Kenia (6.8. – 9.9.2012)

Die Fahrt von Musoma an die Grenze nach Kenia entpuppt sich als kurvige, überraschend gut ausgebaute Teerstrasse durch üppig-grüne Hügel und über den gutgefüllten Mori-Fluss. Das Grenzprozedere ist nicht gross anders als überall hier in Afrika und so betreten wir kenianischen Boden zwei Stunden später und um 200 US$ ärmer… Kurz nach der Grenze zweigen wir von der geteerten Hauptstrasse auf eine Nebenstrasse ab und finden uns im „richtigen“ Kenia wieder: über Stock und Stein geht‘s auf Naturstrassen durch malerische Dörfer und an üppigen Feldern vorbei durch die hügelige Gegend in Richtung Masai Mara.

Je höher wir kommen, umso karger wird der Feldbau, bis wir uns gegen Abend in Savannenlandschaft am Rande des Riftvalleys befinden. Unter uns liegen die endlosen Steppen der Masai Mara und der Serengeti, zwei länderübergreifenden Nationalparks. Just bevor die steile Strasse ins Tal runterklettert, suchen wir uns einen schönen Übernachtungsplatz etwas abseits, wo uns schon kurz darauf die Gazellen besuchen kommen. Es kommen auch ein paar einheimische Masai-Leute vorbei, nach ein paar Worten aber ziehen sie weiter. Die Fahrt entlang der Nationalpark-Grenzen am nächsten Tag ist voller Wild-Sichtungen: Giraffen, Gazellen, Warzenschweine und endlos viele Gnus erblicken wir links und rechts des Wegs. Über eine grauenhafte Holperpiste erreichen wir frühnachmittags das von einheimischen Masais geführte Talek River Camp, von wo ich einen schönen Spaziergang dem Fluss entlang mache. Immer wieder erspähe ich Wildtiere, – aber auch immer mehr Kuhherden, die von den Einheimischen über den Fluss (und damit in den Nationalpark!) zum Weiden getrieben werden… Hinter mir haben sich riesige schwarze Gewitterwolken aufgetürmt, der Wind treibt eine Staubwolke vor sich hin und kurz nach den ersten schweren Tropfen schaffe ich es gerade noch in unsere gemütliche Kabine zurück, bevor ein heftiges Gewitter niedergeht! Es regnet über drei Stunden lang an diesem Abend – und entsprechend sieht die Piste dann auch aus am nächsten Morgen: Schlammlöcher und tiefe Furchen wohin man schaut…! Die schwarze Erde (man nennt sie hier „cottonsoil“) ergibt ein lustiges Dreckmuster auf unserer hellen Kabine 😉 und Kölbi muss das Steuerrad gut im Griff haben, dass es den Cruisie nicht ständig querstellt. Nach 5 Stunden Holperpiste sind wir richtig froh die Asphaltstrasse vor uns zu sehen… – und weil schon wieder schwarze Gewitterwolken aufziehen vergeht uns auch die Lust auf den anvisierten Vulkankrater, der wieder nur über eine Erdstrasse erreichbar gewesen wäre und wir fahren direkt nach Nairobi rein. Trotz erster Regentropfen realisieren wir das gewaltige Rifvalley, das wir durchqueren und wie sich die Strasse steil den Talrand erst runter- und dann wieder hochwindet. Ins staugeplagte Nairobi kommen wir trotz der späten Nachmittags-stunde überraschend gut rein und finden das Jungle Junction Camp (es wird von Chris, einem Deutschen geführt) dank Navigationssystem schnell und einfach. Überrascht sind wir auch von den einfachen Blechhütten und Slums, die sich fast bis ins Zentrum der Hauptstadt reinziehen. Nairobi erhält durch die überquellenden Marktstände entlang der Strasse fast etwas dörflichen Charakter! Obwohl dunkle Wolken drohen, gehe ich zu Fuss noch schnell ins 15 Minuten entfernte „Nakumatt“ – Shoppingcenter, um frisches Brot zu kaufen und noch etwas Geld zu wechseln. Gerade als ich wieder zurückgehen will, entladen sie sich in einem heftigen Gewitter und der Regen will einfach nicht mehr aufhören. Also nehme ich mir ein Taxi für die kurze Strecke zurück und komme so doch noch in den Genuss von Nairobis berühmt-berüchtigten Rush-hour-Staus: wir brauchen fast 2 Stunden um wieder ins Camp zurückzukommen! Also befolgen wir am nächsten Morgen Chris‘ Rat und fahren erst nach neun Uhr los um das Toyota-Center zu besuchen. Er gibt uns auch gleich noch die Ortsbeschreibung einer lokalen Blattfedern-Fabrik mit und weiss auch warum: das Toyota-East-Africa-Center bemüht sich nicht gerade heftig um unser Problem mit den gebrochenen Blattfedern und wimmelt uns mit 3-4 Wochen Bestellzeit ab…! Also suchen wir die beschriebene Fabrik, wo uns aber die Arbeiter drumherum erklären dieses Unternehmen sei geschlossen worden. Wir werden in der Folge von absolut hilfsbereiten Einheimischen von einer Strasse zur nächsten geschickt, bis wir schlussendlich nach drei Stunden vor einem ziemlich heruntergekommenen Fabrikareal stehen. Aber siehe da: hier produzieren hier ansässige Inder Blattfedern! Überhaupt scheint so ziemlich aller funktionierende Handel fest in indischer Hand zu sein und in ganz Süd- und Ostafrika gibt es eine recht grosse indische Gemeinschaft, die während der Kolonialzeit von den Engländern hier angesiedelt worden ist. Also vereinbart Kölbi mit ihnen für den nächsten Tag einen Termin, um mit den kaputten Blattfedern vorbei zu kommen und sie nach Mass zuzuschneiden und zu biegen. Sicherheitshalber kauft er gleich noch drei Reserve-Federn, die vorne auf unserer Werkzeugkiste befestigt werden. Jetzt geht dann sicher keine mehr kaputt… 😉 Nach einer ausgiebigen Shoppingtour durch verschiedene Supermärkte (das Kilo Rindsfilet gibt es hier für unter 10 SFr, und auch sonst fast alles, was der Europäermagen begehrt) fahren wir schon am dritten Tag wieder aus der lärmigen Hauptstadt raus an den nahegelegenen Naivashasee. Wir befinden uns hier wieder im Riftvalley drin, sind umgeben von erloschenen Vulkanen und Kraterseen, alles hier ist üppig und grün, ausser der vielen weissen Plastik-Treibhäuser rundherum: wir sind in Kenias Hauptanbaugebiet für Blumen, vor allem Rosen werden hier für den Export gezüchtet. Und wie war das doch noch gleich mit dem üppig-grün?? Richtig: auch hier muss es häufig regnen und an diesem Abend giesst es wieder mal wie aus Kübeln… wir dachten ja eigentlich, die Regenzeit sei vorbei! Aber natürlich haben sie gerade dieses Jahr ein aussergewöhnlich nasses Jahr… – der Regengott begleitet unsere Reise also weiterhin 😉 Für den nächsten Tag ist eine Radtour angesagt: wir fahren mit unseren Klapprädern in und durch den nahegelegenen „Hells Gate“ Nationalpark. Weil es dort keine Löwen mehr gibt (obwohl Joy Adamsons Haus, wo sie ihre Begegnungen mit der Löwin Elsa hatte, gleich nebenan am See liegt!) darf man zu Fuss oder mit dem Fahrrad durch den Park und kriegt so einen viel näheren, unverfälschten Kontakt zu den Zebras, Antilopen, Büffeln, Warzenschweinen und Giraffen. Vor allem aber geniessen wir es, uns wieder mal so richtig sportlich in der freien Natur bewegen zu können. Das ewige Autofahren hat uns ziemlich faul und träge gemacht! Zurück im Camp gibt es dann eine freudige Überraschung: der weisse Landcruiser mit CH-Kennzeichen von Irene und Hans fährt ein! Wir haben die zwei nur mal kurz auf dem Weg vom Masai Mara raus getroffen und freuen uns jetzt über dieses Wiedersehen. Sie sind über die Iran-Oman-Saudiarabien-Äthiopien-Route hierher gefahren und so haben wir uns viel zu erzählen. Spontan verlängern wir unseren Aufenthalt nochmals um einen Tag und unternehmen eine gemeinsame Wanderung in die umliegenden Hügel mit anschliessendem Pizzaessen im schön gestalteten Campingrestaurant. Für die Weiterfahrt hat sich Kölbi eine Strecke durch die Berge ausgesucht, die Karte weist die Strasse als „nicht unbedingt empfehlenswert“ aus und so präsentiert sie sich dann auch… aber die Landschaft ist spektakulär, wir klettern zeitweilig auf über 3000 müM. Die Erdstrasse ist öfters mal ziemlich ausgewaschen, Auto begegnet uns fast keines, dafür hat‘s jede Menge Kühe und Esel unterwegs. Zweimal haben findige Einheimische die Strasse mit Ästen verbarrikadiert und öffnen sie nur gegen einen kleinen „Strassenzoll“ mit dem Hinweis, dass sie sie ja schliesslich am Flicken seien… Wohlan, da haben sie aber noch Arbeit für die nächsten paar Jahre!!! Vor allem, weil wir nur 2-3 Männer mit Schaufeln haben rumstehen sehen 😉 Ein zufällig vorbeifahrender Motorrad-Taxifahrer übersetzt uns ihre Geldforderungen auf Englisch, wir überholen ihn später nochmal und er uns kurz darauf wieder, weiter oben weist er uns auf eine schlammige Stelle hin und will uns dann eine „Abkürzung“ den steilen Berg hinauf zeigen. Die dort arbeitenden Bauern verwerfen zwar die Hände als wir in ihre Piste einbiegen, aber der Motorradfahrer scheint sich seiner Sache sicher zu sein und so folgen wir ihm. Die dunkle Erdpiste hat sich tief in die umliegenden Felder eingegraben und schon bald einmal streifen wir wegen der Schräglage mit der Kabine oben(!) den Pistenrand… Trotz dem auffordernden Winken unseres „Führers“ beschliessen wir hier aufzugeben! Kölbi schafft es bewundernswerterweise(!) unseren Cruisie sicher und heil aus dem Graben heraus zu manövrieren. Natürlich unter kundiger Aufsicht aller herbeigeeilter Bauern und unserem Taxifahrer 😉 Uns ist die „normale“ Strasse schon Abenteuer genug und endlos zieht sie sich durch die Berge und Hügel, lange Zeit einem hohen, exponierten Grat folgend. Entlang des Wegs hat es einfache Hütten, die nur wenig Schutz vor dem Wind und Wetter hier oben bieten und die Einheimischen tragen dicke Jacken und Wollmützen! Langsam verlieren wir wieder an Höhe und kreuzen immer wieder Bachbette und ab und zu auch kleinere Staubecken. Und wieder einmal ziehen dunkle Regenwolken auf, die uns hier doch ziemlich beunruhigen, denn sobald diese Erdpiste nur ein bisschen nass ist, rutscht unser Auto auf der beidseitig abschüssigen Strasse bedenklich hin und her… Aber für einmal haben wir Glück: wir sind nur noch 200 Meter von der „rettenden“ Asphaltstrasse entfernt als sich die Schleusen des Himmels öffnen und die Strasse unpassierbar wird! Auf dem wegen der Nässe nicht gerade gemütlichen Farm-Camping erleben wir dann eine weitere freudige Begegnung: Christine und Bill, die zwei Südafrikaner aus Zambia, fahren auch ins Camp ein. Und wie wir bei einem gemeinsamen Bier an der Bar herausfinden, haben wir für die nächsten Tage die gleiche Strecke vor uns! Durch Kerichos Teeplantagen fahren wir nach Kisumu zurück an den Viktoriasee. Im dortigen Camp züchten sie Tilapiafisch und so ist klar, was wir für den Znacht auf den Grill legen wollen… Leider geht wieder einmal ein Mords-Gewitter nieder und wir sehen unseren Grillabend buchstäblich davonschwimmen 😉 Zum Glück haben wir noch unseren Klappgrill dabei und so findet unter einem nicht allzu dichten Dach unser Grillabend doch noch statt! Dafür stecken wir  dann am nächsten Morgen im Morast fest und können uns nur dank Bill und Christines „zügiger“ Hilfe wieder befreien. Beim Besprechen unserer Reiseroute (wir sind auf dem Weg nach Uganda) können sie uns von der Sinnlosigkeit unserer geplanten Route überzeugen: da Uganda die Eintrittspreise in seine Nationalparks für ausländische Fahrzeuge auf 150$ (=SFr)/Tag erhöht hat, haben wir nicht vor einen zu besuchen. Also meinen die zwei, dann könnten wir uns die Visakosten nach Uganda auch gleich sparen, denn daneben gebe es nicht viel anderes zu sehen als hier auch… Also beschliessen wir in Kenia zu bleiben! – Dafür entdeckt Kölbi an ihrem Auto eine gebrochene Blattfeder, so dass auch sie ihre Reisepläne ändern müssen und erst einmal (wegem Wochenende) für die nächsten Tage hier festhangen 🙁 Wir aber machen uns auf Richtung Norden an die Westseite des Turkanasees. Den über 4000 Meter hohen Mt. Elgon, einem erloschenen Vulkan, bekommen wir wegen der vielen Wolken leider nichts zu sehen, dafür fahren wir durch abwechslungsreiche und fruchtbare Hügellandschaft. Die Strassenstände sind prallvoll mit Obst und Gemüse in allen Farben und wir decken uns ein für die Fahrt in die Wüstengegend am Turkanasee. Eine letzte nass-kalte Nacht in Kitale auf dem Bergplateau, dann führt die spektakuläre Strasse in das Riftvalley runter und es wird immer karger und trockener. Auch der Strassenzustand verschlechtert sich zunehmend und die letzten 200 km bis nach Lodwar sind eine arge Tortur fürs Fahrzeug: zeitweilig holpern wir mit unter 20 Stundenkilometern über die Steinpiste und brauchen über 6 Stunden für die Strecke! Unterwegs begegnen wir immer wieder traditionell gekleideten Turkana-Menschen, bunt geschmückt mit Perlenketten und das Haar roteingefärbt mit Lehmbutter. Allerdings werden sie nur sehr ungern (- oder gegen Bezahlung) fotografiert und so verzichten wir darauf. Ihre Hütten bestehen nur noch aus Ästen und Schilfgras und sie leben ein sehr einfaches und bescheidenes Leben hier oben. Wasser und Feuerholz muss von weit her getragen werden, was fast überall Frauensache ist; die Männer beschäftigen sich hauptsächlich mit dem Hausbau, der Jagd und dem Vieh (Ziegen, wenig Rinder und Dromedare). Da es sogar hier dieses Jahr mehr geregnet hat als üblich, sind die Dornakazien in dieser Stein- und Sandwüste mit einem Hauch von frischem Grün überzogen und kontrastiert herrlich zum Rot- und Gelbton des Bodens! Nach einem Buschcamp erreichen wir Elyie Springs, eine warme Süsswasserquelle, die direkt am sodahaltigen Turkanasee entspringt, so gegen Mittag und finden ein kleines, abgelegenes Paradies inmitten dieser unwirtlichen Gegend… – und hier führt sogar noch ein Schweizer die Lodge und den Campinplatz! Er ist leider gerade nicht da und ausser uns hat es auch keine anderen Gäste, aber wir verbringen ein paar herrliche Tage mit Baden im Pool, Lesen und gemütlichen Grillabenden am Feuer. Einmal backen wir sogar Pizzas für uns! Nach drei Tagen machen wir uns dann langsam auf den Rückweg, verbringen noch eine Nacht mit Buschcampen in dieser herrlichen Gegend um Lodwar und holpern dann die schlechte Piste zurück bis Marich Pass. Dort nehmen wir den Abzweiger dem Escarpment entlang, was rückblickend vielleicht nicht die beste Entscheidung war… mindestens alle 500 Meter kreuzt ein Bach oder ein Bewässerungskanal die Naturstrasse und wir kommen nur sehr langsam voran. Am späten Nachmittag platzt dann auch wieder mal unser bereits mehrmals geflickte Reifen auf und wir müssen das Reserverad montieren. Die Landschaft aber ist sehr schön und grün dank den vielen Kanälen, übernachten dürfen wir dann auf dem Areal eines Bewässerungs-Hilfsprojekts. Der nächste Tag bringt uns ein Highlight was schöne Strassen und tolle Aussichten betrifft hier in Kenia: die gut ausgebaute Teerstrasse von (Eldoret) – Iten nach Marigat führt zweimal ins Riftvalley runter und wieder hoch! Ein Hochgenuss nach all den Holperpisten! In der kleinen, staubigen Ortschaft Marigat stoppen wir bei einem Reifenflicker, der sich über zwei Stunden abmüht um unseren Pneu zu reparieren. Zum Vulkanisieren wird ein altertümliches Bügeleisen eingeklemmt, was aber mehrere Anläufe inklusive Ortswechsel braucht zu einem befriedigenden Ergebnis… nun werde der Pneu aber NIIIEEEE mehr kaputtgehen, verspricht uns der Chef: na ja, mal sehen 😉 – er verlangt dann aber auch das zehnfache des abgemachten Preises, was wir dann aber doch um einen Drittel reduzieren! Ganz in der Nähe ist der Baringosee, wo wir zum Roberts Camp fahren. Wir müssen auf einem Seitenplatz parkieren, weil der See den höchsten Wasserstand seit 50 Jahren hat und bereits etliche Gebäude unter Wasser stehen (hallo Regengott!!). Zusammen mit einer deutschen Studentin unternehmen wir einen Bootsausflug zu den heissen Quellen auf der grössten Seeinsel. Dort sprudelt kochend heisses Wasser aus Gesteinsspalten, die einheimischen Kinder kochen Maiskörner darin. Unterwegs sehen wir Krokodile, ein Nashorn (die durchstreifen in der Nacht auch das Campingareal!) und Fischadler. Unser Bootsfahrer zeigt uns auch die Nistplätze der vielen Wasservögel hier und wir können fasziniert zuschauen, wie ein Krokodil sich einen zu tief auf dem Busch gelandeten Kranich schnappt und ihn unter Wasser zieht! Daraufhin werden die Fischerruten ausgepackt und auch wir versuchen unser Glück mit „aus dem Wasser ziehen“: an diesem Ort wimmelt es von Seebarschen, wohl wegen all der nistenden Vögel, und die Fische beissen wie wild! Leider sind die meisten zu klein für eine anständige Grillade und so entlassen wir die meisten wieder in die Freiheit… am Schluss reicht es dann aber doch für einen Znacht. Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir weiter, erspähen in der Nähe von Nakuru seltsame Hügelformationen und stossen auf der Suche nach einem Weg dahin auf eine spektakulär gelegene Lodge am Rande eines riesigen erloschenen Vulkankraters. Wir gönnen uns ein feines Mittagessen hier und fahren dann weiter, erklimmen das Rift ein weiteres Mal und fahren direkt in eine Regenwand rein. Es giesst wie aus Kübeln als wir uns bei den Thompson Wasserfällen einquartieren; – so langsam zehrt das kalte Regenwetter an unseren Nerven! Am Morgen klart es wieder auf und dank einem frühen Start haben wir freie Sicht auf den knapp 5‘000 Meter hohen Mt. Kenya. Aber schon um zehn Uhr ziehen wieder Wolken auf und wir entscheiden uns für den direkten Weg nach Nairobi um danach Richtung Küste und Strand an die Wärme zu fahren. Die letzten 30 Kilometer fahren wir auf einer sechsspurig ausgebauten Autobahn, aber zu unserem grossen Erstaunen müssen wir so zirka alle drei Kilometer voll runterbremsen, weil ein Fussgängerstreifen über die Autobahn führt und die mit enorm groben Schwellen (Speedbumps) abgesichert sind…! Kenia ist ja berühmt für all seine Speedbumps, aber hier übertreiben sie es nun wirklich ein wenig 😉 Zurück im Jungle Junction Camp trauen wir unseren Augen kaum: bei unserem letzten Besuch vor gut zwei Wochen waren wir nahezu die Einzigen hier und jetzt finden wir kaum einen Platz um unser Auto zu parkieren, so voll ist es hier! Innert kurzer Zeit sind wir in nette Gespräche verwickelt und lernen immer mehr interessante Leute kennen. Am Abend stehen alle zusammen zum Biertrinken und quatschen, es wird viel gelacht und es herrscht eine lockere Stimmung hier, trotz dem Wetter… Die nächsten Tage verbringen wir mit Einkaufen, Geldwechseln, Kölbi macht den Service am Cruisie und am Abend kochen wir zusammen mit einer Bieler Familie(!) auf dem Heimweg in die Schweiz nach drei Jahren Namibia und Ralf, einem Deutschen, der bereits seit mehreren Jahren in Afrika unterwegs ist. Dazu gesellen sich immer wieder andere Mitreisende und wir profitieren von all den Infos, die hier zusammen kommen! Nach drei Nächten reissen wir uns dann los und fahren über die Hauptroute Richtung Mombasa, leider vollgestopft mit Lastwagen. So sind wir dann froh, als wir am zweiten Tag auf die Mombasa-Umfahrungs-Piste abbiegen können, die uns direkt an die Tiwi-Beach bringt. Dort treffen wir in der Twiga-Lodge auch unsere südafrikanischen Freunde Bill und Christine wieder, die uns diesen Platz bereits in Sambia empfohlen hatten. Es folgen herrliche Tage am Strand, wir parken unter Palmen direkt davor und täglich kommen der „Mangoman“ mit Früchten und Gemüse und die Fischer mit dem Tagesfang vorbei und wir geniessen die frischen Crevetten und Fische in allen Variationen… Bei Ebbe kann man zu Fuss zu nahen Felsbecken gehen und dort in natürlichen Swimmingpools schwimmen und schnorcheln. Der tropische Fischreichtum ist immens und einmal entdecke ich sogar einen Feuerfisch! Abends sitzen wir meist mit Christine und Bill zum Feierabend-Bier zusammen und ab und zu kochen wir auch gemeinsam. Die beiden sind so interessiert an allem und wir haben viele gute Gespräche, auch über Politik und Südafrika. Beim Adieu-Sagen müssen wir ihnen versprechen, sie zuhause auf ihrer Farm zu besuchen… Nach über einer Woche Tiwi-Beach und einem Besuch in Mombasa zieht es uns dann weiter und wir fahren an die tansanische Grenze.

  

PS: Da wir (wieder einmal…) mit extrem langsamem Internet zu kämpfen haben, verzichten wir auf’s Hochladen der Fotos und werden sie nachliefern, sobald sich diese Situation bessert 😉 ….was hiermit geschehen ist! (21.11.2012)

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Zambia und Tansania – West (4.7. – 6.8.2012)

Zambia wirbt mit dem Slogan: „welcome to real Africa…!“ (willkommen im echten Afrika…) und so fühlen wir uns auch im Zentrum von Livingstone, der ersten grösseren Stadt nahe bei den Viktoriafällen: chaotisch, farbig, allerlei Gerüche und ein Haufen Einheimischer, die uns was andrehen oder verkaufen wollen… Geldwechsler, Marktfrauen, Getränkeverkäufer, Bettler, ein Junge putzt(?) ungefragt unsere Autoscheiben… aber überall geht‘s ums Geschäfte machen! Wir montieren erst mal unseren „ich kaufe nix“-Blick und legen uns eine dicke Elefantenhaut zu und ein freundlich-abweisendes Lächeln auf – und siehe da: es funktioniert gleich viel besser! Trotzdem sind wir froh, nach längerem Suchen einen ruhigen Campingplatz gefunden zu haben und geniessen unser Feierabendbier mit Ausblick auf die Sprühwolke, die der nahe Wasserfall verursacht… Die Viktoriafälle selber besuchen wir dann am nächsten Morgen. Gewaltig, wie die Wassermassen in die tiefe, langgezogene Schlucht tosen! Vor lauter Sprühnebel sieht man sie zeitweilig gar nicht mehr…. – und wenn der Wind in die falsche Richtung weht, steht man dann pudelnass da! Mich (Chrigi) beeindruckt auch die Wassermenge, die um diese Jahreszeit runterdonnert; als ich vor 25 Jahren hier stand, war Ende Trockenzeit und der Fall nur mehr ein Rinnsal. Innert zweier Tage erreichen wir Lusaka, die Hauptstadt und somit eine gute Gelegenheit unsere Vorräte nochmals aufzustocken und unsere Internetverbindung mal wieder zum Laufen zu kriegen. Am einfachsten funktioniert dies hier in Afrika indem man sich eine SIM-Karte kauft und sie mit Prepaid Data-Guthaben auflädt. Die Einkaufsmöglichkeiten sind fast wie zuhause in grossen Einkaufszentren wie zB dem SPAR. – Aber es sollten auch die letzten sein für längere Zeit, wie wir später dann herausfinden 😉

Unser nächstes Ziel ist der South Luangwa Nationalpark und wir wählen eine „wenig befahrene Route“, wie es in unserem Reiseführer so schön heisst… nun ja, wir kommen durch viele Dörfer, die Kinder kommen immer auf uns zugerannt, winken und rufen fröhlich: „sweeties, sweeties…“ Dies ist nicht etwa der hiesige Name für uns Weisse, sondern bedeutet „Süssigkeiten“, die Kinder möchten also Täfelis, wie man auf Berndeutsch sagt. Da sind sie bei uns leider an der falschen Adresse: erstens mögen wir keine Täfelis und zweitens wollen wir die Kinder ja nicht zum Betteln erziehen! (Das machen die ganzen Hilfsorganisationen hier eh schon zur Genüge!!!) Also winken wir einander einfach fröhlich zu….auch so funktioniert‘s. Nur unsere „wenig befahrene Route“ verkleinert sich immer mehr zu einem Weg und dann zu einem Trampelpfad; Kölbi sägt wieder mal ein paar Äste aus dem Weg… – gut, dass wir das „Tracks4Africa“ – Navigationssystem dabei haben, sonst würden wir hier wohl umdrehen! Auch machen wir unsere ersten Bekanntschaften mit den TseTse-Fliegen, die mich ein wenig an unsere Brämen zuhause erinnern, aber ein vielfaches schneller sind im Zustechen – und im Davonfliegen. Unsere Fahrerkabine gleicht schon bald einmal einem Schlachthaus, bis wir uns angewöhnen die Fenster geschlossen zu halten in diesen Gegenden. Zum Glück weitet sich unser Trampelpfad auch wieder zu einer richtigen Fahrspur und sobald wir den Luangwa-Fluss erreichen wird die Reise zu einer richtigen Safari: Giraffen, Antilopen, Zebras und Elefanten entdecken wir. An einer versteckten Stelle am schönen Fluss machen wir Halt und beschliessen spontan, hier die Nacht zu verbringen. In der Ferne sehen wir Nilpferde schwimmen und grasen, unten im Wasser treibt ein Krokodil vorbei und in der Nacht hören wir die Löwen brüllen. Afrika pur! Die nächsten zwei Nächte verbringen wir dann auf einem offiziellen Campingplatz, aber ausser dem Toilettenhäuschen ist eigentlich alles gleich wie in der Nacht zuvor 😉 Hier lernen wir auch Bill&Christine kennen, ein älteres Ehepaar aus Südafrika, das uns mit seiner unkomplizierten Art und dem einfachst ausgerüsteten Toyota Landcruiser imponiert. Wir wollen wie sie am nächsten Morgen früh den Nationalpark erkunden und danach quer durchfahren auf die andere Seite des Parks. Dabei gilt es einen grösseren Fluss zu durchqueren, der nach ihren Informationen erst vor wenigen Tagen freigegeben wurde. Also sind wir gespannt darauf, aber dank den ausgelegten Sandsäcken gelingt die Durchfahrt problemlos. Eine grössere Herausforderung stellt dagegen die anschliessende Fahrt das Escarpment hoch dar… In Afrika driften ja die Erdplatten auseinander und bilden so mehrere grössere Gräben, wo die Erde steil abfällt und quasi um mehrere hundert Meter höhenversetzt ein kilometerbreites Tal bildet. Die Steilflanken werden „Escarpment“ genannt, und so eine steile, unbefestigte Bergstrasse müssen wir jetzt hoch. „Wanderbergweg“ wäre wohl zutreffender…! Aber unser Cruisie schafft auch dies mit Bravour. Leider werden wir oben nicht mit der erwarteten tollen Aussicht belohnt, denn erstens ist es diesig und zweitens befinden wir uns gleich wieder in buschigem Wald, der jede Aussicht versperrt. Enttäuscht zuckeln wir weiter, vor allem Kölbi hat sich so einen Traumplatz mit schöner Aussicht gewünscht… 🙁 Schlussendlich stoppen wir an einem ganz und gar unspektakulären Platz, aber weil sich bald darauf auch noch die zwei Südafrikaner zu uns gesellen (die auch nichts besseres gefunden haben) wird es trotzdem ein schöner Abend. Dafür bekommen wir dann in Mutinondo Wilderness tags darauf all unsere Wünsche erfüllt: Aussicht, Felsen zum Besteigen, Wanderwege und zwei glasklare Flüsse (der Höhe (Kälte) wegen jedoch nur begrenzt zum Baden geeignet). Und dazu noch der Gemüsegarten der Besitzer, die uns mit frischem Salat und Kräutern eindecken! Nach einer Wanderung auf einen der Felsrücken beschliessen wir noch etwas länger hierzubleiben und wollen dies an der Rezeption auch gleich mitteilen. Die Besitzerin kommt uns jedoch ziemlich aufgeregt entgegen: „sorry, wir haben eben einen Tipp bekommen, dass unsere Farm möglicherweise Ziel eines bewaffneten Raubüberfalls wird heute…! Ihr müsst hier weg – oder zumindest auf unser zweites Camp im Busch draussen ausweichen…“ So schnell geht‘s, und ein Paradies sieht nicht mehr ganz sooo paradiesisch aus…!!! Offensichtlich ist dies nicht der erste Überfall. Zur Sicherheit packen wir ihre Computer und den Drucker in unser Auto und fahren dann beunruhigt ins andere Camp. Am nächsten Tag wandern wir in zwei Stunden zum Hauptcamp zurück, um die Lage zu checken: alles ok, die alarmierte Polizei scheint die Gangster abgeschreckt zu haben… Trotzdem bleibt ein komisches Gefühl. Zum Dank für die „sichere Aufbewahrung“ ihrer Computersachen werden wir zu einem tollen Mittagessen eingeladen und wir erfahren mehr über den täglichen Kampf und die damit verbundene Desillusionierung des Lebens hier im Busch draussen…! Die beiden haben in den 20 Jahren, seit sie die Farm übernommen haben, bereits so viele Hilfsprojekte für die einheimische Bevölkerung gestartet. Und alle, die erst hoffnungsvoll begonnen haben, sind schlussendlich an der hiesigen Mentalität und dem etwas andern Pflichtbewusstsein gescheitert. Jetzt versuchen sie die Farm (auch altershalber) zu verkaufen, was ihnen wohl nicht so ganz leicht fällt. Hoffen wir, dass es ihnen gelingen wird!

Wir fahren weiter nordwärts und legen den nächsten Halt bei den heissen Quellen auf einem alten englischen Gut ein: Kapishya Hotsprings auf Shiwa Ngandu. Das Gut gehört der Familie Harvey, die seit Generationen das Erbe ihres exzentrischen Vorfahren zu erhalten versucht, der sich ein veritables englisches Schloss hier aufgebaut hat. Doch überall fehlen die nötigen Finanzen und so verfällt es so langsam wieder. Die Gegend aber ist schön und abwechslungsreich, wird von einem Fluss durchzogen und hat eine tolle heisse Quelle in der man im 40° warmen Wasser baden kann. Und da die Temperaturen nachts immer noch unter 10°C fallen, gibt es nichts Schöneres vor dem Schlafengehen! Als wir bei der Weiterfahrt auf die Hauptstrasse einbiegen, kaufe ich bei einer da stehenden Marktfrau ein paar Bananen. Sie fragt uns, ob wir sie nicht ein paar Kilometer mitnehmen würden zum nächsten Markt, der nur alle paar Wochen stattfindet. Also hieven wir ihren prall mit Tomaten gefüllten Korb hinten rein und müssen dann alle anderen abwimmeln, die auch gleich mitfahren möchten 😉 Auf dem Markt angekommen, kaufen wir da auch gleich ein; aber dass ich dazu noch Fotos mache, wird nicht gerne gesehen. Die Menschen hier sind diesbezüglich sehr scheu; weniger allerdings was das Anbetteln angeht, da kennen sie keine Zurückhaltung… und so fahren wir dann ziemlich gleich wieder weiter.

Da wir über eine sehr kleine Strasse Zambia verlassen wollen, müssen wir uns in der nächstgrösseren Hafenstadt am Tanganikasee schon mal das Carnet de Passage (das Zolldokument fürs Auto) ausstempeln lassen. Für diesen Umweg werden wir mit einem tollen Grillfisch aus dem See belohnt, den die nette Frau vom Campingplatz für uns zubereitet. Vor dem Grenzübergang machen wir noch einen Abstecher zu den Kalombo Wasserfällen, den höchsten hier in Zambia. Gerade umwerfend finden wir sie nicht; dazu ist es noch sehr diesig, so dass wir den Ausblick von hier oben auf den Tanganikasee gar nicht so recht geniessen können. Auch die Piste hier raus ist in ziemlich schlechtem Zustand… Wir haben zusätzlich noch eine Frau mit zwei kranken Kindern mitgenommen, die diese Strecke sonst hinten auf dem Fahrrad ihres Mannes hätte zurücklegen müssen! Der Zollübergang am nächsten Tag ist dann ein Erlebnis für sich; auf beiden Seiten müssen erst mal die Zöllner gesucht und gefunden werden… man rechnet hier nicht wirklich mit Grenzverkehr! Dafür fahren wir durch eine sich ständig ändernde Landschaft mit kleinen Dörfern, durch Täler und über Hügel und die Vegetation wird immer grüner. Uns fällt sofort auf, dass hier in Tansania viel weniger gebettelt wird als in Zambia, die Menschen und vor allem die Kinder winken uns zu: „Jambo, Jambo“ tönt es überall. Wir übernachten im Nirgendwo und am nächsten Tag erreichen wir den Katavi-Nationalpark, wo wir uns am nördlichen Eingang auf dem Campingplatz einquartieren. Er liegt am Fluss, wo über hundert Nilpferde sich sonnen und baden! Kölbi aber muss sich erst mal hinlegen und ausruhen; wir sind die letzten drei Tage fast nur schlechte Pisten gefahren und das braucht viel mehr Konzentration und Energie als auf guten Teerstrassen! Abends gesellen sich dann noch fünf Schweizer zu uns, sie leben alle seit längerer Zeit in der Umgebung von Kapstadt, haben schon viele Reisen gemacht und wissen viel vom südlichen Afrika zu berichten. Für uns sind diese Kontakte immer sehr wertvoll, erfahren wir doch mehr über Land und Leute und bekommen immer wieder gute Reisetipps. Am nächsten Mittag geht‘s dann los auf Safari in den Park, der für seine Löwenpopulation und die Sümpfe bekannt ist. Und wir werden nicht enttäuscht! Kurz vor einer Flussdurchquerung sehe ich unter einem Baum einen Kopf aus dem Gras ragen… da liegen drei Löwen! Wir fahren näher hin, aber die drei lassen sich nicht stören in ihrem Mittagsschlaf. Später am Nachmittag entdecken wir dann nochmals zwei männliche Löwen, daneben sehen wir grosse Büffelherden in den Sümpfen, viele Elefanten und Giraffen, aber auch Nilpferde im Fluss und viele Krokodile, die faul in der Sonne liegen. Die Nacht verbringen wir wieder ausserhalb des Parks, doch da der Eintritt 24 Stunden gültig ist, stehen wir am nächsten Morgen noch im Dunkeln auf für eine weitere Fahrt auf die andere Seite des Parks an den Katavisee. Wieder einmal wird unser Frühaufstehen nicht belohnt und ausser einem Elefanten und ein paar Wasserbüffel kriegen wir nichts zu sehen… Am Ende des Sees angelangt wenden wir enttäuscht und suchen uns ein Aussichtsplätzchen um Frühstück zu machen. Kölbi will gerade aussteigen, als die ersten TseTse-Fliegen gegen unsere Windschutzscheibe fliegen: drinnen Frühstücken ist also angesagt! Wir kriechen also durch den Durchgang nach hinten und als ich so beim Brötchen streichen durchs Fenster schaue, traue ich meinen Augen nicht recht… da liegt doch ein Löwe! Kaum 30 Meter weg und daneben hebt jetzt noch ein zweiter seinen Kopf… wie gut, dass wir nicht ausgestiegen sind! Frühstück ist jetzt nebensächlich, erst mal muss ich die zwei ausgiebig fotografieren. Und dankbarerweise sind sie auch durstig und machen sich auf den Weg zum nahen Wasserloch. Viele Fotos später machen wir uns dann auf den Rückweg zum Camp und danach gleich weiter Richtung Tanganikasee. Uns haben alle das Jacobsen Beach Camp in Kigoma empfohlen und da wollen wir ein paar Tage relaxen und schwimmen gehen. Die Pistenstrasse dahin verlangt uns nochmal einen vollen Tag Rüttelfahrt ab und wir sind fix und foxi, als wir dort ankommen. Das erste Bad im kristallklaren Wasser bei angenehmen Temperaturen haben wir uns redlich verdient! Der Campingplatz ist auf zwei kleine Felsbuchten verteilt unter schattigen Bäumen am Hang gelegen. Jeden Tag durchquert eine Affenfamilie das Areal auf der Suche nach Essbarem. Sobald man aber eine Steinschleuder auf den Tisch legt, ergreifen sie die Flucht 😉 Leider erkennen sie unsere „gefälschte“ Steinschleuder bald einmal, so dass wir auf neue Abwehrmassnahmen sinnen müssen… bereits am dritten Tag sitzt einer der Affen bei uns im Auto drin! Effektiver im Verscheuchen sind da die drei südafrikanischen Töfffahrer: August, der Vater, dessen zwei Söhne das College in Kenya abgeschlossen haben und die nun mit den Motorrädern zurück nach Leshoto (Südafrika) fahren. Wir freunden uns schnell miteinander an, auch die fünf Südafrika-Schweizer treffen am nächsten Tag hier ein und so sind wir eine ganz lustige Truppe zusammen hier auf dem Platz! August fährt frühmorgens zum Fischmarkt und kauft drei grosse Nilbarsche, die wir abends dann alle zusammen grillen, – lecker! Die Tage vergehen hier wie im Fluge mit schwimmen, schnorcheln (viele Aquariumfische stammen aus dem Tanganikasee), einkaufen und faulenzen… die letzten paar Tage sind wir ganz alleine hier, lernen dafür Tim Kelly kennen, einen hier sesshaften Auto-Mechaniker aus Amerika, bei dem Kölbi unsere angeknackste Blattfeder auswechseln lässt. Beim Runterholen des Federnpakets dann die böse Überraschung: es ist eine zweite gebrochen und die Hauptfeder hat einen Haarriss! Ojehh…. und in ganz Kigoma können sie keinen Ersatz für die Hauptfeder auftreiben, auch für die andern zwei gibt‘s nur Occasionen und nicht original Toyota-Federn. Also wird der Haarriss nur behelfsmässig geschweisst, was Kölbi aber gar nicht beruhigt. Also beschliessen wir wieder mal eine kleine Planänderung… 😉 Statt nach Uganda, wo eh gerade der Ebola-Virus ausgebrochen ist, fahren wir halt südlich dem Viktoriasee entlang direkt nach Nairobi in Kenya, wo sich das Toyota-Hauptverkaufscenter von ganz Ostafrika befindet. Dort werden wir unsere Federn alle original ersetzen können, – so hoffen wir zumindest…! Der Weg dahin jedoch ist immer noch weit und steinig; wir fahren noch über eineinhalb Tage lang Rüttelpiste durch immer grüner werdende, hügelige Landschaft, bis wir schliesslich kurz vor dem riesigen Viktoriasee den Asphalt unter die Räder kriegen. Einen Seitenarm des Sees überqueren wir mit der Mwanza – Fähre und weiter geht‘s durch faszinierende Felsformationen dem See entgegen. August hat uns die Adresse einer amerikanischen Missionsstation angegeben; wir sollten da auf jeden Fall nach dem Beach-Camp fragen… so machen wir das auch und wir werden sehr freundlich aufgenommen von den Familien, die dort auf der Station leben. Spontan bieten wir unsere Mithilfe bei einem Bauprojekt an, das dann leider an der kaputten Schweissmaschine scheitert. Dafür werden wir ins Filmprojekt der Schulkinder (die von den Eltern selber unterrichtet werden) aufgenommen: ich bekomme eine Statistenrolle als Wächter in einer mittelalterlichen Burg… Die Kinder machen alles selber von den Kostümen, über die Regie und dem Filmen bis zum Aufbau der Lokalitäten. Ich bewundere mit welchem Elan und Teamgeist sie diesen zweistündigen Historienfilm mit einfachsten Mitteln realisieren und mit wieviel Eifer und Begeisterung sie dabei sind. Das ist sicher spannender und vielseitiger als im Klassenzimmer zu lernen! Und Überstunden werden ohne Murren in Kauf genommen… Um eine Erfahrung und nette Bekanntschaften reicher verlassen wir die Station nach zwei Tagen um gleich noch eine weitere Reisebekanntschaft zu besuchen: wir haben in Zambia zwei amerikanische Töffler kennengelernt von denen Daniele uns an seinen momentanen Arbeitsplatz in Musoma eingeladen hat, wo er bei einer Schweizer Familie wohne. Da sind wir natürlich gespannt diese Leute kennen zu lernen und obwohl wir unangemeldet (Telefon hat nicht funktioniert) dort auftauchen, werden wir herzlich aufgenommen von ihm und AnnaTina und Christoph mit ihren zwei Kindern. Sie zeigen uns das Städtchen per Velo, was eine schöne Abwechslung ist nach all dem Autofahren. Am Abend dürfen wir sogar noch mit zu der Hochzeit ihres Sprachlehrers. Ein Erlebnis für sich, mit extrem lauter Musik und einem ganz unglücklich dreinschauendem Brautpaar… das soll aber so sein, da sich die Braut ja von ihrem Elternhaus verabschieden musste und deshalb traurig sein muss! Das Hochzeitsessen besteht aus verschiedenen Gerichten und wird aus riesigen Plastikeimern geschöpft; wir bekommen so einen guten Einblick in die lokale Küche. Unterwegs kochen wir ja meistens selber. Aber hier werden wir auch von AnnaTina und Christoph verwöhnt, die für uns Züpfe und Gemüsewähe backen. Nur ungern verlassen wir ihr gastfreundliches Haus und machen uns auf den Weg an die Grenze nach Kenya…!

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Botswana (12.6. – 4.7.2012)

Wir halten uns nicht sehr lange in Kapstadt und Südafrika auf: der Winter beginnt und nach zwei Tagen Dauerregen, währenddem unser Cruisie im Service ist und endlich Luftfedern eingebaut bekommt, kehren wir Kapstadt und dem Süden den Rücken… – hier unten heisst es „nordwärts ziehen“ um an die Wärme zu kommen! Zuerst besuchen wir aber noch den netten Weinbauern, dessen Wagen wir beim Rausparkieren „getütscht“ hatten, um unsere Schuld zu be-gleichen und bei der Gelegenheit stocken wir natürlich gleich noch unsere Wein-vorräte auf. Der Hausherr persönlich führt uns dabei durch die Produktionsanlagen. Alles ist sehr neu und modern eingerichtet und auch der Wein schmeckt uns sehr gut. Du Preez heisst das kleine Weingut und liegt in Rawsonville. Leider ist das Wetter zu kalt und regnerisch, sonst wären wir gerne noch etwas geblieben, vor allem weil im Nachbarort an diesem Wochenende „Weintrinket“ angesagt war… So aber fahren wir Richtung Norden und finden am nächsten Nachmittag dann auch die Sonne wieder. Bei einer kleinen Oase, Pella, besichtigen wir die Kirche und übernachten gleich in der Nähe am Orange-River, unserem ersten Wildcamp hier in Südafrika. Bisher haben uns alle, Einheimische wie Touristen, davon abgeraten in der Nähe von Städten wild zu campen und wir halten uns daran. Dieser Ort hier scheint uns aller-dings weitab von allem zu sein und wir sind ja auch schon fast in Namibia hier (auf der andern Seite des Flusses). Wir entdecken zwar viele Tierspuren im Sand, aber ausser ein paar Wasservögeln kriegen wir nichts Aufregendes zu Gesicht… wir müssen uns auf Morgen gedulden, wo wir zum Augrabies Falls Nationalpark fahren. Gleich schon auf dem Campingplatz begrüssen uns dort die Affen und die Klippschliefer, so eine Art Murmeltiere. Aber auch die Wasserfälle sind sehenswert, obwohl dieses Jahr gar nicht soviel Wasser runterdonnert wie in den Jahren zuvor, als sie Höchststände hatten. Auf der Fahrt durch den Park entdecken wir schon nach kurzer Zeit Antilopen und Giraffen, auch Strausse stolzieren vorbei. Wir sind ganz begeistert. Abends grillieren wir dann gemütlich unsere Steaks, können das Essen im Freien aber gar nicht so richtig geniessen: sobald die Sonne am Horizont verschwunden ist (18 Uhr) wird es schlagartig kalt und wir müssen die dicken Pullies rausholen. In dieser Nacht fallen die Temperaturen unter den Gefrierpunkt! Dafür scheint tagsüber die Sonne und am Nachmittag sitzen wir wieder im T-Shirt da… – auch schön, wenn das der Winter sein soll 😉 Nach einem kurzen Einkaufshalt in der nächsten Stadt fahren wir gleich weiter in den Kgalagadi-Nationalpark, der grenzüberschreitend Südafrika und Botswana verbindet und an Namibia angrenzend liegt. So erledigen wir dann unsere Grenzformalitäten gleich im Büro der Nationalparkverwaltung, wo wir auch die Eintritte und Camps buchen und bezahlen müssen. Viel Auswahl bleibt nicht, die Ferienzeit beginnt und die meisten Camps sind bereits ausgebucht. So schlafen wir die erste Nacht gleich beim Eingang, was sich aber als Glücksfall entpuppt als ein Magirus-Laster mit deutschem Kennzeichen ins Camp einfährt… Ralf hat viele Jahre in der Schweiz gearbeitet und Iris ist Solo-thurnerin (also praktisch meine Nachbarin), sie sind über Westafrika hier runter gefahren und jetzt bereits seit 1 1/2 Jahren im südlichen Afrika unterwegs. Da gibt es natürlich viel zu erzählen! Spontan entschliessen wir uns die nächsten paar Tage und Nächte gemeinsam den Park zu erkunden und wir profitieren von ihrer Erfahrung und den vielen Tipps über Afrika. Und sehen am nächsten Sätnachmittag sogar 3 Geparde, die sich gemütlich entlang der Strasse fortbewegen! Zwei schlagen sich gleich in die Büsche, einem aber können wir zuschauen wie er sich auf der Anhöhe postiert um einen guten Überblick über die Umgebung zu haben… – sucht er etwas zum Jagen? Ich klettere nach hinten, um eine bessere Position zum Fotografieren zu haben, als Kölbi im Rückspiegel einen der andern Geparde entdeckt, wie er die Strasse überquert. Sofort öffne ich die Hintertür und erschrecke fast ein wenig, so nahe dran bin ich! Irgendwann sind dann alle drei wieder zusammen auf der Anhöhe und verstecken sich dann mehr und mehr vor uns. Ausserdem geht die Sonne bereits unter und wir haben noch 60 Kilometer zu fahren bis zu unserem Camp… Dort sitzen wir dann gemütlich am Lagerfeuer zu-sammen, geniessen ein feines Abendessen, freuen uns über die Begegnung mit den Geparden vom Nachmittag als wir uns plötzlich beobachtet fühlen: ein Schakal schleicht sich immer näher um unsere Autos auf der Suche nach dem kleinen Stückchen Fleisch, das Ralf für die Mäuse im Baumstamm versteckt hat. Schakale haben eine extrem feine Nase und es dauert nicht lange und er hat es gefunden! Fasziniert schauen wir ihm zu und staunen, wie nahe er sich an uns Menschen traut. Die nächste Nacht haben wir im Nossob-Camp gebucht, wo es eine Wasserstelle mit einem versteckten Beobachtungsplatz hat. Schön, den vielen Gnus zuzuschauen wie sie sich um den besten Platz an der Tränke streiten können… ein Schakal möchte seinen Durst auch gerne löschen, aber ihn verscheuchen die Gnus immer wieder. Ein lustiges Spektakel! – und eine strenge Hierarchie im Tierreich was die Trinkordnung angeht! Wenn das bei uns im Rössli auch so streng geregelt gewesen wäre… 😉 Zum Znacht verwöhnt uns Ralf dann mit selbst-gemachten Pommes frites aus dem guss-eisernen Kochtopf vom Holzfeuer – lecker! Schweren Herzens heisst es am nächsten Morgen Abschied nehmen voneinander… aber das gehört beim Reisen halt mit dazu. Über eine holprige Piste fahren wir durch den Busch in Richtung Botswana, verbringen noch eine letzte, ereignislose Nacht im Kgalagadi Nationalpark. Die Landschaft ändert sich in den nächsten Tagen kaum: endlose Weiten mit stroh-gelbem, hochstehendem Gras einzig unter-brochen von Büschen und Kameldorn-bäumen. Die Piste ist sandig mit Wurzeln und gelegentlichen Steinen durchsetzt, und genau so einer wird uns dann zum Verhängnis: Bfffh, Bfffh, Bfffh pfufft die Luft aus unserm aufgeschlitzten Vorder-Reifen! Obwohl seitlich aufgerissen, probiert‘s Kölbi doch mit zwei Wulsten aus unserem Flickset – und sie halten tatsächlich bis wir am nächsten Mittag den ersten Reifenflicker finden. Wir machen Halt in Ghanzi zum Geldwechseln, Einkaufen und Wäsche waschen und nach zwei Tagen geht‘s weiter in Richtung Central-Kalahari-Nationalpark. Kaum sind wir etwa 80 Kilometer im Park drin, tut‘s einen Knall und der frisch-geflickte Reifen ist schon wieder platt! Der zur zusätzlichen Sicherheit eingelegte Schlauch hat ein Loch… also montieren wir erst mal das Reserverad, schauen dabei immer wieder verstohlen in die Büsche, ob nicht doch etwa einer der grossen Kalahari-Löwen auftauchen würde… kein gutes Gefühl! Und das wird auch in unserm Camp nicht besser beim runterholen des Reifens von den Felgen. Wir sind nämlich auch da „mutterseelenalleine“ und es dunkelt bereits, als wir das Flicken mangels Licht und Reifenflicken (unauffindbar in unserm „riesigen“ Auto…) aufgeben müssen. Am nächsten Morgen beschliessen wir nach erfolgloser Suche nach den Flicken halt einfach das Ersatzrad drauf zu lassen und zu Hoffen, dass wir nun vom Reifengott verschont würden… 😉 Der Kalahari-Nationalpark ist nämlich viel zu schön um sich mit Flickarbeiten aufzuhalten! Nur die Löwen zeigen sich nun auch nicht mehr, dafür sehen wir Giraffen und viele Antilopen, Strausse, Löffelhunde mit riesigen Ohren (sie hören sogar die Termitengeräusche im Boden!) und viele Schakale. Ein Wunder, wieviele Tiere sich an die trockenen Gegebenheiten der Kalahari angepasst haben und zum Teil wochenlang ohne Frischwasser auskommen.


Wir sind froh, am nächsten Mittag an der Tankstelle gleich wieder auf einen Reifen-flicker zu treffen, wo wir dann auch Reserveflicken posten können. Und der Reifen hält schlussendlich erst noch ohne Schlauch!

Unser nächstes Ziel ist die Kubu-Insel, eine Felsformation die aus einer Salzpfanne ragt und auf der viele Baobabs wachsen. Ein heiliger Ort für die Einheimischen, wo früher die Initiationsriten für junge Männer stattfanden. Auch wir empfinden die Stätte als energiegeladen und vor allem bei Sonnenuntergang verzaubert ein mystisches Licht die Felsen und Bäume. Nach zwei Tagen machen wir uns auf, die Weiten der Magdagikadi-Salzpfanne zu erleben, wo wir im 1999 mit dem Motorrad schon eindrückliche Tage erlebt haben (auch damals mit dem Reifengott im Nacken…). Rundherum ist nichts als endlose weisse Weite zu sehen, keine Geräusche als der unsrigen sind zu hören. Wir geniessen einen unvergesslichen Sternenhimmel wie wir ihn im lichtverseuchten Europa nie mehr wahrnehmen können. Am bis zu 2000 Jahren alten Chapman‘s Baobab machen wir auf dem Weiterweg nach Norden Rast, aber die Inschriften der alten Afrika-Entdecker wie Livingstone und Chapman sind in-zwischen alle überlagert vom Gekritzel „neuzeitlicher“ Reisenden… – schade! Kaum verlassen wir das Gebiet der Salzpfannen sehen wir unsern ersten afrikanischen Elefanten am Rande der Strasse laufen! Und kurz darauf auch die ersten Zebras… Wir wollen bei einer Lodge mit Wasserloch übernachten, doch die freundlichen Besitzer schicken uns weiter: sie haben während drei Monaten eine lärmige Baustelle nebenan und die könnten sie ihren Gästen unmöglich zumuten…. nett, oder?!! So übernachten wir lieber im ruhigen „Busch“ draussen und geniessen das wärmende Lagerfeuer gleich an der Zimbabwe-Grenze zu. Denn wir fahren auf der „Hunters-Road“, einer alten Jagd-Schmuggelroute entlang der Grenze, die sehr wildreich sein soll. Wir fahren extra früh los um möglichst viele Tiere zu entdecken – doch die scheinen auch eher Spätaufsteher zu sein! Die ersten Giraffen und Antilopen bekommen wir erst nach 10 Uhr zu Gesicht, dafür holpern wir stundenlang auf einem obermiesen Weg…. nicht so ganz nach unserem Geschmack! Dafür werden wir auf den letzten 15 Kilometern dann entschädigt: wir sehen Elefanten, Giraffen, Affen und viele Antilopen. Und entdecken eine schöne Campinglodge mit einer Wasserstelle für die Tiere, gut zum Beobachten! Leider ist sie ziemlich ausgebucht (die Südafrikaner haben Ferien) und so fahren wir erst mal nach Kasane um uns dort umzusehen. Kölbi stoppt abrupt als er vor einem Kaffeehaus einen Toyota mit Aargauer-Kennzeichen erblickt. Natürlich gehen wir rein und fangen an zu quatschen – und siehe da: sie stehen in genau dem schönen Camp, dem Senyati, wo wir gerade herkommen. Und bieten uns erst noch an auf ihrem Platz übernachten zu dürfen! Die Offerte nehmen wir gerne an. Im Gegenzug verschieben Gaby&Marcel dann auch gleich noch ihre Abreise um einen Tag, damit wir schön viel Zeit zusammen verbringen können, was uns riesig freut. Auf dem Camp lebt auch ein deutsches Paar, Iris&Achim. Sie sind mit ihren Toyotas überland auf der Ostroute von Europa hierher gefahren und kennen die Gegend supergut, geben uns auch viele nützliche Informationen. Am dritten Tag buchen wir eine nachmittägliche Bootstour auf dem Chobe-Fluss in den Nationalpark. Wir sehen viele Elefantengruppen, die auf den Flussinseln grasen gehen. Dort hat es ausserdem Nilpferde und Wasserbüffel und am Ufer entdecken wir bald einmal Krokodile faul in der Sonne liegen. Der Kontrast zwischen dem saftiggrünen Gras auf den Inseln und der ausgetrockneten Ufer- und Inlandvegetation könnte nicht grösser sein! Vom Boot aus sehen wir etliche Tiere, die auf dem Festland nur selten von nahe gesehen werden, die Krokodile, viele Vogelarten, aber auch einen Leguan erspähen wir am Ufer fast auf Augenhöhe. Den Abschluss der Tour macht dann ein spektakulärer afrikanischer Sonnenuntergang… Zwei Tage später stehen wir nochmals frühmorgens auf um bei Sonnenaufgang im Nationalpark zu sein. Wir fahren alles dem Chobe-Fluss entlang wie eigentlich auf der Bootstour, nur kommen wir natürlich mit dem Auto viel schneller vorwärts. Den ganzen Morgen können wir keinen einzigen Elefanten entdecken, wo es doch so viele haben soll… Dafür sehen wir jede Menge der zierlichen Impalas, Kudus und Wasserböcke, aber auch Giraffen, Warzenschweine und Affen. Ein Höhepunkt ist dann ein von einem Krokodil ins Wasser gezerrtes Impala. Krokodile können ihre Beute ja trotz all der spitzen Zähne nicht zerbeissen, sondern lassen sie im Wasser liegen bis sie sie mit heftigen Bewegungen in mundgerechte Stücke schleudern können. Nur müssen sie dazu ihre Beute die ganze Zeit über bewachen, sonst freuen sich andere Mitbewohner über das feine Mahl… Auf den Ebenen im westlichen Teil des Parks grasen dann riesige Herden von Zebras, wir können uns kaum sattsehen an all den schönen Tieren! Es gibt aber auch die sogenannt „hässlichen Fünf“, dazu gehören der Marabu, die Geier, das Krokodil und das Warzenschwein, nebst den Hyänen haben wir an diesem Tag alle gesehen und fanden sie eigentlich gar nicht hässlich! Am Abend kommen wir müde, aber glücklich über den wunderschönen „Gamedrive“ ins Camp zurück. Den nächsten Tag verbringen wir mit Einkaufen und alles Organisieren für den Grenzübertritt nach Zambia. Dort verlangen die Gesetze zwei Pannendreiecke und ganz bestimmte Reflektoren am Auto… – wir wollen der Polizei ja keinen Vorwand geben uns eine Busse aufzubrummen! Vor allem nachdem wir bereits in Kasane bei einer Kontrolle freundlich(!) darauf hingewiesen wurden, dass hier eigentlich Gurtenpflicht bestehe… ohne eine Busse zu kriegen! Überhaupt sind wir bisher trotz vieler Kontrollen nie schikaniert worden, sondern nach einem kurzen Schwatz häufig durchgewunken worden, sogar hier im berühmt-berüchtigten Zambia… Auf den Grenzübertritt sind wir dann gespannt; denn es wird ja offiziell immer noch darüber gestritten, ob Zambia und Botswana überhaupt eine gemeinsame Grenze haben, bei nur 60 Metern gemeinsamen Fluss…

Aber wir kommen mit der Fähre problemlos auf die andere Seite und auch dort ist die Zollabwicklung alles andere als chaotisch, wie uns das im Vorfeld vielfach beschrieben wurde. Die Beamten sind sehr hilfreich und auch die Geldwechsler und Schlepper nicht allzu aufdringlich, sie lassen sich recht schnell abschütteln. In nicht einmal zwei Stunden ist der gesamte Grenzübertritt erledigt und wir mit all den Gebühren und Steuern, Visa und Abgaben, Versicherungen etc. um über 200 Franken ärmer… ja, wir haben‘s bereits gemerkt: Afrika ist keine Billig-Destination!

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Ankunft in Afrika (15.5. – 5.6.2012)

Nach einem langen Flug sind wir am Dienstagabend (29.5.12) gut in Kapstadt, Südafrika angekommen. Und durften gleich einen tollen afrikanischen Sonnenuntergang auf der Taxifahrt zu unserem Guesthouse erleben…!

Am nächsten Tag gings gleich zur Schiffsagentur, welche uns zu ihrem Agenten weiterreichte. Ein netter älterer Herr chinesischer Abstammung begrüsste uns und nach der Klärung unseres Anliegens liess er uns auch gleich in seinem Mercedes umherchauffieren! Am Freitagmorgen durften wir dann mit in fao.com den Hafen zum Containeröffnen und der Zollfreigabe. Alles verlief reibungslos und einfach, ausser der Motorennummer wurde überhaupt nichts kontrolliert! Der einzige, schwerwiegende Wermutstropfen sind die Kosten: wir haben ziemlich genau 2000 SFr bezahlt!! – Australien lässt grüssen….! Offenbar hat Südafrika (wie Namibia auch) eine „Cargo Due“ = eine Importsteuer auf alle eingebrachten Waren, zahlbar nach Volumen und da wir einen 40 Fuss Container hatten beliefen sie sich auf gut 600 Fr!

Nun ja, aber jetzt sind wir hier und geniessen unser „Zuhause“ wieder. Kölbi ist noch am rumwerkeln, morgen werden wir für die Luftfederung schauen… ach ja, und guten Wein wollen wir auch noch kaufen gehen! Die erste Adresse für dieses Unternehmen ist uns sozusagen aufgedrängt worden: beim Rausfahren aus einem Parkplatz hat Kölbi ein Auto übersehen und eine Beule gemacht… 🙁 – aber der Besitzer zeigte sich sehr unkompliziert und ist darüberhinaus auch gleich Winemaker (Rebbauer), also werden wir wohl das Begleichen des Schadens mit einer Kellertour verbinden… 😉

So, das wärs für den Moment. Wir möchten uns nochmals bei allen in der Schweiz ganz herzlich für die tolle Gastfreundschaft bedanken, die wir in dem intensiven Monat zuhause erleben durften!

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Malaysia und unsere Verschiffung nach Afrika (!) 16.3. – 14.5.2012

Wir haben einen guten Start in Malaysia. Gleich an der Grenze treffen wir auf zwei englische Motorradfahrer, die bereits seit sechs Jahren „on the road“ sind und uns ein paar Tipps geben können. Der Grenzübertritt selber verläuft schnell und reibungslos, auch die Versicherung kriegen wir innert kurzer Zeit. So gerüstet kann ja nichts mehr schief gehen… ausser, dass unser ausgesuchter Übernachtungsort, den wir aus der sehr informativen Homepage von Markus haben (www.littletramp.ch), leider inzwischen abgesperrt wurde. Er wäre auf einer mit einer Brücke verbundenen Insel gewesen… Pech gehabt! Wir suchen in der Umgebung nach einer Alternative und finden sie schliesslich in einem schattigen Waldtal mit Badebach am Fusse eines freistehenden Berges. Am liebsten wären wir ja auf den Berg, den Gunung Jerai, hinauf gefahren, aber wir finden nirgends eine Strasse, die hoch führt. Die sollten wir dann erst in unseren letzten Tagen in Malaysia finden… hier sitze ich jetzt nämlich, geniesse die angenehmen Temperaturen, schreibe diesen Bericht und schaue auf eine wunderschöne Küstenlandschaft runter mit einer über eine Brücke verbundenen Insel… 😉

Am nächsten Tag fahren wir nach Georgetown, hier allerdings über eine grössere, imposante Autobahn – Brücke, die die Insel Penang mit dem Festland verbindet. Wir parken unser Auto auf einem öffentlichen Parkplatz in der Nähe von Parkanlagen und botanischem Garten. Nicht die beste Wahl angesichts des Wochenendes: viele Leute, vor allem chinesischer und indischer Abstammung, kommen zum Entspannen (Inder) und Sport treiben (Chinesen) hierher und sind extrem interessiert an unserer Reise. Ein Unterschied zu den zurückhaltenden Thais, der sofort spürbar wird: in Malaysia haben wir kaum eine ruhige Minute ums Auto rum auf öffentlichen Plätzen und fühlen uns sehr an indische Zeiten zurückerinnert… Das Frühstück am nächsten (Sonntag-) Morgen nehmen wir deshalb gleich drinnen ein! Und machen dann eine Fahrt um die Insel und dann gleich weiter zurück aufs Festland und Richtung Osten, querfeldein in die Berge. Uns gefallen die kleinen Strassen, auch wenn wir uns immer wieder nach dem richtigen Weg erkundigen müssen. Schlussendlich landen wir dann doch auf dem East-West-Highway und halten Ausschau nach „unserem“ Campingplatz im Dschungel, den wir vor 20 Jahren mit dem Töff mal gefunden hatten… wir finden ihn sogar wieder, aber inzwischen hat es die Zufahrt weggeschwemmt, so dass wir einen anderen Platz suchen müssen. Der ist auch schön, hat einen kleinen Bach in der Nähe und Spuren (inklusive Dunghaufen) von wilden Elefanten finden wir auch! Leider kriegen wir keine zu Gesicht… dafür wird es abends richtig schön kühl – kein Wunder: wir befinden uns auf über 1‘000 müM! Der nächste Tag bringt uns dann wieder runter von den Bergen, vorbei an imposanten Wasserfällen und wir bekommen einen ersten Eindruck von der Holzfällerei und den monotonen Palmöl – Plantagen hier in Malaysia… ich schätze, dass über 40% des Landes mit Palmöl – Plantagen bebaut sind, eine für uns Schweizer unvorstellbare Monokultur – Landwirtschaft. Auch für den Besuch des grössten Nationalparks, den Taman Negara, fahren wir bis zum letzten Kilometer durch diese Plantagen. Der Osteingang zum Park wird wenig besucht von Touristen und die Parkwächter wissen nicht so recht was sie mit uns anfangen sollen… So fahren wir dann nach einem gewaltigen Monsungewitter schon am nächsten Tag wieder weiter und suchen uns einen schönen Platz in Cherating an der Ostküste. Dort werden wir am Nordende des Strandes auch fündig und bekommen am dritten Tag Besuch von Overländer – Freunden: Bianca&Florian mit ihrem Landrover, mit dabei ist ein Vorarlberger – Paar mit VW-Bus auf Weltreise. Wir verbringen gemütliche Tage zusammen, schwimmen und schnorcheln, quatschen, backen auch noch Brot und Züpfe in unserem Klapp – Backofen und geniessen am nächsten Morgen das feine Frühstück alle zusammen…

Tagsüber bauen Kölbi und ich auch die Fenster an unserer Kabine aus und wechseln die Moskitonetze. Die alten sind eher grau als weiss und die australischen Zöllner hätten sicherlich keine Freude daran… Zwischendurch sitze ich immer wieder im Internetcafe und telefoniere stundenlang mit Stefan Grünig von der Descom in Safnern. Er ist unser rettender Engel als Computer – Fachmann und legt uns zuliebe wegen der Zeitverschiebung Frühschichten morgens um fünf ein, um unseren Computer wieder zum Laufen zu bringen, nachdem ich ihn mit einer dummen Aktion lahmgelegt habe… nochmals herzlichen Dank dafür!!!

Und den Computer brauchen wir momentan wirklich dringend: so langsam geht unsere Zeit hier in Südostasien dem Ende entgegen und wir wollen unsere Verschiffung nach Australien zum Laufen bringen, nachdem wir ja inzwischen unser Jahres – Visum bekommen haben… und das geht übers Internet halt schon gäbig (denken wir zumindest noch). Wir sind ja immer noch in Kontakt mit der „the Freight“ – Agentur in Bangkok, die uns eine RoRo (Roll on/Roll off) – Verschiffung in Aussicht gestellt hat. Nun möchten wir gerne ein Verschiffungsdatum haben, damit wir unsere restliche Zeit hier planen können. Unser Erstaunen ist gross, als wir – nach etlichen Mails – herausfinden, dass das vorgeschlagene Datum uns nach Neukaledonien führen würde…! Wir möchten doch aber nach Australien…! Dazu kommt, dass eine Konkurrenzfirma uns mitteilt, dass sie momentan nirgends Platz auf einer RoRo – Verbindung buchen könne… die Nachfrage bei „unserer“ Firma ergibt, dass eine Buchungsanfrage laufe, sie aber noch keine definitive Zusage hätten… ein bisschen unsicher, um 1‘500 km nach Bangkok zurückzufahren! In der Zwischenzeit fahren wir nach Melaka und parken da zwei Nächte neben dem MAN – Laster von Stefan&Petra. Wir tauschen Infos, erkunden die schöne Altstadt und machen zusammen mit ihrem Hund Mandu eine nächtliche Wanderung dem Fluss entlang. Darauf erfahren wir via Email, dass auch Brigitta&Paul hier sind und im ApaKaba (einem gemütlichen Guesthouse mit schönem Garten) stehen und am Putzen für ihre Australien – Verschiffung sind. Da wechseln wir zu ihnen, machen ein wenig „Sympathie-Putzen“ 😉 an unserem Cruisie und kümmern uns weiter um unsere Verschiffung. Wir haben inzwischen auch einen uns empfohlenen Agenten in Fremantle/Perth angefragt, wieviel uns das Ausladen unseres Autos an Hafengebühren auf Australien – Seite denn kosten werde…

Brigitta&Paul sind uns in dieser nervenaufreibenden Zeit mit allen möglichen Anfragen an die verschiedensten Agenten in unterschiedlichen Häfen eine unerschöpfliche Quelle an Hilfe und Informationen auf unserer Odyssee durch alle unsere Stadien von himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt. Die Verschifferei erweist sich als sehr nervenzehrend und undurchsichtig.

Zwischendurch fahren wir mal ein paar Tage weg. In Kuala Lumpur treffen wir uns mit Conny&Boris zu einem Nachtessen mit seinen zu Besuch weilenden Eltern. Wir wollen unbedingt ihren kleinen Nico sehen, mit dem Conny bei unserem letzten Treffen in Vientiane ja noch schwanger war! Wie immer sind die zwei sehr gastfreundlich und völlig relaxed, wir verbringen einen schönen Abend zusammen! Zum Übernachten fahren wir noch zu einem Parkplatz gleich bei den Petronas – Twin – Towers, die vor allem nachts besonders eindrucksvoll sind. Nach einem kurzen Besuch am nächsten Morgen in den Shopping – Malls (absolut nicht unser Ding) und in der Petronas – Science – Ausstellung verlassen wir das pulsierende, voll klimatisierte KL eher fluchtartig. Wir sind definitiv keine Grossstadt -Menschen!

In Fraser Hill geniessen wir das kühle Höhenklima, putzen an unserem Auto für die Australien – Verschiffung und lernen etliche Malaiien und – wegen ihrem Nowruuz/Neujahrsfest – auch viele Exil – Iraner kennen. Es ist doch eher die Mittel- und Oberschicht, die sich Ausflüge in die Hillstations leisten kann.

Am Montag fahren wir dann zu Mr. 1$, einem Verschiffungsagenten in Port Klang und verlassen den Ort mit einem fixen Verschiffungstermin und einem guten Bauchgefühl. Nur noch 10 Tage und dann wird unser Cruisie in einen Container nach Fremantle verladen! Jetzt müssen wir aber zurück nach Melaka um Brigitta&Paul zu trösten: irgendwie hat ihre Agentur ihre Buchung verschlampt und sie können jetzt doch noch nicht aus Singapur verschiffen wie geplant… Ich muss es noch einmal erwähnen: – auch wenn wir ja in den „Ferien“ sind – es gibt nichts Schlimmeres als das Organisieren von Verschiffungen auf Reisen!

Natürlich kommen wir freudestrahlend in Melaka an (wir haben unsere Buchung ja fixiert…), als uns kurz darauf ein Mail erreicht, wo uns unser Agent in Fremantle dringend von einer Container – Verschiffung abrät und uns die dabei entstehenden Entladekosten auflistet: 750 A$ (=SFr) nur um den Container mit dem Gabelstapler aus dem Schiff zu transportieren… und, und, und!!! Irgendwann in der nächsten halben Stunde hat‘s bei uns wohl Klick gemacht, der Schalter ist umgefallen… Kölbi schaut mich an und fragt: wie wichtig ist Dir – oder uns – dieses Australien eigentlich??? Wir machen mal einen gröberen Kostenüberschlag… ich meine, wir wussten ja, dass Australien teuer ist und wird… und schliesslich waren wir ja vor 20 Jahren schon ein halbes Jahr dort… und dann die unmögliche Forderung nach einem absolut sauberen Auto bei der Einreise… inklusive möglichen Nachreinigungskosten, die astronomische Höhen erklimmen können… und wollen wir wirklich über 50‘000 Franken ausgeben für nicht mal ein Jahr…?

Wir schlafen noch mal drüber, aber eigentlich steht unsere Entscheidung schon fest: wir machen wieder mal eine Planänderung: im Grunde reizt uns Afrika noch mehr als Australien! Vor allem, seit uns Brigitta&Paul dermassen vom südlichen Teil mit seinen Nationalparks und wilden Tieren vorgeschwärmt haben… Irgendwie bin ich wie elektrisiert beim Gedanken an „mein“ geliebtes Afrika… – hoffentlich kann ich Kölbi ein wenig damit anstecken!

Aber nun geht die ganze Informationsbeschaffung von neuem los: wann, wie, wieviel, mit wem verschiffen wir denn nun – und von wo? Gut, dass wir all die Agenturadressen schon haben… und dank Thomas&Andrea noch eine aus Penang dazu. Die wollen wir ja erst gar nicht anfragen, aber Paul drängt uns (zum Glück!) fast ein wenig dazu.

Erst mal wollen wir unsere Situation neu überdenken – und welcher Platz ist da besser geeignet als unser geliebtes BangNiang in KhaoLak?! Zurück nach Thailand mit seinen zurückhaltenden, freundlichen Menschen, dem feinen Essen (wobei wir die malaiische Küche auch sehr lieben!) und den tollen Massagen am Strand…! Nach nur drei Fahrtagen schlagen wir unser Vorzelt neben Brigitte&Edy auf, die auch noch hier sind mit ihrem „Robusto“. Es wird ereignisreiche Zeit hier… für zwei Nächte quartieren wir uns im nahen Thupthong – Guesthouse ein, damit wir endlich mal die Kabine vom Auto nehmen können um sie gründlich zu reinigen und zu flicken. – Was wir ja eigentlich wegen Australien geplant hatten, aber auch so eine gute Idee ist, da die Kabine schon seit längerer Zeit verdächtig knackt in den Kurven… also tragen wir unseren gesamten Hausrat ins Hotelzimmer, lösen die Kabine, putzen und flicken sie, auch Wassertanks und – Leitungen… überall hat sich eine Menge Dreck und Staub angesammelt und wir sind froh, dass der Cruisie nur noch sauber genug für uns sein muss und wir ihn nicht komplett zerlegen müssen! Wir kommen flott voran und sind am Nachmittag des zweiten Tages bereits wieder am Einräumen, als plötzlich die Hotelmanagerin angerannt kommt und aufgeregt von Erdbeben und Tsunami spricht und wir sollten doch im Internet nachschauen! Irgendwie kapieren wir die Situation erst nach etwa einer Viertelstunde: es muss bei Sumatra ein starkes Erdbeben gegeben haben und es werde wohl eine Tsunami – Warnung geben… wir sollen sofort wegfahren hier und uns in Sicherheit bringen! Schnell räumen wir die wichtigsten Dinge ins Auto und fahren die paar Meter zum Strand zu Brigitte&Edy, damit auch sie Bescheid wissen. Bereits kommen uns die ersten Leute entgegen, die sich offensichtlich auch in höhere Lagen begeben wollen. Jetzt sind wir alle froh um die vielen Evakuations – Hinweistafeln, die uns den Weg in die Hügel weisen. Alle Leute, Thais wie Touristen, streben den Hügelzonen entgegen. Viele zu Fuss, zum Teil nur in Badetücher gehüllt, andere auf Motorrädern und hinten auf den Pickups. Überall ernste, besorgte Gesichter, aber alles verläuft ruhig, nur bei den Thais erkennen wir hie und da den Schrecken, die Panik von bereits Erlebtem in ihren Augen. Kaum haben wir die Anhöhe erreicht, gehen auch die offiziellen Tsunami – Warnsirenen los. Gut, dass wir so früh gewarnt wurden vom Hotel! Ab jetzt heisst es warten… Bald schon gibt es erste Informationen, es sind jetzt viele Thais mit Funkgeräten vor Ort. Die erste Flutwelle wird in zwei Stunden erwartet, aber es habe noch Nachbeben gegeben. Wir kümmern uns erst einmal um Trinkwasser, denn das haben wir in der Eile vergessen einzupacken und die Wassertanks sind natürlich auch noch leer! Normalerweise wären ja gerade wir mit unserem Campingauto am besten gerüstet für solche Situationen, – nur ausgerechnet heute nicht! Wir können welches in einer kleinen Pizzeria in der Nähe kaufen und dort verteilen sie erst noch gratis Pizza an alle Wartenden! Die Ruhe und Geduld rundherum ist beeindruckend, viele sitzen zusammen und schwatzen. Um sechs wird es ja bereits dunkel und so ab sieben Uhr beginnen viele Thais sich wieder auf den Weg runter zu machen. Die mit den Funkgeräten sagen uns, die Flutwelle habe Phuket bereits erreicht, sei aber unbedenklich gewesen und wir sollten noch bis etwa acht Uhr abwarten. Wir befolgen ihren Rat, obwohl wir uns nach all der Putzerei verschwitzt, dreckig und hundemüde fühlen. Die Fahrt zurück zum Hotel führt uns durch ein gespenstisch dunkles und verlassen wirkendes BangNiang. Im Hotel drängt uns die Managerin dann, aus Sicherheitsgründen ein Zimmer im obersten Stock zu beziehen (obwohl das eigentlich viel teurer wäre). Und kurz darauf hören wir über die Sirenen die Tsunami – Entwarnung; sie wird in verschiedenen Sprachen durchgegeben, sogar auf Deutsch!

Auf uns hat diese Tsunami – Evakuation einen gut organisierten Eindruck gemacht, wir fühlen uns dadurch am Strand auch die nächsten Nächte sicher. Wie wir erfahren, sind sogar Patrouillen unterwegs gewesen um sicher alle Leute zu evakuieren und Plünderungen vorzubeugen (wobei das hier unter Buddhisten fast nicht vorkommt, in unserem Hotel blieben in der Aufregung auch alle Türen offen!).

Die nächsten Tage widmen wir uns wieder intensiv der Verschiffung, bekommen Offerten aus Klang und Singapore, die wir beide eher teuer finden. Am Freitag kommt endlich ein preiswertes Angebot aus Penang, aber wir müssen unbedingt persönlich vorbeikommen, um die Anzahlung für den Container zu machen… und zwar schnell, weil die Preise im Mai steigen werden! Also wird doch nichts aus erholsamen Strandferien in BangNiang und schon am nächsten Morgen verabschieden wir uns von Brigitte&Edy und all den liebgewonnenen Thais hier. Es ist Saisonende und es wird ruhig hier, viele Beizli schliessen zu. Und seit der Tsunami – Warnung sind merklich weniger Touristen da; schade eigentlich, dass wir ausgerechnet jetzt schon fahren müssen! Pünktlich am Montagmorgen stehen wir im Büro der Cakrashipping und werden von Herrn Yeap freundlich willkommen geheissen. Er erklärt uns das Prozedere, unter anderem will er wissen wo wir unser Auto aufhängen können für den Kran… Kran? was für ein Kran? Nun ja, um den Open Top Container zu beladen… – aber deshalb wollen wir ja gerade den offenen Container, damit wir reinfahren können! Wie sich herausstellt, hat der 20 Fuss Open Top Container eine Einfahrtshöhe von nur 2.58m und unsere Kabine braucht 3m; etwas, das bisher noch keinem anderen Agenten aufgefallen ist…! Also zerschlägt sich auch diese Option und wir beschliessen, unsere Kabine runterzunehmen und dafür einen 40 Fuss geschlossenen Container zu buchen. Herr Yeap bringt uns zum Schreiner, der das Holz für unser Gestell zuschneidet und fasziniert zuschaut, wie schnell und effizient Kölbi das Ganze dann zusammenbaut. Danach wird es „fumigated“ (desinfiziert) und in Einzelteile zerlegt im Büro von Herrn Yeap bis am nächsten Dienstag, dem Container – Beladetermin, zwischengelagert.

Das gibt uns ein paar Tage Zeit um in die Cameron Highlands zu fahren, einem Tee- und Gemüseanbaugebiet in den Bergen auf über 1300 müM. Leider regnet es häufig da oben, aber ich geniesse die angenehme Kühle, während Kölbi schon richtig am Frieren ist und ständig mit seiner dicken Jacke rumläuft… was will er dann in der Schweiz machen??! Kaum fahren wir wieder runter ins Tiefland, fange ich wieder an zu schwitzen… die Luftfeuchtigkeit ist extrem hoch in Malaysia, und obwohl die Temperaturen selten über 33°C klettern, empfinde ich es heisser und unangenehmer als damals in Lybien, wo wir teilweise über 40°C hatten.

Beim Mittagessen in TanahRata lernen wir noch Mathieu, einen französischen Motorradfahrer kennen, der nach einer Verschiffungsgelegenheit nach Indonesien sucht. Als wir ihm Capetown anbieten, ist er einen kurzen Moment versucht, das Angebot anzunehmen… schlussendlich ist es ihm dann aber doch zu kurzfristig. Wir machen aus uns in Penang nochmals zu treffen und fahren bei strahlend schönem Wetter die kurvenreiche Süd – Strecke den Berg wieder runter. In Taiping verbringen wir einen lustigen Nachmittag an der Parkstrasse, die einem schönen Teich entlangführt. Wir bekommen Besuch von interessierten Malaiien, von Journalisten (die unser Auto dann in der Zeitung bringen), einem Hochzeitspaar, das den Cruisie für seine Hochzeitsfotos (miss-)braucht und auch von einem Schweizer Paar, Heidi&Reini, die schon seit 26 Jahren auf Koh Samui in Thailand leben. Es wird ein unterhaltsamer Abend zusammen, sie haben viel zu erzählen aus ihrem reisefreudigen Leben, das sie bereits in den siebziger Jahren mit ihrem eigenen Auto nach Indien und Nepal gebracht hat. Sie erzählen uns auch von der engen Strasse, die auf den Gunung Jerai hoch führt und damit entscheiden wir uns, die letzten beiden Tage vor der Verschiffung hier oben zu verbringen. Wir dürfen im schicken Resort auf dem Parkplatz stehen und gehen dafür im Restaurant essen, wo wir unter anderem ein äusserst reichhaltiges „Steamboat“ probieren. Es ist wie unser Fondue chinoise, aber reichhaltig bestückt mit Meerfrüchten, Fisch und Fleisch und verschiedenem Gemüse und zweierlei Bouillon… – es würde bestimmt für eine ganze Familie reichen!

Am 23. April fahren wir zurück nach Penang, beziehen ein Zimmer im Hotel Hong Ping (unser erstes seit dem Trekking in Nepal!), wo die Hotelbesitzerin unseren Cruisie bereits aus der Zeitung kennt… und fahren unser Auto noch zum Reinigen; wir wollen schliesslich einen „sauberen Eindruck“ machen in Südafrika! Dann heisst es Rucksack packen und die letzten Vorbereitungen treffen für‘s Containerladen. Am Dienstagmorgen fahren wir zu Herrn Yeap, laden das vorbereitete Holz für unser Gestell ein, bezahlen die Verschiffung (knapp 3000 Franken) und lernen den Verantwortlichen für die Zollabfertigung kennen. Es ist ein ziemlich ausgeflippter Typ, Anhänger eines indischen Gurus und hat ständig irgendwelche Sprüche und Lebensweisheiten auf Lager. Zusammen fahren wir nach Butterworth auf‘s Festland zu einer Halle. Wir beginnen mit der Demontage unserer Kabine vom Auto, werden aber schon kurz darauf unterbrochen als der Camion mit dem Container einfährt. Wow! – so ein 40 Fuss High Cube Container hat schon eine imposante Grösse!!! Er wird abgestellt und Kölbi fährt erst unseren „nackten“ Cruisie in den Container, der da gut festgezurrt wird. Danach mit Hilfe des Gabelstaplers und vieler Nerven (es ist eng, heiss und stickig im Container!) wird auch noch die Kabine auf dem Holzgestell hineinmanövriert, festgezurrt und abgeschlossen. Ein paar letzte Fotos und dann: „gute Reise, liebes Zuhause….!“

Wir aber gehen mit unseren Helfern fein essen, werden vom Guru-Fan sogar eingeladen und geniessen danach die kühle Dusche im Hotel. Unser Agent hat uns für den nächsten Vormittag den Bus nach Kuala Lumpur reserviert, weil aber das Carnet de Passage noch nicht ausgestempelt wurde, lassen wir den sausen und warten auf die Zollabfertigung. Am Mittag halten wir das Dokument glücklich in den Händen, am glücklichsten scheint Herr Yeap zu sein, der uns sogar noch zu einem tollen chinesischen Mittagessen einlädt. Wir bedanken uns mit einem Schweizer Sackmesser bei ihm und wissen uns um einen Freund reicher. Der Nachmittagsbus bringt uns dann gerade richtig zum Nachtessen nach Kuala Lumpur. Nach einer letzten Nacht in Malaysia besteigen wir am 26. April voller Vorfreude auf unsere Familien und Freunde das Flugzeug in die Schweiz, wo wir die Zeit bis zur Ankunft des Containerschiffs in Capetown verbringen wollen. Dies wird wohl bis Pfingsten dauern….

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Südthailand II (1.2. – 16.3.2012)

Von Koh Lanta fahren wir übers Inland zurück nach KhaoLak, denn wir müssen ja noch ein paar tolle Strecken finden für Silvia und Res, unsere Freunde aus Safnern, die uns Anfang März besuchen kommen… In KhaoLak fühlen wir uns gleich wieder wie zuhause, geniessen das Meer und die tollen Massagen von den Frauen hier am Strand neben unserem „Campingplatz“. Und zu unserem Erstaunen steht auch Brunos Bremach noch hier auf dem Platz, obwohl er doch nach Bangkok hatte fahren wollen um mit seinem Bruder Hansruedi den Norden und Kambodscha zu bereisen… Die Massagefrauen erzählen uns dann, dass das Auto habe abgeschleppt werden müssen (mit dem Quad von Edy und Brigitte hier auf dem Platz….) und Bruno nun mit dem Bus nach Bangkok gereist sei, aber bald wieder komme. Das sind ja News!

Schon am nächsten Tag treffen die zwei ein – und die Fehlersuche am Bremach geht los… mit Hilfe von hiesigen Elektrikern und „Fernbehandlung“ per Telefon nach Österreich gelingt eine provisorische Reparatur dann schliesslich nach ein paar Tagen.

Aber zwischendurch müssen wir noch nach Phuket ins Spital zum Tuberkulose-Röntgen um das australische Jahresvisum zu erhalten, welches uns dann auch zwei Tage später schon zugesprochen wird. Und natürlich wollen wir Susanne und Walter Bratschi besuchen, die hier mit Susis Bruder und seiner Frau Ferien machen. Wir verbringen einen schönen Nachmittag und Abend zusammen, sie überhäufen uns mit sehr willkommener Heftli-Lektüre (an Magazine – und dann erst noch über Camping- und Motorhomes, kommt man im Ausland selten), Aromat aus der Heimat und Wein aus dem Hotel… Danke vielmals!!! Es ist immer schön, Bekannte und Freunde aus der Schweiz zu treffen!

Zurück in KhaoLak feiern wir dann die erfolgreiche Bremach-Reparatur mit einem Grillabend, den es uns aber so richtig Monsunmässig verregnet. Paul und Brigitta, die wir von Siem Reap her kennen, treffen auch hier ein, aber nur zum „Hallo“ sagen, denn sie fahren für ein paar Tage mit einem Schiff raus zum Tauchen. Ein paar Tage später sind sie zurück, dann kommen auch noch die beiden Töffler Andrea und Thomas dazu, die wir ja auch kurz vor Siem Reap getroffen hatten. So sind wir wieder eine richtige Camping-Familie, wenn auch das Wetter nicht mitmacht und ich vor allem Andrea und Thomas für ihr Ausharren im Zelt bewundere! Die Zeit vergeht wie im Fluge, wir grillieren ein paar Mal und haben es immer sehr lustig zusammen. Doch so nach und nach fahren alle wieder weiter und der Platz leert sich wieder.

Auch wir wollen noch ein paar Strecken und Orte auskundschaften für den näherrückenden Besuch von Silvia und Res. So verbringen wir zwei Nächte im Khao Sok Nationalpark und sind sehr erfreut, dass sich kurz nach unserer Rückkehr nach KhaoLak auch Brigitta und Paul wieder zu uns gesellen! Ihnen hat es in Phuket nicht sonderlich gefallen und da sie schon bald nach Australien verschiffen wollen, fangen sie hier auf dem Platz mit dem Putzen ihres Autos an (die australischen Zöllner sind bekannt wegen ihrer Pingeligkeit punkto Sauberkeit!). Irgendwie ist das sehr ansteckend, so dass der ganze Platz bald einmal übersät ist mit ihren und unseren Habseligkeiten zum Waschen und Trocknen… auch Kölbi kniet und legt sich unters Auto um die Überbleibsel einer lange zurückliegenden Fahrt über eine türkische Bitumenstrasse (klebriger Teer ohne Split…) zu beseitigen. Abends belohnen wir uns dann jeweils mit feinem Thai-Essen und zwischendurch natürlich auch mal mit einer Massage oder einem Eis von der mobilen Glacefrau…. 🙂

Unvergesslich in Erinnerung bleibt uns sicher auch der „Discoabend“ mit unseren Massagefrauen. Kölbi hat am frühen Abend die Musikanlage rausgeholt und da gesellen sie sich spontan zu uns zu einem Bierchen und ausgelassenem Tanzen! Das ist eine für mich typische, schöne Thai-Eigenschaft: das Leben geniessen, wenn sich eine Gelegenheit bietet!!! Arbeit gibt es schliesslich genug den ganzen Tag.

Schliesslich ist das langersehnte Datum von der Ankunft unserer Schweizer Freunde endlich da und wir können sie am Flughafen Phuket am 1.März in die Arme schliessen. In unserem Cruisie fahren wir an die schöne Layanbeach und haben uns auf dem Liegestuhl viel zu erzählen. Silvia und Res haben uns viele Grüsse aus der Schweiz, liebevoll gemachte Päckli meiner Eltern, unsere Sonderwünsche und dann erst noch Würste und Klosterbräu mitgebracht! So hatten sie doch einiges zu Schleppen und prompt auch Gewichtsprobleme bei der Gepäckaufgabe… 🙂

Am nächsten Tag fahren wir nach Patong rein um ihnen ein Auto zu mieten – und nach einer ersten Enttäuschung finden wir dann schlussendlich in einem kleinen Suzukijeep das richtige Fahrzeug. Auf der Heimfahrt stoppen wir spontan auf einem Markt und bereits nach einer halben Stunde haben die zwei die meisten ihrer Souvenireinkäufe erledigt. Das nenne ich speditiv! Aber viel länger hätten sie auch nicht Zeit gehabt, kurz darauf geht ein Höllengewitter nieder…

Am nächsten Tag geht‘s über eine landschaftlich schöne Bergstrecke zu Olivers Banana-Guesthouse, bei dem wir eine Bootstour in die traumhaft schöne Phang Nga Bucht gebucht haben. Mit einem „Stabmixer-Boot“ geht‘s zu verschiedenen Inseln mit wunderschönen, aber vielbesuchten Traumstränden, wo wir im glasklaren Wasser auch Schnorcheln können. Nach dem wohlverdienten Picknick geht‘s zurück und wir fahren danach noch bis an „unsere“ Bucht bei Krabi, wo schon Brigitta und Paul auf uns warten. Alle zusammen feiern wir dann Res 50. Geburtstag mit einer feinen Grillade und diversem Feuerwerk ganz nach thailändischer Art: erst werden mit viel Getöse die bösen Geister vertrieben, dann gibts eine ganze Batterie Raketen und danach lassen wir Wunsch-Laternen steigen… dazu gute Musik und Fachsimpeln übers geeignete Reisemobil (wobei Paul und Kölbi sich ja einig sind: es geht nichts über einen Toyota HJZ).

Auf der Aonangtour am nächsten Tag müssen wir uns dann von Brigitta und Paul (wohl für längere Zeit) verabschieden; hoffentlich sehen wir uns in Australien wieder!

Nach einer eher ungemütlichen Nacht mit einer Ameiseninvasion mitten in unser Bett rein (auch die haben sich wohl ins Trockene retten wollen 🙂 ) fahren wir durch die einzigartige Felsenlandschaft Richtung Norden. Unterwegs halten wir bei einem Bergtempel, bewundern die fein geschnitzten Figuren und kunstvoll verschachtelten Dachkonstruktionen und machen Mittagsrast bei einem sehr rustikalen Nudelsuppenstand: Blutwurststücke und Hühnerfüsse inklusive!

Nachmittags trudeln wir dann im Khao Sok Nationalpark bei Miss Rattana ein; Bungalowbesitzerin, Wäschefrau, Kochschulleiterin und Restaurantbetreiberin (Service und Küche!) in Personalunion (sprich: weil ihre zwei Angestellten zu einer Beerdigung mussten, war sie ganz alleine für alles zuständig!). Das konnte ja nicht wirklich gut gehen, vor allem nachdem wir ihr noch zwei Riesensäcke mit Dreck-Wäsche brachten… aber sie ist gut im Organisieren: zwischendurch hat sie immer wieder die Waschmaschine gefüllt, Kochschule gab‘s nebenbei während dem Kochen für die Gäste im Restaurant. Silvia und ich haben erst zugeschaut und dann gleich mitangepackt: Gemüse und Fleisch schnippeln, Reis anrichten, Shakes machen und auch gleich noch bedienen! Die Situation kenne ich ja aus meiner eigenen Restaurant-Erfahrung: es gibt nie so viele Gäste wie wenn man knapp an Mitarbeitern ist….

Nach einer kühlen Nacht und einem gemütlichen Frühstück auf der Bungalow-Terrasse brechen wir zu einer Dschungelwanderung in den Nationalpark auf. In dem heiss-schwülen Wetter sind wir schon bald durchgeschwitzt und freuen uns aufs Bad im kühlen Fluss. Kaum sind wir drin fängt‘s an zu regnen und kurz darauf entdecken wir beim Picknick die ersten Blutegel… recht schnell sind wir wieder auf dem Heimweg, aber ausser bei mir saugt sich bei jedem eins dieser niedlichen Tierchen fest! Mit Hilfe von Kölbis Feuerzeug lassen sie sich jedoch innert Sekunden wieder fallen 😉

Zurück im Bungalow stellen wir fest, dass der Stromausfall vom Morgen immer noch nicht behoben ist und auch Miss Rattana noch nicht zurück ist von ihrer Einkaufstour. Also machen wir uns ein gemütliches Znacht auf der Bungalowterrasse bei Kerzenschein. Bei Gesprächen übers Reisen und Zukunftspläne vergeht ein weiterer schöner Abend.

Am nächsten Morgen beim Frühstück machen kriegen wir Überraschungsbesuch: ein Affe schleicht sich übers Stromkabel an und klaut hinter Kölbis Rücken ein Ei aus der Verpackung…! Das gibt natürlich ein Gelächter, vor allem als er nochmals zurückkommt um zu schauen ob noch eins übrig ist. Gutgelaunt fahren wir weiter bis zum Phang Nga Nationalpark, wo wir ein erfrischendes Bad im Wasserfallpool nehmen. Hier schwimmen viele grosse Fische mit uns rum, die von den Thais rege gefüttert werden (-und ausserhalb des Nationalparks wohl auch fleissig wieder rausgefischt werden…). Von hier ist es nicht mehr weit bis zu unserem Lieblingsstandplatz in KhaoLak und schon am Nachmittag können wir uns im Meer abkühlen. Die nächsten paar Tage vergehen wie im Fluge mit Streifzügen über den Markt, Massagen und Strandspaziergängen.

Zurück in Phuket machen wir noch eine Fahrt zum Big Buddha hoch oben auf einem Aussichtshügel, geben das Mietauto zurück und geniessen die letzten gemeinsamen Stunden, bevor wir Silvia und Res an den Flughafen zurückbringen müssen. Es war eine schöne und erlebnisreiche Zeit zusammen, Danke!

Kölbi und ich müssen uns nun aber erst mal sputen um an die Grenze nach Malaysia zu kommen, läuft unser Visa doch schon am nächsten Tag aus! Unterwegs kommen uns noch Brigitte und Edy mit dem Robusto(6x6MAN) entgegen, sie kommen gerade von Malaysia her. Schon sind wieder zwei Stunden rum mit News austauschen…. aber das sind immer die besten Informationen von Mitreisenden, die gerade aus dem Land kommen, das wir besuchen wollen. Und ich kriege erst noch ihre restliche SIM-Internetkarte geschenkt! So gut gerüstet machen wir uns am nächsten Tag auf an die malayische Grenze. Doch davon und von unserer Verschiffung nach Australien und unserem geplanten Kurzbesuch in der Schweiz berichte ich Euch dann im nächsten Teil….

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Südthailand (18.12.2011 – 1.2.2012)

Nun, wir können uns nur mit Mühe – und der Aussicht auf einen Zwischenstopp auf der Insel Chang- von Sihanoukville und Kambodscha losreissen. Der Grenzübertritt verläuft recht zügig, nur haben die Thailänder Zöllner Mühe, unser Fahrzeug ins Computersystem einzugeben. Offenbar weil wir kurz zuvor schon mal eingereist sind. Schlussendlich können wir das Problem mit Hilfe des Carnets lösen.

Kurz nach der Grenze, beim wohlverdienten Z‘Mittag (Tom Yam mit Seafood) spricht uns ein Thailänder an weil er unser Auto gesehen hat. Er wohne in der Nähe des Flughafens in Bangkok, sei selber auch schon Rallyes gefahren und wir sollten ihn doch bitte unbedingt mal besuchen kommen… da er jetzt aber auf dem Weg nach Kambodscha ist, machen wir für den Weihnachtstag ab, weil wir von da aus am nächsten Tag Theres und Harald bequem am Flughafen abholen können. Der Trip auf die Insel Chang ist dann eher enttäuschend. Alles sehr touristisch, ausser im Südosten der Insel – und da kommen wir nicht hin, weil ein Erdrutsch die Strasse weggerissen hat und wir der Behelfsbrücke unser Gewicht (vom Auto! 😉 nicht zutrauen…

Wir kommen deshalb früher in Bangkok an als geplant, was aber wegen den bevorstehenden Feiertagen inklusive Wochenende auch nicht schlecht ist. Wir sind ja immer noch auf der Suche nach neuen Reifen für unseren Cruisie und der Schweizer Schiffsagentur „the Freight“, die wir für die Verschiffung nach Australien ins Auge gefasst haben, möchten wir auch gerne einen Besuch abstatten. Unserer Suche nach BF Goodrich All Terrain-Reifen erledigt sich schneller als gedacht: bereits die erste Adresse, die wir ansteuern, hat gerade noch vier Stück am Lager und sie wollen sie auch gleich montieren! Kurzentschlossen greifen wir zu, kommen dadurch aber im Feierabendverkehr in die Grossstadt Bangkok rein…! Trotz Navigationssystem ist es nicht ganz einfach in dem Gewusel von Auf- und Abfahrten der Autobahn- und Schnellstrassen-Kreuzungen auf mehreren Stockwerken die Übersicht zu behalten. Dafür kommen wir dann in den Genuss der Weihnachts-Beleuchtung in den Strassen rund um die Regierungsgebäude. Ansonsten ist hier in Thailand, mal abgesehen vom einen oder anderen geschmückten Tannenbaum oder einem verkleideten Thai-Weihnachtsmann, von unserer westlichen Advents-Weihnachts-Mania nicht viel zu spüren. Uns fehlt‘s nicht.

Für die nächsten Tage campieren wir im Hof des Penpark Place, einem Hotel in der Nähe von Khaosanroad (der Rucksacktouristenstrasse), dem Fluss mit seinen Busbooten und somit auch nicht weit vom Königspalast entfernt. Wir verbringen die Tage mit Besorgungen, Einkaufen und staunen abends ob all den verschiedenartigen Touristenwesen, die Thailand besuchen kommen und sich konzentriert hier rumtreiben. Auch der Schiffsagentur statten wir unseren Besuch ab, wir werden freundlich und auf Schweizerdeutsch empfangen und bekommen all unsere offenen Fragen beantwortet.

Am Weihnachtstag besuchen wir wie abgemacht Bop, den thailändischen Rallyefahrer. Es stellt sich heraus, dass er der viertgrösste Crevettenzüchter des Landes ist und Geld wohl kein Problem ist… Wir machen zusammen eine Führung durch seine Aufzuchtstationen und dann lädt er uns zum Essen in ein feines, traditionelles Seafood-Restaurant gleich am Meer ein und neben einem Tempel gelegen, den wir dann auch noch besuchen. Den Abend verbringen wir mit Fotos und Videos anschauen von seinen Rallyes, die er mit dem Petronas – Team in Tibet und Indonesien mitmachen durfte. Eine andere Art des Reisens als wie wir es kennen: alles sehr organisiert, mit viel Zeitdruck fahren sie im Konvoi durch die schönsten Gegenden dieser Erde, übernachten in tollen Hotels, aber ohne wirklich gross Kontakte, persönliche Eindrücke und Erfahrungen mit der heimischen Bevölkerung zu machen. Da schätzen wir unsere Art des Reisens wieder besser, auch wenn wir manchmal unangenehmen Situationen ausgesetzt werden. Gerade sie sind schlussendlich der Pfeffer in der Suppe, die ruhig auch mal versalzen sein darf! Die Nacht „müssen“ wir dann – das erste Mal seit langer Zeit! – in Bop‘s Haus schlafen statt im Cruisie… was nicht allzu schwer fällt in einem Haus, wo selbst im Gästeflügel die Badewanne grösser ist als der Grundriss unseres Fahrzeugs…!

Am nächsten Morgen fahren wir dann voller Vorfreude zum Flughafen um Resli, Kölbis Schwester, mit ihrem Freund Harald abzuholen. Wegen der Höhe unseres Cruisies können wir nicht auf dem offiziellen Parkplatz stehen, dafür aber gleich vor dem Terminal bei den VIP‘s… Mit einiger (Flug-) Verspätung können wir die zwei dann endlich in die Arme schliessen und fahren danach sofort Richtung City zu unserem Hotel. Die Skyline von Bangkok beeindruckt mich immer wieder! Wir verbringen zwei Tage zusammen in dieser Grossstadt, machen eine Bootstour und kleine Besichtigungen, etwas Shopping – aber das Wichtigste ist das Zusammensein und Neuigkeiten austauschen! Auch müssen sich die zwei erst mal an das warme Klima hier gewöhnen und an den Zeitunterschied von 6 Stunden. Aber danach geht‘s los, wir fahren Richtung Süden, endlich ist wieder Strandleben angesagt! Zwei Tage verbringen wir in Ban Krut, einem Badeort an der Ostküste und geniessen dort die herrliche Massage und das feine traditionelle Essen (Fisch und Seafood!). Nach einem weiteren Tag Fahren, den Resli wegen gesundheitlichen Problemen meist liegend in unserem Bett verbringt (…scheinbar haben wir doch ein Ambulanzfahrzeug… 😉 erreichen wir schliesslich Bang Niang in Khao Lak, wo wir uns mit anderen Overlandern fürs Neujahr verabredet haben. Die Wiedersehensfreude mit all den liebgewonnenen Reisegefährten ist gross und das Bier fliesst reichlich…! An Sylvester gibt‘s ein schönes Lagerfeuer mit Grilladen und selbstgemachten Salaten und um Mitternacht ein tolles Feuerwerk an der Beach. Die Zeit und die Tage mit unserem Besuch vergehen wie im Fluge. Wir unternehmen auch einen Ausflug zu der berühmten James-Bond-Insel, fahren mit Kajaks durch die senkrecht aufragenden Felsformationen im Meer und schauen uns am Nachmittag noch eine der faszinierendsten Höhlen an, die ich je gesehen habe. So viele unterschiedliche Formen und Auswachsungen von Stalaktiten und Stalagmiten bringen nicht nur mich ins Staunen… total erschöpft kommen wir am Abend zurück und ich verziehe mich gleich ins Bett. Am nächsten Tag fahren wir schliesslich bereits nach Phuket, da Resli und Harald am 6. Januar schon frühmorgens am Flughafen sein müssen. Ihr Besuch hat uns riesig gefreut, auch wenn die Zeit wie immer viel zu kurz war, aber wir haben doch wieder viel neues von „Zuhause“ erfahren – und nicht zu vergessen die guten Weihnachtsguetsli (von Regula noch am Abreisetag frisch gebacken!) und die feinen Althüsli-Würste (danke für die Expresspost Tim und Chrigel!), die die zwei uns aus der Heimat mitgebracht haben. Der Abschied fällt schwer, aber wir machen‘s kurz und sind schon zwei Stunden später am Rumrennen in Phuket-Town um unser Visa und die Fahrzeuggenehmigung zu verlängern. Als alles erledigt ist, wollen wir nur noch eins: zurück nach Khao Lak und noch ein paar entspannte Tage und Wochen an der Beach verbringen. Zwischendurch fahren wir mal etwas nordwärts und klappern ein paar Strände ab. Dabei bricht unsere bereits angeknackste Plattfeder vollends durch und wird noch am gleichen Nachmittag durch eine Mitsubishi-Feder ersetzt. Mit Bruno, unserem SG-Overlanderfreund aus der Mongolei, verbringe ich einen tollen Tag bei einem Schnorchelausflug zur Tha Chai – Insel. Ich bin ganz begeistert von dem kristallklaren Wasser dort, sehe einen Babyhai und eine Schildkröte schwimmt um uns herum. Und all die schön farbigen Fische in den Korallen! Das „Meerfieber“ hat mich wieder so richtig gepackt und ich gehe auch jeden Tag schwimmen. Nur ist leider das Wasser in Bang Niang nicht so klar…

Nach drei Wochen reissen wir uns schliesslich von dort los und fahren nach Phuket runter, um Patrick, einen Freund der dort Ferien macht, zu besuchen. Im zweiten Anlauf treffen wir ihn dann in seinem Hotel in Patong und gehen gleich Peter Kräuchi‘s Bruder in seinem Schweizer Beizli da besuchen. Es gibt viel zu erzählen und bei Bratwurst&Rösti und ein paar Bierchen (herzlichen Dank, Peter!) geht der Nachmittag schnell rum. Die nächsten Tage verbringen wir an den nördlichen Stränden von Phuket, wo es noch recht ruhig und beschaulich zu- und hergeht, im Gegensatz zum völlig überlaufenen Patong und Karon. Unsere nächster Halt ist dann in Tha Lang, wo ich unbedingt eine Kanutour durch die Höhlencanyons und Mangroven machen will. Ich bin ganz fasziniert von der tollen Gegend mit ihren senkrecht aufragenden Kalksteinformationen. Teils stehen sie als Inseln im Meer, andere ragen steil aus dem Dschungel auf. Die Kanutour machen wir ohne Führer, die Frau am Ticketschalter meint, wir sollen einfach den anderen Kanus nachfahren, das sei kein Problem… – und der Mann, der die Kanus rausgibt, empfiehlt uns dann gleich loszupaddeln, bevor die ganzen Gruppen kämen… Tja, das wird dann dummerweise unser Verhängnis, weil wir so nämlich niemandem nachfahren können! Aber erst einmal geniessen wir die völlige Ruhe und Ungestörtheit beim Durchpaddeln des Canyons. Sehen Vögel, Fische, Krabben und grosse Leguane. Danach geht‘s durch Mangrovenwald, wo uns auch noch 2 Kanus entgegen kommen. Tja, und dann verfahren wir uns irgendwie, erwischen den falschen Abzweiger, kommen irgendwann nicht mehr weiter, paddeln gegen die Strömung zurück, verfahren uns immer weiter in dem unübersichtlichen Mangrovenwald… die Sonne steht schon senkrecht über uns, sie hilft uns auch nicht weiter zum Richtung bestimmen… Plötzlich sind wir in einem immer enger werdenden Kanal, wo Motorboote angelegt sind. Ein gutes Zeichen, denken wir. An einer Brücke steigen wir aus und gehen der Strasse entlang, bis wir auf einen Menschen treffen. Als wir nach Tha Lang fragen, zeigt er in die eine Richtung, bedeutet uns aber, dass wir den Kanal in die entgegengesetzte Richtung, da wo wir hergekommen waren, zurückpaddeln müssten! Total frustriert setzen wir uns wieder ins Kanu und paddeln und paddeln… irgendwann kommen wir an eine Kreuzung mit sechs verschiedenen Richtungen und wir wissen wieder nicht mehr wohin weiter! Nach einer Weile verzweifeltem Rumsitzen und nicht wissen was tun hören wir in der Ferne ein Motorboot. Unsere Rettung! Wir winken und fragen die Fischer nach dem Weg und sie haben Erbarmen mit uns, wenden und schleppen uns (weit!) zum Hafen zurück. Überglücklich und dankbar geben wir ihnen etwas an die Benzinkosten und gönnen uns dann erst mal einen feinen Fisch da im Restaurant. Beim Weiterfahren mit dem Cruisie passieren wir erst nach etwa einer halben Stunde (!) die Stelle, wo wir an der Brücke ausgestiegen sind… mit Auto und GPS ist schon eher unser Ding als mit Kanu, Mangroven und Sonnennavigation 😉

Vor Krabi und der AoNangbeach haben uns schon viele gewarnt, das sei total zugebaut und überlaufen, also halten wir ein bisschen weiter aussen Ausschau nach einem schönen Platz zum Stehen. Wir werden nicht enttäuscht und verbringen wieder ein paar gemütliche Tage mit Nichtstun und Blasenkurieren (vom paddeln). Sobald uns Wasser und Brot ausgeht, machen wir uns wieder auf den Weg, dieses Mal nach Koh Lanta, einer Insel im Süden, wo wir vor 20 Jahren schon waren. Damals noch klein und beschaulich, hat sich inzwischen der Tourismus gross entwickelt, wie fast überall in Thailand. Wahrscheinlich auch dank der Autofähre, die es jetzt auf die Insel gibt. Erst ganz am südlichen Ende entdecken wir noch ein paar ruhige Buchten, wo wir wunderschön unter Palmen stehen können. Es regnet ab und zu, die Thais meinen, das sei aussergewöhnlich, aber scheinbar gehört das inzwischen schon fast zu unserer Reise, dass es überall etwas mehr regnet wie normal… und so lange der Regen so warm herunterkommt wie hier, ist er ja auch kein Problem und eine nette Erfrischung zwischendurch!!!

Dank:

Auf der Fähre von Koh Lanta ans Festland zurück ist uns etwas Unglaubliches passiert und wir möchten Markus aus der Schweiz auf diesem Weg gerne danke sagen! Er hat mit uns geplaudert und war dann so begeistert von unserer Reise, dass er uns spontan einen namhaften Betrag in Thai-Baht an den Diesel gesponsert hat! Merci!

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Laos und Kambodscha (17.11. – 18.12.2011)

Über die Freundschaftsbrücke reisen wir zurück nach Laos und damit auch wieder zurück zum Rechtsverkehr. Unser Ziel ist die Hauptstadt Vientiane, schön am Mekong gelegen. Gleich als erstes suchen wir das thailändische Konsulat auf um ein Visum für den nächsten Besuch zu beantragen.

Wir treffen auf viele Ausländer, die schon seit Jahren in Thailand leben und sich immer wieder aufs Neue um ein Visum bemühen müssen, was ihnen allerdings von Thaiseite immer schwieriger gemacht wird. Und das wir auch hautnah miterleben… – also ist es doch nix mit dem ewigen Paradies?! Dafür treffen wir auf mehrere Overlanders hier, was uns riesig freut! Zuerst ein englisches Rentnerpaar, Ann und
Clive, die auch schon seit langem in ihrem Truck unterwegs sind und uns Mike Murphy, einen guten Mechaniker hier in Vientiane vermitteln. In der Stadt kreuzen wir uns mit der Familie Sans, mit denen wir durch China gefahren sind und haben uns eine Menge zu erzählen. Sie stehen wie die meisten Overlander auf einem der öffentlichen Parkplätze, wo es uns aber etwas laut und zu sonnig ist. So fragen wir im nahen Wat (Tempel), ob wir da im Schatten eines mächtigen Baumes stehen dürfen und die Mönche geben uns grosszügig ihr ok. Mit dem Segen Buddhas verbringen wir so eine geruhsame Nacht, werden dafür aber schon früh durch die Gebetstrommeln geweckt… nun gut, man kann nicht alles haben! Nachdem wir beim Mechaniker einen Termin für den morgigen Tag ausgemacht haben, treffen wir beim Visa-Abholen auf Brigitte und Edy, die mit ihrem MAN-Laster schon seit Jahren unterwegs sind und von denen wir schon viel gehört hatten…! Wir verquatschen ein paar schöne Stunden in einer Beiz und versprechen uns, dann in Thailand an einer Beach mal mehr Zeit miteinander zu verbringen… sie wollen nämlich heute noch über die Grenze. Und wir sind zum Abschiedsfest von Conny und Boris hier von Vientiane eingeladen; wir haben die zwei mit Freunden in Kirgistan auf Töfftour getroffen. Es ist ihr letzter Abend hier, morgen fliegen sie zusammen nach Kuala Lumpur um an Boris Arbeitsplatz eine Familie zu gründen… wir haben sie wirklich gerade noch „last minute“ hier in Vientiane erwischt!

Nach einer kurzen Nacht fahren wir frühmorgens zur Werkstatt, wo sie wirklich gute Arbeit leisten und unser „Schwabbeln“ der Vorderräder minimieren und auch die Bremsleistung wieder auf Vordermann (bzw die Hinterachse) bringen.


Bereits am Mittag sind wir wieder on the road und Richtung Vang Vieng unterwegs, wo wir uns in der herrlichen Karstlandschaft und am Swimmingpool eines Hotels an traumhafter Lage ein paar Tage erholen können. Vang Vieng ist ein sogenanntes Backpacker-Traumziel mit vielen Gästehäusern, man kann auf aufgeblasenen Reifen den Fluss runtertreiben und schwimmend die vielen Bars besuchen, – was dann auch ausgiebig gemacht wird 😉 Leider wird dabei kaum auf die (Kleider-) Sitten und Gebräuche der Einheimischen Rücksicht genommen, spätnachts noch torkeln die Touris in Bikinis durch die Gassen und auch die Endlos-“Friends“-Folgen auf den Bildschirmen der Restaurants wirken auf uns eher befremdlich… – ist das Urlaub???

Die Weiterfahrt zur Ebene der Tonkrüge ist dann ein wirkliches Highlight! Tolle Landschaft durch senkrecht aufsteigende Hügel und Berge und zuoberst auf dem Pass sogar ein fast schweizerisch anmutendes Bergrestaurant mit atemberaubender Aussicht. Sicherlich eine der schönsten Fahrstrecken unserer Reise! Wir campieren an einem hübschen See und besuchen am folgenden Tag die faszinierenden „Tonkrüge“: bis zu 6 Meter hohe in Form von Krügen behauene Steinblocks, über deren Entstehung vor über 2000 Jahren und Gebrauch (Urnen?) man bis heute nichts genaues weiss. Betroffen hingegen machen uns die vielen Bombenkrater, die in der ganzen Gegend sichtbar sind. Dieses Gebiet gehört zu den von den Amerikanern am stärksten bombardierten Landstrichen dieser Welt – obwohl die USA Laos offiziell gar nie den Krieg erklärt und diesen Beschuss lange geheim gehalten hat!

Über eine abenteuerliche Dschungelpiste fahren wir weiter in den Süden und übernachten am Fluss bei einem kleinen Dorf. Freies Campieren ist hier eigentlich nirgends ein Problem, die Menschen und auch die Kinder sind sehr freundlich und zurückhaltend und lassen uns in Ruhe baden und kochen. Undenkbar in Indien!

Wieder geht‘s dem Mekong entlang, dann machen wir einen Abstecher durch wunderschöne Gebirgslandschaft zur imposanten KongLhor-Höhle. Auf dem Fluss, der durch die Höhle fliesst, fahren wir auf einem motorbetriebenen Holzboot während einer Stunde(!) durch riesige Hallen um auf der anderen Seite der Bergkette, die der Fluss so durchquert, ein Bierchen trinken zu
dürfen und danach wieder retour zu fahren! Welch ein Abenteuer muss das für die paar Einheimischen gewesen sein, die sich als erste auf diesen Fluss durch die Höhle wagten, ohne zu wissen wo sie rauskommen würden?!

Auf dem Weg zurück zum Mekong übernachten wir an einem netten Badeplatz, den bereits die Franzosen während der Kolonialzeit zum Abkühlen genossen; er heisst auch dementsprechend „Tha Falang“ (Ausländerquelle)… Beim Frühstück werden wir von einem Mountainbiker angesprochen: Ruedi Lüthy ist Schweizer, hat ein Praktikum auf der „Fenchnern“ in Scheuren (Bauernhof in Chrigis Nachbardorf) gemacht und arbeitet jetzt für das grösste Staudammprojekt in Südostasien! Wir verbringen einen interessanten Morgen zusammen, er weiss uns viel über Laos zu berichten.

Unser nächstes grösseres Ziel ist das Bolaven-Plateau; auf über 1000 Metern über Meer gelegen ist es berühmt für den Kaffee, der dort angebaut wird und seine imposanten Wasserfälle. Wir geniessen das erfrischende Baden und verbringen ein zwei nette Tage mit ein paar Fahrradfahrern, die wir dort kennenlernen. Vom Gebiet der „Tausend-Inseln“ im Süden Laos sind wir eher enttäuscht und so überqueren wir schon bald die kambodschanische Grenze, wo wir gleich schon mit der hier überall herrschenden Korruption konfrontiert werden… für jeden Stempel und jedes Papier noch 2 Dollar extra, aber mit einem freundlichen Lächeln und ein wenig stur bleiben kommt man auch (fast) ohne Schmieren durch! Wir verbringen die Nacht nahe Kratie, wo sich die letzten Irrawaddy-Delfine im Mekong tummeln sollen, die wir aber leider nirgends entdecken können. Dafür fahren wir durch malerische Dörfer, kriegen immer wieder ein freundliches Hallo von den Kambodschanern zugerufen und fühlen uns sofort gut aufgehoben hier.

Ich bin mit gemischten Gefühlen nach Kambodscha gekommen, hatte einen Riesenrespekt vor der jüngeren Geschichte hier mit all den Gräueln, die dieses Land und seine Menschen vor nicht langer Zeit (bis Mitte der 90er Jahre) durch die roten Khmer und PolPot erdulden mussten („killing fields“). Die Kambodschaner schenken uns immer wieder ihr strahlendes Lächeln, doch manchmal frage ich mich, was (ver-)steckt (sich) dahinter? Haben sie mit dem gleichen Lächeln auch gefoltert und gemordet?

Versteht mich bitte nicht falsch: ich fühle mich sehr wohl und sicher hier – aber genau das verwirrt mich ja so! Heute sind fast genau die gleichen Leute der alten Khmer Rouge mit Hun Sen (Präsident) wieder an der Macht; wie können die Kambodschaner mit all den Narben und Verletzungen in ihren Herzen damit umgehen und weiterlächeln?

Die Landschaft selbst ist von atemberaubender Schönheit, überall steht Wasser auf Reisfeldern und in Teichen, die Häuser sind häufig auf Stelzen gebaut wegen der vielen Überschwemmungen und das Licht ist von einer unglaublichen Intensität… eines der fotogensten Länder, trotz (- oder wegen?) seiner Armut und Einfachheit, finde ich!

Kurz bevor wir Siem Reap erreichen, haben wir dann eine freudige Begegnung der anderen Art: zwei Töffler mit Alukisten kommen uns entgegen, Kölbi geht sofort auf die Bremsen, die zwei drehen um und als sie die Helme ausziehen, können wir unser Staunen kaum verbergen: es ist Thomas Bäumel mit seiner Freundin Andrea; mit ihm sind wir 1992 von Islamabad bis nach Delhi gefahren!!!


Gleich am ersten Abend in Siem Reap dürfen wir einem Konzert von Beatocello, alias Dr. Beat Richner zuhören, der auch von seiner Arbeit im Kinderspital hier erzählt. Ich bin tief beeindruckt davon, was dieser Mensch mit seinem kambodschanischen Team leistet und wie sehr er gegen die Korruption ankämpft und für die kambodschanischen Kinder. Egal ob arm oder reich, jedes wird gleich und gratis behandelt, da sich die meisten hier gar kein Spital leisten könnten, was ihm aber von der WHO zum Vorwurf gemacht wird und weswegen er von offizieller Seite kaum finanzielle Unterstützung kriegt! Wir können aber auch spüren (v.a. nach der Lektüre seines Buches), wie sehr er leidet unter dem Spendensammeln, dem „Betteln“, wie er sagt. Mitte Dezember ist er dafür wieder auf „Schweizertour“. Ich wünsche ihm von ganzem Herzen viel Erfolg! Bei den Touristen hier wirbt er mit dem Slogan: „Geld oder Blut – am besten beides…!“ und so gehe ich dann auch ins Spital zum Blutspenden… 😉

Die grosse und berühmte Attraktion hier sind jedoch die Tempelruinen von Angkor. Die erste Besichtigungstour machen wir mit dem Fahrrad, was zwar unserer Kondition gut tut, aber wegen der Hitze und Weitläufigkeit der Anlage nicht wirklich empfehlenswert ist. Wir sind schnell mal gesättigt ob all der Eindrücke, auch wegen den Touristen – Busladungen, die sich unaufhörlich über die Tempelruinen ergiessen…

Abends geniessen wir den Swimmingpool des „Earthwalkers Guesthouse“, wo wir im Garten campieren, in vollen Zügen (- und machen die nächste Tour mit dem Auto)! Wir freuen uns sehr, als eines Tages noch ein anderer Landcruiser dort campiert mit CH-Nummernschildern und wir so Brigitta und Paul kennenlernen. Sie sind bereits seit mehreren Jahren auf unserer schönen Welt am Reisen und geben uns viele Tipps und Erfahrungen weiter. Und stecken uns auch mit dem Afrika-Reise-Virus an, fürchte ich…

Unsere nächste Station ist Phnom Penh, die Hauptstadt. Wir campieren auf einem öffentlichen Parkplatz nahe am Mekong, den wir hier zum letzten Mal auf unserer Reise sehen.

Die Stadt durchstreifen wir mit unseren Fahrrädern, besichtigen den Königspalast, kriegen aber schon bald einmal genug von all dem Lärm und Verkehr… wir sind halt wirkliche „Landeier“! Bevor wir aber weiterziehen, treffen wir uns noch mit Filipp, einem Schweizer Radfahrer, den wir in Tajikistan getroffen haben, zum Frühstück. Er hat eine imposante und sicherlich entbehrungsreiche Reise um Tibet herum hinter sich und weiss einiges zu erzählen!

Uns aber zieht es jetzt endgültig runter in den Süden und ans Meer… wir haben von Sihanoukville gehört und dass man am Otres-Beach gut campieren kann und das geniessen wir jetzt in vollen Zügen! Schwimmen, faulenzen, gut essen gehen, mit anderen Overlandern, die auch hier stehen, sich gut unterhalten, Lagerfeuer machen… gut, dass sich Resli, Kölbis Schwester auf den 26. Dezember in Bangkok für einen Besuchs-Urlaub angemeldet hat, sonst würden wir wohl noch ewig hier bleiben. So aber freuen wir uns riesig auf die Zeit zusammen; wir werden gemeinsam bis Phuket reisen und da nachher wohl eine Weile das Beachlife in Khao Lak geniessen.

 

Wir wünschen Euch allen schöne Festtage und ein gutes, gesundes Neues Jahr! Auf dass es uns alle unserem Traum vom perfekten Leben ein Stück näher bringt….

 

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Im Norden von Laos und Thailand (15.10. – 17.11.2011)

Ich sitze hier gemütlich auf einem Liegestuhl am Swimmingpool, vor mir die grandiosen Karsthügel und die tropische Vegetation von Vang Vieng im zentralen Laos – und weiss eigentlich gar nicht so recht, über was ich schreiben soll… Die letzten Wochen sind nur so an uns vorbeigegangen, das Reisetempo haben wir massiv gedrosselt und geniessen einfach so das unbeschwerte Touristenleben Südostasiens! Irgendwie ist das zwar schön, – aber es fehlt auch das Abenteuer, das Spezielle der vorherigen Monate, wenn man zusammen mit hunderten von „gewöhnlichen“ Touristen unterwegs ist…! Also werde ich mich kurz fassen (Kölbi lacht zwar und meint, das sei eh nicht meine Art):

Kurz nach dem problemlosen Grenz-übertritt von China nach Laos treffen wir auf Bianca&Florian aus dem Tirol, die mit einem ähnlichen Autoaufbau auf ihrem Landrover unterwegs sind wie wir. Sie empfehlen uns ein nettes Gästehaus in Luang Namtha, wo am Abend dann richtig schöne Campingstimmung aufkommt. Wir haben nämlich noch Schweinesteaks aus China dabei, die wir mit Felix&Adrian, die mit uns China durchquert haben, endlich mal grillieren wollen und dazu noch Bianca&Florian und weitere Touristen aus dem Hotel… es wird ein richtig gemütlicher Abend mit vielen Reisegeschichten und auch das Bier fliesst in Strömen; – aber das trinken die Jungs ja nur für einen guten Zweck: die einheimischen Akha-Frauen basteln aus den leeren Bierdosen Schmuck, den sie an die Touristen dann ziemlich aufdringlich verkaufen. Und ebenso aufdringlich fordern sie uns halt die nächsten paar Tage zum Biertrinken auf….! Allmorgendlich geht ein prüfender Blick in die Runde, ob denn wirklich nicht noch ein paar Dosen mehr dringelegen wären. 😉

Ich glaube, Kölbi ist schon fast ein wenig erleichtert, als wir uns von den Jungs und dem Zuela-Guesthouse verabschieden um mit Bianca&Florian in den Norden nach Muangsi zu fahren… Dort erleben wir auf dem Morgen-Markt noch die einheimischen Volksgruppen in ihrer traditionellen Tracht, vor allem die Akha-Frauen dekorieren ihre Kleidung mit auffälligem Silberschmuck. Auf dem Land sehen wir vor vielen Hütten die Webstühle in Betrieb, wo Frauen sich wunderschöne Stoffe mit traditionellen Mustern weben und zu Kleidung verar-beiten. Hier scheint die Moderne noch weit weg zu sein, obwohl es natürlich auch Handys und Fernseher mit (zum Teil) selbst gebastelten Satellitenschüsseln gibt. Die Reis-Ernte ist in vollem Gange, alles wird in Handarbeit erledigt: sicheln, zu Garben binden, dreschen und das Feld anschlies-send mit dem Wasserbüffel gepflügt.

Wir verbringen eine Nacht an einem Fluss gegenüber einer Schule und kriegen dadurch viel Besuch von zwar neugierigen, aber anfänglich dennoch recht scheuen Kindern. Diese Scheu legt sich aber recht schnell und am nächsten Morgen sind wir fast schon froh, als der Schulunterricht endlich anfängt!

Zurück in Luang Namtha staunen wir nicht schlecht, als auch Adrian&Felix, die doch eigentlich Richtung Süden wollten, wieder dort auftauchen. Die Wieder-sehensfreude ist gross, auch eine Woche später treffen wir in Chiang Mai noch einmal auf die zwei…- und da schenken sie uns sogar ihren Benzinkocher und einen vollen Feuerlöscher (wir haben ja unseren letztes Jahr beim Guetslibacken einsetzen müssen.. 😉 ), da sie ihren VW-Bus in Thailand verkaufen wollen und mit dem Fahrrad weiterreisen werden!

Vorerst verbringen wir aber noch ein paar schöne Tage zusammen mit Bianca&Florian auf dem Weg nach und in Luang Prabang, der alten Königsstadt am Mekong. Heute lebt die Stadt vom Tourismus mit all den Vor- und Nachteilen, die das mit sich bringt. Wir geniessen das breite Angebot an Restaurants, Buchläden und Einkaufs-möglichkeiten; sind dann aber froh, die dritte Nacht in der Natur draussen bei den wunderschönen KuangSi-Wasserfällen zu verbringen. Nach einem erfrischenden Bad in den türkisblauen Pools geniessen wir den besten grillierten Mekong-Fisch unserer bisherigen Reise! Am nächsten Morgen verabschieden wir uns auch von den zwei Tirolern und fahren los Richtung Thailand, das wir auch nach zwei gemütlichen Fahr-tagen über eine hügelige Nebenstrasse erreichen. Unterwegs treffen wir sogar noch auf einen Arbeits-Elefanten, auch in Thailand sehen wir später noch einen; aber sonst werden Elefanten mehrheitlich nur noch für die Touristen gehalten.

In Thailand sticht uns schnell den Unter-schied im Wirtschafts- und Entwicklungs-grad der beiden Länder ins Auge: hier ist alles viel moderner, technisierter und besser gebaut als in Laos. Das Ursprüng-liche, Traditionelle, das wir auf unserer Motorradreise vor 20 Jahren hier noch vorgefunden haben, verschwindet langsam. Aber es ist immer noch das Land des Lächelns und wir werden überall willkommen geheissen! Nach Chiang Mai machen wir eine Tour durch den Norden ans goldene Dreieck und weiter Richtung Pai.

Ich entdecke wieder einmal eine „Abkürzung“ auf der Karte, welche sich dann als abenteuerliche Schlammpisten-fahrt durch den Dschungel entpuppt. Weil wir im Grenzgebiet zu Burma unterwegs sind müssen wir uns auch noch bei einem einsam im Urwald stationierten Armee-posten ins Buch eintragen… – aber ich denke, die Soldaten da sind echt froh über die Abwechslung, die unser Besuch ihnen bringt und sie bestaunen unser Auto von allen Seiten. Weiter in den Bergen besuchen wir die Tham Lot Höhle, die wir auf einer Kajaktour zusammen mit anderen Schweiz-ern erkunden. Der Fluss hat recht wilde Stromschnellen für Ungeübte wie uns, wir kentern ein paar Mal und Kölbi schlägt sich sogar sein Bein auf an einem Felsen. Wir sind wohl schon zu sehr „Grufties“ für solche Adventure-Übungen 😉 Aber die Land-schaft ist wunderschön: alles intensiv-grün und tropisch überwucherte Fels- und Hügelformationen mit klaren Bächen in den Talsohlen, dazwischen immer wieder Reis-terrassen und Holzhütten. In Mae Hongson sind wir gerade zum Loi Krathong – Fest, dem Lichterfest zum Gedenken der verstorbenen Seelen. Auf allen Gewässern treiben schwimmende Blumenarrangements mit Kerzen und Lichterballone schweben zu Hunderten himmelwärts. Und natürlich Raketen und Feuerwerk die halbe Nacht durch!

Wir fahren weiter südwärts der burme-sischen Grenze entlang, wo wir das ur-tümliche, traditionelle Thailand doch noch finden. Tief beeindruckt sind wir auch, als wir einem riesiggrossen Flüchtlingslager über mehrere Kilometer entlangfahren, wo Hütte an Hütte steht und eine für diese Leute ungewöhnliche Dichte an Menschen wohnt. Wie es wohl sein muss hier jahre-lang zu leben und zu warten… – worauf?! Später erfahren wir dann auch noch, dass die burmesische Armee auch hier Übergriffe auf ihre Leute macht, obwohl sich das Lager in Thailand befindet!

In Sukhotai, einer ehemaligen Königsstadt mit vielen alten Tempeln und Chedis ge-niessen wir dann auf einer Fahrradtour die ruhige Atmosphäre der Ruinen inmitten grosszügiger Parks mit Teichen und vielen alten, schattenspendenden Bäumen. Wir sind nun ostwärts Richtung Isaarn unter-wegs und queren dabei eine grosse Fluss-ebene, wo wir noch viele überschwemmte Felder sehen. Sonst aber kriegen wir nicht viel mit von der grossen Flutkatastrophe hier in Thailand. Die Wassermassen sollen inzwischen ja bereits Bangkok erreicht haben, das viel weiter südlich liegt. Wie lange wird es wohl dauern, bis hier das Wasser ganz weg ist und wieder gepflanzt werden kann?

Wir verbringen noch ein paar gemütliche Fahrtage im Nordosten, bevor wir dann den Mekong über die Freundschaftsbrücke nach Vientiane,Laos überqueren. Doch davon werde ich später schreiben, jetzt lockt definitiv der Swimmingpool! Tschüss!

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China zum zweiten… (26.9. – 15.10.2011)

Nun, die Hoffnung auf eine schnelle und einfache China-Durchreise zerschlägt sich gleich schon an der Grenze… Unsere Agentur hat uns vor ein paar Tagen noch gemailt, dass wir am mongolischen Zoll noch ein Papier fürs Auto besorgen müssten. Und da wir einen Tag zu früh an der Grenze sind, wollen wir das am Abend vorher gleich noch erledigen, vielleicht können wir ja sogar zwischen den beiden Grenzen schlafen, so dass wir am nächsten Morgen schon früh an den chinesischen Zoll kämen. Das war unser Gedanke. Am mongolischen Zoll geht alles ruhig und easy, sie hetzen höchstens nur, weil sie uns klar machen wollen, dass der chinesische Zoll schon bald schliessen wird. Und als wir ihnen dann klar machen, dass wir noch so ein Papier bräuchten und eh zwischen den Grenzen schlafen wollen, geht plötzlich der Trubel los! Eine perfekt englisch sprechende Offizierin taucht auf und erklärt, dass das absolut unmöglich sei und sie die Stempel in unseren Pässen wieder annullieren müsse. Wir müssen zum Zollkommandanten, wo das dann auch geschieht. Bei der Gelegenheit frage ich nochmals nach diesem „inventory“ -Papier, aber keiner scheint so was zu kennen. Auch die Offizierin reagiert nicht auf meine Frage und sagt, wir sollen morgen wiederkommen.

Wir übernachten ausserhalb der Zollabgrenzungen und erleben am nächsten Morgen dann ein Schauspiel der besonderen Art: „unsere“ Mongolia-Rallye…. irgendwie habe ich mich ja schon gewundert, dass die Strasse zum Zoll die ganze Nacht leer geblieben ist und sich nicht schon eine Kolonne gebildet hat, vor allem weil eine Zöllnerin uns noch gesagt hat, wir sollen nicht am Morgen kommen, da habe es zu viele Autos da. Aber offensichtlich sperrt das Militär die Strasse weiträumig ab und gibt dann morgens um sieben den „Startschuss“: plötzlich tauchen aus allen Richtungen Jeeps und Autos auf und rasen wie die Gestörten auf die Grenze zu, hupen, verkeilen sich, schneiden sich gegenseitig den Weg ab, ein Zetermordio… und mittendrin das Militär, das versucht Ordnung ins Ganze zu bringen und Schlupflöcher dicht zu machen. Immer wieder jagen sie Autos nach, die versuchen sich über Schleichwege an der Kolonne vorbeizumogeln. Ein Schauspiel erster Güte! Und wir mittendrin und dürfen dann erst noch fast als die Ersten die Grenze passieren, da wir einen Grossteil des Papierkrams bereits am Abend vorher schon erledigt haben. Angesichts des Trubels geben wir auch die Suche nach dem ominösen Papier schliesslich auf, was sich ein paar Stunden später als teurer Fehler erweisen sollte…!

Die chinesische Seite ist dann soweit problemlos, wir dürfen bis in ein Hotel der Grenzstadt fahren und sollen da parkiert bleiben, bis unsere Papiere in Ordnung sind. Da stellt sich dann heraus, dass uns eben eines fehlt und es gibt lange Gesichter: ohne dieses Papier geht gar nichts, eine neue Regelung seit dem 1.

Juli. Der einzige Weg ist die illegale Beschaffung, kostet aber das zehnfache (400 Fr / Fahrzeug). Und mit der Entscheidung sollten wir uns beeilen, da am 1. Oktober die Feiertage anfangen und der Zoll dann für eine Woche geschlossen bleibt…. wir beissen in den sauren Apfel, handeln mit der Agentur aber aus, dass sie die Hälfte der Kosten übernehmen muss, da sich auch noch herausstellt, dass sie uns einen falschen Namen für das Papier genannt hat: sein richtiger Name ist „Cargo Manifest“. Wegen diesem blöden Papier können wir dann erst am dritten Abend aus der Grenzstadt rausfahren! Wir scheinen kein Glück mit chinesischen Grenzen zu haben… – oder aber das gehört wohl einfach dazu!

Wir nutzen die Wartezeit zum Einkaufen, Geldwechseln, Wäsche waschen und was sonst noch so alles anfällt unterwegs. Einen halben Tag investieren wir in die „Entstaubung“ des Cruisies, nach all den Pisten in der Mongolei ist das dringend nötig!!! Als wir am Abend des dritten Tages dann aus der Grenzstadt rausfahren fühlen wir uns wie in einem neuen Zuhause… 😉

Wir campieren bei eisigem Wind irgendwo draussen etwas abseits der Strasse und machen es uns in den Autos gemütlich. Nach einem Frühstart schauen wir uns am nächsten Nachmittag die Buddha-Grotten von Dunhuang an. Die Chinesen haben einen riesengrossen neuen Eingangsbereich um die ursprünglichen Grotten gebaut, auf uns macht es den Eindruck von Disneyworld, und dabei wurde auch gleich der Eintrittspreis verdoppelt…(25 US$/Pers). Zusammen mit den Autobahngebühren (ca 30$/Tag) und dem Tanken (ca 60$/Tag) ergibt das dann schon einen teuren China-Aufenthalt. Dazu kommen ja noch 1850$/Fahrzeug für die Reiseagentur, die die ganzen Papiere, Grenzformalitäten und den Guide während der 20 Tage organisiert. Dafür ist das Essen sehr günstig und auch sehr fein und abwechslungsreich! An diesem Abend fahren wir nur noch bis zu einem einfachen „Garagen-Restaurant“ wo wir auf einfachen Schemeln eben in einer Garage sitzen, essen dafür wie die Fürsten und bezahlen nicht mal 3$ pro Person (für die Schweizer: 1$ entspricht ca 85Rp). In China werden immer mehrere unterschiedliche Gerichte auf die Mitte des Tischs gestellt und jeder nimmt sich in seine Reisschale raus, was ihn „gluschtet“.

Die Weiterfahrt startet dann erst mal im Stau, der sich im Gegensatz zum immer häufiger auftretenden Nebel/Smog aber irgendwann auflöst. Wir fahren an riesigen Städten vorbei, staunen über die Bauwut der Chinesen: da werden ganze Hochhaus-Quartiere hochgezogen mit tausenden von Wohnungen und wir fragen uns, wer da alles wohnen soll… so hoch kann die Bevölkerungexplosion wohl nicht mehr sein bei der propagierten 1-Kind-Politik?! Wobei die ja auch nicht mehr so strikte ist wie früher: Minderheiten dürfen 2-3 Kinder haben und gegen Bestechung wird auch bei den Han-Chinesen öfter mal ein Auge zugedrückt.

Wir staunen nicht nur über den wilden Wohnungsbau,auch die gigantischen Autobahnbauten beeindrucken uns sehr: lange Tunnels und Hochbrücken durch ganze Täler und Berge! Leider fehlt uns wegen des Smogs die Aussicht auf die sicher atemberaubende Landschaft, aber da in fast jedem Ort mehrere Kühltürme von Kohlekraftwerken stehen,sehen wir auch die Sonne nur als Scheibe über die Mittagszeit schwach durchschimmern.

In den folgenden Tagen fahren wir immer grosse Strecken und besuchen dabei Pingyao, eine alte Handelsstadt, das berühmte Shaolin-Kung Fu-Kloster und Xian, die alte Kaiserstadt. Dazwischen versuchen wir immer wieder auch Übernachtungsplätze in der Natur zu finden. Einmal stehen wir am gelben Fluss, wo wir sogar Brot auf dem Lagerfeuer backen, ein andermal finden wir per Zufall einen kleinen Naturpark mit Wasserfall, wo wir hinaufwandern können. In Chengdu besuchen wir den Pandapark, wo wir in grosszügig angelegten Gehegen die drolligen Tiere aus nächster Nähe beobachten können. Dort müssen wir dann von Spring, unserer Guidin, Abschied nehmen und können dafür Kevin begrüssen. Gleich findet eine grosse Diskussion statt, weil wir unsere Gruppe gerne trennen möchten, da die Familie Sans Freunde in China hat, mit denen sie sich gerne länger treffen würden, währenddessen wir übrigen dann nach Lijang in die Berge fahren würden. Aber irgendwie scheint Kevin dafür keine Verantwortung übernehmen zu wollen, wir müssen zusammen fahren… – oder doch wenigstens an den gleichen Orten übernachten! Nur für den nächsten Tag willigt er ein, dass sie in Chengdu bei ihren Freunden bleiben und Adrian, Felix und wir zwei dafür einen Tagesausflug nach Leshan zum grossen Buddha machen. Wir übernachten an einem Stausee und treffen uns dann am nächsten Vormittag mit Sans wieder auf der Autobahnraststätte, wo sie mit der Reparatur ihres geplatzten Wasserschlauchs beschäftigt sind. Schon bald geht‘s weiter, doch dieser Tag soll uns noch manche böse Überraschung bringen! Zuerst behauptet Kevin, wir bräuchten nicht auf die Autobahn zu gehen, die sei eh gleich fertig… das beschert uns schon mal eine sehr kurvige und langsame Passstrasse, von welcher aus wir immer wieder sehnsüchtig auf die nietnagelneue Autobahn blicken können! Wo dann die Autobahn tatsächlich nicht fertiggebaut ist, kommen wir in einen Stau, wo 3 Stunden lang gar nichts mehr geht… 🙁 Als wir beim Eindunkeln dann endlich weiterfahren können/müssen, wird es eine Horrorfahrt durch dichten Nebel eine kurvige Passstrasse hoch mit gestresst überholenden Chinesen. Irgendwo ziehen wir dann einfach auf den nächstbesten kleinen Ausstellplatz direkt an der Strasse und übernachten dort. Alle sind gestresst und frustriert und es gibt eine unschöne Diskussion über das „wie weiter?“. Kevin versucht mit Versprechungen die Situation zu schlichten und am nächsten Tag können wir dann einigermassen versöhnt weiterfahren. Doch schon bald stehen wir wieder in einem Stau, diesmal sogar in einem Tunnel drin (glücklicherweise stehen wir nicht weit vom Ausgang weg)! Nach einer Stunde finden wir dann heraus, dass ein Pneukran daran ist die Ladung eines verunglückten Lasters zu bergen, der in den See gestürzt ist. Und der blockiert die Durchgangsstrasse und es kann sich nur noch um Stunden handeln… die Polizei ist zwar mit vor Ort, hält es aber nicht für nötig den Tunnel zu sperren oder eine Umleitung zu signalisieren…. chinesische Verhältnisse halt! Nach 2 Stunden meint Kevin eine Umfahrung gefunden zu haben, auch auf unserem GPS schaut es danach aus, aber die entpuppt sich dann als Tagestour durch die Berge;-) Dafür hat sich der Smog/Hochnebel verzogen und wir sehen endlich was von der schönen Landschaft und haben Einblick ins Dorfleben, wie man es von der Autobahn aus halt eben nicht sieht.

Vor der nächsten Stadt, Panzihua, müssen wir uns dann entscheiden ob wir den Umweg nach Lijang in die Berge fahren wollen und damit unseren China-Aufenthalt um 2 Tage verlängern oder gemütlich auf direktem (Autobahn-) Weg bis an die Grenze tuckern. Als Kevin uns versichert, dass die Bergstrasse in gutem Zustand und mit wenig Verkehr sei, entscheiden wir uns für Lijang. Nach einem ausgiebigen Mittagessen fahren wir los. Panzihua ist eine langgestreckte Industriestadt entlang einem Flusstal, absolut nichts idyllisches und Stadtverkehr war noch nie angenehm mit einem Camper, aber was uns dann nach der Stadt erwartet, spottet jeder Beschreibung: eine völlig durchlöcherte schmale Asphaltstrasse mit Gräben, in denen man Kleinkinder verstecken könnte und dazu voller überladener Bergwerklastwagen, die zu überholen angesichts der vielen Löcher und Gräben in der Strasse ein absolut unkalkulierbares Manöver darstellt…. Nach 20 Kilometern stoppen wir und stellen Kevin zur Rede, was genau er unter einer guten Strasse eigentlich verstehe….?! Da rückt er dann raus, dass nach 100 km (!) eine Mine sei und danach die Strasse aber viel besser werde… wir glauben seinen Streckenbeschreibungen inzwischen kein Wort mehr, haben ihn vielmehr im Verdacht da oben eine heimliche Freundin zu haben, dass er so unbedingt da rauf will 😉 Nach kurzer Diskussion wird die Übung „Lijang“ abgebrochen und wir geniessen noch ein paar entspannte Tage auf dem Weg nach Laos. Endlich können wir auch einen Ruhetag an einem Badesee einlegen, den wir in vollen Zügen geniessen. Kevin geben wir frei und lernen dabei auch mal selber Essen zu bestellen. Nun gut, der 1. Versuch verläuft eher zwiespältig: wir zeigen auf dieses und jenes Gemüse, aber Adrian möchte dann auch noch klarmachen, dass er gerne ein bisschen Fleisch dazu hätte und zeigt dabei auf eins der herumlaufenden Hühner. Prompt wird das dann auch eingefangen und brutzelt kurz darauf schon in der Pfanne! Von nun an sind wir vorsichtig mit auf Dinge oder Tiere zeigen…;-)

In den folgenden Tagen wird die Landschaft immer grüner, üppiger, tropischer. Bananenbäume, Zuckerrohrfelder und Gummibaumplantagen prägen das Bild und ich kriege endlich Mangos, Ananas und Papayas zu kaufen! Die unerwartete feuchte Hitze setzt uns aber schon etwas zu und wir sind total happy als wir ein schönes Hotel mit Swimmingpool entdecken und den Nachmittag da faulenzend verbringen können. Den letzten Tag in China verbringen wir mehr oder weniger auf einer Tankstelle am Grenzort Mohan, bereiten uns auf die Einreise nach Laos vor und gehen noch mal alle miteinander fein essen.

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