekannten „Pisco-Drink“, den ich an diesem Abend in der Huacachina-Oase, wo wir übernachten, degustiere. Mmmh, fein und süffig… fast zu gut – ich schlafe tief und fest wie ein Murmeltier in dieser Nacht (was bei mir allerdings fast immer der Fall ist)!

71 Maria Reiche MuseumSchliesslich erreichen wir die Kieselebenen von Nazca mit den berühmten Linien und Figuren. Nach einem interessanten Besuch im Maria-Reiche-Museum, die ihr halbes Leben dem Studium dieser Gegend widmete, buchen wir einen Flug über das Gebiet in einem kleinen Propellerflugzeug. 72 Nazca-FlugHier sind sie gut auf Touristen eingestellt und bereits zwei Stunden nach unserer Ankunft sitzen wir im Flieger…73 Nazca

Unbeschreiblich, diese Tierformen aus der Luft zu sehen, die man von unten gar nicht als solche erkennen kann. Es ist immer noch nicht ganz klar, wozu sie dienten…74 Nazca-Astronaut

Interessant finde ich den Hinweis, dass sie von einer Hochkultur gemacht wurden, die unter einer sich anbahnenden Klimaveränderung (weniger Regen) zu leiden hatte und aus diesem Grund wohl die Götter anrief. Was ja – bis zu einem gewissen Grad – auch mit den Theorien des Schweizers von Däniken übereinstimmen würde, der übrigens Ehrenbürger von Nazca ist.75 Nazca-Kolibri

76 höchste Sanddüne

Zu einer weiteren hochinteressanten Gegend fahren wir in den nächsten zwei Tagen, wieder rauf in die Andenberge, vorbei an der höchsten Sanddüne Südamerikas.

 

Innert kürzester Zeit befinden wir uns wieder auf über 4000 Metern Höhe, zum Campieren suchen wir uns allerdings einen Platz am Bach im nächsten Tal unten.

Noch zwei mal rauf und runter, schliesslich erreichen wir die Hochebene vor Cusco und kurz darauf sind wir schon mitten in der ehemaligen Inka-Hauptstadt, wo die spanischen Kolonisten ihre Kirchen und Paläste auf den Grundmauern der ehemaligen Inka-Tempel errichteten.

77 CuscoDie Gassen sind steil und eng, unser Navigationsprogramm scheint weder Einbahnstrassen, Baustellen, Fussgängerzonen noch Treppen als 80 Cuscos StrassenHindernis für unseren Cruisie zu erkennen und deshalb fahren wir eine Weile kreuz und quer durch Cusco…

78 Cusco PlazaDabei treffen wir zufällig auf Tina&Marco mit ihrem Landcruiser, die wir in Kolumbien kennengelernt haben. Sie sind mit ihrem Besuch auf Hotelsuche, was sich nun in der Hochsaison als sehr schwierig entpuppt; Cusco ist praktisch ausgebucht! Gut, dass wir vom Quinta Lala Campingplatz gehört haben – nun müssen wir nur noch den Weg dahin finden… Nach weiteren drei Runden fragen wir einen Polizisten danach, doch der uns empfohlene Weg wird ausgerechnet gerade von einer Prozession blockiert! Also wieder rechtsumkehrt und nochmals durch die halbe Stadt gekurvt bis wir über die Umfahrungsstrasse schliesslich den Campingplatz erreichen. Auch der ist fast vollbesetzt und wir staunen nicht schlecht, dass über die Hälfte der Autos hier mit Schweizer Nummernschildern bestückt sind…! Uns Schweizern scheint es wirtschaftlich doch ganz gut zu gehen… 😉90 Quinta Lala

Wir leben uns hier schnell ein, einen ganzen Tag verbringen wir mehr oder weniger nur mit Plaudern und Leute kennenlernen. Das tut gut, nach so langer Zeit alleine unter-wegs! Neben uns steht auf der einen Seite eine Bieler Familie mit zwei Kindern und auf der andern ein holländisches Paar, das mit seinem gelben Landcruiser bereits seit 10 Jahren unterwegs ist. Und direkt vor uns parken schliesslich auch noch Tina&Marco, die hier ihren Cruisie irgendwie wieder zum Laufen 79 Strassenfraubringen wollen, da er seit kurzer Zeit kaum noch Leistung bringt. Da passt es natürlich, dass der Waadtländer Simon auch gerade hier ist, von Beruf Automechaniker. So wird das Auto unters Strohdach geparkt und die Jungs haben was zum Markt-GesichterSchrauben… – und ich kann in aller Ruhe Cusco und seine Sehenswürdigkeiten anschauen 😉

83 nach Santa TeresaNach ein paar Tagen reissen wir uns hier los, 81 Pisaqdenn schliesslich gibt es ja noch den MacchuPichu in der Gegend.

 

 

Die Tagesfahrt nach Santa Teresa führt durch ein historisch und landschaftlich sehr reizvolles Tal und über einen hohen Pass kurvenreich bis fast in den Dschungel hinunter.

82 Pass

 

 

 

Beim Dorf können wir unten am Fluss bei den schön klaren Thermalbädern stehen. Das abendliche Bad ist sehr entspannend, vor allem am nächsten Abend nach der Rückkehr 84 Thermalbadvon unserer Wanderung zum MacchuPichu!

86 Wanderung

 

 

 

MacchuPichu war eine Inka-Festung und Tempelanlage, die hoch oben auf einer von einer Flussschlaufe umgebenen Bergkuppe thront. Fast wie Bern, nur halt ein bisschen kleiner, dafür aber senkrechter weiter oben… Zugänglich ist sie nur mit der Bahn nach Aguas Calientes und von da fahren Busse auf den Berg hoch. Und weil die Peruaner das mit den Bahn- und Eintrittskarten ein 86 Wanderung Macchu Pichuwenig kompliziert (und teuer!) gelöst haben, machen wir zwei halt eben die (schöne!) Wanderung den Bahngeleisen entlang bis nach Aguas Calientes. Dort kaufen wir uns die Eintrittskarten für MacchuPichu, welche offiziell auf 2500 Besucher pro Tag limitiert sind – und so kommt es, dass wir Karten für den 16. August kriegen, obwohl heute erst der 10. ist – was aber an der Ticketkontrolle keinen zu interessieren scheint… Südame-rikanische Problemlösung, halt 😉

87 Macchu PichuAuch der Bus den Berg hinauf ist nicht billig, aber angesichts der fast senkrechten Wand die wir sonst erklimmen müssten, lohnt sich dies allemal. Oben angekommen, geniessen wir erst mal den schönen Blick auf die ganze Anlage bei einem Picknick, bevor wir uns die Gebäude von Nahem anschauen. Die Lage der Stadt ist wirklich atemberaubend, im wahrsten Sinn des Wortes!87 Macchu

So gegen drei Uhr machen wir uns auf den Rückweg, schliesslich haben wir nochmals eine zweistündige Wanderung vor uns zurück zum Auto. Und trotz des entspannenden Thermalbades spüren wir den Muskelkater auch noch als wir bereits wieder zurück in Cusco sind…

89 ReifenwechselDort müssen wir dann erst mal neue Reifen kaufen, nachdem wir uns auf der letzten Brücke noch die Seite des Hinterreifens aufgerissen haben. Aber nach 65‘000km haben sie schliesslich ihren Dienst mehr wie getan… und da wir inzwischen 88 Reifenheraus-gefunden haben (Internet sei Dank!), dass die Reifen in La Paz auch nicht billiger sind als hier, leisten wir uns 5 neue BF Goodrich Mud-Terrain.

Zurück auf dem Campingplatz erwartet uns dann Action etwas anderer Art: 90 BrandTina&Marco&Simon sind immer noch mit Autoflicken beschäftigt, sie schrauben am Vergaser rum – und plötzlich sehe ich eine Stichflamme rausschiessen. Rumgerenne, Feuerlöscher werden aktiviert, der Brand im Auto scheint gelöscht, dafür fängt jetzt das Strohdach an zu lodern…

91 BrandJetzt kommt end-gültig Leben in den Campingplatz: alle rennen für Wasser und suchen Kübel zusammen, wo ist der Wasserschlauch? Und jetzt wo alle Wasser wollen, hat‘s keinen Druck mehr auf der Leitung… Kölbi klettert aufs Strohdach, um eine Schneise freizumachen, damit wenigstens die weiter hinten untergestellten Motorräder und das Auto keinen Schaden nehmen. Simon rennt wie wild hin und her um zu retten was zu retten ist, bis er fast kollabiert. Als das Feuer schliesslich gelöscht ist, gibt‘s doch einiges aufzuräumen und zu putzen… glücklicherweise sind – ausser zwei Kabeln am Landcruiser und dem halben Strohdach – alles und alle heil geblieben!

Bereits am nächsten Abend kommt abends eine kleine Karawane Maultiere mit frischem 93 MaultierkarawaneStroh auf den Platz und das Dach sollte zwei Tage später geflickt sein – noch bevor der Besitzer des Platzes, der gerade in Lima weilt, etwas mitbekommt, da die Betrei-berin des Campings fürchtet, er würde ihr sonst kündigen…

Jetzt haben Tina&Marco endgültig genug von Peru, da ihnen hier noch diverse andere Malheure passiert sind wie eine gebrochene Brille, ein verbrannter und ein liegenge-lassener Campingstuhl, ihr Kocher ging kaputt, und und und… Zeit, das Land zu verlassen!

Und da ihr Auto immer noch nicht sauber läuft, bieten wir ihnen an, sie bis nach La Paz in Bolivien zu begleiten, da es dort einen guten Schweizer Mechaniker geben soll. 94 auf dem Weg nach La PazDie Fahrt dauert drei Tage, führt entlang des Titi-cacasees, der tiefblau wie der Himmel schimmert und verläuft ohne Probleme. Einzig am Morgen müssen wir die zwei jeweils zum Starten anziehen bis der Motor sauber läuft, was aber mit Tinas selbst-gebackenem Schokoladekuchen mehr wie entschädigt wird 😉

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Ecuador (12.6. – 9.7.2013)

34 FrauenDie Grenzformalitäten nach Ecuador sind schnell erledigt, einzig das Abschliessen der Autoversicherung dauert etwas länger… aber auch nur, weil gerade eine Liebesserie im Fernseher läuft und die nette Dame immer wieder mitverfolgen muss, was gerade gespielt wird 😉 Dafür kostet ein Monat dann auch nur 6 US$! Seit einer Inflationskrise hat Ecuador die eigene Währung aufgegeben und wirtschaftet seither mit dem Dollar. Und da wir ja Dollars dabei haben brauchen wir an der Grenze nicht mal zu wechseln, – denken wir… Schnurstracks geht‘s zur nächsten Tankstelle, denn dies ist ein weiteres Plus in Ecuador: ein Liter Diesel kostet knapp 40 Rp! Und doch können wir nicht bezahlen: weil man uns in Afrika immer nur die grossen Scheine wechseln wollte, haben wir jetzt nur noch solche dabei… – aber hier in Ecuador werden aus Angst vor Fälschungen nur kleine Scheine akzeptiert! Also müssen wir nochmals zurück zur Grenze fahren und unsere grossen Dollarnötli – mit Verlust natürlich! – gegen kleinere tauschen…

1 OtavaloMit allem ausgerüstet können wir nun endlich unsere Fahrt nach Otavalo starten. Die Strasse führt durch imposante Berglandschaft ins Tal hinunter. Über eine Stunde kurven wir hin und her bis die Talsohle erreicht ist. Etwas ausserhalb Otavalos quartieren wir uns auf dem verwaisten Campingplatz eines Amerikaners ein, der mit seiner Frau ein Hostel in der Stadt führt. Er erzählt uns am ersten Abend ein wenig von Land und Leuten, was sehr informativ und interessant ist. Seit Correa Präsident sei, befinde sich das Land im Aufschwung. Er hat mit der Korruption aufgeräumt und investiert viel Geld in den Aufbau der Infrastruktur, was wir an den guten Strassen bald einmal erkennen können. Seine Gegner kommen vor allem aus der Oberschicht und einem Teil der Kirchenoberen. Er treibt viel intensiver Steuern ein als in allen umliegenden Ländern – irgendwoher muss das Geld ja kommen! Aussagen wie „Hitler Südamerikas“ haben wir deshalb in2 Mojandaseen erster Linie von Wohlhabenden gehört. Viele der einfachen Leute verehren ihn, auch stärkt er die Rechte und die Bildung der Indigenas, der alteingesessenen Einwohner. Während unserem Aufenthalt hier spielt sich auch gerade die „Snowden-Affäre“ ab und wir wundern uns doch sehr über die amerikanische Kampagne gegen den „ultralinken“ Correa… wir bekommen eher den Eindruck eines sehr um sein Land besorgten Präsidenten, der alles für den wirtschaftlichen Aufschwung tut und gleichzeitig seine Landsleute mit riesigen Plakaten für den Umweltschutz sensibilisieren will! Dass er daneben aber auch Erdölpipelines durch den Amazonas verlegen lässt, hinterlässt ein eher zwiespältiges Gefühl. Und die omnipräsenten Werbetafeln entlang der Strassen, auf denen er für seine Politik und Taten wirbt, sind wohl gute Wahlkampfpolitik… 😉 Aber im Vergleich zu den häufig wechselnden Regierungen vor ihm (bis zu 3 pro Jahr!), macht er in meinen Augen doch einen guten Job!

3 Vollkornbrötli...Wir geniessen zwei Tage Sonnenschein in Otavalo, backen Brot (nachdem ich in der Bäckerei zwei „Vollkornbrötli“ gekauft habe, die aber nur in der obersten Schicht rundherum ein paar Spuren Vollkorn zeigten…) und Kölbi demontiert einmal mehr das Steuerrad um das Auf- und Abblendlicht endlich wieder zum Funktionieren zu bringen. Immer noch Spätfolgen der Verschiffung! Ein Ausflug führt uns zu den Moyandaseen, wo wir eine schöne, wenn auch kühle Wanderung auf knapp 4000müM unternehmen.

4 CuicochaVor der Weiterfahrt besuchen wir auch noch den Vulkankratersee Cuicocha, da es uns dort aber zu touristisch ist, fahren wir zurück auf einer abenteuerlichen Piste bis zu dem 5 FiestaDorf, wo wir am frühen Morgen schon einen Festplatz erspäht haben und viele Menschen, die sich für den Feiertag herausgeputzt auf dem Weg dorthin befanden.

Fiesta – Zeit: die „Parade“ der ver-schiedenen Dorfgemeinschaften in ihren Trachten ist in vollem Gange. Gruppenweise wird zur Musik getanzt, Frauen tragen Früchte- und Gemüsekörbe auf den Köpfen zur Schau und Hähne werden von stolzen Besitzern durch6 Früchtebilder die Luft gewirbelt… 7 HähneNach einem äusserst reichhaltigen Mittagessen auf dem Festgelände fahren wir mit vielfältigen Eindrücken gesättigt weiter.

 

9 Schwein

 

Kurz nach dem Überqueren des Äquators biegen wir von der Panamericana ab auf eine Seitenstrasse und steigen immer höher in die fruchtbare Bergregion östlich von Quito11 Landwirtschaft hinauf. Überall wird Ackerbau betrieben, auch an den steilsten Hängen entdecken wir immer wieder Felder, Kartoffeln werden bis auf 3500müM angebaut! Als sich hinter einer Biegung eine wolkenverhangene Regenwand auftut, beschliessen wir im „sonnigen Teil“ zu bleiben und campieren direkt neben der Strasse. Kurz vor Sonnenuntergang reissen die Wolken für einen kurzen Augenblick auf und geben uns den Blick auf den 5790m hohen, 11 Cayembeschneebedeckten Vulkan Cayembe frei. Welch majestätischer Anblick!

Nach einer ruhigen, aber kalten Nacht fahren wir früh weiter und werden mit einer tollen Fahrt durch das Naturschutzgebiet „Cayambe-Coca“ belohnt, dem Wasserspeicher von Quito. 12 Cayembe-CocaVon dem riesigen Hochmoor mit unzähligen Seen wird das Wasser durch grosse Druckleitungen in Ecuadors Hauptstadt (mit über 2 Millionen Einwohnern) gepumpt. Unterwegs entdecken wir zwei Füchse und einen Trupp wilder Hirsche.

13 Cayembe-CocaWir sind so früh losgefahren (- und oben war es auch zu kalt), dass wir erst recht spät, schon wieder unten im Tal, frühstücken. Hier befinden wir uns auf einer Verbindungsstrasse von Quito Richtung amazonisches Tiefland – und für einmal haben wir Glück und erwischen einen klaren, sonnigen Tag. Durch urige 14 BergnebelwaldNebelbergwälder geht es in weiten Kehren runter bis auf knapp 400müM, wo wir Jacken und Pullis ausziehen und uns am warmen Klima erfreuen. Welch ein Wechsel innerhalb nur eines halben Tages Fahrzeit! Dies werden wir hier in Südamerika noch öfters erleben, ob auf der West- oder Ostseite der Anden: immer geht es steil runter und innert kürzester Zeit durchquert man ganz unterschiedliche Vegetationszonen.

14 TapirDie dazugehörige Tierwelt erblicken wir leider – ausser der reichhaltigen Vogelwelt – fast nie, deshalb statten wir einem kleinen Aufzuchtzoo hier einen kurzen Besuch ab. Jetzt weiss auch ich, wie ein Tapir aussieht…

Nach weiteren 170 km zweigt wieder eine Strasse Richtung Anden ab, sie führt das Tal hoch bis nach Baños und trifft dann in Ambato wieder auf die Panamericana. Baños ist berühmt für seine Thermalquellen, die an den Flanken des immer wieder mal aktiven Vulkan Tungurahua entspringen. 16 BañosDen bekommen wir leider wegen der vielen Regenwolken nie zu Gesicht, dafür geniessen wir die entspannenden Thermalbäder umso mehr.15 Kloster Baños

18 Chugchilan

Zwei Tage später fahren wir weiter durch imposante Berglandschaften hoch zum Quilotoa – Kratersee.17 Quilotoa Der kalte Wind hier oben treibt uns aber schnell weiter und wir übernachten etwas weiter unten im Tal bei Chugchilan.

Der Hostalbesitzer erzählt uns von einer „neuen“ Strasse runter ins Küstentiefland, die wir auch prompt finden… 19 Bergstrasse Nebelwald„neu“ heisst hier: frisch ausgebaggert… gut, hat unser Cruisie Vierradantrieb und einen engen Wendekreis! In engen Kehren geht es steil die Berge runter durch faszinierenden Bergnebelwald

20 Nebeldecke– doch oje: weit unten sehen wir schon die dichte Wolkendecke, die während dieser Jahreszeit meist den Küstenstreifen bedeckt und in die wir nun eintauchen. Sie wird „Garua“ genannt, ausgelöst durch den kalten Humboldtstrom vor der Küste bewirkt sie eine trübe Nebelsuppe entlang der Küste. Für die Einheimischen ist das der Winter – und wenn die Sonne scheint, ist es dann halt Sommer… einfach, oder?!

24 Küste CanoaÜber eine teilweise übel zerlöcherte Teerstrasse (Correa hat doch noch Arbeit vor sich!) erreichen wir schliesslich gegen Abend das Meer und machen Halt im Touristenort Canoa. Tolle Küste mit Felsformationen, aber da gerade Wochenende ist, kriegen wir in der Nacht vor lauter Bumm-Bumm-Musik der umliegenden Bars kein Auge zu und fahren am nächsten Morgen schon weiter.25 Fischerdorf Matal

Unseren Frieden finden wir dann in einem kleinen Fischerort, wo zwar auch gerade Fiesta ist, aber alles viel gemütlicher abläuft. Wenn es nicht so wolkenverhangen wäre, sähen die endlosen Strände hier sicher paradiesisch aus…!26 Traumstrände

Die Einheimischen erzählen uns, dass die Chance auf Sonne im Süden leicht besser wären, deshalb fahren wir runter bis Salango, wo wir von einem tollen Campingplatz eines Schweizers gehört haben. Und tatsächlich 27 Salango Buchtzeigt sich die Sonne immer mehr, je näher wir Puerto Lopez und Salango kommen. Gut, dass wir gleich noch ein paar Fotos schiessen, denn die nächsten fünf Tage, die wir dort verbringen, sind wieder wolkenverhangen… 🙁

Der Schweizer Besitzer des Platzes ist leider auf Heimaturlaub, dafür treffen wir auf andere Schweizer Reisende mit eigenen Fahrzeugen und so vergeht die Zeit mit Plaudern und Infos austauschen – trotz dem Wetter. Und ausserdem können wir von 28 Walbeobachtungdem erhöht über einer Bucht gelegenen Platz erst noch Buckelwale beobachten, die hier überwintern um dann im Sommer wieder in die Antarktis zu ziehen. Ein faszinierendes Erlebnis!

Und da Martina&Michi uns erzählen, dass sie in Las Playas weiter im Süden meist Sonnenschein hatten, ist unser nächstes Tagesziel nach 5 grauen Tagen hier auch schon gesetzt… Und wirklich scheint da die Sonne und animiert uns sogar noch zu einem Bad im Meer… es wird wohl das letzte sein, bis wir dann irgendwann Brasilien erreichen werden, denn ab 29 Meeresfrüchtehier südlich bestimmt der kalte Humboldtstrom die Wassertemperatur!

Quer durch die Hafenstadt Quayaquil fahren wir durchs fruchtbare Sumpf-Küstenland, vorbei an Häusern auf Stelzen. Es erinnert uns ein bisschen an Kambodscha…30 Stelzenhäuser

Schon bald aber ist der Anden-Anstieg erreicht, kurz darauf fahren wir in dickstem Nebel und erklimmen Kurve um Kurve einen Höhenmeter nach dem andern. Der Nebel ist beängstigend dick, was das Überholen der langsamen Laster bergauf recht gefährlich macht. Aber schliesslich begrüsst uns heller Sonnenschein und wir haben‘s geschafft. Wir befinden uns bereits wieder auf fast 3000müM, also suchen wir uns schleunigst ein Übernachtungsplätzchen. In einem schmalen Seitental an einem Bach werden wir fündig und es hat sogar noch genug Brennholz für unser abendliches Feuer rumliegen.

31 ChimborazoDie Sonne weckt uns frühmorgens, es verspricht ein klarer Tag zu werden… also nichts wie los! Die Strasse windet sich endlos das Tal hinauf und ganz oben, fast auf Passhöhe bekommen wir den schneebedeckten Vulkan Chimborazo zu Gesicht. Irgendwie faszinieren uns Schweizer die Schneeberge halt überall auf der Welt… 😉31 Stadt Alausi

 

Im kleinen Bergstädtchen Alausi machen wir Mittagshalt. Hier feiern sie heute, am 29. Juni, San Pedro, ihren Stadtheiligen, mit einem grossen Umzug, Musik und Fest. Von allen umliegenden Dörfern strömen Menschen herbei und feiern ausgelassen mit.

Doch bevor es allzu wild zu und her geht, verlassen wir das Fest wieder und fahren noch37 Cuenca bis Cuenca, das uns mit strömendem Regen empfängt. Nach einer kurzen Stadtbesichtigung fahren wir anderntags ins Nachbardorf Baños, wo wir den Nachmittag in warmen Thermalquellen 38 Bañosverbringen.

Weiter geht‘s Richtung Süden nach Loja, über tolle Berglandschaften und durch tief eingeschnittene Täler. So langsam erscheint uns die Vegetation karger, trockener. Vor allem tief unten in den Canyons herrscht fast wüstenartiges Klima, hier scheint kein Tropfen Regen je die Erde zu erreichen. Aber sobald wir die Bergrücken erklimmen, hat es wieder Wolken aus denen feiner Nieselregen sprüht… dabei soll(te) hier doch die Trockenzeit begonnen haben…Canyons

Bei solch einem Aufstieg erblicken wir vor uns zwei vollbepackte Fahrradfahrer, Touristen aus Kanada. Wir fangen mit der jungen Frau ein Gespräch an, er hat davon nichts mitgekriegt und radelt emsig weiter. Als ich ihr deshalb scherzeshalber anbiete, wir könnten sie ein Stück mit rauf nehmen, nimmt sie das Angebot freudig an! Also packen wir sie samt Velo und Gepäck ins Auto und fahren bis zu ihrem Freund vor. Der staunt nicht schlecht! – und noch mehr, als sie ihm verkündet, sie werde mit uns bis auf den Pass mitfahren und dann oben auf ihn warten… wenn das nur keinen Ärger gibt!40 unter Radlern

Aber sie erzählt uns, sie habe ihm bereits am Morgen angekündigt den Bus zu nehmen, da er eh immer nur auf sie warten müsse… Oben am Pass laden wir sie aus, trinken noch einen Tee zusammen und verabreden uns schon mal für Vilcabamba, wo wir ein paar Tage verbringen wollen. Bei unserem Treffen dort erfahren wir dann, dass es wohl doch etwas Ärger gab, weil sie so weit mit uns mitgefahren ist und er sie erst nach drei Stunden bergauf radeln wiedergesehen hat… 😉

39 VilcabambaVilcabamba liegt im Tal der Hundertjährigen: wegen seinem formidablen Klima und gesundem Wasser sollen dort ausserordentlich viele alte Menschen mit über hundert Jahren leben. 40 Tal der HundertjährigenWas wir auf der Plaza dann als erstes wahrnehmen, sind die ausserordentlich vielen amerikanischen Aussteiger, die sich hier niedergelassen haben und eine eigene Kolonie bilden. Aber sie haben ja recht, das Tal ist sehr schön gelegen und viel trockener und milder als alles drum herum. Wir bleiben schliesslich fast eine Woche.

HolgerDabei buchen wir auch eine der vielgerühmten Pferdetouren mit Holger, einem Einheimischen, der zwei Jahre in Deutschland gelebt hat und sehr gut mit Pferden – und reitunerfahrenen Touristen wie uns 😉 – umgehen kann. Für uns beide ist es ein so tolles Erlebnis in diesen steilen Bergen hoch zu Ross unterwegs zu sein, zu spüren, dass diese Pferde die Berge lieben und auch bergauf am liebsten noch galoppieren würden – dass wir gleich nochmals eine Tour buchen! Beim Absteigen können wir zwar fast nicht mehr gehen vor lauter Knieschmerzen, aber das vergeht jeweils schnell wieder.

So geht unsere Zeit in Ecuador dem Ende entgegen.45 Urwaldpiste Wir wollen über eine kleine Bergstrasse von hier direkt weiter in den Norden Perus einreisen. Kaum haben wir Vilcabamba verlassen, fahren wir in Regen rein und kurz darauf geht die neuerbaute Asphaltstrasse wie angekündigt in eine Schotter- und schliesslich in eine äusserst schlammige Baustellenstrasse über… wie man an unserem Auto feststellen kann!

Der Zoll wäre dann eigentlich einfach und schnell erledigt gewesen, doch da auf peruanischer Seite ein frischer Beamte das Einreiseformular fürs Auto zum ersten Mal am Computer ausfüllen muss, dauert dies dann über zwei Stunden bis fast in die Nacht… einmal ist immer das erste Mal!

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Kolumbien I (21.5. – 12.6.2013)

Endlich wieder auf Reisen…! Ein schönes Gefühl, nach über zwei Monaten Verschiffungszeit nun wieder in unserem Cruisie zu sitzen und die Landschaft vorbeiflitzen zu sehen! Wir geniessen es in vollen Zügen 😉 on the road again...

Unsere erste Fahrt führt uns nach Nordosten, alles der Küste entlang, vorbei an grossen Lagunen. Die flache Landschaft wird immer trockener und karger, bis wir am späten Nachmittag endlich die hohe Bergkette der Sierra Nevada vor uns auftauchen sehen. Nirgendwo sonst auf der Welt reichen so hohe Berge (über 5000 Meter hoch) so nahe ans Meer… die Gipfel sind alle wolkenverhangen, hier ist 2 Aufräumen am Strandes wieder tropisch grün. Wir fahren am Tayrona Nationalpark vorbei bis nach Naranjos, wo wir unser Lager im „Los Angeles“- Camp am Strand aufschlagen. Die nächsten Tage müssen wir uns dann erst mal wieder „häuslich“ einrichten und unsere Habseligkeiten neu ordnen und einräumen – und Kölbi ist damit beschäftigt, alle möglichen elektrischen Kontakte auszubauen, zu reinigen und schleifen und danach wieder zusammen zu setzen… 3 soviele Sachenalle Kupferschalterteile sind korrodiert und funktionieren nicht mehr: Blinker, Licht, Hupe, Makita-Schrauber, Bosch-Schrauber, Innenbeleuchtung… wenigstens versagt unsere Engel-Kühlbox ihren Dienst nie und so haben wir abends immer ein kühles Bier um den Ärger runterzuspülen!

Jede Nacht regnet es heftig und einmal tobt ein Gewitter um uns herum, wie wir es beide noch nie erlebt haben. Der Himmel wird hell erleuchtet von all den Blitzen und krachend schlägt der Donner nach Sekundenbruchteilen aufs Trommelfell. Das wird sogar mir zuviel, wo ich doch sonst so ein Gewitter – Fan bin…! Tagsüber ist es meist wolkenverhangen und die Wellen im Meer sind mir zu brachial um baden zu gehen – dazu warnen Schilder vor gefährlichen Unterströmungen… Irgendwie kommt bei uns kein richtiges Karibik – Feeling auf hier, obwohl wir von tropischen Pflanzen und wunderschönen Blumen umgeben sind. Hinzu kommen noch lästige Sandfliegen mit ihren juckenden Stichen…

4 ChicamochaNach nur wenigen Tagen brechen wir auf und fahren ins Inland, den Bergen entgegen. Nach zwei Tagen Fahrt erreichen wir südlich von Bucamaranga den Chicamocha – Canyon. Hier sind etliche Attraktionen zu einem Touristen – Park aufgebaut worden, darunter eine Seilbahn, die das ganze Tal überspannt. Diese gemütliche Fahrt lassen wir uns nicht entgehen und auch den Aussichtsberg erklimmen wir und geniessen das herrliche Wetter und das Panorama.5 Teleferico

Auf der Weiterfahrt geht‘s wiederum Berg auf- und ab, unbeschreiblich wieviele Kurven wir in diesen Tagen (- und wohl die nächsten Wochen und Monate!) fahren, immer enger und steiler werden die Täler. 6 KurvenWir befinden uns in den Kordilleren, den Anden! Einmal können wir beobachten, wie sich unten im Tal die Velo – Kids waghalsig an einen Lastwagen hängen und sich von ihm den Pass hochziehen lassen, um danach in halsbrecherischer Fahrt wieder runter zu rasseln… 7 Velokidshoffentlich funktionieren die Bremsen dann auch! Überhaupt zeigen viele Kolumbianer – allen voran die kopflosen Busfahrer – einen Hang zu unkontrolliertem Risiko beim Überholen in unüberschaubaren Kurven 😉 Als dann aber auch Kölbi mal bei einem (kontrollierten!) Überholmanöver die doppelte Sicherheitslinie ignorierte, wurde dies ausgerechnet von einer Polizistin beobachtet, die uns dann auch prompt aus dem Verkehr zog… glücklicherweise erschien ihr der Papieraufwand bei einem ausländischen Fahrzeug 8 Überholmanöverwie dem unseren dann doch zu gross und sie verabschiedete sich mit dem Rat an mich, meinen Mann doch künftig vor dem Überholen ein wenig am Ohrläppchen zu zupfen… – ob das helfen wird??

Unterwegs stehen immer wieder Einheimische und halten kleine Plastiksäcke mit dunkelbraunen Kügelchen hoch um sie uns Autofahrern zu verkaufen. Was das wohl sein mag? 9 leckeres EssenEin bisschen wenig für Kaffee… und zu grosse Kugeln… – es sind Hormigas, dicke, fette Riesenameisen, die geröstet und gesalzen angeboten werden! Sie schmecken nussig – speckig, gar nicht mal so schlecht als proteinspendender Snack 😉 Aber auch sonst geniessen wir das feine Essen hier überall – und es gibt’s erst noch zu unschlagbaren Preisen!

Wir besuchen auch einen Park, in dem die Bäume alle wie mit Weihnachtslametta behangen sind. 10 Lametta-BäumeEs sieht ganz märchenhaft aus, zuhause verwenden wir diese „Fäden“ in Blumensträussen. Wir entdecken auch ausserhalb des Parks noch etliche dieser fadenbehangenen Bäume.

Ein kurzer Abstecher führt uns nach Barichara, einem alten11 Barichara Kolonialstädtchen mit urigem Kopfsteinpflaster und steilen Gassen. Wir finden einen ruhigen Übernachtungsplatz hinter der Kirche und geniessen das Flanieren im Sonnenschein. 12 alte TrucksEs sollte unser letzter wirklich warmer und sonniger Tag für lange werden – glücklicherweise wissen wir das zu dem Zeitpunkt noch nicht 😉

13 Villa de LeyvaDurch spektakuläre Täler und über weite Hochmoore fahren wir nach Villa de Leyva, 14 Plazaleider zieht sich der Himmel immer mehr zu und gerade als wir durch eine Schlucht fahren entlädt sich ein heftiges Gewitter. Im Kolonialstädtchen fragen wir uns zum etwas ausserhalb gelegenen Renacer-Guesthouse durch, wo wir im hübschen 16 SonnenkalenderGarten parkieren dürfen. Da wir ein paar Tage bleiben wollen, spannen wir auch gleich unser Vorzelt auf und schon bald fühlen wir uns wie zuhause in diesem netten Gästehaus. Wir verbringen die Zeit mit Plaudern, 15 Ammoniten- und KnochenbodenWandern und Radfahren, erkunden die Umgebung und schauen uns die gut erhaltenen alten Häuser an, die zum Teil Boden- und Wandverzierungen mit versteinerten Ammoniten und sogar Rinderknochen haben. Hier gibt es auch eine Ausgrabungsstätte mit einem Sonnenkalender und Grabstätten aus der Vor-Inka-Zeit zu sehen. Nach und nach treffen auch immer mehr Overlander ein, so dass wir unsere Weiterfahrt noch um einen Tag verschieben. Aber irgendwann werden wir der all-nachmittäglichen Regenschauer überdrüssig und fahren weiter.

18 SalzkathedraleÜber abenteuerliche Bergsträssli durch Kuhweideland (fast wie in der Schweiz) fahre19 Salzkathedralewir nach Zipaquira. Hier besuchen wir nach einer Nacht auf einem öffentlichen Parkplatz am nächsten Morgen die Salzmine mit der unterirdischen Kathedrale. Eindrücklich, wenngleich ich mir alles in strahlendweissen Salzkristallen vorgestellt habe… in der Realität aber ist das Salzgestein dunkelgrau. Weiss kristalliert wird es erst nach Kontakt mit Luftfeuchtigkeit, wie wir an der Eingangswand eindrücklich gezeigt bekommen.20 Salzkristallisation

Nach der Führung fahren wir gleich weiter, an Bogota vorbei, das wir ja bereits während unserer „autolosen Zeit“ besucht haben und gelangen vom Hochplateau runter Richtung Magdalena – Flusstal. Mit jedem Höhenmeter den wir runterkommen werden die Temperaturen angenehmer und schon bald scheint auch die Sonne durch die Wolken. Durch eine enge Schlucht erreichen wir die Tal-Ebene und erfreuen uns erst mal an der Wärme hier unten.21 am Magdalenafluss

Auf meiner Karte habe ich überdies eine Abkürzung zur Tatacoa-Wüste entdeckt… nun ja, wir müssen die Einfahrt dazu erst mal suchen und Kölbi misstraut schon der ersten 22 durch alte BahntunnelsBrücke gleich zu Beginn… glücklicherweise (?) kommt uns grad ein Laster entgegen, also kann‘s ja kaum so schlimm sein mit dem Weg! Tja, die Strasse entpuppt sich als ausgewaschener Fahrweg, der sich der alten Eisenbahn-Tunnels und -Brücken bedient 😉 Wir kommen nur sehr langsam voran, erreichen die Tatacoa-Wüste an diesem Tag also nicht mehr und übernachten gleich an der Strasse im Grünen. 23 Camp im GrünenWir geniessen die schöne Abendstimmung und kochen uns noch was, schauen den vielen Glühwürmchen zu – und realisieren an diesem Abend noch gar nicht so recht, dass es uns immer mehr an allen möglichen Stellen juckt. Und zum Schlafen haben wir ja unser Bett Moskitodicht installiert – denken wir zumindest. Doch diese Plagegeister hier sind so winzig klein, dass24 Stiche am nächsten Morgen unser „Schlafzimmer“ mit lauter schwarzen, sich bewegenden Punkten übersät ist… und wir sehen aus, als ob wir die Masern hätten! Die nächsten Tage sind unsere Hände immer voll beschäftigt: kratz, kratz…

25 TatacoaDie Tatacoa-Wüste ist eine Erosionslandschaft und hat mit unserem Verständnis von Wüste nicht viel gemein. Rundherum ist es grün, also muss es auch ab und zu regnen. Wir entdecken ein extravagant gelegenes Schwimmbad mitten im Canyon und übernachten gleich da in der Nähe. 26 PiscinaZu Fuss erkunden wir die verschiedenen Erosionstäler und kühlen uns danach im Piscina ab. Eine wunderschöne Gegend! Leider weckt uns der nächste Tag mit dem Hämmern von Regentropfen auf unserem Schlafzimmerdach und so fällt uns die Entscheidung weiterzufahren etwas leichter.26 Übernachtungsplatz

Wir haben von Thermalbädern in der Nähe gelesen… genau das Richtige bei Regenwetter! In Rivera fahren wir bis zum obersten „Los Angeles“-Bad, das traumhaft in den Regenwald eingebettet ist.27 Thermalbad Das heisse Wasser kommt direkt aus dem sandigen Boden und befreit uns erst noch von unseren Juckreiz – wenigstens für die nächsten paar Stunden!

28 MagdalenaflussLeider dürfen wir nicht beim Bad übernachten und da es noch vormittags ist und uns der Ort ansonsten nicht sehr gefällt, fahren wir weiter bis nach San Agustin, hoch oben in den Bergen gelegen. Rund um den Ort befinden sich mehrere Ausgrabungsstätten mit guterhaltenen Steinfiguren aus der Vor-Inka-Zeit. Wir übernachten oben auf einem Hügel bei einem 28 San AgustinSchweizer Hostel im Garten. Die Berge sind wolkenverhangen, feiner Nieselregen hält uns vom Wandern ab. Spontan schliessen wir uns zwei Spaniern an, die eine Jeeptour durch die Gegend gebucht haben. Gute Entscheidung! 29 San AgustinDie Schotterstrassen sind extrem schmal und steil und es geht Hügel rauf und runter, vorbei an imposanten Wasserfällen und zu mehreren Ausgrabungsstätten, die wir alleine wohl kaum alle besucht hätten.30 Wasserfall

Und gegen Mittag klart erst noch der Himmel auf und wir geniessen 32 Panelas abfüllen33 Panelaverkaufschönsten 31 ZuckerrohrkochenSonnenschein! Unterwegs besuchen wir auch eine Zuckerrohrfabrik, wo sie den Saft zu „Panelas“ einkochen, Blöcken von natürlichem Rohrzucker. Die Arbeiter erklären uns, dieser sei viel gesünder als normaler Zucker, was ich zwar bezweifle, aber ich kaufe ich ihnen trotzdem einen Block ab. Schmeckt fast wie Carameltäfeli und süsst in Zukunft unseren Tee und meine selbstgemachte Konfi.

Am nächsten Tag wandern wir dann durch die Ausgrabungen von San Agustin selber, wo auch eine interessante Fluss-Opferstätte zu sehen ist und unzählige Steinfiguren. Irgendwie schade, dass man so wenig über diese Kultur weiss…35 San Agustin34 San Agustin36 Fluss- Kultstätte

Unsere nächste Station ist Mocoa, am Rande des Amazonas -Tieflands gelegen. Bei unserer Ankunft regnet es wieder mal in Strömen. Dafür begrüsst uns der nächste Tag37 Lehmpfad mit Sonnenschein und wir machen uns auf eine Wanderung ans Ende der Welt (fin del mundo), so heisst ein Wasserfall in der Nähe, von dem aus man weit in die Urwaldebene hinausblicken kann. Der Weg dahin entpuppt sich als steiler Lehmpfad, dem der gestrige Regen arg zugesetzt hat. Aber die Wasserfälle sind toll! 38 DschungelDas finden auch unzählige Kolumbianer, die sie an diesem verlängerten Wochenende mit uns zusammen besuchen  😉 Habe ich schon erwähnt, dass die Kolumbianer wohl die freundlichsten und hilfsbereitesten Leute weit und breit sind?! Überall fragt man uns nach dem woher und wohin, offeriert uns Früchte und erkundet sich nach unserem Wohlbefinden…40 Dschungel

41 ÄffchenZurück beim Auto nehme ich dann ein erfrischendes Bad im Fluss nebenan und kann dabei gleich noch die Wanderschuhe vom Lehm befreien. Wir beobachten kleine Äffchen, Papageien und fleissige Blattschneideameisen – das Amazonasgebiet ist wohl wirklich nicht mehr weit!

 

 

44 BergstrasseWiederum bei regnerischem Wetter machen wir uns auf Richtung Inland. Die ungeteerte Strasse windet sich steil hoch in die Berge, innert kürzester Zeit sind wir auf fast 3000m Höhe. Schade, dass wir keine Aussicht haben! Immer weiter in die Kordilleren hoch reiht sich Kurve an Kurve, 45 Bergstrassebis es uns fast schwindlig wird… oben breitet sich dann die Ebene von Sibundoy aus, einem kleinen Ort, der berühmt ist für seine Schamanen und Heil-Kräuter und -Zeremonien. 46 mit FlussquerungenDa wir uns aber gesund und munter fühlen, fahren wir weiter und stoppen erst an unserem 47 Chalet GuamuezTagesziel, beim Chalet Guamuez an der Laguna La Cocha, das ganz offensichtlich mal einem Schweizer Hotelier gehört hat: in der Gaststube hängen nebst einem Paar Holzski auch noch die alten bedruckten Stoffkalender aus der Schweiz!48 Gaststube

Geboten wird eine feine Küche mit frischen und geräuchten Forellen (nebst dem obligaten Käsefondue) und ein Service fast wie zuhause. Wir lassen es uns wieder einmal gut gehen… Danach muss ich doch gleich einen Verdauungsspaziergang durch die schöne Gegend unternehmen! Hier werden die berühmten „Moras“ angebaut, grosse Brombeeren. Bei einem Hof halte ich an um ein Kilo zu kaufen und darf mit der49 Laguna La Cocha Bäuerin gleich selber mit pflücken gehen. Sie schmecken zwar recht sauer, aber zu Konfitüre verarbeitet werden sie in Farbe und Geschmack eher wie Himbeerkonfi – lecker!

Den ersten Teil unserer Kolumbienreise beschliessen wir in Lajas. Dort haben die Einwohner nach einer Mariensichtung im Flusstobel eine imposante Kathedrale an ebendieser Stelle erbaut und damit einen spektakulären Wallfahrtsort begründet. Überhaupt fallen uns die vielen Marien- und Virgen(Jungfrau)- geweihten Kirchen hier in Südamerika auf – ob damit wohl nicht eher die Pachamama, die heilige Mutter Erde der Indigenas, gemeint und verehrt wird?? Auch wir statten der Kirche einen kurzen Besuch ab und erhoffen uns dadurch eine problemlose Einreise in unser nächstes Reiseland, das wir noch gleichentags ansteuern: Ecuador50 Las Lajas

Kolumbien hat uns – ausser dem Wetter 😉 – sehr gut gefallen und wir freuen uns bereits jetzt darauf in etwa einem Jahr auch noch den westlichen Teil dieses freundlichen Landes besuchen zu dürfen.

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Galapagos – Bogota – Cartagena (25.4. – 20.5.2013)

1 Flug GalapagosVor dem Flug auf die Galapagos – Inseln wird unser Gepäck separat gecheckt, da dort besondere Quarantäne – Bestimmungen gelten. Die Inseln beherbergen viele ausschliesslich dort existierende Pflanzen- und Tierarten und die Regierung unternimmt grosse Anstrengungen um diese so ursprünglich wie möglich zu erhalten.0 Galapagos NP Menschen dürfen die Inseln nur an bestimmten Orten betreten und auch dies nur in Begleitung eines verantwortlichen Führers. Aus-nahmen sind einzig die paar besiedelten Orte auf den Inseln, wie Puerta Ayora, das wir die ersten zwei Tage besuchen.

Auf der Busfahrt dorthin fällt uns noch nicht viel Ungewöhnliches auf, doch bereits bei unserem ersten Spaziergang durch den Ort 2 Fischmarktentdecken wir beim Fischverkäufer am Hafen den ersten Seelöwen, der ungeduldig auf „seinen“ Anteil beim Fischausnehmen wartet… und teilen muss er ihn erst noch mit unzähligen Pelikanen. Die Tiere kennen keine Scheu und der Fischer muss sogar aufpassen, dass er dem Seelöwen nicht auf die Schwanzflosse steht!

Wir besuchen das Darwin – Forschungs-center, das sich hauptsächlich um die Aufzucht von Riesenschildkröten der verschiedenen3 Darwincenter Inseln kümmert. Da mit den ersten Siedlern und Piraten auch Ziegen, Ratten und Katzen auf die Inseln kamen und diese deren Nester plündern oder zertrampeln will man auf diese Weise die Schildkrötenpopulation wiederherstellen und erhalten. Und damit man auch genau weiss, welcher Nachwuchs auf welche Insel gehört, werden sie alle mit Nummern gekennzeichnet und erst mit 4-5 Jahren am entsprechenden „Heimatort“ ausgesetzt.

Den Abend verbringen wir mit Margriet und Didier, die wir beim örtlichen 3 KioskosVolleyballmatch – Turnier kennenlernen und auf die wir die nächsten drei Wochen immer wieder treffen werden. Sie sind auch schon längere Zeit auf Reisen und wir mögen ihre spontane, unkomplizierte Art. Essen gehen wir zusammen zu den „Kioskos“, kleinen sympathischen Essbuden, für die jeden Abend die Strasse gesperrt wird, damit sie ihre Tische und Stühle unter freiem Himmel aufstellen können. Wir fühlen uns fast nach Asien zurückversetzt…

4 Strand mit MeerechseAm nächsten Tag wandern Kölbi und ich zu einem langen Sandstrand an einer Bucht, wo man vor den grossen Wellen geschützt gut baden kann. Am Strand entdecken wir dann unsere ersten Meerechsen, für die Galapagos so bekannt ist: urtümliche Gestalten mit spitzen Zacken über Kopf und Rücken und komplett furchtlos vor dem Mensch. Bei Ebbe steigen sie ins Meerwasser, kämpfen sich durch die Brandung um unter Wasser die Algenteppiche 5 Meerechseabzugrasen. Sie haben spezielle Nasendrüsen, über welche sie das überschüssig aufgenommene Salz wieder ausspeien können, was lustig aussieht. Meist leben sie in grossen Kolonien und wärmen sich dichtgedrängt an Felsen klebend an der Sonne auf um für die lange Zeit im kühlen Wasser gerüstet zu sein. Sie sind kleiner und farblich weniger attraktiv gezeichnet als ihre fix auf dem Land lebenden Artgenossen, die Landleguane,6 Kakteenbaum von denen wir einige schöne Exemplare in den Tagen darauf entdecken durften. Vorerst geniessen wir aber erst mal das Strandleben, baden im klaren Wasser und wandern dann durch die spezielle Kakteenbäume zurück nach Puerta Ayora und gönnen uns erst mal ein feines Eis.

Am nächsten Morgen fahren wir zurück zum Flughafen, wo nach und nach unsere gesamte Reisegruppe eintrudelt. Mit insgesamt vierzehn Passagieren 7 Angelitound sieben Crewmembern werden wir die nächsten acht Tage auf dem Boot „Angelito“ verbringen und mit unserem Führer jeden Tag die Inseln besuchen, Wanderungen unternehmen und Baden und Schnorcheln gehen. Unsere Gruppe besteht aus 7 Schweizern, einem deutschen Paar, 6 Kanadiern und Nikki, einer sehr netten, vielgereisten Chinesin, die ich sofort ins Herz schliesse.

Nach kurzer Busfahrt geht‘s an Bord, wo wir unsere Kabinen beziehen9 Küche8 Küche und kurz darauf das erste von vielen feinen Essen auf der Angelito geniessen dürfen. Unglaublich, was die zwei Bordköche alles aus der winzig kleinen Küche zaubern! Die ganze Crew ist immer gutgelaunt und unheimlich hilfsbereit. Wir werden nach Strich und Faden verwöhnt und geniessen unsere Zeit hier voll und ganz und bereuen den zugegebenermassen recht kostspieligen „Abstecher“ hierher keine Sekunde. 15 LandleguanJeden Tag wartet ein anderes Abenteuer auf uns, gibt es etwas Neues zu entdecken – und wir müssen uns um überhaupt nichts kümmern, alles wird sozusagen auf dem Silbertablett serviert…Apero

12 Pelikan und Seelöwe25 Riesenschildkröte11 RochenAm Eindrücklichsten sind für mich die Begegnungen mit den vollkommen furchtlosen Seelöwen sowohl auf dem Land wie im Wasser beim Schnorcheln, wo man das Gefühl hat, sie würden mit einem spielen. 13 Seelöwe und wir19 WasserschildkröteUnd sowieso das Schnorcheln mit den Schildkröten, den Pinguinen oder als eine ganze Familie Rochen unter uns „durchsegelt“ – und am genialsten ist es, als ein doch10 Krabben nicht ganz kleiner Hai uns zusammen mit einem Seelöwen umkreist…

bis dann der Führer befiehlt, wir müssten sicherheitshalber doch raus aus dem 14 SeelöwengesichtWasser… – wo es doch immer hiess, hier hätten die Haie genug anderes zu fressen 😉

Oder auch die Wanderungen auf den durchgeglühten Lavafeldern mit all den Gesteins-formationen.23 Lavawanderung22 Lavakakteen29 Blaufusstölpel33 Lava und Kakteen32 Landgang

24 Rochen

Oder als wir den zwei Rochen im seichten Wasser bei der Paarung zusehen, wie sie sich immer wieder umkreisen, fast einem Tanz gleich…

und die Krabben,18 Krabbe

16 Landleguan

17 Lagune, wir & Angelito26 Blüte25 Riesenschildkröte

37 Vulkankrateroder die Wanderung zum Vulkankrater,33 Lava und Kakteen

31 Sonnenuntergang

35 Meerechse

und die Meerechsen,Meerechsen

und, und…34 Lagune36 Pinguin27 Bootsausflug

die Zeit vergeht wie im Fluge.

29 Blaufusstölpel

Eindrücklich bleibt auch eine recht stürmische, wellige Fahrt um die Insel, die nicht alle gleich gut verdauen…

40 Schnorchelgruppe

39 Posttonne

Und der Besuch bei der Seefahrer – Posttonne, wo jeder seine Post unfrankiert aufgibt oder eine in sein Heimatland adressierte mitnimmt…

43 Fischbuffet

Am letzten Abend gibt es ein besonderes Festessen und da tags darauf auch noch mein Geburtstag ist, wird sogar noch ein riesiger Geburtstagskuchen aufgetischt…!42 Crew mit Torte

41 Geburtstagswunsch

44 Flug nach QuitoMit vielen Eindrücken und reichen Erinnerungen fliegen45 Bogota wir zurück nach Quito und tags darauf gleich weiter nach Bogota. Jetzt heisst es wieder warme Kleider anziehen, wir befinden uns auf 2500müM und Regen ist auch wieder alltäglich.

46 Goldmuseum

Wir besuchen das imposante Goldmuseum, wo Goldartefakte aus vorkolonialer Zeit ausgestellt werden – wenigstens all das, das den Schmelzöfen der goldgierigen Spanier entgangen ist…48 Goldmuseum 47 Goldmuseum

50 La Calendaria52 uriges Beizli49 Altstadt Bogota

Danach schlendern wir durch die schön erhaltene Altstadt, gehen in einem urigen Restaurant essen 51 La Calendariaund besuchen am nächsten Vormittag noch das Botero-Museum (ja, das ist der Kolumbianer, der die dicken Figuren und Menschen malt…).53 Botero-Museum

Mittags haben wir uns mit Bernhard verabredet, der in der Nähe von Bogota wohnt und dessen Adresse wir von seinem Safnerer Göttibub bekommen haben. Er gibt uns viele Tipps für Kolumbien und wie werden ihn sicher irgendwann mit unserem Auto besuchen.

54 Bogota-CityWieder draussen sehen wir, dass sich die Sonne zeigt und die Regenwolken sich verzogen haben. Also nehmen wir das Taxi zur Bahnstation der Teleferico (Seilbahn, CH-Produkt!) und geniessen die Aussicht über die Riesenstadt. Wir sind allerdings auch froh, als wir am nächsten Morgen wieder aus dem Chaos rauskönnen zum Flughafen und – hoffentlich! – unseren letzten Flug für lange Zeit antreten, zurück nach Cartagena.

Wie gehabt werden wir dort mit schwülwarmer Luft empfangen – nur dass wir uns inzwischen darauf freuen nach all der Kälte in Quito und Bogota…! 55 Cartagena GetsemaniWir suchen uns ein gemütliches, ruhig gelegenes Hotel und finden das Villa Colonial, mit einer genial schönen Dachterrasse. Da wir zehn Tage bleiben werden, verspricht uns die herzliche Besitzerin Martha das nächste freiwerdende grössere Zimmer und wir sind froh um diesen angenehmen Rückzugsort während der folgenden hektischen Tage.

56 Dachterrasse mit Margriet&Didier Erst aber mal ist in Cartagena noch verlängertes Wochenende, das wir zusammen mit Margriet und Didier verbringen, die inzwischen auch in Cartagena eingetroffen sind.

Am Dienstagmorgen früh beginnt dann unser „Ausschiffungsmarathon“: die nächsten drei Tage versuchen wir per Mail und Telefon und persönlichem Vorsprechen unsere Frachtpapiere auszulösen, was uns öfters Mal den letzten Nerv auszureissen droht. Zum Beispiel wenn Maersk Bogota will, dass wir erst die Hafengebühren bezahlt haben müssen, bevor sie die B/L freistellen können – und die Leute vom Hafen erst die freigestellte B/L brauchen, damit sie uns die Hafengebühren fakturieren können…58 Manfred&Kölbi

Aber alle sind extrem freundlich und hilfsbereit,57 am Hafen obwohl ich sicherlich 30x bei Maersk Bogota anrufe und ein vielfaches an Mails schreibe in diesen drei Tagen! Sogar das sonst übliche Containerdeposit von 500 US$ wird uns erlassen, dafür müssen wir hoch und heilig versprechen den Container vor dem 25. Mai zu leeren… – wenn sie uns denn endlich liessen, würden wir dies ja heute noch so gerne erledigen!!! Aber der Bürokratietiger will gefüttert werden und so wird es schlussendlich Samstagnachmittag, bis wir mit unserem Cruisie aus dem Hafen fahren dürf(t)en…

– denn nun haben wir ein Problem: das Auto springt nicht an, kein einziges Lichtlein leuchtet am Armaturenbrett auf! Kölbi versucht alles mögliche mit Hilfe der Hafenarbeiter und einem gleichzeitig anwesenden Texaner, Dean Jones, der seinen Landcruiser ebenfalls hierher verschifft und mit uns zusammen das Hafenprozedere durchlaufen hat. Aber als nichts hilft, erklärt sich Dean sogar bereit uns aus dem Hafengelände zu ziehen – was allerdings wiederum eine neue Genehmigung der Hafenbehörde erfordert..! Samstagnachmittags um drei Uhr..! 59 beim ElektrikerAber nach einer Stunde und mit Hilfe von Manfreds Beziehungen ist auch das geschafft und Dean zieht uns nicht nur aus dem Hafengelände raus, sondern sogar gleich bis in die ca 10km entfernte Stadt zum Autoelektriker, durch dichten Feierabendverkehr – und nachdem er uns am Morgen noch erklärt hat, dass ihm der kolumbianische Fahrstil schon ein wenig Angst einjage… Also nach unserer Meinung hat er die Feuertaufe mehr als nur bestanden!!! Danke, Dean!60 Elektriker

Uns aber bleibt nichts anderes übrig als zurück in unser Hotel zu gehen, wieder einzuchecken und das Wochenende in Cartagena zu geniessen. Wir treffen zufällig auf Raffaela und Silas, die mit uns auf dem Schiff in Galapagos waren und verbringen einen gemütlichen Abend zusammen. Am Montagmorgen fahren wir per Taxi zurück zum Autoelektriker, der inzwischen herausgefunden hat, dass das Starterrelais durch die lange Zeit im Container korridiert ist. Da kein Ersatz vorhanden ist, reinigt er es mit Schleifpapier und siehe da: unser Cruisie startet wieder einwandfrei. Wir bezahlen, verabschieden uns, fahren raus auf die Strasse – und machen gleich wieder rechtsumkehrt: Blinker, Licht und Scheibenwischer funktionieren auch nicht! Also wird alles wieder ausgebaut und weitere Schaltereinheiten abgeschliffen. Gegen Mittag fahren wir ins Einkaufscenter, tanken und dann nichts wie raus aus der Stadt… – endlich fängt unser Südamerika – Abenteuer richtig an!

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Afrika – Schweiz – Südamerika (12.3. – 25.4.2013)

Wieder einmal fliegen wir via Doha zurück in die Schweiz, Qatar Airways bietet halt die mit Abstand günstigsten Flüge an und so fühlen wir uns im supermodernen Doha Flughäfen...Flughafen schon fast heimisch 😉 wenn nur die Klimaanlagen nicht immer so kühl eingestellt wären! Aber das scheint uns ein weltweites Übel zu sein.

Beim Wiedereinchecken in den Zürich-Flug werden wir komischerweise gebeten, an der Seite zu warten – und zu uns gesellen sich nach und nach noch drei weitere Schweizer-Paare: der Flug wurde überbucht und wir sollen doch bitte mit in die Lounge kommen und dort abwarten, bis sich eine Alternative gefunden habe…! Das können nicht alle gleich cool hinnehmen, – aber was bleibt uns anderes übrig als abzuwarten?? Einander im Flugzeug auf den „Schooss“ sitzen funktioniert ja wohl auch nicht… 😉

Fünf Stunden später geht‘s dann weiter; wir fliegen via Rom (wo an diesem AbendFeuertisch gerade die Papstwahlen beginnen) nach Zürich. Unsere Eltern und unseren grosszügigen Gastgeber Res konnten wir inzwischen über unsere Verspätung informieren und so erreichen wir mit unserem Mietauto spät in der Nacht Safnern und können uns so ohne grosse Begrüssung gleich Kölbis Geburtstagschlafen legen (worüber wir nicht unglücklich sind).

Das Wiedersehen feiern wir dann die nächsten Tage und wieder einmal vergeht die Zeit in der Schweiz wie im Fluge. Wir haben uns dieses Mal bewusst auf weniger (dafür aberTreffen mit Bruno intensivere!) Treffen beschränkt und entschuldigen uns hiermit bei all jenen, die wir gerne auch noch gesehen hätten! Beim nächsten Mal dann, versprochen!

unsere Chäferli

im Gramosetto

Kurz nach Ostern, nach drei intensiven und schneereichen(!) Schnee!Wochen fliegen wir schliesslich weiter nach Cartagena in Kolumbien, wo unser Auto Mitte Mai ankommen sollte. Aufmerksame Leser werden sich jetzt fragen: wieso erst Mitte Mai, im letzten Bericht hiess es doch noch 1. Mai…? Tja, leider wurde unser Container wegen eines doofen Patzers eines Bürofräuleins von Transworldcargo (unserer Verschiffungsagentur in Namibia) nicht aufs geplante Schiff aufgeladen! Besagtes „Fröillein“ gab nämlich auf Anfrage der Schifffahrtsgesellschaft Marsk in völliger Unkenntnis der Sachlage und ohne bei uns nachzufragen an, dass wir weder die Batterie abgehängt noch den Tank entleert hätten… was wir beides in weiser Voraussicht gemacht hatten. Der Gipfel ihres Unvermögens jedoch ist, dass sie auf den Bescheid von Maersk, dass in dem Falle unser Container als „gefährliches Gut“ eingestuft und somit erst später transportiert werde, geantwortet hat: „No problem, I understand 100%“ … und all dies eine Woche (!) vor vereinbartem Verschiffungstermin – informiert hat sie uns dann allerdings erst an ebendiesem Termin. Ich erspare Euch wohl besser meine Ausdrücke für besagtes „Bürofröillein“….! Aber nun ja, das ist die Verschifferei… jedes Mal denkt man, man habe jeden Fehler ausgeschaltet – und wieder lernt man was Neues dazu! Nun sind wir ja mal gespannt, was bei der Entladung in Cartagena alles so passieren wird 😉

Cartagena Panorama

Im Laufe des Vormittags landen wir in Cartagena, einer wunderschön erhaltenen Kolonialstadt, die der wichtigste Ankunftshafen ganz Amerikas für den Sklavenhandel war. Hier müssen sich schreckliche Szenen abgespielt haben!Segelschiff

Uns erschlägt aber vorerst mal die Schwüle hier, Wärme gepaart mit hoher Luftfeuchtigkeit. Ein Taxi bringt uns zu Manfreds Gästehaus, wo wir als erstes die Klimaanlage einschalten (obwohl wir doch sonst eher gegen diese Krankmacher sind!). Bald darauf treffen wir dann auch Manfred. Er ist unser Agent hier im Hafen, Deutscher und scheint jeden und alles zu kennen. Genau der richtige Mann für uns also!

Getsemani-ViertelWir besprechen am nächsten Tag den genauen Ablauf des Hafenprozederes und zügeln danach in ein Guesthouse im Getsemani-Viertel, wo wir zentraler an den Sehenswürdigkeiten sind. Cartagena ist touristisch gut erschlossen und gilt bei den Jungen als Party-Town… was sich ab Wochenmitte aber auch auf den nächtlichen Lärmpegel auswirkt. Nun, wir sind wohl nicht mehr die Jüngsten, – aber wenigstens ist es Montags- und Dienstagsnacht ruhig… 😉

Nur die Luftfeuchtigkeit macht uns mehr zu schaffen als wir erwartet haben und so entschliessen wir uns denn – nach ausgiebigen Touren durch Cartagenas wunderschön erhaltene und gepflegte Altstadt und einer Velofahrt durchs Miami-ähnliche Boccagrande – für unseren Spanisch-Sprachkurs ins höher gelegene Quito in Ecuador auszuweichen. Von dort aus können wir auch gleich die Galapagos-Inseln besuchen, ein langgehegter Wunsch von mir und mit dem Auto schlecht bereisbar.Flug nach Quito

Also buche ich via Internet einen Billig-Flug, was jedoch immer an der Bezahlung per Kreditkarte scheitert… ein Telefonanruf bringt schliesslich Klärung: das System erkennt, dass ich mit meiner Schweizer-Karte von Kolumbien aus die Transaktion abschliessen will und vermutet einen Betrugsfall dahinter! Das sind die Tücken unserer modernen, vernetzten Welt mit all ihren Sonnen- und Schattenseiten…. Also hilft uns wieder mal unser guter Freund Res aus der Patsche: er tippt einfach all meine Angaben in seinen Computer in der Schweiz – und schon klappts!

unser ZimmerIn Quito quartieren wir uns im l‘Auberge Inn ein, das einem Westschweizer gehört und gleich auch noch Spanischunterricht anbietet. Das passt doch! Nur ist leider unser Zimmer etwas sehr klein um längere Zeit hier wohnen zu können, deshalb schauen wir uns nach einer anderen Lösung um. Als wir den Besitzer danach fragen, offeriert er uns das grosszügigste Dachzimmer, sogar noch mit Rabatt, weil wir zwei Wochen bleiben wollen. Da schlagen wir sofort zu, vor allem als wir die Aussicht sehen…

11Aussicht auf QuitoQuito gefällt uns recht gut, obwohl wir ja überhaupt keine Stadtmenschen sind. Es ist – ähnlich wie St.Gallen – zwischen Hügeln gelegen, nur etwas grösser! Die Ausmasse der Stadt erkennen wir erst richtig, als wir mit der „Teleferico“, dem Gondelbähnli am Hausberg Pinchincha, bis auf 4100müM fahren. Dass die Luft hier oben dünn ist, haben wir bereits beim Treppensteigen in unser neues Zimmer in der Auberge bemerkt: die Stadt liegt auf durchschnittlich 2850müM, – und Lift gibt‘s keinen! Also machen wir auch auf der Bergstation keine grossen Sprünge, sondern konzentrieren uns mehr auf die Aussicht und geniessen die Ruhe und Natur – und üben gleichzeitig noch ein paar Spanischvokabeln…Mitad del Mundo

An einem freien Tag fahren wir mit dem Autobus (40Rp für 30km) bis zur „Mitad del Mundo“, der Mitte der Welt, sogenannt weil direkt auf der Äquatorlinie gelegen – wenigstens fast: auch Geologen können sich mal vermessen, und so liegt das Denkmal heute halt 200m daneben… 😉 Intinan MuseumDahinter, auf dem „echten“ Äquator gelegen, gibt‘s dafür das viel interessantere Inti-Nan Museum mit Infor-mativem zu den Indigenas von Ecuador (unter anderem zu Schrumpfkopf-Jägern), Schlangen (Anacondas) und natürlich einigen verblüffenden Tricks mit der Äquatorlinie (Strudel im Wasserbecken).13Äquatorlinie

Die nächsten Tage widmen wir uns dann wieder dem Spanischlernen. Irina heisst unsere Privatlehrerin, und mit den je 1-1.5 Stunden Intensivunterricht zusammen mit Hausaufgaben sind unsere Tage schon recht ausgefüllt. Was gut ist, denn in unserer zweiten Woche zeigt sich Quito von seiner regnerischen, kühlen Seite…

Quito InnenstadtDaneben organisieren wir unsere Weiterreise, buchen den Galapagos-Besuch und erkunden die Stadt, die sich für die letzten zwei Tage unseres Aufenthaltes hier dann glücklicherweise von ihrer sonnigsten Seite zeigt.Kirchendächer

Wir ergreifen die gute Gelegenheit und fahren mit der Teleferico noch einmal „zBärg“: Wow, was für eine Aussicht wir nun haben, da der Regen für eine klare Luft gesorgt hat! Die Fernsicht ist gewaltig und wir können uns an den schneebedeckten Vulkangipfeln kaum sattsehen. Die Schneegrenze liegt hier auf etwa 5000müM und in der Ferne können wir südlich Cotopaxides Cotopaxi sogar den Chimbarazo (mit 6310 der höchste Berg Ecuadors) klar erkennen. Mit uns im Gondeli fährt Marcelo, ein Einheimischer mit hoch, mit dem wir uns schnell anfreunden und – in Gespräche über Gott und die Welt vertieft – zusammen bis an den Fuss des Pinchincha wandern auf 4443müM. So können wir unser frischerlerntes Spanisch gleich trainieren, obwohl Marcelo des öfteren nachfragen muss 😉 Aber er ist ein interessanter Gesprächspartner, wohl ein relativ untypischer Ecuadorianer, da er Vegetarier und Nicht-Katholik ist – bei all den Kirchen und Kathedralen hier…!Wanderung mit Marcelo

Oben beim Berg treffen wir denn auch prompt auf den Gläubigen Pablo, der jeden Mittwoch zum Beten hier hoch kommt und mich auch gleich bekehren will…

Da begeben wir uns doch lieber wieder auf den Rückweg und erfreuen uns der tollen Aussicht und angenehmen Gesellschaft von Marcelo, begleitet von den Gebeten Pablos, die noch lange hinter uns her hallen.

So schnell vergeht unsere Zeit hier in Quito und morgen schon werden wir für 10 Tage auf die Galapagos-Inseln fliegen; darüber dann mehr im nächsten Bericht!

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Namibia II (1.2.-11.3.2013)

Uff, soeben sind wir vom Hafen hier in Walvisbay in unser Gästehaus zurückgekehrt: der Cruisie und die Kabine sind im Container festgezurrt, die Rechnung bezahlt; jetzt können wir nur noch hoffen, dass wir am 1.Mai unser „Baby“ unversehrt in Kolumbien wieder in Empfang nehmen können! Uns bleiben noch ein paar Tage Zeit, um zurück nach Windhoek zu kommen und dann in die Schweiz zu fliegen. Zeit, um uns von Afrika, diesem widersprüchlichen und wenig gastfreundlichen Kontinent, der uns mit Namibia dann zum Schluss wieder versöhnlicher gestimmt hat, zu verabschieden. Zeit, uns auf Familie und Freunde zuhause zu freuen. Zeit, uns auf Südamerika einzustimmen und Informationen zu sammeln…

1Mietauto zum DammAber alles schön der Reihe nach: Vor gut einem Monat haben wir Resli (Kölbis Schwester) und Harald vom Flughafen abgeholt. Sie haben sich einen Toyota Hilux mit einem Kabinenaufbau gemietet. Bereits die allererste Fahrt zum Damm-Camping auf Elisenheim zeigt uns, dass Harald ein geübter Offroadfahrer ist: auf dem 4×4 Trail gilt es extreme Steigungen über loses Gestein zu bewältigen – und das mit einem Auto, das er gerade mal seit einer halben Stunde (und erst noch rechtsgesteuert) fährt…! Da kann uns dann im Norden kaum mehr was überraschen 😉

3ZebraherdenAls erstes steuern wir den Etosha Nationalpark an. Im Okaukuejo-Camp treffen wir2Etosha Gemsbokvlakte gleich auf unsere deutsche „Bienenflüchtlingsfamilie“ vom Mirabib (siehe letzter Blogbeitrag). Sie geben uns den wertvollen Tipp, dass sie beim nahen Gemsbokflakte-Wasserloch Löwen gesehen haben… nichts wie hin, also! Und tatsächlich 5Löwehaben Resli&Harald das unwahrscheinliche Glück gleich am ersten Tag ihres allerersten Nationalparkbesuchs Löwen zu sichten – und erst noch drei aufs Mal, ein Männchen mit zwei Löwinnen! Sie liegen zwar nur faul im Gebüsch herum, dafür ist rund ums Wasserloch einiges los: riesige Zebraherden, Oryxe, Springböcke und Schakale streiten sich um die besten Plätze,4streitende Zebras auch Giraffen kommen zur Tränke; es ist ein Kommen und Gehen, dass wir uns kaum von dem Platz loslösen können. Kölbi und ich haben auf unserer Reise noch nie so einen Schauplatz gesehen! Auf der Weiterfahrt sehen wir sogar noch den ersten Elefanten an einem Baum zu stehen.6Elefant

Und kaum zurück im Camp schlendere ich auf dem Weg zum Swimmingpool am dortigen Wasserloch vorbei… und drehe gleich wieder um die anderen zu rufen: Nashörner mit einem Jungen sind da! Überhaupt ist auffällig wieviele Babies und Jungtiere in dieser Jahreszeit zu sehen sind – es ist Regenzeit, nur ist davon, ausser hie und da abends (meist zum Grillieren, natürlich8Nashorn ;-)) ein paar Regentropfen, nicht viel zu spüren. Wir hatten ja befürchtet, dass im Norden einige Wege und Flussbette wegen Nässe unpassierbar sein würden, aber unsere Furcht war absolut unbegründet, wie sich herausstellen sollte: Namibia steht ein Trockenjahr bevor… Bis zum heutigen Tag kurz vor unserer Abreise hat es noch kaum geregnet und dabei ist die Regenzeit nun schon fast um!

9Löwin auf LauerAm nächsten Morgen fahren wir gleich wieder ans gleiche Wasserloch und bekommen ein Schauspiel erster Güte geboten: im Gras zwischen unseren Autos und dem Wasser mit den vielen Zebras liegt eine Löwin auf der Lauer. Wir sehen sie im ersten Moment gar nicht, so gut versteckt ist sie. Ständig erwarten wir einen Angriff auf eines der vielen Zebras, aber lange Zeit geschieht gar nichts. Da kommt plötzlich eine Gruppe Oryx daher, vor denen die Löwen normalerweise wegen ihrer spitzen, 10Angriffscharfen Hörner einen Heidenrespekt haben. Aber siehe da: einer der Oryxe hat einen gebrochenen Vorderlauf und kann sich nur humpelnd fortbewegen… search-empire.net das gefundene Jagdobjekt für unsere Löwin! Offensichtlich ist das den Oryxen aber auch bewusst und das kranke Tier hat immer einen „Beschützer“ neben sich an seiner Flanke. Schneller, als wir hinschauen können, ist plötzlich ein Riesenaufruhr am Wasserloch, Zebras fliehen in einer Staubwolke davon… die Löwen 11-erfolgloshaben einen Angriff gestartet! Erst jetzt realisieren wir, dass beide Löwinnen auf der Lauer gelegen sind, – aber ihr Angriff war zu langsam und enttäuscht schauen sie dem entwischten Oryx hinterher… immerhin, sie haben ihn am Trinken gehindert, lange wird er ohne Wasser nicht mehr auskommen können. Durchs Spalier der bereits wieder zurückgekehrten Zebras trotten die Löwinnen mit hängenden Köpfen zurück ins schattenspendende Gebüsch, wo sie vom faul daliegenden Männchen bereits erwartet werden… – ein typisch afrikanisches Schauspiel, also 😉

12Mist!

Mensch, denken wir, Resli&Harald scheinen wirklich unsere Glücksbringer für Tierbeobachtungen zu sein, soviel wie wir nun in knapp 24 Stunden bereits gesehen haben! Was können wir ihnen denn noch bieten? Wir fahren weiter bis zum nächsten Camp, sehen unterwegs noch eine Elefantenherde, aber ansonsten verläuft der weitere Tag ziemlich ereignislos. Deshalb kehren wir auch wieder zum Okaukuejo-Camp 7Gnuszurück, aber so spannend wie die erste Zeit werden die restlichen Fahrten nicht mehr – also eigentlich einfach ganz „normaler“ Safari-Alltag!

Wir müssen sowieso zurück nach Outjo, der nächstgelegenen grösseren Ortschaft, weil der Batterie des Mietautos ständig die Spannung ausgeht. Sie wird diskussionslos ersetzt und wir fahren noch bis zum Oppie-Koppie-Camp in Kamanjab, das wir bereits von unserem ersten Besuch her kennen und wollen den Abend bei einem feinen Zebrasteak und mit einem gemütlichen Jass ausklingen lassen. Das Jassen wird dann allerdings durch einen typisch afrikanischen Zwischenfall kurz unterbrochen: unter dem Nebentisch hat es sich eine Puffotter (giftig!) gemütlich gemacht und wird vom Wirt kurzerhand mit der Pistole erschossen. Der fürchterliche Knall fährt uns allen in die Knochen und da Resli eine panische Angst vor Schlangen hat, nimmt es sie natürlichPuffotter besonders mit. Und wie es typisch ist mit etwas, vor dem wir Panik haben: man zieht sie an – uns sind auf unserer dreiwöchigen gemeinsamen Reise mit Resli noch zwei mal Schlangen buchstäblich über den Weg gelaufen… nebst derjenigen, die wir gestern (überfahren) bereits im Etosha entdeckt haben!

Am nächsten Tag testen wir unsere Autos mit der Fahrt über eine abenteuerliche 13StaubstreckeFlussbettstrecke dem Hoanib entlang Richtung Nordwesten. Wir werden dabei ordentlich eingestaubt und durchgeschüttelt, können aber am Abend im Camp Aussicht alles mit Wasser (aussen) und Bier (innen) wieder runterspülen…14Staubpiste

Wir sind jetzt weit Richtung Norden vorgerückt, die Hütten entlang der Strasse sind einfacher geworden, die Menschen spärlicher und immer häufiger sehen wir die traditionell gekleideten Himba-Leute. Vor allem die Frauen faszinieren uns mit ihrer 28Himbafrau (Foto-Harald)ockerfarben eingecremten Haut und Haartracht, den kunstvoll drapierten Lederjupes und ihrem reichen Silberschmuck. Für uns ungewohnt ist ihr (barbusiger) Anblick vor allem im Supermarkt, bei unserem letzten Einkaufshalt für die nächsten zehn Tage in Opuwo.

18Epupa-Panorama

Bei den Epupa-Wasserfällen ganz im Norden an der Grenze zu Angola verbringen wir17Epupafälle(Foto-Harald) dann erholsame drei Tage mit Nichtstun und Faulenzen – denn dafür haben Resli&Harald ja eigentlich Ferien…!

16Kunenefluss

Gestärkt geht es dann in unser nächstes Abenteuer, der Fahrt ins Kaokoveld, der unberührtesten und ursprünglichsten Gegend Namibias. Am Abzweiger von der Hauptstrasse steht zwar noch ein 80 kmh-Geschwindigkeits-Begrenzungsschild, was sich aber schon bald einmal als19unterwegs im Kaokoveld Witz der nächsten Tage herausstellt: wir sind happy, wenn wir es auf den folgenden 250 Kilometern auf einen Schnitt von 20 kmh bringen!!! Die „Strasse“ ist grottenschlecht und teilweise extrem steinig, dabei fahren wir durch dichtes Buschwerk ohne jede Aussicht auf die Landschaft… nicht wirklich meine Lieblingsstrecke hier 😉

Aber nach zwei anstrengenden Tagen haben wir es 20endlich Aussicht!geschafft: die Büsche weichen zurück, wir nähern uns dem trockenen Küstenland, fahren durch Täler und über Pässe, tolle Berglandschaften tun sich auf! Beim einen Übernachtungsplatz klettern Resli&Harald auf den nächsten Berg und wir finden überall in den Steinen schöne Kristalle. Die Auswahl fällt schwer, aber wir müssen ja alle unsere Fluggepäck-Limite einhalten können…21Chumib-Panorama

Über einen steinigen Bergpass, wo wir Oryxe und Strausse entdecken, 22Pass-Strassenfahren wir ins Hoarusibtal nach Purros runter. Eine eindrückliche Wüstenlandschaft tut sich auf und wir fragen uns, wovon die wenigen, aber wegen der Hütten offensichtlich da lebenden, Menschen sich wohl ernähren mochten.24Purros Es sind hauptsächlich Himbas und der lokale Campingplatz ermöglicht uns mit einem Führer dann auch den Besuch eines solchen Dorfes. Die Männer sind wegen der Trockenheit mit dem Vieh alle in nahrungsreichere Täler gezogen, nur die Frauen und Kleinkinder sind noch da. 25HimbadorfSie zeigen uns ihre handwerklichen Fähigkeiten, das Herstellen der Haut- und Haarcremen und Parfüms (Frauen haben auf der ganzen Welt wohl die gleichen Interessen…), das Bearbeiten und Nähen der Lederjupes und verdienen sich am Schluss natürlich noch ein Zugeld mit dem Verkauf von selbstgefertigten Souvenirs. Aber all dies geschieht ungekünstelt und in einem freundlichen Rahmen; wir sind froh, doch noch einmal so eine „Himbatour“ miterlebt zu haben.27Himbafrau27Himbadorf

26Himbahaus

Gegen Mittag fahren wir weiter, erst über holprige Strassen südlich das Hoarusib-Flussbett umfahrend, da uns jemand davor gewarnt hatte: er habe sich erst kürzlich mit seinem Landcruiser da eingegraben… das brauchen wir ja nicht unbedingt zu provozieren! 29Wüsten-FlugWeiter unten „fliegen“ wir dann förmlich über die Wüstenpiste hinweg, so eben und gerade ist es hier. Welch eine Wohltat nach all dem Geholper der letzten Tage!

30WüstenelefantSpätestens, als wir wieder ins nächste Flussbett (Hoanib) einbiegen, ist es mit der Geschwindigkeit aber wieder vorbei. Dafür entdecken wir einen Wüstenelefanten! Es ist ein älterer Bulle, der genüsslich die Blätter von den Bäumen frisst. Etliche Kilometer weiter halten wir in der Nähe einer Wasserstelle fürs31Gaffer Campieren an und prompt taucht er kurz darauf dort auf. Wir klettern auf die nahen Felsen, von wo wir eine tolle Aussicht auf den Brunnen und die ganze Umgebung haben. Es kommen auch eine Pavianfamilie und Antilopen zum Trinken. Und am nächsten Morgen begegnen wir beim Wegfahren mehreren Giraffen auf dem Weg zur Tränke. 32PanoramaObwohl es sehr trocken ist, leben doch mehr Tiere in diesen einsamen Tälern als wir erwartet haben! Sogar Nashörner soll es geben, aber ausser ihren Fussabdrücken bekommen wir sie leider nicht zu Gesicht. Heute scheint sowieso nicht gerade unser Glückstag zu sein: erst kommen wir nur sehr langsam voran, was uns nach der gestrigen schnellen Fahrt doppelt holprig und mühselig erscheint, dann hängen schon seit dem Morgen dicke Regenwolken drohend über uns, ab und zu fallen ein paar Tropfen – und dies ist nun wirklich nicht die Gegend wo wir von einer Regenflut überrascht werden möchten (denn, wenn dann mal Wasser kommt, entfaltet es ungeahnte Zerstörungskräfte, denen wir in dieser Abgeschiedenheit nicht ausgesetzt sein möchten!) und zu guter Letzt stellen wir beim (späten) Mittagshalt auch noch fest, dass beim Mietauto die Halterung 33Gewitterwolkenvom Zusatzbenzinkanister gebrochen ist und er sich irgendwo in der letzten halben Stunde vom Auto verabschiedet hat… während Resli und ich nach einem Spaziergang das Mittagspicknick bereitstellen, fahren Harald und Kölbi die Strecke nochmals ab und finden ihn prompt erst nach einer halben Stunde wieder… Ausgerechnet heute, wo wir unbedingt noch Palmwag erreichen wollen, weil hier auf dem Konzessionsgebiet sonst noch zusätzliche Übernachtungskosten anfallen! Und wie immer in Afrika ist die letzte Strecke die Schlimmste zum Fahren: endlos reiht sich ein Tal ans andere, immer wieder geht‘s zum Bachbett runter und wieder rauf, wir kommen einfach nicht vorwärts… Und drohend blitzt es in den dunklen Wolken – aber wenigstens da haben wir Glück: das Unwetter entlädt sich woanders, wir bleiben, zumindest bis am späten Abend, vom Regen verschont.

In Palmwag können wir dann zum ersten Mal seit Opuwo wieder auftanken und im einfachen Shop unsere Bier- (grosse Auswahl) und Lebensmittelvorräte (nur beschränkte Dosenauswahl) wieder aufstocken. Da sieht man was Wichtig ist im Leben 😉34Palmwag-Twyfelfontein

Über eine tolle Passstrecke geht es anderntags nach Twyfelfontein zu den Buschmann-Gravuren und dem verbrannten Berg und über eine interessante Offroadstrecke bis zur Goantegab-Schlucht, wo wir übernachten. Offensichtlich stören wir da ein älteres Pavianmännchen in seiner Ruhe: stundenlang beobachtet er uns von einem hohen Felsen aus und gibt seinem Ärger über uns Störenfriede immer wieder durch laute Warnschreie Ausdruck… wir lassen uns aber nicht vertreiben und geniessen 35Landcruiser-Hilleinen gemütlichen Grillabend und eine schöne Mondnacht da.38Welwitschia

Die folgende Strecke hat dann einen besonderen „Leckerbissen“ für unsere Fahrer (Resli&Kölbi) parat: auf der Karte ist ein „Landcruiserhill“ eingezeichnet – da müssen wir natürlich hin! Nun ja, es wird eine ziemlich Herausforderung für die beiden und unsere Autos, aber wir kommen alle heil durch…!

36Resli in action

37NordwestflankebBrandberg

Den Rest der Fahrt durchs Ugab-Flussbett kennen wir ja bereits von unserer vorherigen Tour, sie ist aber immer wieder schön. Nur, dass wir dieses Mal leider keine Elefanten entdecken können. Dafür ist die schlimme Wellblechpiste südlich des Brandbergs seit unserem letzten Besuch begradigt worden, sodass für einmal die letzte Strecke des Tages definitiv nicht die Schlimmste ist…!39Brandberg-Panorama40Camp Brandberg

Abends klettern wir fürs Feierabendbier auf die tolle Felsformation und geniessen den Ausblick zum Brandberg.

Der nächste Tag bringt uns durch eine faszinierende Landschaft mitten hinein in den (lange verwitterten) Messumkrater. Ich 42Messumkraterkann mich kaum sattsehen an den Weiten, den verschiedenen Braun-, Rot- und Schwarztönen des Gesteins, der unglaublichen Stille hier draussen…

41Messumkrater-PanoramaVon hier ist es nicht mehr weit bis an die Atlantikküste und schnell erreichen wir die Robbenkolonie am Cape Cross – was für ein Gegensatz zur Ruhe und Stille des Kraters: hier leben hunderte von Robben mit vielen Jungtieren, es ist ein Kommen und Gehen, ein43Robbenkolonie Schreien und Rufen – und über allem liegt ein fürchterlicher Gestank!

44RobbeSo bleiben wir dann nicht allzu lange, sondern fahren lieber weiter bis Hentjes Bay, wo wir uns ein Mittagessen in einem Fischrestaurant gönnen. Sehr zum Leidwesen von Harald, der mit allem, was unter Wasser lebt, kulinarisch nicht viel anfangen kann. Auf meine Frage an die Bedienung nach einer Alternative zum Fisch schlägt sie uns voller Überzeugung „Tintenfisch“ vor… Aber für Harald gibts dann doch auch einen Hamburger 😉45Robbenjunge

Mit vollem Bauch fahren wir der Küste entlang nach Swakopmund direkt in den nächsten Früchte- und Gemüseladen… endlich wieder Frischware! Und den nächsten Tag verbringen wir mit einer gemütlichen Shoppingtour durch Swakopmund und gönnen uns am Abend ein feines Essen auf 46Atlantikküste„unserem“ Sophia-Dale-Camp, wo ein deutscher Metzgermeister den Kochlöffel schwingt. Es gibt riesige Springbokfilets und von ihm selbstgefangenen Kingklipfisch auf grünen Spargeln von der Nachbarsfarm…

Für den nächsten Morgen ist eigentlich ein bisschen Dünenfahren an der Küste geplant, aber nachdem wir uns bereits beim Reinfahren im überraschend tiefen Sand eingraben ist die Begeisterung schnell mal47durch Namib-Naukluft dahin… Luft ablassen oder schaufeln und rechtsumkehrt?? Irgendwie sind wir die letzten Tage und Wochen wohl schon zuviel Offroad gefahren, als das dieser Sand unsere Männer noch gross zu Adrenalinstössen verführen kann: rechtsumkehrt und nichts wie raus hier! Zügig queren wir den Namib-Naukluft-Park, campieren ein letztes Mal frei, schön versteckt in den Bergen und machen uns dann auf zu einem mir bereits in Nairobi(!) empfohlenen „Highlight“: den 48Solitaire(Foto-Harald)besten Apfelkuchen Namibias gibt es bei der Solitaire-Tankstelle! Moss McGregor, ein langbärtiges Unikum von einem Bäcker, hat sich hier ein gutgehendes Geschäft mitten im Nichts aufgebaut…

Nun ja, eine der Hauptattraktionen Namibias, die Sterndünen von Sossusvlei, liegen ganz in der Nähe (will heissen: nur knapp 150km weg), aber immerhin! Und zu den Dünen wollen wir ja eigentlich auch. Durchs Nationalpark-Camp weht ein heisser, trockener Wüstenwind und es bleibt uns49Sossusvlei(Foto-Harald) nichts anderes übrig, als die gröbste Mittagshitze lesend und dösend an uns vorüberziehen zu lassen. Gegen vier Uhr fahren wir dann zu den Dünen, die ersten sechzig Kilometer auf asphaltierter Strasse und die letzten fünf dann noch durch tiefen Sand, wo wir auch prompt einen festgefahrenen Wagen mit Hilfe unserer Sandbleche befreien können – was macht man nicht alles für ein kühles Bier am Abend…?! Ganz hinten in den „Vleis“, den Senken zwischen den Wanderdünen, in denen sich in guten Regenjahren das Wasser des 50heisse Füsse!Tsauchabflusses sammelt und verdunstet, parkieren wir die Autos und besteigen eine der imposanten Dünen. Aber „auah!“ – der Sand brennt richtig an den Füssen und ich wünsche mir geschlossene Schuhe und nicht meine Sandalen, wo sich der heisse Sand „reinfrisst“… Aber die Aussicht von oben ist genial – und das Runterrennen an der Steilseite der Düne ist ein Gaudi wie in der Schweiz einen Schneehang runterrutschen!51Sossusvleidünen(Foto-Harald)

Im Sonnenuntergangslicht fahren wir zurück ins Camp und sehen unterwegs noch ganz viele Oryxe, Springböcke und Strausse.

52Sossusvlei

Für die Fahrt zur Gecko-Farm trennen wir uns dann für einmal von Resli&Harald: bei unserem Cruisie ist das Scharnier der Einstiegstüre gebrochen und da wir vermuten, dass René vom Gecko als Schweizer Schlosser uns da helfen kann, nehmen wir den direkten Weg zur Farm und lassen die andern zwei die landschaftlich schönere Strecke über Büllspoort fahren.

René kann uns dann auch wirklich helfen und als Resli&Harald eintreffen, ist die Türe bereits geflickt und wir beim Abkühlen im Pool… Abends grillieren wir ein feines Oryx-Steak von der Farm und backen noch einmal ein frisches Brot. 53zumAbschied Harald&ResliAuf dem Weg zurück nach Windhoek machen wir auf meinen Wunsch noch einen Abstecher zum Oanob-Stausee, denn ich möchte wieder einmal so richtig ausgiebig schwimmen können. Aber irgendwie sind wir unisono enttäuscht von dem Platz und fahren nach einem kurzen Picknick weiter – ohne Schwumm!

Dafür erleben wir auf Elisenheim eine schöne Überraschung: unsere Camp-Nachbarn sind die Schweizer Gisela&Peter und nach einem kurzem Schwatz (der sich dann allerdings bis nachts um zwei in die Länge zieht) über das wie und wo und woher stellt sich heraus, dass Gisela, inzwischen mit Peter verheiratet, die Ex-Frau von Paul ist: mit ihm und seiner Brigitta haben wir in Kambodscha, Thailand und Malaysia so manch schöne Stunde verbracht…! Die Welt ist halt doch ein Dorf!! Und bei unserem Abschiedsessen von Resli&Harald bei unserem Schweizer Konsul im Restaurant Gathemann haben wir dann auch noch Pauls Bruder Urs getroffen! So klein ist die Welt manchmal…Abschiedsessen im Gathemann

Ja, und die Ferienzeit von Resli&Harald ist nun auch bereits vorüber – nachdem wir sie zum Flughafen gefahren haben, fängt für uns die Putzerei am Cruisie an, schliesslich wollen wir ihn sauber verschiffen!

54WüstenquellZwei Tage später machen wir uns auf den Weg zur Küste, mit einem Abstecher zur Farm Wüstenquell allerdings, die uns von vielen Mitreisenden empfohlen wurde. 55WüstenquellSie wird von einer netten, jungen deutsch-namibischen Familie geführt und bietet wunderschön in faszinierenden Felsformationen gelegene Campingplätze und Bungalows an. Kölbi und ich geniessen unseren letzten „richtigen“ afrikanischen Campingabend in vollen Zügen.

56Gut RichthofenÜber den Namib-Naukluft-Park, die Mondlandschaft und das Swakop-Flussbett geht es dann nach Sophia Dale, wo wir das Auto startklar fürs Containern machen und das Holzgestell dazu bauen wollen. Unterwegs dahin machen wir noch einen schönen Halt im Gut Richthofen, einem wundervoll gebauten 57beiGisela&Peter„echt“ deutschen Gutshof, wo sich Gisela&Peter eine tolle Wohnung ausgebaut haben. Wir verbringen einen schönen Nachmittag auf der Terrasse zusammen und verabreden uns dabei gleich noch für ein Abschieds-Nachtessen auf Sophia Dale.

Tja, und dann geht es ruck-zuck und wir sind auf dem Weg nach Walvisbay, wo wir morgens um zehn den Termin zur Verzollung haben. Vorher müssen wir allerdings noch bei einem Autoteile-Händler vorbei – denn wie es das Schicksal so will: unsere Starterbatterie gibt so kurz vor dem Afrika-Ende auch gleich noch den Geist auf und wir brauchen eine Neue 😉Walvis Hafen

Auf dem Zoll verläuft alles reibungslos, wir dürfen für die Nacht sogar ins Loubser-Guesthouse fahren, wo wir uns ein AnchorrestaurantZimmer nehmen und in Ruhe unsere Sachen ordnen und ausräumen können. Den Tag lassen wir bei einem feinen Fischessen im Anchor-Restaurant stilgerecht an der Hafenfront ausklingen…

Das Absetzen und Einladen der Kabine und des Autos in den ContainerContainer geht anderntags dann richtig routiniert, wir machen es ja bereits das zweite Mal. Auch der Papierkram ist schnell erledigt – wohl etwas zu schnell, wie sich im Laufe des Nachmittags und anhand der Telefone und nachgelieferter Papiere dann herausstellt, aber schlussendlich ist alles in Ordnung und der Container wird planmässig am Freitag in den Hafen gefahren.

Zu der Zeit sitzen wir allerdings bereits im Minibus auf der Fahrt nach Windhoek, wo wir die letzten beiden Tage bis zu unserem Abflug am 11.3.13 verbringen – und natürlich nochmals im „Gathemann“ fein essen gehen!

PS: Herzlichen Dank an Harald, dass ich eine Auswahl von seinen Fotos für diesen Bericht verwenden darf!

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Namibia I (1.1. – 31.1.13)

Unsere diesjährige Silvesterparty gestaltet sich ziemlich anders als die beiden bisherigen unserer Reise, wo wir jeweils mit anderen Overländern an einem grossen Lagerfeuer feiern durften … es ist unsere letzte Nacht in Südafrika, wir befinden uns mutterseelen-alleine im Richtersveld Nationalpark – und dann erst noch meist „sitzend auf dem Häuschen“… Denn Kölbi hatte an der Küste noch einen ganzen Kübel voller Miesmuscheln gesammelt, die wir am Abend am Oranjefluss dann genussvoll verspiesen haben. Wohl etwas zuviel des Guten, denn am nächsten Morgen und den ganzen Tag über rebelliert unser Magen gegen die ungewohnte Menge Atlantikkost… 1Fähre

Nun ja, hoffentlich ist das kein schlechtes Omen für‘s Neue Jahr! Das beginnt nämlich voll easy mit einem gemütlichen, problemlosen Grenzübergang per Fähre über den Oranjefluss, der die Grenze zu Namibia bildet. Vorher stutzt die Südafrikanische Grenzbeamtin jedoch noch wegen unserer Visums-Verlängerung: „ja haben die Euch denn keinen Stempel in den Pass gemacht deswegen?? Ihr hättet so irgendwo bei einer gewöhnlichen Polizeikontrolle verhaftet und ins Gefängnis gesteckt werden können…“ Eine unangenehme Vorstellung! Also waren unsere Sorgen in dieser Sache doch nicht ganz unbegründet… Wir versuchen noch herauszufinden, was wir denn nun bei einer erneuten Einreise nach Südafrika für ein Visum bekommen würden, erhalten aber keine klare Antwort und dies bestärkt uns im Vorhaben, möglichst von Namibia aus nach Südamerika verschiffen zu wollen!

2Schlucht3Weg zum FishriverEine Schotterpiste führt uns durch eindrückliche Wüsten-Gebirgslandschaft dem mit Büschen und Bäumen bestandenen Fluss entlang. Was für ein Kontrast: das saftige Grün neben dem kostbaren Wasser und rundherum nichts als Sand, Geröll, Gestein…! Auch die Temperaturen steigen konstant an und am Mittag bin ich froh über ein kühlendes Flussbad. Wir fahren bis Ai-Ais, den heissen Quellen am Fishriver, wo wir einen gemütlichen Nachmittag auf dem Campingplatz nahe beim Pool verbringen und unsere Magenprobleme auskurieren. Das warme Wasser der Quellen ist vor allem abends, wenn die Luft merklich abkühlt, etwas herrliches! Fit und munter erkunden wir am folgenden Tag dann den tief eingeschnittenen Canyon des Fishrivers. 4Fishriver-CanyonWir besuchen die diversen Aussichtspunkte entlang der Südkante und immer wieder eröffnen sich uns neue Einblicke in die Erosionskraft und auch die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen unserer Erdgeschichte. Uns wird bewusst, wie kurz wir Menschenwesen diese Erde erst bevölkern angesichts der Jahrmillionen, während derer diese Landschaft hier entstanden – und auch wieder abgetragen worden ist! 5Fishriver-CanyonDem Reiz, in den Canyon runterzusteigen und in den paar übriggebliebenen Wasserbecken des Flusses zu baden, können wir – glücklicherweise – nicht erliegen, da dies nur während den kühleren Wintermonaten gestattet ist. Jetzt ist es für solch eine strapaziöse Tour viel zu heiss und so geniessen wir die tolle Aussicht vom Rand oben bei einem Picknick direkt an der Kante des Canyons.

6Picknick FishriverKölbi erinnert sich, dass er bei seiner Motorradtour durch Namibia im 1999 irgendwo über eine Farm in den Canyon runterfahren konnte und so machen wir uns auf, diesen Ort zu finden. Nachdem wir von der Strasse abgebogen und über mehrere Farmen gefahren sind, erreichen wir schlussendlich das Gästehaus, wo Kölbi damals genächtigt hat. Doch ohjee, es ist inzwischen geschlossen und kann nur noch über Windhoek gebucht werden… Zufällig sind zwei Arbeiter anwesend, die uns anbieten nachzufragen, aber dummerweise wehren wir ab und fahren weiter. Was wir kurz darauf auch schon bereuen, denn es wäre schon eine einmalige Chance gewesen! Aber nun ist es zu spät und wir müssen uns nach einem anderweitigen Übernachtungsplatz umsehen. Wir spulen nochmals über 150 km auf Schotterpisten ab, bis wir mit einem einsamen Platz am Naute-Damm belohnt werden, wo wir uns sofort ins kühle Nass stürzen. 8CampingSeit den Cederbergen im Nordwesten Südafrikas konnten wir nun bereits ein paar Mal wieder „wild“ campieren und unsere Seelen-Grundstimmung bessert sich mit jedem Mal… Warum ist das so? Was ist so anders daran als auf dem Campingplatz? Liegt es vielleicht an unserer Jäger/Nomaden-Seele, dem Reiz am Selber-Finden und Selber-Aussuchen des Ortes, der grösseren Privatsphäre… keine Ahnung, aber es ist einfach so! Wir fühlen uns wohl hier in Namibia, das ja extrem dünn besiedelt ist: zirka dreimal so gross wie Deutschland, aber nur 2 Millionen Einwohner! Es ist ein trockenes Land mit grossen Wüstenflächen, die im Westen vom kühlen Atlantik begrenzt werden. Hier ist es also am Meer deutlich kühler als im Rest des Landes, obwohl ein 7KaktusGrossteil davon auf einem Plateau von ca 1500 müM liegt. Die meisten Flüsse führen nur an wenigen Tagen im Jahr oberirdisch Wasser, sonst fliesst das kostbare Nass unterirdisch in den Flusstälern und wird so dank des Sandes vor der starken Verdunstung geschützt. Nur Bäume und Büsche mit ihren Wurzeln erreichen es – und manche Tiere, wie die Zebras, die tiefe Löcher in den Sand graben bis das Wasser zum Vorschein kommt. Dieses Klima hat empfindliche Ökosysteme und seltene Tier- und Pflanzengemeinschaften hervorgebracht und die Farmer hier müssen sehr darauf achten, dass das Land nicht überweidet wird, was unwiderruflich die Ausbreitung der Wüste zur7Köcherbaum Folge hätte. Die namibischen Farmen sind riesig, alle umzäunt und mit nur wenigen Tieren (Rinder, Schafe, Ziegen) bestückt, daneben gibt es aber auch noch viel Wild, das wir unterwegs immer wieder zu Gesicht bekommen: Springböcke, Kudus, Oryxe, Zebras, Strausse und Warzenschweine. Nur wenige Strassen sind geteert, meist sind es Schotterpisten, aber in sehr gutem Zustand und fleissig gewartet, sie sind deshalb gut zu befahren. Wir aber besuchen jetzt erst mal Keetmanshop, dem grössten Ort hier im 13KöcherbaumwaldSüden, um aufzutanken (Benzin&Vorräte), Geld zu wechseln und Internet-tauglich zu sein. Denn für den Februar haben sich Kölbis Schwester Theres und Harald angekündigt. Sie wollen ein Auto mieten und mit uns das Land erkunden. Da gibt es etliche Mails zu senden und erfreulicherweise funktioniert sogar das Telefonieren via Internet recht gut hier in Namibia, so dass wir sogar skypen können. Nach einem Besuch im grössten Köcherbaumwald in einer Gegend, wo es aussieht, als hätten Riesen mit Bauklötzen9Fishriver-Canyon (Steinen) gespielt, fahren wir nun an die nördliche Flanke des Fishriver-Canyons und geniessen dieses Wunderwerk der Natur auch noch von dieser Seite aus. Die nächsten Tage fahren wir durch aride Gebirgsgegenden, entlang grosser Farmen und übernachten teilweise auch auf ihren Campingplätzen. Immer mehr Farmer setzen auf den Tourismus als Zusatzeinkommen und bieten meist sehr schön gelegene und fantasievoll ausgebaute Campingplätze und Chalets an. Auf einer von diesen erleben wir hautnah mit, dass auch 11Koiimasis-Farm12Koiimasis-Farmhier nicht immer nur die Sonne scheint: der Farmer erzählt uns vom Rollstuhl aus, dass es den Campingplatz infolge Scheidung nicht mehr gebe und er uns wegweisen müsse – und draussen fängt uns eine Schwarze ab und bietet uns ebendiesen Campingplatz im Namen der Exfrau an… er sei der Frau zugesprochen worden und der Mann werde das Haus in den nächsten Tagen verlassen müssen… was jetzt? Nun, diese Scheidungsgeschichte geht uns im Grunde ja nichts an und der Platz ist mit den nahegelegenen Flusspools in der herrschenden Tageshitze halt zu verlockend: wir bleiben und geniessen die Abkühlung!

13Namibias Schotterstrassen Über tolle Passstrassen gehts am nächsten Tag erfrischt weiter und wir erinnern uns an einem Aussichtspunkt auf dem Spreegdshoogte an die erste Zeltnacht auf unserer Töffreise im Jahr 1999 hier in Namibia… Eine schöne Zeit verbringen wir dann auf dem Camp Gecko, das Heidi&René, zwei Schweizer, führen. Durch sie erfahren wir wieder viel Neues und Interessantes übers Land und seine Leute und die Sorgen und Ängste der (meist) weissen Farmer unter der schwarzen Regierung. Eigentlich wollen wir ja nur einen Tag bleiben, 15Puffotteraber am Morgen können wir zuschauen, wie René eine getötete Puffotter (Schlange) häutet und verquatschen dann noch viel Zeit bei Heidi im Office, so dass wir kurzum beschliessen, noch einen Tag anzuhängen 😉 Das ist das Schöne am „Zeit haben“!

Danach geht‘s auf in die Hauptstadt Windhoek, wo wir uns im Elisenheim einquartieren, einer Farm etwas ausserhalb der Stadt gelegen und Treffpunkt vieler Selbstfahrer hier in Namibia. Und 14Puffotterwir staunen nicht schlecht, auf wen wir da treffen: Roger, den wir auf unserer Töffreise vor über 20 Jahren in Neuseeland kennengelernt haben. In der Schweiz haben wir ihn dann ein paar Jahre später mal kurz auf einem Vodoo-Treffen gesehen… da gibt‘s natürlich viel zu erzählen, vor allem weil er am nächsten Tag bereits in die Schweiz zurückfliegt. Dafür kommen immer wieder andere interessante Mitreisende nach Elisenheim und die Zeit vergeht uns wie im Fluge.

Zeitgleich versuchen wir mehr über die Verschiffung nach Südamerika herauszufinden… von Kapstadt oder Walvisbay, nach Cartagena oder Buenos Aires, alleine oder finden wir ein zweites Auto??? Jahreszeitenmässig und von der Route her wäre uns Walvisbay – Cartagena (Kolumbien) im März am liebsten. Überraschenderweise melden zwei Deutsche hier vom Campingplatz kurz vor ihrem Heimflug ihr Interesse am gemeinsamen Verschiffen an. Wir vereinbaren einen Verschiffungs-Termin so gegen Ende April; in etwa der gleiche Zeitpunkt, zu dem uns auch Duncan von Kapstadt ein zweites Auto in Aussicht gestellt hat, welche jedoch nach Buenos Aires wollen. Aber vor einer definitiven Entscheidung müssen alle  noch mal drüber schlafen und wir auch genaueres über Preise und Daten herausfinden. Der Knackpunkt beim Verschiffen sind ja vor allem die Hafenkosten am Ankunftsort, wie wir aus leidvoller Erfahrung von Kapstadt her wissen… und Buenos Aires soll da besonders schlimm sein, Duncan hat über 3000 US$ dafür veranschlagt!

16DinoSpurenBis alle ihre Entscheidungen getroffen haben, fahren wir erst mal Richtung Norden, um ein paar Routen bereits abzuchecken, bevor Theres&Harald kommen. Die erste Nacht verbringen wir an einem Ort mit Dinosaurier-Abdrücken im Felsenboden und fahren durch wunderschönes Farmland mit viel Wild durch immer grünere Gegenden. Im Norden beginne die Regenzeit immer ein bisschen früher und so halte ich meine Augen offen und17DinoSpuren schaue mir jeden Termitenhügel genau an… Urs Gamma, der Schweizer Honorarkonsul in Windhoek, hat mir nämlich von den Termitenpilzen erzählt, ähnlich unserem Perlpilz, der aber aus den Termitenhügeln wächst. Ach ja, die Geschichte mit „unserem“ Konsul hier in Windhoek habe ich noch gar nicht erzählt: da unser Reisepass mit all den Visas und Stempeln immer weniger freie Seiten hatte, müssen wir für Südamerika einen Neuen beantragen. Und da wir nicht wissen, ob uns auf der Durchreise in der Schweiz dazu genügend Zeit bleiben wird, haben wir unseren Antrag per Internet bestellt und in Kapstadt auf der Botschaft unsere biometrischen Daten erfasst, den Pass aber aufs Konsulat nach Windhoek schicken lassen. Und wie wir uns mit dem Honorarkonsul nun in Verbindung setzen wegen dem Abholen, schreibt er uns, er sei immer ab 10 Uhr im Restaurant Gathemann zu finden. „Auch ein schöner, aber etwas spezieller Ort für ein Konsulat“ denke ich mir noch, aber bei unserem Termin finden wir dann heraus, dass das nicht nur das Konsulat, sondern sogar sein Restaurant ist, er selber kocht und ursprünglich aus Biel stammt…! Das ist mir sofort symphatisch, wir essen auch gleich dort (sehr fein!) und irgendwie auch bezeichnend für Windhoek und Namibia: es ist hier alles noch sehr dörflich, klein und überschaubar. So haben wir also Urs Gamma und sein 18VingerklipRestaurant kennen und schätzen gelernt; er hat uns dann auch gleich noch ein paar kulinarische Tipps (wie eben die Termitenpilze) mit auf den Weg gegeben. Leider habe ich bisher noch keinen entdeckt.

Dafür stoppen wir beim Vingerklip, einer erodierten Felsnadel, die fast aussieht wie ein überdimensionaler Termitenhügel. Wir machen einen kurzen Spaziergang drum herum und als wir weiterfahren wollen, springt unser Auto nicht mehr an. Unser Cruisie! Tut einfach keinen Wank mehr, kein einziges Lämpchen leuchtet mehr auf am Armaturenbrett! Hmmm, was nun?? Der Blick in die Motorhaube zeigt nicht viel, auch der Sicherungen-Check bringt kein Resultat. Gut, dass wir nicht allzu weit von einer Lodge entfernt sind, so können wir zu Fuss Hilfe holen. Der freundliche Lodgemanager19Mechaniker bringt uns mit seinem uralten Landcruiser zurück, findet auch nichts heraus und bietet uns dann an uns abzuschleppen bis zur Lodge, wo sein Arbeiter mal nach dem Problem schauen könne, bevor wir einen teuren Pannendienst aufbieten würden. Gesagt, getan. Und siehe da: bereits während dem Abschleppen leuchten unsere Lämpchen plötzlich wieder auf und Kölbi kann sogar den Motor starten! Aber nur, bis wir parkiert sind, danach geht wieder nichts mehr. Bis der Mechaniker von seiner Mittagspause zurück ist, essen auch wir in der Lodge etwas z‘Mittag. Das Warten lohnt sich, denn er findet das von den Vibrationen durchgeschmorte Kabel innert kürzester Zeit und kann es auch gleich selbst reparieren. Erleichtert und happy fahren wir weiter; nur Kölbi ärgert sich ein wenig, dass er sich diese elektrische Falle selbst gestellt habe, wie er meint.

In Kamanjab bleiben wir dann gleich zwei Nächte, der freundliche Besitzer des Oppie-Koppie lässt alle Gäste mit ausländischen Schildern gratis bei sich campieren! Dafür essen und trinken wir dann bei ihm im Restaurant. Und lernen auch noch Eli&Oliver 20Richtung Palmwagkennen, das „zweite Auto“ von Duncan, mit dem er unseren Cruisie nach Buenos Aires verschiffen möchte. Wir versuchen sie von Cartagena als Ziel zu überzeugen, aber da sie mit Hund reisen, dürfen sie maximal 8 Stunden am Stück fliegen und brauchen jeweils ein Tierarztattest. Auch sie brauchen also noch etwas Bedenkzeit zum Abchecken der Möglichkeiten.

Wir verabschieden uns voneinander und fahren Richtung Südwesten in sehr dünn besiedeltes Wüsten-Berggebiet, wo es keine Farmen und somit auch keine Zäune mehr gibt. Das ideale Abenteurer-Gebiet! Die Landschaft ist toll, es gibt viele kleine Pisten und trockene Flussbette zum drin fahren. Nur unser erster Wunsch-Camping-Standort ist nicht ganz21Huab ideal gewählt: mit toller Aussicht zwar, aber kaum haben wir alle Fenster offen, bringt uns der allabendliche Wind soviel Sand in unsere „Wohnung“, dass sich auf der Bettdecke kleine Sanddünensicheln bilden… also suchen wir uns einen windgeschützteren Platz mit etwas weniger Aussicht halt 😉

Überall sehen wir Spuren von wilden Elefanten, aber die Tiere selber bekommen wir 22Termitenkreise(noch) nicht zu Gesicht. Am nächsten Tag bringt uns eine lange Fluss-Sandfahrt bis nach Twyfelfontein, wo Buschmänner vor langer Zeit auf den Felsplatten Jagdtiere und Wasserstellen eingraviert haben. Nach der Führung fahren wir entlang dem verbrannten Berg bis zum Doros-Krater, einer sehr steinigen Gegend. Die Wanderung den Kraterrand hoch bringt uns zwar Aussicht, aber vom vor langer Zeit erloschenen Vulkankrater selbst ist nicht mehr viel zu entdecken. Wir fahren noch durch ein paar trockene23Twyfelfontein Flusstäler mit viel Wild (dank Wasserloch) und übernachten dann auf einem Hügel mit Blick auf den Brandberg und inmitten von Welwitschias, den urtümlichen, extrem langsam wachsenden zweiblättrigen Pflanzen. Immer wieder halten wir Ausschau nach Elefanten und am nächsten Morgen stoppen wir, weil ich meine die Spuren von ihnen im Sand entdeckt zu Welwitschia10Welwitschia-Käferhaben: aber es sind Nashornspuren, deutlich erkennbar an den drei grossen Zehen. Noch viel interessanter also, aber wir können nirgends eines dieser seltenen Exemplare erspähen. Wir erklimmen ein paar grasbedeckte Dünen und erreichen schliesslich den Huab-Fluss, der entlang der Nordseite des Brandbergmassivs ein tiefes Bett gegraben hat. Eine wunderschöne Landschaft mit vielen erodierten Felsformationen und dem saftigen Grün der Bäume und Büsche entlang des Flusses. 26UgabflussDer Weg führt ins Flussbett hinein, es wird immer grüner und plötzlich müssen wir sogar eine Wasserfurt queren. Unbeschreiblich, wie faszinierend diese Üppigkeit nach all der Trockenheit auf uns wirkt! Eine Horde Affen flüchtet sich vor unserem Auto und wenig später, 27Ugabflussbereits wieder im trockenen Fluss-sand, erblicken wir dann auch eine Elefantenfamilie, wie sie die frischen Blätter von den Bäumen zupfen. Leider ist der Sand da gerade so tief, dass wir uns nicht getrauen anzuhalten, denn sonst würden wir uns wahrscheinlich eingraben! Und es wäre uns wohl nicht ganz geheuer, so nahe bei einer Elefantenfamilie das Auto wieder freischaufeln zu müssen. Die Elefanten hier in der Wüste sind als recht aggressiv bekannt. 27WüstenelefantenKurz darauf verlassen wir das Flussbett und fahren entlang dem Brandberg auf steiniger Piste durch eine schöne Hügellandschaft. Auf einem sandigen Abschnitt entdecken wir wiederum Nashornspuren, bekommen aber auch hier keines zu sehen. Bei einem Felseinschnitt campieren wir, unternehmen auch noch 28Brandberg29Camp am Brandbergeine Wanderung dem trockenen Bachbett entlang, was aber wegen dem tiefen Sand und der extremen Hitze schnell sehr anstrengend wird. Ich suche noch nach Buschmann-Zeichnungen, die es hier haben soll, werde aber nicht fündig. Dafür backen wir uns am Abend ein feines Kernen-Brot auf dem Lagerfeuer und geniessen die totale Ruhe und Stille hier draussen. Auch der Sternenhimmel ist unbeschreiblich, so ganz ohne fremde Lichtquellen rundherum. Auch am nächsten Tag kommen wir nicht viel weiter, so toll finden wir die Gegend hier. Uns lockt eine kleine Sandsteinformation unweit vom Brandberg, wo wir uns zwischen den Felsen schön in den Schatten stellen können. Und als wir auf den Felsen raufklettern sehen wir gerade Eli&Oliver auf der Strasse daherfahren. Wir winken und als sie unser Auto30Treffen am Brandberg erkennen, halten sie an für eine Pause. Dabei können sie uns auch ihren gefällten Entschluss mitteilen, dass für sie wegen dem Hund nur Buenos Aires zum Verschiffen in Frage kommt, was wir ja auch verstehen. Auch möchten sie gerne lieber noch etwas länger im südlichen Afrika verweilen, was für uns zwei dann wiederum zu lang würde. Also verabschieden wir uns voneinander, – aber wer weiss, vielleicht treffen wir ja in 31Einfahrt zum PlatzSüdamerika wieder aufeinander?!

Am nächsten Tag erhalten wir dann auch noch das Absage-Mail von dem deutschen Paar aus Elisenheim, so dass wir uns ab sofort wieder völlig frei um das Verschiffen kümmern können.

In Uis, der nächsten Ortschaft, tanken wir Diesel und Wasser, kaufen ein und fahren gleich weiter bis zur Spitzkoppe, einer wunderschönen Sandsteinfels – Gegend. 33SpitzkoppeErst wollen wir ins von den Einheimischen geführte Camp, aber als sie uns den Preis fürs Campieren nennen (knapp 40 SFr !) machen wir rechtsumkehrt, fahren um die Felsformationen herum und campieren frei auf der Rückseite… Eigentlich wollten wir das Dorf ja unterstützen – aber soooviel dann doch nicht! Das Rumklettern in den Felsen ist toll und fasziniert schauen wir auch den wahren Akrobaten in diesem Element zu: den Ziegen. Die folgende Strecke 34ZiegenRichtung Atlantik verläuft relativ ereignislos, am Meer weht uns dann ein kühler Wind um die Ohren. Hier in Namibia ist es am Meer viel kühler als im Landesinnern, da die Atlantikströmung das eiskalte Wasser direkt von der Antarktis hierher bringt. Dafür ist es sehr Nährstoff- und Fischreich, was wir an den vielen Angelplätzen der Küste entlang erkennen können. Die Strasse nach Swakopmund ist aus einem Salz-Lehmgemisch gebaut worden, wunderbar zu fahren fast wie Asphalt – wahrscheinlich nur, solange sie trocken ist… – aber da es hier an der Küste eh nie regnet, ist das auch kein Problem. Die namibische Küste ist bekannt für ihre stürmischen Winde und den dichten Nebel und als Folge davon auch für die vielen Schiffswracks, die an ihr gestrandet sind im Laufe der Zeit. 36SchiffswrackEines davon können wir unterwegs „bewundern“; und – wie uns die Einheimischen versichern – sind alle Besatzungsmitglieder heil von Bord und an Land gekommen.

In Swakopmund bestaunen wir die vielen „deutsch“-angehauchten Fachwerkhäuser und gönnen uns in der Flaniermeile erst mal eine Erfrischung im Biergarten. Dies ist wohl die Stadt, wo die deutsche Kolonialzeit und ihre Spuren noch am lebendigsten sind. Wir können auch in fast jedem Geschäft deutsch sprechen, sogar mit der schwarzen Kellnerin im Kaffeehaus…! Der Campingplatz liegt etwas ausserhalb der Stadt Richtung Wüste, was den Vorteil hat, dass sich der allmorgendliche Nebel früher lichtet. Der Platz gehört einer deutschen Metzgers – Familie und so kommen wir in den Genuss von feinen Steaks und Würsten. Hier lernen wir auch Monika und Martin kennen, zwei Schweizer auf Reisen, mit denen wir hier und später nochmals in Windhoek ein paar Tage verbringen. 37Richtung Walvisbay

Am letzten Tag fahren Kölbi und ich durch die Dünen nach Walvisbay, dem 30km südlicher gelegenen Hafenort, wo wir zwei Verschiffungsagenturen besuchen und uns dann für diejenige mit dem besseren Angebot entscheiden wollen. Die zweite, Transworldcargo, macht uns einen guten Eindruck und die günstigste Offerte für den 40‘Container nach Cartagena. Das Verladedatum fixieren wir auf Anfang März. Es wird dann zwar fast 2 Monate dauern, bis wir unseren Cruisie wieder abholen können, aber so bleibt uns noch Zeit für einen Abstecher in die Schweiz, bevor wir in Cartagena den Spanisch-Kurs besuchen werden. Auch schön! Aber erst mal sind wir ja noch hier in Namibia und für die38Mondlandschaft Rückfahrt nach Windhoek nehmen wir uns ein paar Tage Zeit und besorgen uns das nötige Permit um den Namib-Naukluft-Park zu besuchen. 39Mondlandschaft

Wir fahren gleich das Swakop-Flussbett hinauf und durch bizarr zerklüftete Felsentäler aufs Wüstenplateau. Diese Gegend wird nicht zu Unrecht „Mondlandschaft“ genannt!

Durch wildreiche Wildnis umrunden wir die Blutkuppe und fahren über holprige Wege bis zum Arch‘s Rock, 40Camp in Felsnischewo wir in einer windgeschützten Felsnische campieren. Abends bläst immer ein heftiger Wind über die Wüste, der sich in der Nacht dann legt. Es sind wohl thermische Winde – kein Wunder bei tagsüber 35-45°C! 41AbendstimmungAber die Hitze ist sehr trocken und viel einfacher zu ertragen als die feucht-schwüle Wärme, die wir in Malaysia hatten. Und in der Nacht kühlt die Temperatur merklich ab und wir schlafen wie die Murmeltiere…

Südwärts fahren wir bis zum Kuiseb-Fluss, wo wir das erste Lager aus Henno Martins Buch „wenn es Krieg gibt, ziehen wir in die Wüste“ (empfehlenswert!) 44Karpfenkliffbesichtigen können. Die wahre Geschichte handelt von zwei deutschen Geologen, die vor dem zweiten Weltkrieg nach Namibia geflüchtet sind, und als ihnen hier wegen des Kriegs die Internierung in einem Zeltlager drohte, zogen sie es vor während fast zwei Jahren in der Wüste zu überleben. Jetzt hier ihren Lagerplatz „Karpfenkliff“ vor Augen zu haben macht ihre Geschichte und diese Leistung noch viel eindrücklicher und faszinierender!

Übernachten wollen wir an einer Felsformation, die „Mirabib“ genannt 42Mondaufgangwird, für uns aber eher als „Bienennest“ in Erinnerung bleiben wird! Andere Reisende hatten uns bereits vorgewarnt, dass es in diesen trockenen Gegenden manchmal sehr durstige und daher aufdringliche Bienen haben kann. Man müsse einfach eine Schale mit Wasser hinstellen, damit sie trinken können, dann würden sie einem in Ruhe lassen. Gesagt, getan. Doch oha: als Kölbi sein erstes Bier aufmacht, ist den Bienen Wasser nicht mehr gut genug, auch sie finden den Biergeschmack äusserst verlockend! Kölbi findet das Teilen-müssen gar nicht lustig und geht erst mal auf Erkundungs- und Klettertour durch die Felsformationen. Ich bleibe lesend zurück und bemerke nicht, dass die Bienen das Wasser inzwischen bereits leergetrunken haben… oder doch: urplötzlich bin ich nämlich von Bienen umschwärmt und werde sie kaum mehr los! Nicht mal Wasser geben hilft mehr und sogar auf der „Flucht“ verfolgen mich noch ein paar ganz hartnäckige Biester. Ich komme aber glücklicherweise mit nur zwei Stichen davon. Als Kölbi zum Auto zurückkehrt, entscheidet auch er sich für die Variante „Flucht“, schmeisst unsere Stühle hinten rein und fährt zu einem anderen Platz auf der gegenüberliegenden Seite der Felsen. 45Service am CruisieAuch hier kommen bereits nach kurzer Zeit wieder Bienen, aber dieses Mal haben wir die Situation besser im Griff und beim Eindunkeln sind sie dann verschwunden. Einer deutschen Camperfamilie passiert übrigens genau das gleiche, auch sie verlassen ihren Platz Hals über Kopf, lassen dabei aber noch den feinen Apfelkuchen vom Solitair-Farmhaus auf dem Tisch stehen – den sich dann die diebischen Raben holen…

Wir schlafen trotzdem gut und fahren am nächsten Tag über eine tolle Passstrecke bis fast nach Windhoek, wo wir an einem Staudamm übernachten. Wieder einmal schwimmen, das tut gut nach all den heissen Tagen! Zurück im Elisenheim verbringen wir die nächsten Tage mit Autoservice, Einkaufen, Waschen und allem, was sonst noch so anfällt, wenn man wieder mal in der „Zivilisation“ ist. Und eben mit dem Schreiben dieses Berichts… – bevor wir dann am Sonntag, dem 3. Februar frühmorgens um halb sieben Therese&Harald vom Flughafen abholen, mit denen wir die nächsten drei Wochen gemeinsam den Norden, das „Kakaoveld“, die ursprünglichste und am wenigsten erschlossene Region Namibias, erfahren und bereisen wollen. Wir freuen uns darauf!

46Therese&Harald

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Südafrika (30.10. – 31.12.12)

1KrügerIn froher Erwartung auf ein herzliches „Willkommen in Südafrika“ reichen wir der Dame auf dem südafrikanischen Grenzposten unsere Pässe… – und bekommen, nebst einem Stirnrunzeln Richtung Computer, folgendes zu hören: „well, Ihr habt Eure 90 Tage Aufenthalt hier in Südafrika im Mai dieses Jahres bereits bekommen, ich kann Euch jetzt nur noch 7 Tage Transit erlauben!“ Unsere Gesichter hätte man in diesem 5Elefant,KrügerMoment wohl filmen sollen… 🙁 Das gibt‘s doch nicht! In jedem Reiseführer steht, dass man bei der Einreise 90 Tage kriegt… und im Mai sind wir ja nur 2 Wochen in Südafrika geblieben… Aber die Grenzbeamtin bleibt stur. Wir könnten uns ja in der nächsten Ortschaft auf dem Homeaffairs-Office melden und da nachfragen, was zu tun sei. Mit einem Schlag ist unser ganzer Enthusiasmus für Südafrika und den 2KrügerKrüger-Nationalpark verschwunden. Mit hängenden Ohren steigen wir ins Auto und beratschlagen was zu tun sei. Gleich wieder ausreisen in Richtung Namibia? Oder nach Botswana und über einen anderen Grenzposten versuchen wiedereinzureisen? Schliesslich einigen wir uns erst mal dieses Office aufzusuchen und zu schauen, was die uns für Möglichkeiten vorschlagen. Denn das kann doch gar nicht sein, dass die uns nicht ihr schönes Land besuchen lassen…!

6Hyäne,KrügerAuf der zweistündigen Fahrt dahin, quer durch den Krüger-Nationalpark, haben wir kaum Augen für die Tierwelt, zu sehr bewegt uns unser Visa-Problem. Wir fahren direkt zum Office und haben Glück: es ist offen und nach kurzer Wartezeit werden wir auch freundlich vom Chef selber empfangen. Er versteht unsere Abweisung auch nicht so 3Schildkröten,Krügerrecht und erkundigt sich noch telefonisch, ob da alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Schliesslich kristallisiert sich folgende, in unseren Augen recht „afrikanische“ Lösung heraus: wir müssen ein Gesuch um die Verlängerung unseres ersten Visas vom Mai beantragen (und bezahlen…) und während dessen Bearbeitungszeit8Nilpferd,Krüger

9Buffalo,Krüger(erfahrungsgemäss 2-3 Monate(!)) dürfen wir frei im Land herumreisen, es aber nicht verlassen um wiedereinzureisen (um z.B. Leshoto oder Swaziland zu besuchen). Sonst würden wir wiederum nur 7 Tage Transit bekommen… Nach längerer Diskussion entscheiden wir uns schweren Herzens für diese Lösung, obwohl sie viele Unsicherheiten beinhaltet und wir doch so gerne unsere Töff-Freunde in Leshoto besucht hätten. Aber erst müssen wir noch x-Formulare ausfüllen, 10Löwen,Krügeralle möglichen Kopien machen, Bankauszüge ausdrucken und zwei Begründungsschreiben verfassen. Wir versprechen mit dem ganzen Papierkram am nächsten Morgen wieder auf dem Office zu erscheinen. Also gilt unser erster Gang einem Internetcafe für die Bankauszüge, dann muss unsere Telefonkarte aufgeladen werden und erst dann können wir endlich in das nächste SPAR-Shoppingcenter, um das südafrikanische Einkaufsparadies zu erkunden, auf das wir (oder wohl eher nur ich 😉 uns schon so lange gefreut haben. 7Hyänehoch,Krüger Und zu unserer Überraschung treffen wir da drin auch noch auf Christine&Bill, unsere südafrikanischen Freunde, die wir seit Zambia nun schon so oft wiedergetroffen haben…! So kaufen wir gemeinsam ein paar schöne Steaks und Bier&Wein ein und fahren zusammen auf den Campingplatz. Die zwei „retten“ dann unseren verknorksten Tag mit einem gemütlichen „Braai“-Abend, wie das Grillen hier in Südafrika genannt wird. Bill hat ja in Kenia säckeweise Grillkohle eingekauft, die er seitdem jeden Tag ein- und ausladen muss. Jetzt können wir sie austesten… ;-)Irgendwann mitten in der Nacht entlädt sich auch noch ein heftiges Gewitter: oha, die Regenzeit hat offenbar auch hier bereits begonnen…!

11Mistkäfer,Krüger Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von Christine&Bill mit dem Versprechen sie dann auf ihrer Farm zu besuchen und liefern unsere Papiere auf dem Homeaffairs Office ab, was fast den ganzen Vormittag in Anspruch nimmt… Aber ab Mittag können wir uns dann – mit einem leicht flauen Gefühl zwar – voll auf den Krüger Nationalpark und die Tierwelt konzentrieren. 15Wildhundefamilie,KrügerWir verbringen fast eine Woche darin, übernachten in unterschiedlichen Camps und treffen natürlich auch auf viele andere Touristen. Mit den meisten haben wir guten Kontakt und wir verbringen ein paar schöne Abende mit Mitreisenden aus aller Welt. Die Regenzeit hat auch hier bereits eingesetzt (fast einen Monat zu früh) und die 16Wildhund,KrügerLandschaft ist herrlich grün, überall spriesst frisches Gras und die Tiere sind wohlgenährt, verteilen sich aber auch viel mehr, da sie nicht mehr auf die Wasserlöcher angewiesen sind. Trotzdem sehen wir viele Büffel, Antilopen, Giraffen und Elefanten. Auch Löwen können wir beobachten, ganze Familien teilweise. 12LeoBaum,Krüger 13LeoKopf,Krüger Den Höhepunkt macht dann eine Abendfahrt, wo wir auf ein ganzes Rudel Wildhunde treffen und später dann auch noch einen Leoparden mit seinem „Kill“, einem erlegten Wildschwein, auf dem Baum oben liegen sehen. Wir wussten, dass Leoparden ihre Beute vor anderen Wildtieren auf Bäumen in Sicherheit bringen, aber wir sind erstaunt wie weit sie diese den Baum hochschleppen…! (er liegt im Baum auf dem Bild oben im untersten rechten  Ast…!)

17BlydeCanyon 18BlydeCanyon Nach sovielen Tagen, wo wir hochkonzentriert in den Busch starren, ist es eine angenehme Abwechslung wieder einmal mit „normalem“ Tempo ausserhalb des Parks rumkurven zu können. Wir fahren durch tolle Hügellandschaften zum Blyde River Canyon, wo der Fluss eine tiefe Schlucht in die roten Felsberge geschnitten hat. Wir geniessen die tollen Ausblicke auf die runden Bergkuppen, machen eine Velotour und erkunden einen versteckten Wasserfall auf einer Dschungelwanderung. Einfach toll hier! Nur… – leider setzt über Nacht Regen ein, alles ist wolkenverhangen, es kühlt merklich ab… und die Wetterprognosen sagen keine Besserung für die nächsten Tage voraus 🙁 Also fahren wir zurück in den Krügerpark: Tiere kann man auch bei schlechtem Wetter beobachten! Und da wir noch in Kontakt mit Gaby&Marcel sind, zwei Schweizern Reisenden, die wir in Botswana getroffen haben und die auch hier sein sollen, machen wir übers Internet ein Treffen auf einem der Campingplätze aus. Marcel hat ähnliche 21AGaby&Marcel,KrügerProbleme mit seinem Visa wie wir und so ist für Gesprächsthema gesorgt… 😉 Sobald das Wetter wieder aufklart, fahren wir 19Blyde Canyonzurück zum Canyon, diesmal von der andern Seite her und geniessen die Ausblicke von der Höhe runter. Leider ziehen bald wieder Wolken auf, es fängt an zu regnen und so fliehen wir weg von den Bergen, raus in die Ebene und Richtung Küste. 20BlydeCanyonDer St. Lucia Wetlandpark ist einzigartig durch seine Sümpfe entlang der Küstendünen, hier wurden viele Nashörner wiederangesiedelt und wir sehen auch etliche davon. Ausserdem verbringen wir unsere Tage mit dem Wegscheuchen der frechen Affen auf dem Campingplatz: die getrauen sich sogar in den Cruisie währenddem wir drinnen sind…! Aber Kölbis Steinschleuder jagt ihnen doch etwas Respekt ein und nach

17aNashorn,Krügerzwei Tagen intensivem Steine schleudern haben wir wenigstens während dem Essen Ruhe vor diesen Plagegeistern. Wir stehen hier mit Simon und seiner Frau, die wir vom Krügerpark her kennen. Ihnen haben die Affen sogar das Moskitonetz am Mietauto aufgerissen um besser an die Esswaren zu kommen!

21GoldenGate22GoldenGate Fürs Unterhaltungsprogramm auf dem Platz ist also gesorgt, und da das Meer hier zum Schwimmen wegen der starken Brandung schon nicht mehr geeignet ist, ziehen wir ein paar Tage später weiter südwärts, Richtung Durban und fahren dann landeinwärts zum Golden Gate Nationalpark an der Nordseite der Drakensberge. Diese Bergkette umschliesst ja Leshoto – und da wir mit unserem Visaproblem nicht nach Leshoto reindürfen, so wollen wir an seiner Flanke entlang der Drakensberge drumherumfahren. Die Landschaft ist einzigartig mit imposanten Sandsteinfelsen, die im Abendlicht golden-rot leuchten. Und wir treffen uns da auch wieder mit Gaby&Marcel und 23CampStaudamm24Fonduenach einer Wanderung am vormittag fahren wir zusammen an einen Stausee, wo sie mit Hannes, den auch wir bereits von Nairobi her kennen, abgemacht haben. Wir verbringen relaxte Tage mit plaudern, fischen (ohne Erfolg), wandern, baden und -dank Hannes‘ Vorräten und vor Ort selbstgebackenem Brot- sogar einem Gerber-Fondue bei stürmischem Wind! Als wir dann kurz darauf auch noch an einem 25bLittleSwitzerland„Little Switzerland“-Schild vorbeifahren, fühlen wir uns schon fast wie zuhause… 😉 Aber zuerst unter-nehmen wir mit Hannes noch einen abenteuerlichen Ausflug zu einem der höchsten Aussichtspunkte in den Drakensbergen. Um diesen zu erreichen geht es erst mal mit den Autos über eine hohe Passstrasse um nach zweistündiger SONY DSCWanderung über ziemlich wacklige und extrem lange Stahlleitern zwei senkrechte Felswände zu erklim-men… oben werden wir dafür aber mit einer tollen Aussicht auf 3000müM belohnt. Leider nur in die eine Richtung, da auf der andern Seite dicker Nebel die Sicht behindert. Aber nur schon die Leitern sind die Wanderung wert! Kölbi fühlt sich leider nun schon zum dritten Mal innert ein paar Tagen nicht sehr wohl und wir befürchten schon, dass er Malaria haben könnte. Wir machen einen der vorsorglich mitgeführten Tests, aber der ist glücklicherweise negativ: also doch keine Malaria! Wir sind froh und dankbar, dass wir bisher von dieser heimtückischen Krankheit verschont geblieben sind. 28Bill&ChristinesHausEtliche Mitreisende haben uns nun schon von ihren Malaria-Erfahrungen erzählt und keiner von ihnen möchte es noch mal erleben! Wir verabschieden uns von Hannes, der Richtung Namibia fährt, und zwei Tage später dann auch von Gaby&Marcel, die Freunde auf einer Farm besuchen wollen. Das wollen wir auch, denn Bill&Christines Farm ist ganz in der Nähe hier und bei ihnen dürfen wir ein paar Bills Kücheinteressante Tage verbringen. Ich darf mich im Garten austoben und Kölbi versucht an ihrem alten Dach zu flicken, was noch zu retten ist… Aber die zwei sind ein goldiges, herzensgutes Paar und wir verbringen viel Zeit zusammen mit Diskussionen über die Zukunft unserer Welt und Südafrikas im Speziellen. Und dazu bekochen wir uns gegenseitig mit leckeren Gerichten und ich lerne wieder einmal ein paar neue Rezepte kennen. Der Abschied fällt dann schwer, aber wir wollen nun die südlichen Drakensberge besuchen, wo wir auf einem schönen Campinglatz ganz alleine stehen. 26DrakensbergeNach einer Wanderung am Vormittag beschliessen wir das gute Wetter zu nutzen und gleich noch ein Stück weiterzufahren. Je näher wir an KwaZulu Natal kommen, dem Gebiet mit fast nur schwarzer Bevölkerung, desto weniger Übernachtungsmöglichkeiten bieten sich und schlussendlich fahren wir dann gleich bis an die Wild Coast durch. Den Abschluss dieses erlebnisreichen Tages macht dann eine unheimlich kurvige, schlechte Schotterpiste durch eine Hügellandschaft, gegen die das Emmental noch fast flach wirkt… und das bis zuvorderst an die Küste ran! Es dunkelt bereits als wir ankommen, dazu weht ein heftiger Wind… – wir zwei sind fix und foxi und gehen bald einmal schlafen.Am nächsten Morgen können wir uns dann erst mal umschauen, wo wir da eigentlich gelandet sind und nach kurzer Besprechung beschliessen wir gleich weiter in die nahe Coffee Bay zu fahren. 26WildCoastDort hat es einen wunderschönen Campingplatz in einem kleinen Stück übrig gebliebenem Urwald direkt am (stürmischen) Meer. Und nahebei noch ein paar flippige Gästehäuser und Kaffees. So ein bisschen ein Aussteiger-Paradies mit viel Trommelmusik, wie uns scheint. Wir geniessen es, dem Treiben ein wenig zuzuschauen, doch leider holt uns das schlechte Wetter wieder einmal ein und es fängt an zu regnen. Als es am nächsten tag dann mal eine Stunde lang trocken bleibt, schlägt Kölbi vor wir könnten ja doch noch mal die Wanderung der Küste entlang zum „hole in the wall“ starten. Es geht über Stock und Stein, Hügel rauf und Hügel runter, über Bäche und dem Strand entlang, an einfachen Hütten vorbei und immer wieder grüssen uns die Einheimischen oder laufen uns Kinder bettelnd nach: „sweets, sweets“ oder sogar: „two Rand, two Rand“ („Süsses, Süsses“ oder „20 Rappen, 20 Rappen“). Etwa auf halber Strecke fängt es an zu regnen, wir stellen uns unter einen Dachvorsprung und warten auf ein Nachlassen, um weiterwandern zu können. Das ist jedoch von kurzer Dauer und schon bald einmal wandern wir in strömendem Regen… – nur hat es jetzt keinen Dachvorsprung mehr, 27WildCoastwo wir uns unterstellen könnten 🙁 Nach einer Stunde erreichen wir schliesslich die nächste Ortschaft, ziehen im einzigen Restaurant unsere tropfnassen Kleider aus und bestellen uns was zum Essen. Währenddessen versuchen wir uns einen Transport zurück zu organisieren – doch oh weh: weil die Strasse wegen dem vielen Regen nun so rutschig geworden ist, kann uns auch kein Auto mehr zurückbringen! Also marschieren wir tropfnass auch wieder zurück! Die heisse Dusche auf dem Campingplatz wärmt uns dann wieder auf, nur unsere Kleider und Schuhe brauchen noch ein paar Tage um richtig trocken zu werden… Als es am nächsten Morgen immer noch regnet, ist unsere Stimmung genauso grau und wolkenverhangen wie der Himmel draussen und wir wollen nur noch weg von hier! Wir fahren nun an die westliche Seite von Leshoto und trotz dem schlechten Wetter können wir erahnen wie wunderschön diese Berggegend sein muss bei gutem Licht… Telefonisch haben wir Kontakt aufgenommen mit August, dem Motorradfahrer, den wir am Tanganikasee mit seinen Söhnen getroffen haben. Wir haben ja immer noch seinen defekten Kocher mit dabei, den wir versprochen haben bei ihm zuhause in Leshoto abzuliefern. Nun gibt er uns eine Wegbeschreibung zu einer Farm in der Nähe, wir könnten den Kocher da abgeben und gleichzeitig den Schlüssel zu einem sehr speziellen Platz mit heissen Quellen und Flusspools in Empfang nehmen um dort zu übernachten. Wow, das tönt ja toll! Genau das Richtige für uns bei dem Sch…Wetter!! Als wir auf die Farm einbiegen, sehen wir grade noch ein Auto abfahren. Es dreht dann aber um und der Farmer steigt aus mit seinem Grosskind, sie wollten eben auf Jagd gehen… Er gibt uns den Schlüssel und erklärt uns nur kurz den Weg – er will auf die Jagd! Wir fahren erwartungsvoll zum angegebenen Gatter, versuchen alle Schlüssel(3) an allen Schlössern(4)… nix! NIX! Wir versuchen es mit Ölspray, mit sanfter Gewalt, mit grober Kraft… nix tut sich!! Kölbi meint, wenn er jetzt noch mehr Gewalt anwendet, brechen wir den Schlüssel ab – und das wollen wir ja eigentlich auch nicht! Also fangen wir an rumzutelefonieren, damit wir den Farmer erreichen können… wieder Fehlanzeige! Also fahren wir mit hängenden Köpfen wieder zurück zur Farm 30OwlHouse(wo natürlich keine Menschenseele ist, die sind ja zur Jagd!), lassen den Kocher und die Schlüssel mit einem netten Briefchen zurück und fahren enttäuscht weiter. Ihr wisst bestimmt wie das ist, wenn man sich auf etwas so richtig freut und es dann nicht klappt… in der Vorstellung wird es immer noch schöner… und die Enttäuschung noch grösser… 🙁 Als dann auch noch der nahegelegene Campingplatz (auch mit heissen Quellen) wegen Verwahrlosung (meine Theorie) geschlossen ist, kann ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Warum ist nur alles gegen uns??! 29OwlHouseAber auch solche Momente gehen vorbei – auf Reisen wie im „normalen“ Leben – und wir finden einen hübschen kleinen See zum Campieren. Als es am andern Morgen immer noch regnet, ist unsere Fahrrichtung klar: Richtung Zentrum, Richtung Karoo, wo es am trockensten und heissesten sein soll in Südafrika! Entlang der Strecke liegt ein kleiner Abstecher, ein hübscher Ort in einem Seitental versteckt, wo einst eine Künstlerin gelebt hat, die ihr einfaches Elternhaus mit Hilfe von gemahlenem Glas in ein farbenfrohes Traumgebilde verwandelt hat mit phantasievollen Skulpturen, die den Garten bevölkern. 31CamedooAussichtAls wir in Graff-Reinet in den Campingplatz fahren wollen sind wir zeitgleich mit einem Touristen-Mietauto da und es stellt sich heraus, dass Philipp&Stefanie aus Südtirol sind, hier ihre wohlverdienten Ferien verbringen nach einer strengen Sommersaison im eigenen Restaurantbetrieb… – da ist natürlich für Gesprächsstoff gesorgt 😉 Wir fahren gemeinsam zu einer kurzen Wanderung in den nahen Nationalpark, von wo aus wir32Schildkröten,Karoo wunderbare Ausblicke auf die tieferliegende Karoolandschaft haben. Zurück im Camp wird unsere Hoffnung auf einen gemütlichen Grillabend durch ein heftiges Gewitter erst mal zunichte gemacht, aber der Himmel hat dann doch Erbarmen mit uns und es klart33Karoo – merklich kühler – doch nochmal auf, so dass wir nach dem Grillen noch eine ganze Weile zusammen sitzen können. Vom eigentlichen Karoo-Nationalpark sind wir dann eher enttäuscht; trotz toller Landschaft ist der Campingplatz dermassen unter Bäumen versteckt, dass wir gar keine Aussicht darauf haben. Dafür entschädigen die hier ansässigen Riesenschildkröten mit gegenseitigem Wegschubsen für Spektakel und abends schleicht sogar ein Karakal, eine Art Luchs, durchs Camp auf der Suche nach Futter! Die Fahrt durch den Park verläuft relativ ereignislos, alle 4×4 Routen (für die der Park eigentlich bekannt ist) sind gesperrt und am zweiten Abend kommen wir dann sogar hier in der Karoo in den (seltenen) Genuss von ein paar Regentropfen verbunden mit einem spektakulären Gewitter… 34Swartbergpass36StrassezurHelDie Fahrt nach Prince Albert und auf den Swartbergpass ist dann Genuss pur, aber den Höhepunkt macht die Strasse in die Hölle, „die Hel“ genannt! Wilde, unberührte Karoo-Berglandschaft über 50 km weit in ein 37aDieHelabgeschiedenes Tal, wo einst weisse Siedler ein Auskommen als Selbstversorger fanden. Der einzige Weg aus dem Tal raus führte über steile Felspässe und konnte nur per Maulesel bewältigt werden, was mehrere Tage dauerte, weshalb das Tal seinen abschreckenden Namen bekam. Heute leben nur noch zwei Familien dort hinten und beide haben ihr Auskommen dank dem bescheidenen Tourismus. Die alten Häuser wurden stilgerecht renoviert und in 35SwartbergAussichtGästehäuser umgewandelt, sogar zwei Campingplätze gibt es… Auf der Fahrt zurück füllen wir dann noch unsere Tanks mit dem klaren Bachwasser auf und ich pflücke einen ganzen Strauss herrlich stark riechender Minze. Wir fahren alles den Swartbergen entlang Richtung Osten bis wir entlang einer wilden Schlucht in den Bavianskloof gelangen, einem weiteren abgeschiedenen Tal, in dem sich weisse Siedler niedergelassen haben. Der untere Teil des Tals ist ein Naturreservat und wir haben Glück überhaupt durchfahren zu dürfen: wegen der starken Regenfälle und Überschwemmungen war die Strasse gesperrt und ist nun erst den dritten Tag wieder offen! 37Bavianskloof38BavianskloofDementsprechend schlecht ist auch der Strassenzustand und wir sind froh, dass wir eine Übernachtung auf dem einsam gelegenen Camp am Fluss eingeplant haben. Den Fluss müssen wir auf unserem Weg ein paar Mal queren, jedes Mal wird er grösser, tiefer und breiter…! Aber es ist ein tolles Abenteuer und wir sehen auch prompt ein paar Paviane durchs Tal streifen, von ihnen kommt ja der Name der Gegend hier. Aus dem Park raus ist es dann nicht mehr weit bis zur Küste, wo die Gardenroute ihren Anfang nimmt. Auf einmal ist alles sehr touristisch, überall hat es hübsche Restaurants, gut besuchte Campingplätze (die Ferienzeit hat begonnen!), es wird Bungeejumping und alle möglichen 39GardenrouteAbenteuer-Sportarten angeboten, Ferienhäuser spriessen wie Pilze aus dem Boden… hier ist was los, wir sind in Südafrikas Touristenecke angekommen! Irgendwie ist es eine ganz anderes Leben hier, fast wie in Europa, alles sehr modern und „stylish“, wir gehen zum Italiener Pizza essen, trinken Espresso – wir fühlen uns fast wie zuhause in der Schweiz – 40Gardenrouteausser dem Meer natürlich und der andersfarbigen Bedienung… (- und den Preisen)! Wir übernachten mal in Plettenberg, wo wir am Morgen Delfine im Meer beobachten können und einmal in Mossel Bay, wo wir von Roussow, einem netten und sehr aufgeschlossenen Farmer spontan zum Nachtessen eingeladen werden. Er verbringt hier mit seiner Familie die Ferien und wir verbringen einen sehr gemütlichen Braai-Abend bei ihm und Mosselbayseiner Frau Belinda in ihrer (familieneigenen) Ferienwohnung. Wir schliessen die zwei sofort ins Herz mit ihrer spontanen, herzlichen Art und Gastfreundschaft. So nehmen wir auch ihre Einladung, sie dann auf ihrer Farm im Nordwesten von Kapstadt zu besuchen, sehr gerne an. Erst mal fahren wir aber nach Oudtshoorn, zurück in die Berge, denn hier an der Küste wird es wegen der Weihnachtsferienzeit nun definitiv zu voll und zu teuer für uns…! Oudtshoorn ist das Zentrum der Straussenfarmen, überall sehen wir die Riesenvögel die Köpfe recken und über die Felder stolzieren. Wir parkieren für ein paar Tage im Hof eines Backpackers und geniessen es, mit unseren Velos das nette Städtchen zu erkunden. Auch lernen wir viele Touristen kennen undStrausse besonders freut uns, dass eines abends ein hübsch bemalener VW-Bus mit VD-Kennzeichen (Schweizer) neben uns parkiert! Die zwei Jungs sind über die Ostroute hierher runter gefahren und so können wir uns beim gemeinsamen Nachtessen viel erzählen… Oudtshoorn liegt ganz in der Nähe vom Swartbergpass und der „Hel“ und so machen wir auf Empfehlung von Touristen hin nochmals eine Rundtour durch die schöne Gegend, machen eine (recht anstrengende!) Wanderung über den Pass und übernachten anschliessend oben in den Bergen. Wir geniessen es total wieder einmal frei campieren zu können, ohne eine Menschenseele um uns herum! Über kleine Bergsträsschen fahren wir weiter, durch einsame Täler bis zu einem uns von Marcel empfohlenen Camp bei heissen Quellen, wo wir unseren Muskelkater herrlich im warmen Pool kurieren können. Dort lernen wir auch einen ansässigen Farmer kennen, der uns bei einem Bier seine eigene Version der 41CapeAgulhasBibelgeschichte kundtut… ein etwas verschrobener Charakter, aber äusserst amüsant und gesprächig 😉 Durch weites Farmland fahren wir schliesslich dem südlichsten Punkt Afrikas, dem Cape Agulhas entgegen. Das Meer ist rau und stürmisch, hier trifft der indische Ozean auf den Atlantik, es weht ein strammer Wind und das Wasser hat für mich absolut keine Badetemperatur mehr! Aber die Südafrikaner sind da abgehärteter als ich und wir treffen sogar noch an der Westküste immer wieder auf Badende im eisig-kalten Wasser… 43Pinguine44PinguineWir gönnen uns eine herrlich frische Portion Fisch&Chips, fahren dann aber wegen dem kühlen Wind noch ein gutes Stück weiter, alles der Küste entlang bis nach Kleinmond. Von da ist es am nächsten Tag nur noch ein Katzensprung bis nach Gordons Bay zum Overlander Camp, aber wir lassen uns Zeit, schauen uns noch die Pinguin-Kolonie in Pringle Bay an und geniessen die schön gelegenen Aussichtsplätze dem Meer entlang mit einem Picknick – wer weiss, vielleicht entdecken wir ja auf dem Meer draussen noch Wale, für die diese Gegend hier berühmt ist…?! (Leider ist uns das nicht vergönnt, aber wir müssen uns ja auch noch etwas für Südamerika aufsparen, nicht?! 😉 )45Richtung GordonsBay Und zum Abschluss fahren wir auch noch zum Stausee, der hoch über Gordons Bay in den Bergen liegt und von wo aus man tolle Ausblicke über die False Bay bis hinüber zum Tafelberg und dem Kap hat. Im Overlander Camp ist etwas mehr los als bei unserem letzten Besuch im Mai! Die Zeit vergeht wie im Fluge mit interessanten Gesprächen, auch die Waschmaschine nutzen wir fleissig und unsere Wassertanks warten schon lange auf eine gründliche Reinigung… 46CapeofGoodHopeDazwischen unternehmen wir einen Ausflug ans Kap der guten Hoffnung, besuchen Gaby&Marcel ein letztes Mal vor ihrer Heimreise und erklettern zum Abschluss sogar noch den Tafelberg, bei strahlend-schönem Wetter und auf der direkten 47auf dem Weg zum TableMountain„India Venster“- Route, die zwar anstrengend ist und einige knifflige Kletterstellen beinhaltet, uns dafür aber mit wunderbaren Ausblicken auf Kapstadt belohnt. Diese Stadt und ihre Umgebung haben es uns angetan und wenn die Probleme mit der schwarzen Bevölkerung nicht wären, so könnten wir uns sogar vorstellen hier einige Zeit zu leben! Aber da diese Probleme eben da sind und es aus unserer Sicht alles andere als nach einer guten, sicheren Zukunft aussieht hier, kommt dies für uns erst gar nicht in Frage und wir können unbeschwert weiterreisen. geschafft!Wir besuchen Paternoster an der Westküste, wo wir uns am nächsten Morgen in den Felsen eine tolle Portion frischer Miesmuscheln sammeln. Wir nehmen sie mit nach Clanwilliam, wo wir uns mit Iris&Ralf treffen wollen, die wir letzten Juni im Kgalagadi NP kennengelernt haben und die zufällig auch gerade in der Gegend weilen. – Und sogar noch ein paar Tage Zeit haben mit uns die Cederberge zu erkunden! Das trifft sich super, denn die Weihnachtstage stehen vor der Tür und was gibt es Schöneres als sie mit Gleichgesinnten zu verbringen…! Wir campieren in den Bergen, gehen wandern, faulenzen und kochen uns was Feines. 48Camp im CederbergIn Wupperthal besuchen wir die alte Missionars-Schuhfabrik, wo ich mir ein paar handgemachte Kuduleder-Sandalen kaufe. Die erste Nacht stehen wir wild zwischen tollen Sandsteinfelsen, am nächsten Tag dann auf einem einfachen Campingplatz 49Steine im Cederbergan einem Fluss, wo wir auch baden können. Hier herrscht allerdings ziemlich Aufregung, schon von weitem haben wir Rauch und Feuer gesehen – und hier war der Buschbrand schon so nah, dass sie fast den Platz evakuieren mussten! Immer wieder rückt das Farmeigene Feuerwehrauto aus und abends kommen die Jungs mit russgeschwärzten Gesichtern zurück ins Camp vom Flammen löschen. So sind für einmal alle erleichtert, als spätabends Blitze am Himmel zucken und schlussendlich die ersten Regentropfen fallen. KartenspielenUnd als es am Heiligabend dann den ganzen Tag regnet, lehrt Ralf uns ein spannendes Kartenspiel, das wir bis nachts um 2 Uhr spielen. Fast wie bei uns zuhause mit dem Jokern 😉 Aber unser feines Weihnachtsmenü, das wir zwischen zwei Spielrunden hingezaubert haben, möchte ich Euch natürlich auch nicht vorenthalten: perfekt grilliertes Rindsfilet am Stück mit Steinpilz- und Champignonsrahmsauce, überbackenem Fenchel, glasierten Rüebli, Zuchini und Zuckerschoten und dazu Teigwaren….mmmmhhhh! 50WeihnachtenUnd erst noch alles auf dem Holzfeuer gekocht! Irgendwie waren wir Frauen an dem Abend mit Kochen erfolgreicher als mit dem Kartenspielen…gell, Iris? Dafür haben wir das dann mit dem Abschieds-Match am anderen Tag wieder gut gemacht! Die zwei mussten sich auf den Weg nach Kapstadt machen, denn sie wollen übers Neujahr einen „Heimaturlaub“ einlegen. Kölbi und ich verbringen noch einen Tag länger in dieser schönen Berggegend, bevor wir unseren versprochenen Besuch auf der Farm von Roussow&Belinda einlösen, die uns bereits in Mossel Bay so spontan eingeladen haben.51RoussowsFarm Dieser Besuch wird eines unserer intensivsten und schönsten Erlebnisse hier in Südafrika, zum einen weil diese zwei Menschen uns so herzlich willkommen heissen und uns offen an ihrem Leben und ihren Sorgen teilhaben lassen, was uns tiefe Einblicke in die Freuden, Sorgen und Denkweisen in diesem Land beschert; zum andern, weil Roussow ein ganz aufgeschlossener, moderner Farmer ist, der mit den Erfordernissen des Weltmarkts mitzuhalten versucht und sich durch blitzgescheites Denken, Rechnen und Handeln einen Vorsprung gegenüber seinen Mitkonkurrenten herausholt um damit seinem Sohn den bestmöglichen Start ins Farmerleben zu ermöglichen.53Familientisch Und das alles in Dimensionen, die für uns Schweizer fast unvorstellbar gross sind: 3000 Hektar Farmland (+ 6000 Hektar seines Bruders im Nordosten von Südafrika, das sein Vater damals nur dank unterschiedlicher Regen- und Erntezeiten gleichzeitig bewirtschaften konnte!), hauptsächlich wird Weizen angebaut, er hat aber auch ca 380 Rinder, 54BelindasVorratskammersein elfjähriger Sohn baut gerade einen Hühnerstall auf (35 Stück inzwischen) um zur Aufbesserung seines Taschengeldes Eier zu verkaufen; Weinreben und Olivenbäume haben wir auch gesehen… auch der Traktoren-Fuhrpark ist beeindruckend: da werden die Traktoren per GPS gesteuert und die Saat- und Spritzmittelmenge vom Computer errechnet… – alleine die Spannweite des einen Sprayers beträgt 35 Meter! Roussow erzählt uns, wie er jede 52bei den TraktorenWoche mit Farmfreunden in der ganzen Welt telefoniert – nicht etwa um zu plauschen, sondern um die Wetter- und somit Ertragssituation in den jeweiligen Ländern herauszufinden und somit die Richtung des Weltmarktpreises für Weizen zu evaluieren. Er zeigt uns die riesigen Silos und Lagerhallen mit angeschlossenem Labor, wo er die Qualität seines Weizens selber bewerten und ihn lagern kann und erst dann zum Verkauf freigibt, wenn der Preis stimmt.Uns brummt schon nach kurzer Zeit der Schädel ob so vieler Daten, aber Roussow erklärt uns alles sehr offen und in einfachen Worten und nimmt sich endlos viel Zeit für uns; wir spüren seinen (berechtigten!) Stolz auf das Erreichte und doch scheint es auch immer ein Balancieren mit den finanziellen Mitteln zu sein. Alwins HühnerAlles wird wieder in die Farm investiert. Bisher hat er – trotz schwieriger Jahre – immer eine glückliche Hand gehabt und wir mögen es ihm und seiner Familie von Herzen gönnen und drücken ihm die Daumen, dass es so weitergeht! Nach diesen drei intensiven Tagen fällt uns allen der Abschied schwer; doch wir wissen, dass wir jederzeit hierher zurückkommen dürfen und hoffen, sie dereinst auch einmal in der Schweiz begrüssen zu können.

55RichtersveldNPNun bleiben uns nur noch ein paar wenige Tage in Südafrika, das Home Affairs-Office hat sich glücklicherweise bisher noch nicht gemeldet, also ist unser Antrag immer noch hängend und so fahren wir entlang der Westküste hoch in Richtung Namibia. Und mit dem Länderwechsel steht nun gleichzeitig der dritte Jahreswechsel unserer Reise vor der Campingtüre… : Wir wünschen Euch allen ein gutes, gesundes Neues Jahr, in dem Ihr möglichst viele Eurer Lebensträume verwirklichen könnt… fast wie wir!!!

55aWeg nach Namibia

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Tansania (9.9.-23.9.12), Malawi (23.9.-11.10.12) & Mosambik (11.10.-30.10.12)

An der Kenianisch – Tansanischen Grenze erleben wir dann unangenehme Über-raschungen: als erstes werden wir nach unseren Gelbfieber-Impfausweisen gefragt. Die haben wir zwar dabei, sind aber längst abgelaufen. Und obwohl dies ein eher schwach frequentierter Grenzübergang ist, haben sie einen Impfposten mit gekühltem (!) Serum vor Ort. Also müsse wir uns für je 50 US$ erst mal impfen lassen… Als nächstes studiert der Grenzbeamte unsere Pässe vor- und rückwärts, nimmt Rücksprache mit seinem Chef, in dessen Büro wir dann begleitet werden. Er fragt uns dann staunend, weshalb wir das letzte Tansania Visum nur für einen (und nicht drei) Monat(e) beantragt hätten; weil, das wäre auch nach einer Wiedereinreise aus Kenia noch gültig gewesen… Aber so müsse er uns jetzt wieder ein Neues für je 50 US$ ausstellen… Dabei hatten wir den damaligen Grenzbeamten noch extra danach gefragt und dieser hatte verneint, dass dies möglich wäre! Wir fühlen uns wieder mal als herumwandelnder Geldautomat. Wie kommt es nur, dass wir uns in afrikanischen Ländern immer wieder an unsern guten Polo Hofer (Berner Sänger) erinnern: „jä bi ni öppe ne Kiosk oder bi ni öppe ne Bank…“ ?! Kölbis Laune ist auf jeden Fall auf einem Tiefpunkt angelangt und wir müssen uns erst mal an der (eigentlich überhaupt nicht so schönen wie erwartet) Peponi-Beach wieder sammeln. Was tun wir hier und was erwartet uns noch? Und was erwarten wir von den nachfolgenden Ländern Malawi und Mosambik? Sollen wir unseren Afrika-Aufenthalt abkürzen? Aber dann treffen wir wieder andere Reisende, die uns von Malawi schwärmen, und speziell von Namibia haben wir ja bisher nur Gutes gehört… Also schrauben wir unsere Erwartungen wieder mal etwas runter und raffen uns auf um erst mal in die nahe-gelegenen Usambara-Berge zu fahren. Die gute Teerstrasse führt durch schöne Hügellandschaften, eingangs eines Dorfes werden wir von drei europäischen Töfffahrern überholt, wir schauen ihnen noch etwas nach – und zack: Polizei, Radarkontrolle, wir haben das 50er Schild übersehen… mit 18 Fr Bussgeld kommen wir doch noch glimpflich davon! – Nur: Kölbis Laune wird davon auch nicht besser… Die Strasse in die senkrecht aufragenden Usambara-Berge ist dann aber eine Wonne zum fahren – Kölbi wünscht sich insgeheim sicher eines der Motorräder von vorhin…;-) Wir campieren ganz oben beim Irente Viewpoint, wo wir auf dem Hotelparkplatz mit tollem Ausblick stehen können. Und kurz nachher gesellen sich auch noch die drei Töfffahrer zu uns: Ed aus England und Mirjam und Daan aus Holland. Wir unternehmen am nächsten Tag zu-sammen eine Wanderung in den Hügeln hier, meist begleitet von einer ganzen Heerschar Kindern.

       Mit etwas Kraxeln erreichen wir einen exponierten Aussichtsfelsen und staunen über die Trittsicherheit und Unbekümmertheit der Kleinen hier, obwohl es doch senkrecht in die Tiefe geht. Sie sind sich das wohl gewohnt… Wir haben von einem weiteren Aussichtspunkt auf der andern Seite der Berge gehört und fahren am nächsten Tag dorthin. Wir wählen allerdings eine andere Route als die Töffler, mehr der Kante entlang mit tollen Ausblicken und durch faszinierende Dörfer. Die Strasse windet sich immer schmaler werdend durch die Hügel, etliche Brücken inspizieren wir zuerst einmal, bevor wir darüber fahren! Aber auch die Inlandroute muss happig sein, denn die drei Töffler sind ganz erstaunt als wir zeitgleich mit ihnen im Mambo Viewpoint eintreffen. Da sie uns schon den ganzen vorderen Abend von den herrlichen Asados (Niedertemperatur-Grilltechnik) Argentiniens vorgeschwärmt haben, beschliessen wir spontan uns im Dorf nach Fleisch umzusehen und dann gemeinsam ein Asado zu machen. Und erstaunlicherweise wird das sonst so zähe afrikanische Rindfleisch doch noch ganz saftig und „kaubar“… aber sicherheitshalber haben wir mit einem Teil des Fleischs auch noch Gulasch gemacht 😉 Wir verab-schieden uns am nächsten Morgen von-einander, sie müssen weiter und Kölbi und ich geniessen noch einen weiteren Tag in dieser entspannten Umgebung mit seinen freundlichen, unaufdringlichen Menschen. Diese Bergregion erscheint uns fast wie eine kleine, zurückgebliebene Insel; – doch auch hier sieht man Anzeichen einer zu-nehmenden Radikalisierung: viele neu-erbaute Moscheen und Madrassas (Islam-schulen) konkurrieren mit etlichen Kirchen und Missionsschulen… nur der Staat selber scheint sich kaum um seine Bürger zu kümmern! Eine tolle Fahrstrecke erwartet uns dann beim Runterfahren vom Plateau: eine schmale Bergstrasse windet sich über schmale Grate steil den Hang hinunter. Je weiter runter wir kommen, desto ausgewaschener ist sie und den Abschluss macht ein tiefsandiges Flussbett… – ob die drei mit ihren schwerbeladenen Töffs da wohl Freude hatten?? Ich bin auf jeden Fall froh um unsere vier Räder, – auch wenn Kölbi da nicht immer meiner Meinung ist: ihm würden auch zwei genügen 😉 Durchs Hinterland fahren wir an den Fuss des Kilimanjaro, der sich uns an diesem Tag wolkenverhangen präsentiert. Wir über-nachten auf dem Campingplatz eines engagierten Kaffeebauers, der mir dann auch prompt einen Beutel seines feinen Kilimanjaro-Kaffees verkauft. Dabei sind wir doch bekennende Nescafe-Trinker geworden… also muss ich mir noch Filtertüten kaufen und so entsteht unser neues abendliches Kaffee-Brau-Ritual unter Zuhilfenahme eines kleinen Plastiktrichters! Hier direkt am Hang des Kilis ist es uns zu kühl und wolkenverhangen und so zügeln wir für die nächste Nacht runter in die Steppe, wo versteckt der kleine Kratersee „Lake Chala“ liegt. Ein viertelstündiger Fussmarsch bringt uns runter zu einem erfrischenden Bad im kristallklaren Wasser. Rundherum ist alles trocken und öd, dabei hat es hier doch Wasser ohne Ende… wieder einmal fragen wir uns, weshalb die Afrikaner hier keine Bewässerungssysteme angelegt haben?? Aber diese Frage taucht nicht das letzte Mal auf auf unserer Reise durch Afrika, denn es warten ja noch viel grössere Süsswasserseen auf uns, wie zum Beispiel der Malawisee. Am Erschreckendsten war es am Viktoriasee, wo nur wenige Kilometer vom See entfernt die Einheimischen ihr Wasser aus brackigen Tümpeln geholt haben! Weshalb wurden hier nie keine Bewässerungskanäle gebaut wie sonst überall auf der Welt?? Wenn ich nur schon an die über hundert Kilometer(!) langen unterirdischen Kanäle im Iran denke…! Weshalb wissen sich die Menschen hier nicht selber zu helfen, sondern erwarten ihr Heil immer von auswärts…?! Je länger wir in Afrika unterwegs sind, desto kritischer stehen wir zu all den hunderten und tausenden von Hilfsprojekten, die vom Ausland gesponsert, seit Jahren viel Geld in diese Weltregion bringen – und doch scheint sich alles nur mehr zu verschlechtern und verschlimmern. Was wäre die Lösung? Keine Ahnung, aber der jetzige Zustand kann‘s auch nicht sein: zuviel Geld versickert in den Taschen von Politikern und erreicht kaum je die von uns gewünschte Wirkung: nämlich Hilfe zur Selbsthilfe… im Gegenteil, wir unterstützen die Menschen hier in ihrer Lethargie und ihren Erwartungen auf Hilfe von aussen! Genug philosophiert, wir machen uns auf Richtung Südwesten, nach Arusha und danach an den Manyara-See. Wir befinden uns hier im Zentrum des tansanischen Hochpreis-Tourismus, inmitten von spektakulären Nationalparks wie der Serengeti, dem Ngorogoro-Krater und dem Tarangire. Überall sehen wir teure Lodges, die Strassen sind frisch geteert und es fahren schicke Offroader-Autos zuhauf. Doch leider ist diese Welt nicht auf unser Budget zugeschnitten: ein einziger Tag in der Serengeti würde uns über 250 SFr kosten, von der Fahrbewilligung in den Ngorongoro-Krater wagen wir nicht mal zu träumen…. (500SFr)! Ich bin froh, diese Parks bereits vor 25 Jahren besucht zu haben, als sie noch bezahlbar waren. So suchen wir uns eine Strecke ausserhalb der teuren Parks und finden eine landschaftlich ganz reizvolle Natur-Strasse durch die Berge westlich des Sees. Immer wieder halten wir und geniessen die tollen Ausblicke. Der krönende Abschluss ist dann die Abfahrt auf schmalen Bergrücken und -graten wieder runter zum südlichen Seeboden, der nun Ende Trockenzeit nicht mehr viel Wasser hat und von den Salzrückständen schon von fern weiss schimmert. Wir halten Ausschau nach einem Platz zum Übernachten und entdecken nahe bei ein paar Telefonsendern eine Baggerspur, die zu einem Plätzchen mit toller Aussicht führt. Da wollen wir bleiben! Schon nach ein paar Minuten kommen zwei „Bergwächter“ vorbei und zeigen uns ein englisch geschriebenes Schild: „Betreten nur mit Erlaubnis gestattet“… (da sie kein Englisch sprechen, haben sie es extra für uns abmontiert und hergebracht!) – Aber da wir ja hier in Afrika sind, wird uns die „Erlaubnis“ nach Zahlung eines kleinen Trinkgelds an die Wächter unbürokratisch und per sofort erteilt… 😉 und wir dürfen einen störungsfreien Abend auf diesem schönen Flecken Erde geniessen. Die nächsten paar Tage sind dann Fahrtage: wir sitzen von frühmorgens bis abends im Auto und versuchen Strecke zu machen. Das gelingt am ersten Tag recht gut, da wir erst mal auf neuer, gut ausgebauter Teerstrasse fahren können. Leider wird uns gerade das zum Verhängnis, denn zum ersten Mal auf unserer Reise haben wir eines der kleinen Schlafzimmerfenster vergessen zu schliessen. Der schnelle Fahrtwind reisst es irgendwann auf und ab und wir finden es zerbrochen auf der Strasse liegend wieder… Seitdem (ver-)ziert „schönes“, grünes SIGA- Klebband unsere Kabine… aber es hält! Ist ja auch ein CH-Qualitätsprodukt 😉 Am Nachmittag treffen wir dann in Dodoma, der Hauptstadt Tansanias, ein. Sie ist bewusst ins Zentrum des Landes verlegt worden und wohl eine der kleinsten, unfertigsten und abgelegensten Hauptstädte dieser Welt… nach fünf Minuten „Stadtrundfahrt“ sind wir durch und bereits wieder auf der „Ausfallstrasse“ Richtung Süden unterwegs, die sich allerdings als holpriger Feldweg durchs einzige Weinbaugebiet des Landes entpuppt. Und momentan erst noch durch chinesische Bautrupps neugebaut wird. Was bedeutet, dass wir die nächsten 260 Kilometer Baustelle haben mit extrem staubigen Behelfsstrassen neben dem zukünftigen Trassee… 🙁 Irgendwo unterwegs übernachten wir neben der Strasse und holpern am nächsten Tag weiter. Die Landschaft ist langweilig und eintönig: ebenes, trockenes Buschland. Sogar der Stausee, über dessen Damm wir irgendwann fahren, sieht verschlammt und öde aus. So sind wir froh, als am frühen Nachmittag die ersten Dörfer wieder auftauchen und wir in Iringa auf die Teerstrasse treffen. Auftanken und weiterfahren. Oh Schreck: steht da auf dem Strassenschild nicht etwas von weiteren 65 Kilometern Baustelle? Bitte nicht…! Aber es ist so und schon kurz darauf werden wir gestoppt: Einbahnverkehr – es dauert über eine Stunde, bis wir weiterfahren dürfen! Und mit uns stauen sich natürlich all diese irren afrikanischen Busfahrer, die dann irgendwie die verlorene Zeit wieder aufholen wollen und uns und die Lastwagen nun auf der Baustellenumfahrung in dichtem Staub (2m Sichtweite!) und (wegen der tiefstehenden Sonne) im Gegenlicht überholen. Mehrmals kommt es fast zum Crash und wir sind froh, aus dieser gefährlichen Situation heil heraus zu kommen! Kurz darauf erreichen wir das „Old Farmhouse“ in Kisolanza, unser Tagesziel. Und weil es ein netter Platz ist mit feinem Essen (serviert im alten Schafstall bei Kerzenlicht!) und spezieller Umgebung (erinnert mich an den Jura!), bleiben wir gleich noch einen Tag länger und nutzen die Zeit um zu waschen und all den Staub aus dem Auto zu kriegen. Reisen ist halt nicht immer nur Ferien und Faulenzen 😉 Auf guter Teerstrasse sind wir nun Richtung Malawi unterwegs. Die Landschaft ist abwechslungsreicher geworden, hügelig und ein wenig grüner, wir fahren eine Zeit lang sogar durch Forstwälder. Offenbar haben sich hier viele weisse Farmer angesiedelt, die Felder sind grossflächig angelegt. An der letzten Tankstelle vor der Grenze tanken wir noch mal alles auf, was wir können. Sogar die Kanister füllen wir, denn in Malawi soll es Dieselknappheit geben. Schlussendlich haben wir so viel Diesel in unsere Tanks füllen lassen, dass wir am Ende noch zu wenig tansanische Shilling dabei haben! Erst nach längerer Diskussion mit dem Tankwart dürfen wir dann mit Dollars bezahlen. Deshalb fahren wir auch gleich bis zur Grenze durch, obwohl wir ja eigentlich noch eine Nacht in Tansania verbringen wollten um dann am frühen Morgen dort zu sein… Sonntags spätnachmittags an einer Grenze Afrikas ohne Visum zu erscheinen – ob das wohl schlau ist??? Vor allem, weil in Malawi komischerweise nur gerade wir Schweizer ein Visum brauchen und man das vorab auf einer Botschaft hätte holen sollen (wie mir der Grenzbeamte dann auch breit und lang erklärt)… aber ich hatte da irgendwas gelesen von einem Grenzpapier, mit dem man drei Tage später in der Provinz-hauptstadt Mzuzu das Visum nachholen könne… und so lenkt er schliesslich ein und wir erhalten sogar vier Tage Zeit, weil es schon so spät ist… Welcome in Malawi! Erleichtert fahren wir noch bis zu einem Camp am See und stossen dann mit einem Bier auf die geglückte Einreise an. Von dort machen wir einen Abstecher nach Livingstonia, einer ehemaligen schottischen Missionsstation an der Abbruchkante hoch über dem Malawisee thronend. Eine abenteuerliche Geländestrasse führt auf das Plateau hinauf und oben angekommen sind wir wie in einer anderen Welt: alles im englischen Kolonialstil erbaut, sogar einen Uhrturm erblicken wir und im kleinen Museum können wir uns über die Geschichte des Ortes informieren. Die Missionare wählten diesen abgeschiedenen Ort wegen des besseren Klimas, da unten am See ihre Leute immer wieder der Malaria und anderen Krankheiten zum Opfer fielen. Was muss das damals für ein entbehrungsreiches Leben gewesen sein! Und dabei war diese Station hier eine der fortschrittlichsten des Kontinents, unter anderem die erste, die Strom und somit Licht hatte… Wir verbringen den Rest des Tages und die Nacht auch gleich hier oben in einem lässigen Busch-Camp namens Mushroom-farm. Sitzen am Abend mit netten Leuten ums Lagerfeuer und philosophieren übers Reisen und Afrika und erzählen uns Geschichten aus aller Welt. Solche Abende sind gut für die Seele und uns sehr wichtig; – in letzter Zeit jedoch selten gewesen! Jetzt wird‘s aber Zeit, dass wir uns nach Mzuzu begeben um unser Visum klar zu bekommen, sonst verweisen sie uns womöglich noch des Landes… 😉 Hier in Malawi erleben wir die häufigsten und striktesten Polizeikontrollen: Führerausweis, Versicherung, Feuerlöscher, 2 Pannendreiecke, Rückfahrlicht, alles wird kontrolliert! Und weil sie bei uns nichts beanstanden können, kommt am Schluss dann ab und zu die Frage nach einer Cola oder etwas zu Essen…. (für den Polizisten, natürlich!), aber wir lächeln dann jeweils nur freundlich und verstehen ab dem Moment grad gar keine Sprache dieser Welt mehr… Nebst dem Visum besorgen wir uns in Mzuzu auch Geld und Lebensmittel. Zum ersten Mal merken wir, dass wirklich vieles knapp ist in diesem Land und nicht alles immer erhältlich: Bier, Cola, Geld (wir bekommen maximal 70 SFr aufs Mal aus dem Bankautomaten – und auch das nicht immer!), sogar der Telekomshop hat grad keine SIM-Karten mehr…! Malawis letzter Präsident ist mit 400 Mio US$ aus der Staatskasse abgehauen und seither kann das Land seine Rechnungen kaum mehr bezahlen. Aber es besteht Hoffnung, denn der neue Präsident ist eine Frau… 😉 Und obwohl eines der ärmsten Länder Afrikas, sehen wir auf unseren Fahrten durchs Land fast in jedem Ort eine Wasserpumpe stehen, was in Tansania selten der Fall war (-und einmal profitieren sogar wir davon zum Wassertanken..). Wasserholen und Holz-sammeln ist meist Frauensache in Afrika, und oftmals beansprucht diese Arbeit nebst der Feld- und Hausarbeit den Grossteil ihres Tages. Überall sehen wir Frauen und auch ganz junge Mädchen der Strasse entlang gehen und Kessel voller Wasser auf dem Kopf balancieren, oder auch riesige Holzbündel. Es sieht zwar grazil aus, aber ob das der Wirbelsäule auf Dauer gut tut?? Unser nächster Halt ist Makuzi Beach, ein kleines Ferienhotel mit Camping an einem wunderschönen Sandstrand, eingerahmt von grossen runden Felsen und einem tropischen Garten. Ein Ort wie aus dem Bilderbuch! Wir bleiben ein paar Tage, danach verbringen wir eine Nacht in einem schönen Flusscamp, um schliesslich über kleine Bergstrassen in die Hauptstadt Lilongwe zu gelangen. Hier können wir das Mosambikvisum einholen und unsere Lebensmittelvorräte in grossen Einkaufs-zentren wieder aufstocken. Auf dem Parkplatz dort treffen wir auf ein Berner Ehepaar, Edith und Peter, das mit dem Mietauto unterwegs ist und das gleiche Etappenziel wie wir hat: Dedza Pottery, ein nettes Camp bei einer Keramik – Töpferei gelegen. So gibt‘s wieder mal einen „berndeutschen“ Abend, was uns auch gut tut 😉 Von dort aus fahren wir durch Teeplantagen zum Mt. Mulanje, mit 3000m der höchste Berg in Malawi. Wir wollen ihn allerdings nicht besteigen, machen aber eine kleine Wanderung zu einem einsamen Wasserfall mit schönen Badepool. Es ist eine tolle Gegend mit Wäldern und senkrecht aufsteigenden Felswänden, dazwischen fliesst ein klarer Bach und es bilden sich immer wieder kleine und grössere Pools, die auch von den Einheimischen zum Baden und Kleiderwaschen genutzt werden. Nach zwei Tagen fahren wir weiter, erst über eine holprige Strasse – obwohl im Reiseführer steht, sie sei im Jahr 2009 geteert worden (aber in Afrika dauert halt alles etwas länger) – um schliesslich auf‘s Zombaplateau zu gelangen, einem weiteren Bergmassiv etwas südlich des Malawisees gelegen. Rauf führt eine schmale Teerstrasse, aber oben herum gibt‘s dann nur noch eine ausgewaschene Offroadpiste. Leider bietet sich an den toll gelegenen Aussichtspunkten kaum ein Fotomotiv: alles ist rauchig verhangen vom grossflächigen Abbrennen der Felder und Wälder hier! Dafür finden wir einen schönen und ruhigen Platz zum Übernachten. Und rundherum sind die Sträucher erst noch voller orange-farbenen(!) Himbeeren hier! Das gibt ein feines Dessert und sogar noch Konfitüre…  Der nächste Morgen bringt uns dann zwei unan-genehme Überraschungen auf der Umrundung des Plateaus: erst mal müssen wir einem tiefhängenden Ast ausweichen und fahren dabei im weichen Untergrund in ein tiefes Erdloch, sodass wir den Cruisie nur mit Hilfe des Seilzugs wieder befreien können. Kurz vor Ende der Rundfahrt liegen dann auch noch zwei umgefallene Bäume quer über der Strasse, wo es keine Um-fahrungsmöglichkeit mehr gibt: wir müssen den ganzen Weg wieder zurückfahren! So können wir die fast zweistündige Offroad-Rundfahrt gleich noch einmal geniessen… Als Abschied vom Malawisee haben wir uns Cape Maclear ausgesucht. Es liegt auf einer breiten Landzunge und ist von mächtigen Felsen umgeben, wo man gut schwimmen und schnorcheln kann. Kölbi sticht sofort ein toller Platz auf einem der Felsen zum campieren ins Auge. Nachdem die Managerin ihr ok gegeben hat, erklimmt er (wohl als erster überhaupt!) mit unserem Cruisie diesen steilen Felsen, von wo wir einen tollen Blick über die ganze Bucht geniessen können! Das ganze Camp wundert sich hinterher, wie wir mit unserem Auto da rauf fahren konnten…?! Tja, meint Kölbi, gekonnt ist gekonnt 😉

Wir lernen eine nette amerikanische Familie kennen, die hier gerade eine Auszeit&Standortbestimmung von ihrer Arbeit geniesst. Ihre Geschichte stimmt uns wieder einmal sehr nachdenklich: der Mann ist Chirurg und sie haben sich für fünf Jahre verpflichtet, hier in Malawi in einem grossen Missionsspital Afrika und seinen Menschen etwas Gutes zu tun und Leute auszubilden. In Malawi gibt es nur gerade 8 Chirurgen (also viel zu wenige)! Er ermöglichte einem Malawier einen Ausbildungsplatz in den USA, von wo dieser aber wegen mangelhafter Arbeitsein-stellung(!) wieder nach Hause zurück geschickt wurde…(!) Seitdem unternimmt derjenige aus Rache nun alles, um alle Amerikaner aus dem Spital weg zu diskreditieren; mit Hilfe der Krankenschwestern hat er eine richtige Rufmordkampagne angezettelt und den beiden amerikanischen Ärzten werden die unmöglichsten Sachen vorgeworfen. So sind sie nun im Dilemma: wollen wir der Bevölkerung helfen und/oder müssen wir uns solche Dinge vorwerfen lassen? Was machen wir hier eigentlich? Wir haben ähnliche Geschichten schon mehrmals gehört: sobald die Einheimischen ein bisschen was gelernt haben, werden viele arrogant und wollen sich von Weissen kaum mehr was sagen lassen. Sie denken, sie bräuchten ihre Lehrer nicht mehr und begehen dabei fahrlässig die gröbsten Fehler, was gerade im Gesundheitswesen schnell mal tödlich enden kann. Und nachher ist dann wieder der weisse Lehrer schuld…. auch eine Art von Rassismus! Auch wir fragen uns wieder einmal mehr, was wir denn hier eigentlich machen auf diesem Kontinent… wir sind an einem wunderschönen Ort und können ihn trotzdem nicht geniessen. Das Drumherum stimmt einfach nicht: wir bewegen uns die meiste Zeit in einem „weissen“ Vakuum; der Kontakt mit Einheimischen gestaltet sich sehr schwierig, weil wir von 99% der Leute nach spätestens fünf Minuten um Geld angebettelt werden. (Meist allerdings schon gleich im ersten Satz: sehen wir wirklich aus wie wandelnde Bankautomaten???) Dazu kommen all die ungelösten, häufig aber selbstverschuldeten Probleme dieses Afrikas, das so viel Hilfestellung und Geld von aussen bekommt und doch den Weg nicht findet, sondern lieber dasitzt und seine Hand aufhält. Muss ich nun bereits eine Rassismusklage in der Schweiz befürchten mit solchen Aussagen? Aber dieses ganze Thema bewegt uns sehr und wir haben bereits etliche Bücher darüber gelesen und auch vieles hier vor Ort gesehen und gehört. Unsere Diskussionen kreisen immer wieder um dieses gleiche Thema, auch mit anderen Reisenden. Irgendwie ist der eingeschlagene Weg (auch der Entwicklungshilfe) der Falsche, aber eine andere Lösung sehen wir auch    (-noch?) nicht… ganz zu schweigen von der Bevölkerungsexplosion, die hier anscheinend von niemandem thematisiert wird, obwohl doch gerade Nahrungsmangel und das erschreckende Ausmass der Abholzung evident damit zusammen hängen. Müsste man wirklich Afrika den Afrikanern überlassen, wie es so oft von ihnen gefordert wird? Aber ich bin überzeugt, dass dann alles noch viel schrecklicher würde hier. Das Geld wäre wohl auf noch weniger Leute und Familien konzentriert und was mit dem Rest der Afrikaner geschähe, wäre diesen wohl so egal wie es ihnen heute schon ist… (oder: zu sein scheint; um schweizerisch-korrekt zu bleiben)! Wir geben die Diskussionen auf und beschliessen weiter zu fahren. An unserem letzten Abend am See rutsche ich auf einem glitschigen Felsen noch ganz dumm aus und schlage heftig mit dem Kopf auf. Wahrscheinlich fange ich mir eine leichte Hirnerschütterung ein, denn die nächsten Tage ist mir häufig übel und schwindlig und ich nehme alles nur wie durch einen Schleier wahr. Der Grenzübertritt nach Mosambik ist einer der einfachsten und speditivsten, sogar die Autoversicherung bekommen wir gleich vom Zöllner. Uns fällt sofort auf, dass die Mosambikaner ein sehr fröhliches, aufgewecktes Volk sind – ob das wohl mit den Portugiesen zusammenhängt, die das Land kolonisiert haben? Kann sich die Mentalität dermassen übertragen? Die Landessprache ist portugiesisch, so versuche ich es mit den Überresten meines vor vielen Jahren erlernten Spanischs, – und mit etwas Kreativität klappt dann auch die Verständigung 😉 Wir fahren durch eine hügelige Landschaft mit vielen Spitzkegeln, die sich in starkem Kontrast abheben von all dem flachen Land rundherum. Es ist Ende Trockenzeit und die Bäume und Sträucher stehen noch ohne Blätter da. Auch hier werden grosse Flächen abgebrannt und abgeholzt, was sehr trostlos aussieht. Am dritten Tag erreichen wir die Küste bei Quelimane, finden hier „unseren Traumstrand“ jedoch nicht. Also geht‘s weiter durchs Inland um den Gorongosa-Nationalpark herum, wo uns ein heftiger Regenguss das frühe Ende der diesjährigen Trockenzeit ankündigt. Bei Vilankulo treffen wir dann auf den touristisch erschlossenen Teil Mosambiks. Wir quar-tieren uns im Baobab-Backpackers ein, wo wir die freundliche Atmosphäre und die tolle Aussicht über den weiten Strand schätzen. Vor allem bei Ebbe kommen viele Sandbänke zum Vorschein, zusammen mit den Dhows (den traditionellen Fischerbooten) und den Kokospalmen erfüllt es alle Klischees eines Traumstrandes! Zusammen mit drei spanischen Volontärinnen unternehmen wir nach ein paar Tagen einen Schnorchelausflug zur vorgelagerten Margaruque-Insel. Wir lassen uns von der Strömung einem Felsenriff entlang treiben und wie in einem Film zieht die Unterwasserwelt an uns vorbei. So viele Fische, so viele Farben und Formen! Während wir uns im Wasser tummeln, kocht die Bootscrew ein leckeres Mittagessen für uns, auf das wir uns nach all dem anstrengenden Schnorcheln hungrig stürzen… Auf dem Rückweg wird dann das Segel gehisst und mit einer steifen Brise geht‘s zurück zum Festland. Den Abend beschliessen wir mit den jungen Spanierinnen und weiteren Gästen bei frisch gekochten „Spaghetti al vongole“. Wenn man so junge, nette und hübsche Mädels um sich hat, zieht das immer gleich auch die Jungs der Umgebung an und so haben wir einen lustigen, feucht-fröhlichen Abend bei unserem Cruisie… 😉 Und ich kann erst noch profitieren, da Isabel als Physiotherapeutin sich um meinen Unfall-Fuss kümmert. Ihre Massagen tun meinem immer „gstabiger“ (steifer) werdenden Gelenk voll gut! Leider müssen die drei Girls in der folgenden Nacht wieder nach Maputo zurück fahren. Eigentlich wollen wir es ihnen gleichtun und weiterziehen, bleiben dann aber doch noch einen Tag länger – und zum Glück: an diesem Abend stehen plötzlich Bill&Christine vor uns, die zwei Südafrikaner, die wir nun schon mehrmals getroffen haben… – Was für ein Wiedersehen! Da können wir natürlich noch nicht weg 😉 Spontan unter-nehmen wir zu-sammen einen Bootsausflug zur weiter entfernten Bazaruto-Insel, wo wir beim berühmten „Two-Mile-Reef“, einem Korallenriff und Taucherparadies, schnorcheln dürfen. Leider hat es einen recht hohen Wellengang und so fühlen sich die wenigsten von uns wirklich wohl im Wasser. Dafür sind die Dünen auf Bazaruto dann umso eindrucksvoller, es ist wirklich eine Traumstrand-Landschaft hier! Auf dem langen Rückweg weht dann leider keine Brise zum Segeln und wir müssen alles per Motor zurücktuckern, was uns wie eine Ewigkeit vorkommt… Wenigstens können wir unterwegs den Fischern noch ihren Fang abkaufen; zu so günstigen Preisen, wie ich sie am Festland auch mit hartnäckigstem Feilschen nie gekriegt habe…! Der nächste Tag bringt Regen und auch am folgenden Tag hängen die Wolken tief und so brechen wir unser (Schatten- und nicht Regen-!) Zelt hier ab und fahren zu den Stränden von Inhambane. Beim Leuchtturm von Barra haben wir einen Campingplatz nur für uns allein mit tollem Ausblick über die ganze Bucht. Am nächsten Tag gesellen sich dann glücklicherweise auch noch Chris und Micha zu uns, deutsche Reisende mit einer ähnlichen Kabine wie wir. Wir verbringen eine gute Zeit zusammen und beschliessen spontan, auch den nächsten Etappenort zusammen zu erkunden. Wir finden einen netten Campingplatz inmitten der Lagunen bei Quissico, wo ich wieder einmal aus-giebig schwimmen kann. Im Meer ist das hier nicht mehr möglich, da die Brandung viel zu stark ist. Ich getraue mich nicht mal mehr zum Baden, solch hohe Wellen und reissende Unterströmung hat es! Dann heisst es Abschied nehmen von Mosambik: nach einer letzten einsamen Nacht am Massingir-Staudamm fahren wir durch den grenzübergreifenden Limpopo-Nationalpark nach Südafrika und direkt in den Krügerpark rein. Auf mosambikanischer Seite sehen wir kaum Wildtiere, was uns nicht weiter verwundert bei all den Menschen und Kühen, die sich mitten im Nationalpark angesiedelt haben… typisch Afrika! Aber wir werden nun ja zurück in die „moderne Welt“ kommen und unser Leben wird wieder einfacher und problemloser werden, sobald wir an der Grenze zu Südafrika stehen…. – denken wir zumindest. Denn es ist wie so oft im Leben: „..denn meistens kommt es anders als man denkt…!“ Aber davon im nächsten Bericht…. 😉

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